Rezension: The High Republic Adventures: Pathfinders #2 von Dark Horse

Lange mussten wir auf das nächste Heft der Pathfinders-Reihe warten. Bereits am 25. März erschien der Auftakt der neuen Comic-Reihe von Autor George Mann und ließ uns dann mehr als zwei Monate mit dem Rätsel um den mysteriösen Tod des Jedi Atticus Cale zurück. Umso besser, dass die Reihe heute endlich weitergeht. Allerdings mit einem anderen Zeichner, nämlich Caio Filipe. Kolorist Michael Atiyeh bleibt uns allerdings erhalten.

Zum Inhalt

Nachdem Meister Temesh, seine Padawan Anula und ihre Crew im letzten Heft einen Notruf durch einen EX-Droiden erhalten haben, sind sie nun auf dem Weg, um Nachforschungen zu betreiben. Bevor sie ihr Ziel allerdings erreichen können, reißt eine Raumanomalie sie aus dem Hyperraum. Dies führt dazu, dass die Lightbringer, das Schiff mit den beiden Jedi sowie Medic Harby, der Pilotin Pol an Bord, in eine andere Dimension / Riss / Blase mit dunkler Materie gezogen wird. Ich habe keine Ahnung, wie ich das Phänomen erklären soll, aber auf jeden Fall kann die Lightbringer nicht mehr mit ihrem Begleitschiff, auf dem sich die Kommunikationsspezialisten Talik und Morla befinden, kommunizieren und beide Schiffe sind auch nicht mehr füreinander sichtbar, obwohl sie sich am gleichen Ort befinden. Taliks und Morlas Notruf ruft niemanden Geringeres als Jedi-Ritterin Rooper Nitani auf den Plan, die mit einem mutigen Einsatz dabei hilft, die Lighbringer zu retten, welche Temesh und Anula gerade gegen den Angriff eines riesigen hungrigen Raummonsters, welches wahrscheinlich Ursache der Raumanomalie ist, verteidigen müssen. Nachdem alle wieder glücklich vereint sind, stellt sich heraus, dass der EX-Droide vermutlich sabotiert wurde, um ein Kommunikations-Boje zu zerstören. Das Rätselraten geht weiter…

Zur Umsetzung

Zunächst einmal scheint die Geschichte dieses Hefts die Gesamthandlung kaum voranzubringen. Um den toten Jedi Atticus Cale, der im Mittelpunkt des ersten Heftes stand, geht es gar nicht mehr und auch der mysteriöse EX-Droide bildet hier nur einen Rahmen, um eigentlich eine ganz andere Geschichte zu erzählen. Da mag man sich fragen, wozu dieser Ausflug in die andere Dimension und der Kampf mit dem Monster der Woche gut sind. Und obwohl ich unnötige Monster-Episoden immer gerne verurteile, sehe ich diese Geschichte überhaupt nicht kritisch. Denn sie zeigt uns genau das, was George Mann uns für diese Reihe versprochen hat: Pathfinders bei der Arbeit. Das Team entdeckt eine gefährliche Anomalie auf einer Hyperraum-Route, meistert diese Herausforderung mit Hilfe der kombinierten Fähigkeiten von Jedi, Kommunikationstechniker:innen und Pilotin und macht anschließend Meldung an das „Office of the Frontier“. So kann die gefährliche Hyperraum-Route geschlossen und die Allgemeinheit davor geschützt werden, beim Reisen in einem seltsamen Riss verloren zu gehen und als Nahrung für das Monster zu enden. Hier zeigt sich sehr schön der Mut und die Risikobereitschaft, die es braucht, um als Pathfinder Pionierarbeit in der Hyperraum-Kartierung zu leisten. Dieser Aspekt, der in den Hauptwerken von The High Republic tatsächlich etwas vernachlässigt wurde, wird hier zurecht ins Schaufenster gestellt.

Ein weiteres Highlight sind natürlich die Gastauftritte in diesem Heft. Ich habe mich ja schon sehr gefreut, Vix Fonnix aus Quest of the Jedi wiederzusehen, die kurz ans Com geht und sagt, dass sie leider zu weit weg ist, um zu helfen. Aber dass wir Rooper Nitani als erwachsene Jedi-Ritterin und Heldin der Geschichte sehen würden, damit hatte ich nicht gerechnet. Als Kirsche auf der Sahne sagt Rooper dann auch noch „I’m here to shield you“, als sie mit ihrem kleinen Schiff das Loch, das das Monster in die Lightbringer gerissen hat, verschließt und damit das weitere Entweichen der Luft verhindert. Silandra Sho und allen The High Republic-Fans gefällt das. 😍

Solche Cameos haben allerdings meistens auch eine Schattenseite, und zwar immer dieselbe: Sie nehmen den eigentlichen Protagonist:innen das Rampenlicht. Und nachdem ich in meiner Rezension zu Heft #1 schon kritisiert hatte, dass mir die Hauptfiguren noch etwas zu blass geblieben sind, hätte ich mir im heutigen Heft natürlich schon gewünscht, dass George Mann etwas mehr Zeit für deren weitere Charakterisierung verwendet hätte. Leider bleiben Temsesh und Anula weiterhin relativ generische Jedi.

Zeichnerisch gefällt mir das heutige Heft wesentlich besser als sein Vorgänger. Caio Filipe liefert uns mehr Details bei den Hintergründen, sodass die Handlungsorte plastischer werden, auch wenn sich dieses Mal fast alles auf Raumschiffen abspielt. Auch Jedi-Ritterin Rooper erweckt er wunderbar zum Leben. Man glaubt sofort, dass die Teenagerin aus Quest for the Hidden City sich zu dieser Frau entwickelt hat. Und auch die seltsame Raumanomalie, für deren Beschreibung mir oben die Worte fehlten, wird wesentlich besser verständlich, wenn man die Zeichnungen betrachtet, wie ihr auf den Vorschauseiten erkennen könnt. Auch das Herausreißen aus dem Hyperraum wurde zeichnerisch interessant inszeniert. Hier zersplittert einerseits das Bild und wirkt andererseits wie ein Zerrspiegeln, sodass man die immensen Kräfte, die hier wirken, förmlich sehen kann.

Fazit

Auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass die Protagonist:innen mehr Tiefe erhalten und die Geschichte weiter vorangetrieben worden wäre: Der Gastauftritt von Rooper Nitani ist einfach ein Highlight. Außerdem beleuchtet George Mann, wie versprochen, die gefährliche Pionierarbeit der Pathfinders und Caio Filipes Zeichnungen heben das Qualitätslevel ebenfalls an. Deshalb vergebe ich für Pathfinders #2 vier von fünf Holocrons.

Bewertung: 4 von 5 Holocrons
Bewertung: 4 von 5 Holocrons

Wir danken Dark Horse für die Bereitstellung des digitalen Rezensionsexemplars und der Vorschauseiten.

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Star Wars: Die Hohe Republik ist ein mehrjähriges Buch- und Comicprogramm, das hunderte Jahre vor den Skywalker-Filmen spielt und die Jedi in ihrer Blütezeit zeigt. Weitere Infos, News, Podcasts und Rezensionen gibt es in unserem Portal und in der Datenbank. Beachtet auch unsere Guides zur Lesereihenfolge von Phase I, Phase II und Phase III.

Ein Kommentar

  1. Hat mir sehr gefallen, weil es genau so eine Geschichte war, wie ich sie von „pathfindern“ erwarte. Wie früher bei Star Trek oder Stargate könnte ich mir eine längere Reihe mit solchen Geschichten am unbekannten Rand der Republik vorstellen, und die „Hauptstory“ ist nur das Bindeglied. Leider scheinen fortlaufende Reihen heute nicht mehr zu gehen.
    Auch die Seiten Kompositionen sind bei diesem Heft bemerkenswert gut. Allen voran die oben erwähnten Seiten die die Taschendimension und das verlassen des hyperraums zeigen.

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