Rezension: Die Hohe Republik – Abenteuer, Band 16: Das Ende des Krieges – mit Gewinnspiel!

Ein weiteres Finale steht bei der deutschen Veröffentlichung der Hohen Republik an. In Band 16 kommt die Hauptreihe der Abenteuer-Reihe zu ihrem Abschluss. Der Band sammelt die zwei finalen Hefte des Fünfteilers auf Eriadu, sowie die Einzelhefte Survivors of Eriadu und The Beginning, die als #19 und #20 in der ursprünglichen Dark-Horse-Reihenfolge den Abschluss bildeten.

Die Angst loslassen

Die ersten beiden Einzelhefte sind noch stark im Stil des vorherigen Bandes gehalten und dadurch mit Figuren und deren Handlungen vollgestopft. Older schafft es aber, hier wieder eingangs mehr auf Farzala einzugehen und seine Suche nach dem richtigen Weg im Krieg auf Eriadu zu einer persönlichen Reise zu machen.

Unter anderem mit einer Vision von seinem Meister, der ihm eine Lehre zum Thema Angst geben will – was perfekt zur Frage des Projektes „What scares a Jedi?“ passt. Für diese Vision wird sich mehr Zeit genommen, wir schalten nicht direkt wieder weg oder schauen einen anderen, spannenderen Eichhörnchen nach. Sondern wir begleiten Farzala bei seiner Erkenntnis, weshalb sie sich auch verdienter und eindrucksvoller anfühlt.

Die Arbeit mit dem Lettering und verschiedenen Schriftgrößen und -dicken hilft zudem dabei, die Emotionen der Figuren und die wichtigsten Botschaften schnell zu erkennen.

Verdammt ich lieb dich…

Im weiteren Verlauf geht das alles wieder etwas im Trubel unter und alle, die nicht bei drei auf dem Arkorayal sind, werden abgeklappert. Omi fällt auf den Gleiter ihres Enkels, Ram stößt dazu, alle sehen sich wieder. Gleichzeitig entdecken alle infolge des Krieges und der Hochzeit plötzlich ihre ganz eigenen Gefühle, was Ishnar zum Liebesgeständnis gegenüber Farzala bringt (welches dann komplett unbeantwortet bleibt – bis zum Schluss) und auch Sian dazu bringt, ihre Liebe für Emerick Caphtor zu gestehen.

Bei all der Liebe hat Farzala dann noch einen schönen Moment im „All the Jedi“-Stil aus Episode IX und trennt sich trotz Angst und Symbolkraft von etwas, dass ihm aus der Vergangenheit wichtig ist. Aber eben nicht so wichtig wie seine Freunde.

Sing den gleichen Song nochmal

Im finalen Heft geht Older dann einen anderen Weg. Während der Beginn den Verbleib und das Opfer von Torban Buck thematisiert und uns damit eine gezeichnete Szene aus Die Prüfungen der Jedi beschert, ist der Rest des Heftes eine Art szenischer Ausklang mit Musikuntermalung.

Und das funktioniert erstaunlich gut. Der Song, den wir bereits einige Male gehört haben und den Svi’no auch zu Beginn der dritten Phase sang, dient nun hier als Untermalung der Feierszenen, die komplett ohne Dialog ablaufen und damit eine Art Musikvideo darstellen sollen. Im Schnelldurchlauf sehen wir Stationen der wichtigsten Figuren noch einmal und sehen, was mit ihnen jetzt nach der Schlacht passiert. Sie werden zu Rittern geschlagen, fallen sich in die Arme, trauern. All das ohne Dialog, nur mit dem Liedtext untermalt.

Am Ende greift Older dann die Einführung aus der ersten Phase wieder auf, nur das Lula und Zeen jetzt zusammen stehen und die Farben ihrer Gedankenkästen verschmelzen.

Tolibao schlägt zurück

Und hier würde ich gerne wissen, was sie mit Harvey Tolibao gemacht haben und ob es seinem Handgelenk noch gut geht. Während die Zeichnungen zu Beginn noch sehr eindimensional und platt sind – wie eben gewohnt, holt er im finalen Heft aber nochmal alles raus, was er künstlerisch zu bieten hat.

Während ich es gelesen habe, dachte ich zunächst, dass dieses finale Heft von einem anderen Künstler sein muss – immerhin ist der Stil viel plastischer und detaillierter. Das geht soweit, dass ich Ram fast nicht erkannt hätte im Vergleich zu seinem Auftreten im Heft zuvor.

Bei erneuter Betrachtung erkennt man jedoch den typischen Tolibao-Stil mit kantigeren Gesichtern und vernachlässigten Details im Hintergrund. All das aber eben ausgereifter und verfeinerter. Er hat merklich mehr Arbeit in dieses finale Heft gesteckt. Vielleicht hilft der szenische Ausklang und der Verzicht auf zu viel Sprechblasen und damit Handlung je Panel auch dabei, dass die Bilder und damit die Handlung mehr atmen können. Denn die Abenteuer-Comics hatten durchgehend eine sehr hohe Story- und Textdichte. Wesentlich höher als die Marvel-Hauptreihe beispielsweise.

Fazit

Das finale Heft ist eigentlich ein Best-of aus Abenteuer-Bänden. Wir haben die verwirrende und überfrachtete Action zu Beginn. Wir haben aber auch die Rückbesinnung auf Charaktermomente – hier für Farzala – mitten in der Schlacht. Gleichzeitig haben wir Charaktermomente nach der Schlacht, die all den Figuren nochmal einen würdigen Abschluss gibt. Nicht zuletzt erfüllt der finale Song mit der szenischen und stimmigen Panelgestaltung Tolibaos diesen Zweck. Die Abenteuer-Reihe war nicht immer gehaltvoll, nicht immer wegweisend und vor allem am Ende einfach viel zu oft eines: Eriadu. Insgesamt haben es Older, Tolibao und Bruno aber geschafft, eine spannende und zielgruppengerechte Story zu erzählen – sie dabei nur zu oft unter Wimmelbildern und überfrachteten Kämpfen versteckt.

Wir danken Panini für die Bereitstellung des Rezensions- und Gewinnspielexemplars.

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Star Wars: Die Hohe Republik ist ein mehrjähriges Buch- und Comicprogramm, das hunderte Jahre vor den Skywalker-Filmen spielt und die Jedi in ihrer Blütezeit zeigt. Weitere Infos, News, Podcasts und Rezensionen gibt es in unserem Portal und in der Datenbank. Beachtet auch unsere Guides zur Lesereihenfolge von Phase I, Phase II und Phase III.

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