E.K. Johnston redet über ihr neues Buch Queen’s Shadow

Auf StarWars.com hat man die Autorin des neuen Padmé-zentrierten Romans, Queen’s Shadow, zu ihren Schreibinspirationen, ihrem Verhältnis zu Star Wars sowie etwaigen Details über ihr neues Buch befragt. Wir haben das ganze Interview für euch übersetzt, warnen aber vor: es werden Details wie neue Figuren und Story-Hintergründe besprochen.

Sabé und Padmé in Die Dunkle Bedrohung

StarWars.com: Erinnerst du dich noch an deine ersten Eindrücke von Padmé und ihren Zofen, als du Star Wars: Die Dunkle Bedrohung zum ersten Mal sahst?

E.K. Johnston: Das war an meinem fünfzehnten Geburtstag, als ich mit meiner Freundin Lydia ins Kino ging. Ich hatte keine Ahnung, was mich da erwarten würde, mal abgesehen von Anakins Anfängen. Ich erinnere mich noch, wie die Musik anfing zu spielen, der Lauftext runterlief und wir anfingen zu weinen, weil ich nie dachte, jemals Episode I mal auf der großen Leinwand sehen zu dürfen. Woran ich mich aber am besten erinnere, ist die Enthüllung, die so offensichtlich war. Und das fand ich toll. All diese erwachsenen Typen und keiner hat es vorhergesehen. „Wir sind mutig, euer Hoheit“ hat sich so in meiner Seele verankert, womit auch alles anfing.

StarWars.com: Hast du Lucasfilm vorgeschlagen, ein Buch über Padmé zu schreiben oder ist man deswegen auf dich zugekommen? Ich bin außerdem neugierig, ob Zofen, insbesondere Sabé, schon immer einen großen Teil von Queen’s Shadow ausmachen sollten, oder ob deine Involvierung schlussendlich dazu führte?

E.K. Johnston: Lustige Geschichte! Damals, 2014, als ich mich zum Schreiben eines Star Wars-Buches entschloss und es auch probierte, bewarb ich mich mit dem Titel The Queen’s Hands. Nun. Das sagt wohl alles.

StarWars.com: Der Großteil von Queen’s Shadow findet zwischen Die Dunkle Bedrohung und Angriff Der Klonkrieger statt. In deinem ersten Star Wars-Buch ging es ebenfalls schon darum, eine zeitliche Lücke eines wichtigen Charakters zu füllen – in dem Falle ging es Ahsoka Tano. War es schwieriger oder eher leichter für dich, die Stimme Padmés zu finden, verglichen mit Ahsoka?

E.K. Johnston: Das klingt jetzt vielleicht etwas ulkig, aber während ich Ahsokas Stimme sehr einfach hören konnte (buchstäblich!), so war Padmés Stimme… eigentlich schon die meinige? Sie war ein Vorbild für mich, seitdem ich ein Teenager war. Als ich im Schreibprozess war, musste ich mir manchmal darüber bewusst werden: „Handelt Padmé so, weil das ein Padmé-Ding ist oder ein Ich-Ding? Oder ist es ein Ich-Ding, gerade weil es ein Padmé-Ding ist?“ Das hat mich jedenfalls auf Trab gehalten.

StarWars.com: Was für Quellen hast du bezüglich Padmé und ihrer Zofen zu Rate gezogen – eher die Filme?

E.K. Johnston: Ich habe noch den Naboo RPG Guide (Secrets of Naboo) von damals, aber ehrlich gesagt war Battlefront II am nützlichsten. In dem Spiel kann man eine ganze Menge von Theed sehen. Auch wenn es für diese Nachforschungen noch andere Gründe gab. Grundsätzlich war jede Geschichte, die Operation Asche involvierte, nützlich, weswegen ich auch Imperium in Trümmern mit einbezog.

StarWars.com: Eine Sache, von der Padmé-Fans schon immer mehr erfahren wollten, ist ihre Familie – die Naberries. Wie wichtig war es für dich, Szenen mit Padmé und ihrer Familie in Queen’s Shadow unterzubringen?

E.K. Johnston: Es war aus zwei Gründen wichtig. Erstens war ich selbst daran interessiert und zweitens half es, Padmé sogar noch komplexer zu machen, als sie eigentlich schon war. Wie beeinflusst das Regieren eines Planeten mit 14 Jahren die Beziehung zu deiner Mutter und derlei Aspekte.

StarWars.com: Hast du dir eigentlich auch die entfallenen Szenen von Angriff der Klonkrieger angeschaut, während du Queen’s Shadow geschrieben hast? Mir sind einige Parallelen zwischen deinen Beschreibungen und dem Look des Hauses in den Szenen aufgefallen. Mich würde interessieren, ob das Zufall war oder Absicht.

E.K. Johnston: Habe ich. Das war sehr wohl gewollt.

StarWars.com: Einer der Aspekte, der mich stets an den Zofen faszinierte, ist, wie viele Rollen sie im Hintergrund spielen (Bodyguard, Stylistin, politische Beraterin) – und das kommt in deinem Buch besonders zur Geltung: Einfach wie viel diese Frauen tun, um Padmé als Königin und später Senatorin zu schützen. Wie würdest du die Rolle einer Zofe beschreiben?

E.K. Johnston: Um es kurz zu fassen: Sie sind alles und nichts – und zwar zur selben Zeit. Sie müssen viele Talente haben, sehr loyal sein und absolut kein Ego pflegen. Sie müssen nicht nur Amidalas Rolle übernehmen können, sondern auch komplett ununterscheidbar voneinander sein – damit niemand auf die Idee kommt, zu zählen, wie viele von ihnen tatsächlich im Raum sind. Als Teenager sollte man hingegen gerade herausfinden, was einen besonders macht, womit Konflikt und Potential für Charakterentwicklung schon vorprogrammiert sind.

StarWars.com: Warum, glaubst du, haben die Zofen von Naboo so eine große Fanbase, gerade wenn man all das beachtet?

E.K. Johnston: Ich mochte Star Wars als Die Dunkle Bedrohung herauskam, aber sobald die Zofen auftauchten, liebte ich es. Und ich wusste nie genau, wo ich darüber reden konnte. Ich weiß nicht, ob es allen so ging, aber oft neigten Mädchen, die Padmé liebten, dazu, ihre eigenen Ecken im Internet zu haben, um dort über Star Wars hinaus Gemeinschaften zu bilden, bevor das auf Twitter „Mainstream“ wurde. Ich glaube, dieser frühe Sinn von Solidarität ist es, der die Fanbase so passioniert macht, auch noch nach 20 Jahren.

StarWars.com: Du hast auch einige Aspekte angesprochen, die an Padmé von Fans kritisiert wurden – Ich denke da im Detail an Padmés Stimme, wenn sie als Königin spricht. Man beschrieb sie oft als „hölzern“. Mich interessiert, ob deine Rechtfertigung für ihre „königliche Stimme“ auf Lucasfilm-Material basiert.

E.K. Johnston: Das war ein Kritikpunkt, den ich nie verstand, denn es erschien mir so offensichtlich, sogar als Kind. Jemand, der eine geheime Identität pflegt, einen geheimen Bodyguard und noch einige andere Bodyguards hat, die einem folgen, der wird höchstwahrscheinlich eine andere Stimme für professionelle Umstände verwenden. Leia hat solch eine, wenn sie mit Tarkin in Eine Neue Hoffnung spricht, das ist also nicht einmal etwas Neues in Star Wars. Ich kenne die offizielle Erklärung nicht, deswegen ging ich nach Logik.

StarWars.com: Es ist dir sehr gut gelungen, den verschiedenen Zofen aus Eine Dunkle Bedrohung bereits früh im Buch eine eigene Identität zu geben. Wie hast du entschieden, welche Charakterzüge jede trägt und wie ihre Beziehungen zu Padmé sowie untereinander sind?

E.K. Johnston: Das Erste, was ich tat, war all ihre Namen aufzuschreiben – bis auf Sabé, die sich in meinem Kopf schon immer von den anderen abhob – und ihnen dann Archetypen wie Künstlerin, Wissenschaftlerin, Politikerin oder Pflegerin zuzuschreiben. Danach wusste ich, wonach sie strebten, und konnte einen Charakter drumherum bauen. Cordé, Dormé, und Versé waren etwas einfacher, da ich bereit wusste, für welche Aufgaben ich sie später benötigte. Ich musste den Originalen Träume gebe, was sich als Herausforderung herausstellte.

StarWars.com: Mit diesem Buch haben wir jetzt so viel mehr Informationen über die Zofen – von ihrer Ausbildung hin bis zu ihren Namen. Gibt es ein besonderes Stück Hintergrundwissen, welches du für Queen’s Shadow erdacht hast?

E.K. Johnston: Mir gefällt die Tradition der Namensänderungen, die sich, in meinem Kopf, auch auf die anderen Königinnen ausweitet, die neue Namen auswählen, um Padmé nach ihrem Tod zu ehren.

StarWars.com: Padmé bringt viel Zeit und Mühen in Queen’s Shadow auf, damit die Menschen im Senat sie ernst nehmen. Ein Mann, der sie tatsächlich ernst nahm, Qui-Gon Jinn, wird auch einige Male angesprochen. Wie, glaubst du, haben sich Qui-Gon und Padmé gegenseitig beeinflusst?

E.K. Johnston: Ich glaube auf eine eigenartige Art und Weise haben sie sich gegenseitig in ihrer Wahrnehmung der Galaxis bestärkt. Sie sind beide Rebellen, die tief in einem System stecken, dessen Fehler sie sich bewusst sind, das sie aber nicht aufgeben wollen. Und sie hören nie auf zu hoffen. Auch wenn sie die Situation von verschiedenen Orten angehen, buchstäblich wie metaphorisch, versuchen sie beide, Gutes zu tun.

StarWars.com: Wie hast du entschieden, Palpatine in Queen’s Shadow einzubauen? Man vergisst schnell, wie lange sich Padmé und Palpatine kannten und wie eng sie in der Prequel-Trilogie zusammenarbeiteten.

E.K. Johnston: Ich wusste nicht, wie viel ich ihn tatsächlich benutzen durfte, weswegen ich mich sehr zurückhielt im ersten Entwurf. Eine Notiz meines Lektors war „mehr Palpatine?“, wodurch ich ihn in alle Szenen schrieb, in denen er bisher nur am Rand vorkam. Er ist einer der Schlimmsten, was das Schreiben seiner Figur so großartig machte.

StarWars.com: Zusätzlich zu all den neuen Informationen bezüglich der Zofen, erhalten wir in Queen’s Shadow auch Einblicke in das Leben anderer bekannter Charaktere Naboos, wie Captain Panakas Frau, Mariek, oder Königin Réillata. Was war deine Inspiration, diese beiden neuen Figuren zu erschaffen? Ich bin insbesondere neugierig, warum sich Réillata so sehr von anderen Königinnen Naboos abhebt.

E.K. Johnston: Ich schrieb über Mariek in meinen ersten Entwurf. Als ich diesen fertigstellte, war das erste Buch, welches ich danach las, Prinzessin von Alderaan, woraufhin ich mich glücklich schätzte, Quarsh bereits zur Seite geschoben zu habe. Im Grunde ist Typho noch nicht alt genug und ich suche immer nach Möglichkeiten, mehr Frauen in eine Geschichte zu bringen. Deswegen Mariek.

Réillata kam mir in den Sinn, weil ich eine Königin wollte, die anders ist als Padmé, aber ihre politischen Ideale teilt. Der Planet erholt sich zu diesem Zeitpunkt noch, weshalb Erfahrung einen Vorteil in der Kandidatur ausmachen kann, auch wenn man die gleiche Politik anstrebt.

StarWars.com: Queen’s Shadow ist ebenfalls gespickt mit bekannten Gesichtern des Senats, die Fans der Filme kennen werden – Mon Mothma und Bail Organa – aber auch Namen, die den The Clone Wars-Fans geläufig sein dürften. Des Weiteren kommen auch einige überraschende Schauplätze zum Tragen, die von Charakteren bereist werden, die Fans erfreuen werden. Wie hast du entschieden, welche Planeten und Senatoren du in die Story einbringen möchtest?

E.K. Johnston: Ich habe einige Clone Wars-Folgen erneut geschaut und mich gefragt, welche Ereignisse ich erweitern könnte, anstatt meine eigenen zu kreieren. Ich habe natürlich kein Problem damit, eigene Ideen umzusetzen, was ich auch tat, aber immer wenn Star Wars mir eine Lücke zum Füllen gibt, tue ich es.

Ich wählte standardmäßig die Ithorianer wenn ich [nicht-humanoides Alien?] in eine Dialogzeile schrieb, und Pablo Hidalgo gab mir dann eine Spezies. Das stellte sich als vieeel hilfreicher heraus, als wir es erwartet hätten, was immer schön ist.

StarWars.com: Ich will jetzt nicht spoilern, aber dieses Buch hat einen… sagen wir denkwürdigen Epilog. Ich frage mich, ob du schon von Beginn an wusstest, dass das Buch genau so enden soll, oder ob sich das während des Schreibens ergab.

E.K. Johnston: Der Epilog war das Zweite, was ich schrieb. Der erste Satz des Buches kam zuerst.

Queen’s Shadow erschien am 5. März und kann bei Amazon bestellt werden. Unser Chefredakteur Florian hat das Buch außerdem schon verschlungen und für euch ausführlich rezensiert. Die Autorin redete außerdem über ihr Buch in der Star Wars Show. Wer dann immer noch nicht genug von Padmé hat, der kann sich noch unsere Vorschau auf ihr Comic-Special ansehen. Freut ihr euch auf das Buch? Oder seid ihr sogar schon am Lesen? Lasst es uns in den Kommentaren wissen!

Über den Autor

Tom-Michael

Tom-Michael
Tom ist News-Schreiber in der Ausbildung, im echten Leben hingegen ein Student aus Berlin. Als passionierter Cineast atmet er quasi Filme und redet noch viel lieber über sie. Wenn es um Star Wars geht, weint er der Dark-Horse-Ära nach und liest endlich die NJO-Serie.

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