TV-Rezension: Star Wars Resistance 2×18 & 2×19 „Die Flucht“

Tam muss sich entscheiden: Bei der Ersten Ordnung bleiben oder zu ihren Freunden zurückkehren?

Das große Finale von Star Wars Resistance ist da! – Gestern liefen gleich drei Folgen der Serie: Die Episode Wiederaufbau des Widerstands, die ich gestern schon für euch rezensiert habe, und das Staffelfinale in Form einer Doppelfolge, das ich mir heute vornehme.

In Die Flucht (Originaltitel „The Escape“) kommt es zur sich schon lange anbahnenden finalen Konfrontation zwischen der Ersten Ordnung und der Colossus. Tam muss zu Beginn der Folge einen erbarmungslosen Vergeltungsschlag auf den Planeten Aeos mit ansehen und ist schockiert. Daraufhin lässt sie Neeku und Kaz eine verschlüsselte Botschaft zukommen, in der sie mitteilt, dass sie die Erste Ordnung verlassen und sich mit ihren alten Freunden auf Castilon treffen will. Doch diese Mission geht leider schief und Yeager, Kaz, CB-23 und Tam finden sich auf dem Sternzerstörer der Ersten Ordnung wieder, wo sie direkt bereuen, Tams unsympathischen Copiloten Jace Rucklin netterweise mitgenommen zu haben. Dieser verpetzt nämlich direkt den Standort der Colossus an die Erste Ordnung. Kaz und seine Freunde wollen Captain Doza vor dem kommenden Angriff der Ersten Ordnung warnen und die Bewohner der Colossus müssen sich entscheiden: Sollen sie erneut fliehen oder endlich für ihre Freiheit kämpfen?

Neeku überzeugt die Bewohner der Colossus, dass es Zeit ist, zu kämpfen.

Natürlich endet die Serie mit dem typischen „Ende gut, alles gut“-Szenario: Die Bösen (Agent Tierny, Commander Pyre, Jace Rucklin) segnen allesamt das Zeitliche – Tierny bei einem angemessen gewalttätigen Gastauftritt von Kylo Ren – und der Sternzerstörer der Ersten Ordnung explodiert spektakulär. Tam dagegen kehrt zurück auf die Colossus, wo sich alle wieder lieb haben und ihre Einheit als große Familie feiern. Ein schönes und harmonisches Ende, das zur Charakterentwicklung von Tam passt und das sich sicher alle so gewünscht haben, aber nun auch nichts sonderlich Überraschendes oder Spektakuläres. Es fühlt sich beim Schauen so an, als würde einfach nur all das an Handlung abgespult, von dem man schon vor dem Finale wusste, dass es genau so kommen würde.

Mir persönlich geht hier für die Guten alles etwas zu glatt. Es ist für Kaz und Co. viel zu einfach, der Ersten Ordnung auf ihrem eigenen Sternzerstörer immer wieder zu entkommen und sie auszutricksen. Zwar geraten sie immer wieder in Schwierigkeiten, aber größere negative Konsequenzen hat das für sie nicht. Einzig CB-23 bekommt mal einen heftigen Stromschlag, sodass sie außer Gefecht ist, ist dann aber am Ende wieder komplett fit. Hier fehlt mir ein bedeutendes Opfer oder ein Verlust auf der guten Seite. Das hätte dem Finale vielleicht ein von der gebührenden Dramatik gegeben, die ich hier schmerzlich vermisst habe.

Kaz und Yeager sind bereit, Tam zu vergeben und sie wieder aufzunehmen.

Dass CB-23 sich in den Sternzerstörer hacken kann, um dessen Schilde abzustellen, geht mir auch ein wenig zu weit. Dass Astromechs in feindlichen Systemen Türen öffnen, Aufzüge und Müllpressen an- und abstellen, das hatten wir in Star Wars schon immer. Dieses Szenario ist auch glaubwürdig, denn Türen und anderen 0815-Mechanismen sind nun nicht so extrem sicherheitsrelevant, sodass man sich vorstellen kann, dass deren Steuerung vielleicht nicht ganz so gut geschützt ist. Zentrale, kritische Systeme wie die Schutzschilde eines Großkampfschiffs sollten sich aber nicht einfach in 30 Sekunden von einem feindlichen Droiden, der sich irgendwo an einem beliebigen Anschluss andockt, ausschalten lassen. Diese Systeme müssten extrem sicher verschlüsselt und geschützt werden. Dass CB-23 die Schilde hacken kann, ist für mich, was die Logik und Konsistenz des Universums angeht, fast ein kleines Holdo-Manöver: Man fragt sich, warum die Taktik in anderen, ähnlichen Situationen nicht auch so angewandt wurde. Hätte R2 nicht einfach die Schilde des Todessterns runterfahren können? Wäre es nicht generell für die Rebellen die beste Taktik, irgendwo Droiden des Imperiums zu klauen oder aufzukaufen, diese umzuprogrammieren, wieder beim Imperium einzuschleusen und sie die Schilde der Schiffe deaktivieren zu lassen. Warum nicht gleich den Selbstzerstörungsmechanismus aller Schiffe hacken, sodass sie von selbst in die Luft fliegen, ohne einen einzigen Verlust bei den Rebellen? – Ihr seht, es öffnet sich sich eine Büchse der Pandora, wenn man hier weiterdenkt.

Im Kampf gegen die Erste Ordnung scheint die Colossus keine Chance zu haben.

Leider setzt sich im Finale von Resistance auch ein unrühmliches Motiv fort, das immer wieder in der Serie auftauchte: Erfolg durch Dummheit. Die Bewohner der Colossus beschließen einfach planlos, dass es eine gute Idee sei, mit einer Staffel Jägern und der Colossus einen Sternzerstörer mit Hunderten TIEs anzugreifen. Nein, ich habe nichts dagegen, wenn eine kleine Guerilla-Truppe in Star Wars, obwohl alle Chancen gegen sie stehen, einen übermächtigen Gegner angreift. Das passiert ja ständig. Aber normalerweise haben diese kleinen Truppen dann einen Plan: Wir schießen einen Torpedo in den Lüftungsschacht des Todessterns. Wir parken auf dem Sternzerstörer, sodass sie uns nicht sehen, und fliegen dann mit dem Müll weg. Wir infiltrieren die Starkiller-Basis und deaktivieren die Schilde, etc. Wenn dieser wahnwitzige Plan gelingt, dann besteht die kleine Chance auf einen Sieg. Die Besatzung der Colossus hingegen hat keinen Plan und damit keine ihnen im Vorfeld bekannte Chance auf einen Sieg. Sie weiß nichts davon, dass CB-23 die Schilde des Sternzerstörers deaktivieren kann oder wird. Es gab auch keine vorherige Absprache und Planung. Entgegen der Faktenlage zieht die Colossus einfach selbstzerstörerisch in die Schlacht und man wundert sich dann nach ein paar Minuten, dass ihre Schilde bei 30% sind und die der Gegner noch kaum etwas abbekommen haben. Man möchte sich an den Kopf fassen, wenn das denn in der momentanen Corona-Situation erlaubt wäre.

Letztendlich gewinnen die Guten hier also nur, weil sie dumm handeln und weil es sich die Geschichtenschreiber hier einfach mal bequem machen und beschließen, dass ein Astromech plötzlich Schilde eines Sternzerstörers herunterfahren kann. Das ist leider symptomatisch für die gesamte Serie und somit passt das oberflächlich zwar schöne, aber beim näheren Betrachten unausgegorene und wenig überraschende Finale zur Gesamtheit der Serie. Auch meine letzte Bewertung fällt daher wieder eher mau aus. Ich schwanke zwischen zwei und drei Holocrons, vergebe aber letztendlich drei, weil man Die Flucht doch ganz gut schauen kann, wenn man sie nicht allzu kritisch betrachtet. Die Ansprüche an ein tolles oder spektakuläres Serienfinale erfüllt die Episode aber nicht.

Bewertung: 3 von 5 Holocrons
Bewertung: 3 von 5 Holocrons

Letztendlich muss ich sagen, dass ich nicht sonderlich traurig bin, dass Star Wars Resistance hiermit endet. Ich bin mit der Serie, im Gegensatz zu Star Wars Rebels, nie richtig warm geworden, ihre Figuren, Themen und ihr Setting konnten mich nicht sonderlich begeistern. Besonders der überdrehte und ungeschickte Kaz als Hauptfigur war für mich immer wieder eine Hürde, die verhinderte, dass ich bei den Abenteuern, die sich ja doch hauptsächlich um ihn drehten, mitfiebern konnte. So etwas wie Spannung kam höchstens bei Tams Entwicklung einmal auf, verpuffte dann aber in Staffel 2 zu schnell. Generell wurden angerissene Handlungsstränge oft nicht mit Konsequenz weiterverfolgt und eingeführte Figuren nicht ausgebaut, was wahrscheinlich auch mit dem verfrühten Ende der Serie zusammenhängt. Zu oft hatte ich auch das Gefühl, dass es sich die Schreiber der Serie zu bequem machten und dass Figuren komplett unpassend oder dämlich handelten, nur weil es die Handlung gerade so verlangte. Echte Highlights waren leider spärlich gesät. Hierzu würde ich auf jeden Fall die Folge Das große Rennen – die einzige Folge, der ich fünf Holocrons gegeben habe – und den Auftritt von Venisa Doza zählen. Auch die Selbstironie, mit der Resistance sich selbst und ihren Hauptdarsteller Kaztastrophe zuweilen auf die Schippe nahm, weiß ich durchaus zu schätzen und dies hat bei mir für einige Lacher gesorgt. Dennoch ist Resistance für mich insgesamt leider recht vergessbar und ich bin mir sicher, dass ich mir die Serie kein zweites Mal anschauen werde.

Eine ausführliche Diskussion zu Star Wars Resistance gibt es anlässlich des Finales auch heute in der JediCast Ratssitzung zu hören.

Wie hat euch das Finale und die Serie an sich gefallen?

Hier könnt ihr euch Bucket’s List mit mehr interessanten Fakten zur Folge ansehen:

3 Kommentare

  1. Die Serie ist also quasi das „Join The Resistance“ der Star Wars Animationsserien 😀

    Auch das es „nur“ eine Kinderserie ist, lasse ich als Ausrede nicht gelten. Das waren „The Clone Wars“ und „Rebels“ auch und trotzdem waren diese Serien scheinbar deutlich runder. Ich bin jedenfalls froh, dass es nur zwei Staffeln gab. Immerhin sieht die Serie hübsch aus.

    Ich habe bis heute keine einzige Folge gesehen aber werde mir die Serie der Vollständigkeit halber bei Disney+ ansehen, wenn sie dort irgendwann mal erscheint.

  2. Ich finde die Folge ganz gut!

    Zum einen finde ich die ersten 5 Minuten mit Tam, der Zerstörung von Aeos, Kylo Rens erster Auftritt und Tams Fluchtversuch in dem sie Kaz kontaktiert einfach nur gelungen und Tams Seitenwechsel wird hier sehr gut dargestellt da ich ihr schockiertes Gesicht bei der Bombadierung einfach nur passend finde. Auch die Rettungmission von Yeager und Kaz und das Tam sich mit ihnen auf Castillon treffen will fand ich sehr schön und auch cool das man Castillon nochmal kurz gesehen hat nachdem man die ganze erste Staffel dort verbracht hatte. Auch die widervereinigung von Kaz Tam und Yeager finde ich sehr schön und auch einsschen emotional. Jace Rucklin regt mich in dieser Folge wieder ziemlich auf und ich war froh darüber das er am Ende gestorben ist auch die Tam ihn im Sternenzerstörer KO schlägt fand ich sehr schön. Die Kämpfe auf dem Sternzerstörer finde ich auch sehr gut gemacht und auch schön anzusehen. Ebenfalls sehr schön fand ich das nach Kaz Botschaft die Bewohner der Colossus dafür entscheiden aktiv für ihre Freiheit zu kämpfen. Auch wie der Sternzerstörer zu guter letzt zerstört wird finde ich sehr passend und auch ziemlich gut gemacht. Bevor ich nochmal über die letzte Szene reden will möchte ich hier nochmal sehr positiv die 2 Kylo Ren szenen in der Folge hervorheben. Er kommt hier beide mal richtig krass und als der Oberbösewicht rüber in der ersten Szene als er Commander Pyre und Agent Tierny dazu bringt gegenseitig ihre Blaster afueinander zu richten und vorallem auch in der zweiten Szene als er Agent Tierny aufgrund ihres versagens einfach mithilfe der Macht erwürgt. Kylo Ren fand ich wurde in dieser Folge wirklich gut dargestellt. Die letzte Szene und die Wiedervereinigung auf der Colossus fand ich sehr schghön und hat mich emotional auch richtig mitgenommen und ich finde diese letzte Szene ein wirklich schönes Ende für diese Serie.

    Letztendlich muss ich sagen das mir diese Folge ziemlich gut gefällt und ein schönes Serienfinale ist.Mir fehlen nur ein paar Highlights die diese Folge perfekt gemacht hätten. Daher würde ich ihr 4 von 5 Holocrons geben!

    Mein Abschließendes Fazit zu Star Wars Resistance: Ich finde das die Serie im allgemeinen sehr viele starke Folgen hat aber auch viele schwächere gerade am Anfang. Bei den schwächeren sein hier Gefährlicher Treibstoff und Bibo angemerkt. Außerdem braucht finde ich die Serie recht lange um erstmal überhaupt in die Gänge zu kommen da es allein schon 15 Folgen dauert bis die ganzen Kämpfe mit der Ersten Ordnung überhaupt richtig losgehen. Die Geschichte davor mit dem Deal und alles hätte man bestimmt in 6 oder 7 Folgen verpackungen können und auch das sie sehr viel auf Castillon waren gerade in Staffel 1 fand ich dann auch nicht so toll da die Colossus als Schauplatz auf dauer langweilig wurde. Als letzten Kritikpunkt möchte ich hier auch nochmal den teilweise auch überzeichneten Humor hervorheben. Teilweise war der Humor viel zu viel und auch Kaz hättest du auch nicht ganz so dämlich darstellen müssen. Jedoch positiv hervorheben möchte ich die Folgen, Das große Rennen und vorallem die beiden Staffelfinalen. Das waren wie ich fand wirklich tolle Folgen. Auch Figuren wie Tam und Yeager fand ich auch richtig cool und auch zu Kaz konnte ich mit der Zeit eine verbindung aufbauen und ich fand auch seine Charakterentwicklung wirklich gut gemacht da er in der ersten Folge noch viel Tollpatschiges gemacht hat und das im Finale eigentlich gar nicht mehr vorhanden war. Auch das man in Staffel 2 neue Planeten und Schauplätze gezeigt hat fand ich wirklich super. Ich würde der Serie abschließend wenn ich sie bewerten müsste 3 von 5 Holocrons geben da sie zwar auch viele Sachen hat die nicht so toll sind aber auch viele die es halt eben sind und auch gute Folgen hat wie zum das Das große Rennen.

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