Rezension: Galaxy’s Edge: Schicksalsschlag von Zoraida Córdova

Ende Oktober letzten Jahres veröffentlichte Panini hierzulande mit Galaxy’s Edge: Schicksalsschlag die deutsche Ausgabe von Galaxy’s Edge: A Crash of Fate.

Der Roman von Zoraida Córdova gehört zu einer Reihe von Werken zum gleichnamigen Star Wars-Themenpark in den Disney-Freizeitparks in Annaheim und Orlando, welche diesen Ort in die weit, weit entfernte Galaxis einbinden.

Die Originalausgabe erschien nur wenige Wochen zuvor und wurde in kurzer Zeit von Andreas Kasprzak und Tobias Toneguzzo ins Deutsche übersetzt. A Crash of Fate wurde auch bereits kurz nach Erscheinen von meinem Kollegen Florian für euch rezensiert.

Eigentlich stellt er bereits die zweite Geschichte der Autorin im Star Wars-Universum dar, allerdings hat Star Wars: From a Certain Point of View bisher leider nicht den Weg zu uns gefunden, weshalb für deutsche Fans dies ihr Erstlingswerk sein dürfte.

Panini liefert folgende Inhaltsangabe:

Izzy und Jules waren von Kindesbeinen an die besten Freunde. Nichts auf ihrer Heimatwelt Batuu war sicher vor ihren Streichen. Dann verließ Izzys Familie abrupt den Planeten, ohne dass Jules eine Chance hatte, sich zu verabschieden. Izzy reiste unterdessen von einer Welt zur anderen, bis ihre Eltern getötet wurden und sie sich fürderhin als Schmugglerin durchschlagen musste. Jules blieb auf Batuu und wurde Farmer wie sein Vater. Dreizehn Jahre späterkehrt Izzy nach Batuuu zurück. Sie soll dort ein mysteriöses Paket abliefern. Ihr einziges Ziel ist es, ihre Mission zu beenden und den Planeten so schnell wie möglich wieder zu verlassen. Doch dabei stößt sie auf die einzige Person aus ihrer Jugend, die ihr immer noch etwas bedeutet: Jules. Als Izzys Auftrag spektakulär scheitert werden die beiden Freunde von den Schatten der Vergangenheit eingeholt und sie müssen gemeinsam um ihr Leben kämpfen …

Die Handlung des Romans spielt 35 NSY auf dem Planeten Batuu, kurze Zeit nach der Zerstörung des Hosnian-Systems durch die Erste Ordnung. Dieser Fakt und die Präsenz einiger weniger Truppen der Ersten Ordnung auf dem Planeten ist auch der einzige Punkt, der die Handlung fix in einer bestimmten Zeit verortet, da zu meiner großen Freude die Erste Ordnung oder der Widerstand in diesem Roman so gut wie keine Rolle spielen.

Protagonisten der Geschichte sind Izal Garsea und Jules Rakab. Sie sind bereits als Kinder auf Batuu die besten Freunde. Ihre Freundschaft wird aber jäh beendet, als Izzys Eltern in einer Nacht und Nebelaktion Batuu verlassen. Jahre später, Izzy ist mit ihren 18 Jahren mittlerweile zu einer Schmugglerin geworden, führt sie ein Auftrag wieder zurück nach Batuu. Dort begegnet sie wieder Jules, der den Planeten nie verlassen hat. Und damit nimmt das Schicksal seinen Lauf …

Von der Konstellation her hat mich der Roman ein bisschen an Verlorene Welten von Claudia Gray erinnert. Aber Schicksalsschlag ist ja auch ein Young-Adult-Roman, und hier bekommt man eben auch das serviert, was man bestellt hat. Während aber Claudia Gray in ihrem Roman eher auf den Konflikt eingeht und ausbaut, der dadurch entsteht, dass die beiden Protagonisten sich am Ende auf unterschiedlichen Seiten im Krieg wiederfinden, konzentriert sich Zoraida Córdova mehr auf die Gefühlswelt der beiden Figuren, welche nach langer Trennung wieder zueinander finden. Fein ausgearbeitet sind aber auch hier die Charaktere selbst, sowie ihre Entwicklung. Sehr zum Vorteil gereicht der Autorin hier aber auch die Tatsache, dass sich die gesamte Handlung des Romans an einem einzigen Tag abspielt. Und das ist auch der Punkt, der mich am meisten stört. Es passiert einfach so schrecklich viel an diesem Tag in Schwarzdorn und gleichzeitig durchleben beide Figuren eine enorme emotionale Achterbahnfahrt der Gefühle, so dass manche Aktionen und Motivationen für mich sehr schwer nachzuvollziehen waren.

Dies ist auch nicht mein erster Aufenthalt auf Batuu! In Thrawn: Allianzen von Timothy Zahn durfte ich mich bereits mit Thrawn und Anakin Skywalker, bzw. Darth Vader nach Schwarzdorn auf Batuu begeben. Allerdings muss ich zugeben, dass ich keine Verbindung zwischen den beiden Orten entdecken konnte, abgesehen vom Namen natürlich. Eventuell habe ich aber auch der Sache nicht genug Beachtung geschenkt. Jedenfalls hatte Schwarzdorn in Thrawn: Allianzen für mich im Kopf anders ausgesehen, als das Bild, welches Schicksalsschlag mir von dem Ort zeichnet.

Als weiteres Bindeglied zwischen den Werken im Kanon wird auch der aus The Clone Wars bekannte Schmuggler Hondo Ohnaka ab und an erwähnt, wirklich in Erscheinung tritt er allerdings nie. Allerdings interessant, dass diese Figur noch immer am Leben ist und weiter ihren Geschäften nachgeht.

Das absolute Plus dieses Romans sehe ich allerdings in dem Fakt, dass er vollkommen losgelöst von der Skywalker-Saga funktioniert. Er erzählt einfach die Geschichte zweier Personen, welche nach Jahren wieder zueinander finden. Es steht mal nicht das Überleben aller auf dem Spiel und es wird auch nicht die ganze Galaxis bedroht. Und trotzdem reichen ein paar Erwähnung hier und da aus, um sie im bekannten Kanon zu verankern. Ein quasi „währenddessen auf Batuu“ zu Star Wars: Die letzten Jedi.

Der Schreibstil der Autorin ist etwas gewöhnungsbedürftig gewesen. Gerade auf den ersten paar Seiten haben mich ihre ganzen Adjektive sehr gestört. Alles muss umschrieben werden, ich flehte im Kopf stellenweise dafür, dass sie doch einfach zum Punkt kommen möge. Mit den Seiten gewöhnt man sich allerdings daran und es störte mich nicht weiter. Ansonsten hat es mir Spaß gemacht der Geschichte zu folgen. Zoraida Córdova schreibt sehr geerdet und gerade was die Gefühlswelt angeht bin ich überzeugt davon, dass sie hier auch aus eigener Erfahrung schreibt.

Fazit:

Trotz anfänglicher Anlaufschwierigkeiten hat mir Galaxy`s Edge: Schicksalsschlag Spaß gemacht. Die beiden Protagonisten sind mir sympatisch und es würde mich freuen in zukünftigen Werken wieder von ihnen zu hören.

Bewertung: 4 von 5 Holocrons
Bewertung: 4 von 5 Holocrons

Wir danken Panini für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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In diesem Sinne: Möge die Macht mit euch sein!

Update 23.03.2020 8:12: Die Gewinner

Schwarzdorn heißt der gesuchte Ort! Und ja, der befindet sich auch korrekterweise auf dem Planeten Batuu, aber nach diesem war leider nicht gefragt 😉 Von den Einsendungen mit der richtigen Antwort wurden folgende zwei Glücklichen aus dem Lostopf gezogen:

  • Rene K. aus Görlitz
  • Katja V. aus Neukloster

Herzlichen Glückwunsch und viel Spaß mit dem Buch!
Und vielen Dank an Panini für die Bereitstellung der Preise!

5 Kommentare

  1. Klar, man kannes positiv sehen, dass dieser Roman so losgelöst von allem ist. Ich allerdings möchte, wenn ich mir ein Star Wars Buch kaufe, auch eins bekommen, und das ist eher bedingt der Fall. Aber gut zu Galaxys Edge ist der Band natürlich perfekt.

  2. Hallo zusammen,
    ich habe in letzter Zeit kurz hintereinander Galaxys Edge und Der Sammler gelesen. Für Galaxys Edge habe ich 3 Tage gebraucht und für Sammler 3 Monate – ich glaube das sagt schon alles. 🙂

    Während beim Sammler alles irgendwie in den großen Konflikt eingebunden werden musste, hat mich hier überzeugt, dass die Geschichte so losgelöst von allem war und sich auf das Schicksal zweier Personen in der großen Galaxis konzentriert wurde, ohne irgendwie eine Relevanz für das ganz große Geschehen herstellen zu müssen. Bei 4 von 5 bin ich komplett bei Dir – es ist nicht Verlorene Welten – aber doch ganz gut. Im Kanon habe ich schon viele wesentlich schlechtere Romane gelesen.

    Off-Topic:
    Apropos Verlorene Welten – der dritte Teil vom Manga ist wieder herausragend! Und ich hoffe immer noch irgendwie auf eine Fortsetzung…:)

  3. Sehr gelungene Rezension Julian. Ich bin jetzt richtig heiß auf das Buch und werde es mir auf jeden Fall bald besorgen, vielleicht ja über das Gewinnspiel😉
    Ich finde Geschichten, die für sich stehen sowieso oft sehr gelungen, weil sie nicht den Zwang haben in die Skywalker Saga zu passen und neue Informationen zu lüften.
    Die Infos aus deiner Rezension machen auf jeden Fall Lust auf mehr!

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