TV-Rezension: Star Wars Resistance 1×09: „Das große Rennen“

In "Das große Rennen" stehen sich Jarek Yeager und sein Bruder Marcus Speedstar gegenüber.

In „Das große Rennen“ stehen sich Jarek Yeager und sein Bruder Marcus Speedstar gegenüber.

Der sich über die vergangenen zwei Folgen erstreckende Mini-Handlungsstrang rund um die Piratin Synara ist nun schon wieder vorbei und wir wenden uns nun Jarek Yeager zu, welcher im Mittelpunkt der heutigen Folge steht.

In „Das große Rennen“ (Originaltitel: „The Platform Classic“) steht auf Colossus mal wieder ein Rennen an. Diese Gelegenheit will auch der berühmte Pilot Marcus Speedstar nutzen. Dieser stellt sich als entfremdeter Bruder von Yeager heraus, auf den Letzterer überhaupt nicht gut zu sprechen ist. Marcus steckt in der Patsche, da er Schulden bei den Guavianischen Todesbringern hat und diese seinen Mechaniker als Pfand mitgenommen haben. Aus diesem Grund muss Marcus das Rennen unbedingt gewinnen und das Preisgeld einstreichen. Yeager, der eigentlich der bessere Pilot der beiden Brüder ist, will zunächst nicht gegen seinen Bruder antreten, lässt sich dann aber bei seinem Stolz packen und fordert Marcus heraus. Während des Rennens tragen die Brüder ihre Streitigkeiten aus und es stellt sich heraus, dass Marcus in einem früheren Rennen durch seinen übertriebenen Ehrgeiz einen Rennunfall verursacht hat, bei dem Jareks Frau und Tochter ums Leben kamen. Kann Jarek seinem Bruder vergeben und ihn das wichtige Rennen gewinnen lassen oder sitzt die Verletzung immer noch zu tief?

Was soll ich sagen? – Endlich mal eine richtig gute Resistance-Folge, die von vorn bis hinten stimmig ist! Daran hatte ich ja schon nicht mehr geglaubt. Dabei ist das Erfolgskonzept doch eigentlich so einfach: Stellt man nicht irgendeine Quatsch-Mission oder ein Monster in den Mittelpunkt, sondern einen Charakter und dessen innerste Konflikte, dann ist das die beste Voraussetzung für eine starke Folge. Auch schon bei Star Wars Rebels waren die besten Folgen immer die Charakterfolgen.

Yeager hegt einen tiefen Groll gegenüber seinem Bruder.

Yeager hegt einen tiefen Groll gegenüber seinem Bruder.

Der Konflikt zwischen Yeager und Marcus wird klasse inszeniert. Wir erleben den bis jetzt eher geheimnisvollen Yeager in dieser Episode, wie er einen ungewohnt barschen, ablehnenden und regelrecht hasserfüllten Ton gegenüber seinem Bruder anschlägt, was bei uns Zuschauern erst einmal Irritation auslöst, da man die Figur zwar kühl kennt, aber nicht so bösartig stichelnd, wie er hier auftritt. Es wird also sehr schnell klar, dass etwas wirklich Schlimmes zwischen den Brüdern passiert sein muss. Andererseits wird aber auch Marcus als so aufrichtig und sympathisch dargestellt, dass es regelrecht wehtut zuzusehen, wie sein Bruder ihn fertigmacht und nicht zu Wort kommen lässt. Ich denke, jeder, der schon einmal aus Versehen und ohne böse Absichten etwas Schlimmes getan hat und dann neben dem eigenen schlechten Gewissen auch noch die Verachtung anderer abbekommen hat, wird mit Marcus mitfühlen können.

Im weiteren Verlauf der Handlung verknüpft die Serie dann zwei Spannungsebenen miteinander: Einerseits muss in der inneren Handlung der Konflikt zwischen Jarek und Marcus gelöst werden, andererseits findet in der äußeren Handlung ein lebensgefährliches Rennen statt, dessen Ausgang für Marcus immens wichtig ist. Diese Verknüpfung passt wunderbar und sorgt dafür, dass ich als Zuschauerin jederzeit emotional vollkommen involviert war. Wenn man das Rennen aus „Das große Rennen“ mit dem aus „Der Rekrut“ vergleicht, zeigt sich sehr schön, warum Ersteres funktioniert und Zweiteres nicht. In „Der Rekrut“ geht es bei dem Rennen um rein gar nichts außer um Kaz‘ Stolz, wohingegen es hier um die Beziehung zwischen den Brüdern sowie um das Leben von Marcus‘ Mechaniker geht. Der Einsatz ist viel höher und das führt zu echter Spannung, die nicht nur vordergründig ist.

"Das große Rennen" zeigt uns ein Bruderduell auf der Rennstrecke.

„Das große Rennen“ zeigt uns ein Bruderduell auf der Rennstrecke.

Das Rennen selbst ist liebevoll animiert. Kameraführung und Schnitt wirken sehr dynamisch und die Schnelligkeit und Gefährlichkeit des Rennens wird dadurch sehr deutlich. Die Idee, dass den Piloten beim Fliegen durch einen Ring die Triebwerke abgeschaltet werden und sie dann im freien Fall einen zweiten Ring treffen müssen, der die Triebwerke wieder aktiviert, ist zwar bescheuert, aber irgenwie auch genial. Es passt jedenfalls zu der halsbrecherischen Art und Weise, wie auf Colossus Rennen geflogen werden.

Kaz‘ Rolle ist in „Das große Rennen“ sehr reduziert, was der Serie nach wie vor immens gut tut. Er tritt hier als Yeagers Freund auf, der ihm klarmacht, dass er seinem Bruder verzeihen soll, was gut zu der jüngeren und idealistischeren Figur passt. Am Ende hab ich mich tatsächlich ein wenig mit Kaz mitgefreut, als er feststellte, dass er und Yeager wohl dabei sind, Freunde zu werden.

Zu guter Letzt muss ich auch noch die Musik erwähnen, die in dieser Folge besonders hervorsticht. Wie auch schon bei den besten Rebels-Folge, habe ich auch hier den Eindruck, dass man sich bei den toll inszenierten Charakterfolgen auch immer besonders viel Mühe mit dem Soundtrack gibt, der dann besonders präsent eingesetzt wird und viel Emotion transportiert. In „Das große Rennen“ ist vor allem die Musik während der Rennszene sehr schön und sehr wirkungsvoll.

So kann ich für eine rundum gelungene Episode der Serie Star Wars Resistance erstmals feierlich fünf Holocrons verleihen. Ich hoffe, das Niveau bleibt nun weiter auf einem solch guten Level und es erwarten uns noch weitere tolle Folgen, die sich mit „Das große Rennen“ messen können.

Der Rezensent vergibt 5 von 5 Holocrons!

Die Rezensentin vergibt 5 von 5 Holocrons!

Wie fandet ihr die heutige Episode?

Hier könnt ihr euch Resistance Rewind und Bucket’s List mit mehr interessanten Fakten zu Folge ansehen:

Über den Autor

Ines

Ines
Ines bildet im echten Leben zahlreiche Padawan-Schüler an einem Gymnasium in den Fächern Englisch und Deutsch aus. Star Wars konsumiert sie am allerliebsten in Romanform und hat sich zum Ziel gesetzt, sämtliche Romane des Kanons zu lesen. Bereits jetzt ist sie begeistertes Claudia-Gray-Fangirl.

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