Wir sprechen mal wieder über einen Roman, der sogar schon auf Deutsch verfügbar ist. In The Acolyte: Die Suchende geht Vernestra auf die Suche, und zwar – wie Ines sagen würde – wie ein Jedi an einem typischen Dienstag. Die Handlung ist also nicht der überzeugende Punkt. Aber kann die Charakterisierung der Figuren oder die The High Republic-Nostalgie den Roman tragen? Genau darüber sprechen wir in dieser Ausgabe.
Ines und Tobias analysieren die zwei verschiedenen Erzählperspektiven des Romans und ob es dafür eine gute Erklärung gibt. Zudem geht es um zu oberflächliche Machtvisionen, verwirrende Enden, Alkohol-Abusus und die wohl umständlichste Erklärung für mirialianische Tattoos. Sie fragen sich, was mit Imris Weisheit alles möglich gewesen wäre und warum der MacGuffin trotz Verankerung in der Hohen Republik nicht so wirklich funktionieren will. Nicht zuletzt geht es auch um die Frage, wie viele Planeten und Orte in einen Roman passen und inwieweit das Worldbuilding darunter leidet.
Außerdem gibt es was zu gewinnen! Alle Infos am Ende des Beitrags auf jedi-bibliothek.de. Die Frage gibt es im Laufe des spoilerfreien Teils.
Zeitmarken
- 00:00:00 – Begrüßung
- 00:02:18 – Erwartungen und Hoffnungen
- 00:06:05 – Vern-Skeptizismus
- 00:08:20 – Überraschungen?
- 00:09:00 – Wo wir schon beim Thema vern…
- 00:11:50 – Die größte Stärke und Schwäche
- 00:16:20 – Leseempfehlung?
- 00:17:47 – Ominöse Zeitmarke
- 00:19:04 – Spoiler ab hier: Vern im Nostalgiefieber
- 00:20:34 – (K)eine Vorgeschichte zu The Acolyte
- 00:32:19 – Reath 2.0?
- 00:35:55 – Unsympathieträger
- 00:42:52 – Jay Sechs
- 00:45:00 – Alkoholmissbrauch: Die Jedi sind wohl doch Mönche
- 00:53:06 – Ich, du, er, sie, es und die Frage nach der Perspektive
- 00:57:41 – Ein Stern, der deinen Namen trägt
- 01:06:40 – Neutralisierte Spannung
- 01:14:17 – In 300 Seiten durch die Galaxis
- 01:16:56 – Erbe der Hohen Republik
- 01:32:41 – Eine Ende mit Schrecken
- 01:35:48 – Fazit

Blick in die Datenbank
- Zur Werksübersicht von The Acolyte: Die Suchende (Wayseeker), geschrieben von Justina Ireland
- Der Roman erschien am 6. Mai 2025 auf Englisch bei Random House Worlds
- Am gleichen Tag erschien ein englischsprachiges Hörbuch, gelesen von Jessica Almasy
- Am 21. Januar 2026 erschien die deutsche Übersetzung bei Blanvalet
Die Rezension
Ines hat das Werk zum englischsprachigen Release rezensiert. In ihren Augen schafft es Justina Ireland die Hohe Republik-Nostalgie zu bedienen. Zudem machte ihr die Dynamik zwischen einer eher jungen Indara und der alten Vern Spaß. Abstriche gab es jedoch bei der eigentlichen Haupthandlung rund um den Nullifier, obwohl dieser ebenfalls ein Überbleibsel aus der Hohen Republik war. Daher vergibt sie drei von fünf Holocrons.
Den JediCast abonnieren
Wir sind auf allen gängigen Podcast-Plattformen vertreten! Abonniert uns also gerne auf Spotify, Apple Podcasts, Google Podcasts (etc.) oder fügt bequem unsere Feeds in euren präferierten Podcast-Player ein. Alle Links dazu findet ihr oben unter dem Player verlinkt sowie auch jederzeit unter dem Audioplayer in der rechten Sidebar.
Wir freuen uns auch immer über Bewertungen auf den jeweiligen Podcast-Seiten. Falls ihr umfangreichere Anmerkungen habt, schreibt auch gerne eine Mail an podcast@jedi-bibliothek.de!
Unsere Arbeit unterstützen
Wir haben einen Buymeacoffee-Link. Darüber könnt ihr uns einmalig einen gewünschten Geldbetrag zukommen lassen. Damit setzen wir dann Gewinnspiele, Convention-Auftritte oder technische Ausstattung für unser Projekt um. Danke für eure Unterstützung!
Eure Meinung
Habt ihr das Werk bereits auf Englisch gelesen oder im Januar zum deutschsprachigen Release nachgeholt? Was ist eure Meinung zum Wechsel der Perspektiven? Und wie sehr haben euch die Erinnerungen an die Hohe Republik gefallen?












Spannender Podcast.
Sehe einen Großteil ähnlich, auch wenn es mir etwas besser gefallen hat.
Das mit dem Alkohol war mir auch aufgefallen, das war schon irgendwie komisch.
Bezüglich J-6, da wurde schon in „Ein mutiges Versprechen“ „er“ gesagt, während es in „Bewährungsprobe“ noch „sie“ war, das fand ich auch nervig.
Wirklich Lust hatte ich auf das Buch nicht, weswegen ich es nicht auf Englisch gelesen hatte und auch nach Veröffentlichung der deutschen Ausgabe noch gewartet habe, es zu lesen. Gründe dafür waren zum einen, dass ich Indara und alles, was mit „The Acolyte“ zu tun hat, nicht besonders interessant finde und zum anderen, weil mir Vernestra in Phase III und in „The Acolyte“ ziemlich auf die Nerven gegangen ist. Auch wenn ich „Die Suchende“ nicht herausragend fand, fand ich es am Ende trotz anfänglicher Skepsis insgesamt doch ganz gut und habe es sehr gerne gelesen.
Die Handlung fand ich ziemlich irrelevant. Die Idee, den „Nullifier“ aufzugreifen, fand ich gut, das Planetenhopping fast ohne jegliches Worldbuilding fand ich aber nicht sehr spannend, weil von den einzelnen Welten nicht viel hängen geblieben ist. Insbesondere von Ingae und dem Zusammentreffen mit Felix Sunvale hätte ich gerne viel mehr gehabt. Das große Finale wurde auch eher schlecht als recht abgehandelt, aber immerhin wissen wir jetzt, dass Schaufeln auch im Star-Wars-Universum extrem nützliche Werkzeuge sind 😂. Auch diesen Arena-Kampf zuvor – ich erinnere mich nicht mehr, welcher Planet das war – fand ich eher unnötig und es kam mir wie ein Versuch vor, irgendwo noch Action unterzubringen und das Auftreten von Ty zu rechtfertigen.
Jetzt aber genug gemeckert. Aus meiner Sicht hat der Roman – auch wenn die Handlung nicht dazu zählt – einige Stärken, die dazu geführt haben, dass ich ihn trotz anfänglicher Skepsis sehr gerne gelesen habe.
Als erstes möchte ich Justina Ireland sehr loben. Ich fand, dass Vernestra in Phase I eine sehr spannende und gut angelegte Figur war. Ob sie immer sympathisch war, sei mal dahingestellt, aber ich habe sie immer sehr gerne gelesen und war in Phase III überrascht und enttäuscht, in welche Belanglosigkeit sie gezwungen wurde und was für ein merkwürdiger Charakter sie in „The Acolyte“ war. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das von Justina Ireland und den anderen Autor*innen der „High Republic“ so nicht gedacht war und einige davon mit Sicherheit auch sehr enttäuscht gewesen sein dürften, was aus einer ihrer Figuren in/wegen der Serie gemacht wurde. Umso besser fand ich, wie Justina Ireland Vernestra in „Die Suchende“ geschrieben hat, denn ihr ist es aus meiner Sicht hervorragend gelungen, Vernestra so zu schreiben, dass ihr Charakter, wie er im Buch beschrieben wurde, sehr gut in die Lücke zwischen Phase III und „The Acolyte“ hineinpasst. An einigen Stellen fand ich, wurde sogar zwischen den Zeilen sichtbar, was sie von Vernestra in „The Acolyte“ und der Serie insgesamt hält, indem sie die Serie weitestgehend ignoriert, versucht aus Vernestras Perspektive bzw. in ihren Unterhaltungen mit Indara zu erklären, warum sie in „The Acolyte“ manchmal etwas merkwürdig und distanziert rüberkommt und die Erklärung, warum sie in der Serie in dem Büro hockt, ist ja auch eher hingerotzt, weil das wahrscheinlich noch irgendwo untergebracht werden musste.
Das größte Highlight des Buches – und das hattet ihr ja in euren Rezensionen und im Podcast auch genannt – war für mich der Umgang mit dem Erbe der Hohen Republik. Ich fand es sehr schön, wie liebevoll Justina Ireland manchmal etwas länger, manchmal in nur wenigen Sätzen, beschrieben hat, was aus einzelnen Personen aus dem Projekt geworden ist und wie Vernestra mit dem Verlust ihrer Freund*innen und Weggefährt*innen und der Bürde, dass sie die meisten überlebt hat, umgeht. So hatte das Buch für mich am Ende relativ wenig mit „The Acolyte“ zu tun, sondern war vielmehr nochmal ein Rückblick oder ein kleines Sequel zur Hohen Republik, was mir beim Lesen ein sehr schönes Gefühl gegeben und das Buch für mich zu einem positiven Leseerlebnis gemacht hat.
Als letzten Punkt möchte ich noch aufgreifen, dass ich finde, dass nicht nur Vernestra in ihrer Charakterentwicklung sehr passend zur Zeitschiene eingeordnet wurde, sondern auch der Jedi-Orden und der Jedi-Rat, bei dem man merkt, dass er sich mit der gestiegenen Bürokratie, dem im wahrsten Sinne des Wortes im Elfenbeinturm sitzen und der noch größeren Nähe zur Politik wieder ein Stück an den Jedi-Orden angenähert hat, den wir aus den Prequels kennen.
Vielen Dank auch nochmal für euren Podcast, den ich direkt nach Lesen des Buches wieder sehr gerne gehört habe!
Danke dir für deine Review zum Roman und natürlich die netten Worte zur Podcast-Folge. Mir ging es auch so, dass ich meinte, eine Abneigung gegen The Acolyte aus manchen Zeilen zu lesen. Und vor allem das Ende war so hingerotzt und das genaue Gegenteil dessen, was Vernestra den ganzen Roman lang erzählt hat, dass es für mich keine andere Erklärung gibt. Justina wollte Vern und Indara gut schreiben und hat sich den The Acolyte-Zwangsübergang bis zur wortwörtlich letzten Seite aufgehoben.
Insgesamt kein Meilenstein, aber nicht so schlimm, wie erwartet.