Marvel-Mittwoch: Shadow of Maul #4

Wir sind zurück mit der vierten Ausgabe von Shadow of Maul, Blood Game, in dem ein Podrennen die Aufmerksamkeit ganz Janix‘ auf sich zieht und mit Täuschungen über Täuschungen aufwartet.

Achtung: Wie immer besprechen wir im Marvel-Mittwoch die Handlung der Comics, sodass sowohl der Beitrag als auch die Kommentare Spoiler enthalten können.

Der Inhalt

Ein Podrennen auf Janix, das weder erlaubt noch verboten ist, sondern vielmehr zum Wohle der Stadt geduldet wird, ist der zentrale Mittelpunkt dieser Ausgabe. Lawson und Two-Boots überwachen das Rennen aus ihrem Gleiter und prompt fällt ihnen die doch überdurchschnittlich todesmutige Fahrweise eines Rennfahrers auf. Lawson holt sich von Rheena, der Casinobesitzerin, Infos zu dem Fahrer und wird darüber aufgeklärt, dass zu ihm mehrere Wetten laufen. Doch nicht nur kleine Wetten, nein, sowohl der Kriminelle Deemis als auch sein Rivale Vario wetten einerseits auf seinen Gewinn und andererseits gegen seinen Gewinn. Rheena schätzt, dass Tor einfach ein doppeltes Spiel am Laufen hat, indem er von mehreren Seiten Wetten auf sich vereint. Da eine der Wetten dagegen hält, dass Tor auch nur den ersten Abschnitt des Rennens schafft, begeben sich Two-Boots und Lawson dorthin, um zumindest die dortigen Zuschauer in Sicherheit zu bringen. Die Schadensbegrenzung wird jedoch schnell getrübt, denn wer darf natürlich wieder nicht fehlen: Inspektor Ruhl, der seine Obsession auf Lawson so weit getrieben hat, dass er schon am gleichen Ort auftaucht ohne Sinn und Verstand. Oh, Lawson hat seinen Blaster genutzt, um mit einem Schuss in die Luft die Menge zum Räumen des Platzes zu bewegen, wie schlimm. Was auch immer Ruhl für einen Narren an Lawson gefressen hat, er will ihn mal wieder verhaften und im Gegenzug rettet Lawson ihm das Leben, als Tor eine Massenkarambolage auslöst.

Und wie von Rheena vermutet, hat Tor das Ganze bewusst inzensiert, um sich zu verkrümeln. Damit hat er den ersten Abschnitt des Rennens nicht beendet, wodurch Vario seine Wette gewonnen hat. Gleichzeitig läuft aber noch Deemis‘ Wette auf Tors Rennsieg. Tor durchkreuzt nun alle Pläne, weil er das Rennen nicht beendet, sondern sich stattdessen über einige Tunnel zur Schatzkammer des Casinos durchmanövriert. Während des Rennens ist diese besonders gefüllt, Grund genug also, sich zu bedienen. Doch während Tor meint alle überrumpelt zu haben, wird auch er nun selbst getäuscht, sodass Rheena und ihr Sicherheitspersonal nur noch eine Leiche und eine leere Schatzkammer vorfinden.

Die Umsetzung

Mit einem Podrennen auf Janix hatte ich nun nicht unbedingt gerechnet, aber an sich gefiel mir die Idee. Auch mal etwas von Lawsons und Rheenas Vergangenheit zu hören war ein gewisses Schmankerl. Zugegeben war es narrativ ein wenig hölzern angestellt, das doppelte Spiel von Tor jetzt so mit Lawsons und Reehnas alten Kopfgeldtricksereien zu vergleichen. Stattdessen hätte ich mir generell lieber einen tieferen Einblick in die Vergangenheit der beiden gewünscht, wenn es schon angeteasert wird. Aber dafür bleibt in dieser Ausgabe keine Zeit, denn Tor spielt nicht nur ein doppeltes, sondern gleich ein dreifaches Spiel, während Maul ein … vierfaches spielt? Denn auch wenn sich die Handlung der Ausgabe mehrheitlich um einen absolut unwichtigen Podrennfahrer/Kriminellen dreht, der zwei Verbrecherlords austricksen will, steckt hinter allem natürlich wieder unser Lieblingshörnchen. Dieses Mal ist Maul sogar involvierter, denn er begibt sich höchstpersönlich in die Schatzkammer des Casinos, um seinen Gewinn einzustreichen und ein mysteriöses Opfer mehr zu hinterlassen.

Tatsächlich ist eine derartige Tat von Maul wieder ein Punkt, der die Serie dann ein Stück unglaubwürdiger erscheinen lässt. Eine Konsequenz, dass Tor selbst hintergangen und ermordet wurde fehlt völlig, so das nicht in Ausgabe #5 thematisiert wird. Rheena müsste sich ja zumindest fragen, wer außerdem noch so schnell dorthin gelangt ist, während Lawson den Mord untersuchen müsste. Schließlich stellt er im Comic sogar selbst noch Vermutungen an. Ob das Ganze im Sande verläuft, das erfahren wir aber erst in vier Wochen in der letzten Ausgabe.

Warum Ruhl immer noch herumspukt ist mir inzwischen wirklich schleierhaft. Am Anfang der Reihe hatte er durchaus Mehrwert, sei es um Lawson narrativ einzuführen oder auch um als Antagonist in den eigenen Reihen zu dienen. Aber hier ist er schlicht und einfach überflüssig. Er taucht wild an einem Ort auf, den er eigentlich nur aus Lawsons Holoanruf an Rheena mitbekommen haben könnte. Dann hat er auch nichts besseres zu tun, als Lawsons offensichtliche Methode den Platz zu räumen, wegen der Dienstvorschriften zu rügen und ihn dadurch festnehmen zu lassen. Da muss man fast schon sagen ein Glück, dass Tor Braxis dann Chaos auslöst.

Die Zeichnungen sind dagegen weiterhin solide. Inzwischen kann ich mich bei Madibek Musabekov eigentlich nur noch wiederholen. Ich mag seinen Stil wirklich sehr, weil er Charaktere wunderbar einfangen kann und auch immer wieder für ausgefallenere Panels zu haben ist, so sie gerade Sinn ergeben. Als einzigen Punkt zu monieren hätte ich die Outfits von Reehna und Lawson als jüngere Kopfgeldjäger, bzw. auch die Darstellung der übrigen Kopfgeldjäger in der Rückblende. Da ist das Design ein bisschen arg klischeehaft und simplifiziert. Allerdings geht da auch einiges durch die etwas eintönige Kolorierung verloren, die Luis Guerrero da angewendet hat. Im restlichen Teil des Comics ist die Kolorierung hervorragend, deswegen fiel es natürlich in der Rückblende am meisten auf.

Fazit

Das doppelte Spiel von Tor Braxis zum Ausbooten von gleich zwei kriminellen Verbrecherlords war für sich eine interessante kleine Episode, ebenso Lawsons Versuch den Schaden zu begrenzen. Die starre Fortführung auf Maul als den eigentlichen Strippenzieher ist aber eher ein Malus als ein Bonus, weil es einfach nicht viel beiträgt und eher die Intelligenz von Lawson und Rheena infrage stellt. Daher bin ich gespannt, ob die abschließende Ausgabe Maul ein Schnippchen schlagen lässt oder wieder in die gleichen Muster verfällt; nämlich Mauls Beschaffung von Geld, Codes etc. durch Dritte.


Shadow of Maul #5 beschließt die Reihe dann am 8. Juli. Nächste Woche ist dann wieder Pause, aber am 24. geht es dann mit Galaxy’s Edge: Echoes of the Empire #3 weiter.

Wir bedanken uns bei Marvel für die Bereitstellung der digitalen Vorabexemplare, ohne die unser Marvel-Mittwoch nicht möglich wäre.

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