Rezension: Die Hohe Republik: Kampf um Valo von Daniel José Older

Im November letzten Jahres startete die zweite Welle von Die Hohe Republik hierzulande mit den beiden Werken Die Hohe Republik: Kampf um Valo und Die Hohe Republik: Aus den Schatten bei Panini. Wie bereits zur ersten Welle habe ich den Auftaktroman zur zweiten Welle (The High Republic: The Rising Storm) bereits auf Englisch gelesen und starte auf Deutsch mit dem Jugendroman Die Hohe Republik: Kampf um Valo.

Nachdem Autor Daniel José Older in der ersten Welle noch für den Abenteuer-Comic Die Hohe Republik – Abenteuer, Band 1 verantwortlich war, ist er es in Welle 2 nun für den Jugendroman. Die Geschichte spielt parallel zur Handlung des Auftaktromans der Welle und der Leser begleitet hauptsächlich den Jedi-Padawan Ram Jomaram, aber auch die Figuren Lula und Zeen aus dem Abenteuer-Comic tauchen wieder auf.

Übersetzt wurde das Buch von Andreas Kasprzak. Mein Kollege Florian hat für euch bereits die englische Ausgabe The High Republic: Race to Crashpoint Tower rezensiert.

Hier die Informationen, die der Verlag zum Buch liefert:

Helden wider Willen

Die Republik-Schau wird eröffnet! Für dieses beeindruckende Fest zu Ehren der Republik kommen Besucher aus der ganzen Galaxis auf den Planeten Valo. Während seine Freunde sich auf die Veranstaltung vorbereiten, versteckt sich Jedi-Padawan Ram Jomaram an seinem Lieblingsort: einer schmuddeligen Werkstatt, gefüllt mit allerlei Bauteilen und Gerätschaften. Als aber der Sicherheitsalarm auf der nahe gelegenen Crashkuppe ausgelöst wird, macht er sich gemeinsam mit seinem treuen Droiden V-18 auf den Weg, um die Sache zu untersuchen. Dort angekommen entdeckt er, dass jemand Valos Kom-Turm deaktiviert hat. Ein sicheres Zeichen dafür, dass der Planet und die galaktische Weltenausstellung in tödlicher Gefahr schweben. Und tatsächlich: Als Ram sich auf den Weg macht, um die Jedi zu warnen, starten die gefürchteten Nihil einen Überraschungsangriff. Nun ist es an Ram, die Piraten aufzuhalten und einen Hilferuf an die Republik zu senden. Zum Glück erhält er alsbald Unterstützung von unerwarteten neuen Freunden.

Wie eingangs bereits erwähnt, waren mir beim Lesen bereits durch den Auftaktroman alle Geschehnisse um die Republik-Schau auf Valo und den darauf folgenden Angriff der Nihil bekannt. Und so im Nachhinein würde ich auch sagen, dass die Reihenfolge so auch absolut Sinn macht, da ich sonst doch bestimmt sehr viele Fragen am Ende gehabt hätte. So füllt der Jugendroman schlussendlich lediglich ein paar Lücken und lässt den Leser einen anderen Blick auf die selben Ereignisse werfen, die in The Rising Storm/Im Zeichen des Sturms beschrieben werden. Im selben Zug ist es aber natürlich auch möglich, den Auftaktroman nachträglich, also nach Kampf um Valo zu lesen, da Handlungen von Im Zeichen des Sturms und Kampf um Valo wie zwei Zahnräder zwar zur selben Zeit spielen, nur an bestimmten Stellen ineinandergreifen, ansonsten aber getrennte Wege gehen.

Der Protagonist der Geschichte ist der junge Padawan Ram Jomaram. Wie viele Charaktere der neuen Ära hat auch diese Figur ihr ganz eigenes Verständnis von der Macht. Bei Ram zeigt sich das dadurch, dass er sehr gut darin ist, Maschinen zu zerlegen bzw. zu reparieren. Für ihn stellt sich die Macht wie ein Schaltplan dar und an den richtigen Punkten angegriffen, kann er so z.B. einen Motor manipulieren und so einen Düsenschlitten zum Erliegen bringen. Dieses Talent kommt ihm auch sehr zu Gute, als die Nihil seinen Heimatplaneten Valo angreifen.

Von Beginn an steht dabei der Kom-Turm im Fokus. Mit ihm startet die Handlung und dort endet sie auch wieder. Zwischendurch muss sich Ram gegen Nihil verteidigen, er landet kurzzeitig im Gefängnis, er macht Bekanntschaft mit Tieren aus dem Zoo und muss sich Drengir entgegenstellen. Ihr seht, auf den 256 Seiten des Buches erlebt Ram so einiges in wenigen Stunden! Begleitet wird er dabei von den zwei Bonbraks Breebak und Tip sowie seinem Droiden V-18. Auch V-18 durchläuft in der Handlung so einiges an Veränderungen bzw. Upgrades. Im Verlauf der Handlung bekommt Ram dann auch noch kurzzeitige Unterstützung durch Ty Yorrick – und hier wären wir auch schon beim ersten und offensichtlichsten Schnittpunkt, den es mit der Handlung des Auftaktromans gibt. Des Weiteren schließen sich Ram im weiteren Verlauf auch Zeen und Lula an – diese beiden Figuren wurden vom Autor im Abenteuer-Comic der ersten Welle eingeführt und erhalten hier nun etwas mehr Tiefe. Am Ende kommt es zu einem Finale, in dem jede der Figuren an ihre Grenzen kommt und diese überwinden muss.

Sehr positiv aufgefallen und demnach natürlich einer Erwähnung wert ist die Tatsache, dass sich Panini meine Kritik bzgl. der Übersetzung von Personalpronomen zu geschlechtslosen Figuren zu Herzen genommen hat. So gibt es eine Fußnote als Kommentar, in der es heißt:

Um nicht binäre Charaktere wie Kantam Sy Rechnung zu tragen, die sich weder als männlich noch als weiblich definieren, kommen geschlechtsneutrale Substantive auf die Endung -e (wie Meistere) sowie das Personalpronomen xier zum Einsatz. Dabei handelt es sich nicht um eine offizielle Variante der deutschen Grammatik.

Die Hohe Repubilk: Kampf um Valo, Seite 30

Dieser Weg ist deutlich eleganter, als Figuren der Einfachheit halber ein Geschlecht aufzuzwingen!

Wie angedeutet, wird der Droide von Ram selbst, aber auch von den Bonbraks im Verlauf der Handlung stark modifiziert. So wird aus einem einfachen Droiden erst ein Speeder und am Ende fast schon eine Kriegsmaschine. Das fand ich einfach zu viel das Guten und hatte eine Deus ex machina-Wirkung auf mich. Ich habe mittlerweile verstanden, dass jede Figur im Star Wars-Universum ihren eigenen Droiden braucht und man wollte natürlich Rams Fähigkeiten in den Vordergrund stellen, aber für meinen Geschmack hat das einfach nicht gepasst und wirkte zu erzwungen. „Weniger ist manchmal mehr“ trifft es hier sehr gut und ich weiß nicht, was dagegen gesprochen hätte, dass Ram einen einfachen Speeder nutzt und diesen mit seinen Fähigkeiten dahingehend manipuliert, dass er mehr Leistung bringt. So hinterlässt V-18 bei mir nämlich die Frage, wieso nicht mehr Speeder oder Raumschiffe gleichzeitig Droide sind. Weshalb bedarf ein Raumschiff noch eines Astromechs wenn doch der Astromech so einfach selbst das Raumschiff sein könnte?

Daneben fand ich auch die Darstellung der Drengir hier etwas… befremdlich trifft es ganz gut. Bisher bin ich in zwei Werken mit den Drengir in Kontakt gekommen, nämlich in Die Hohe Republik: In die Dunkelheit von Claudia Gray und in Die Hohe Republik, Band 1: Es gibt keine Angst von Cavan Scott und vor allem letzteres Werk hat es geschafft, die Drengir als tatsächliche Bedrohung darzustellen. Und genau diese Bedrohung fehlt den Drengir in diesem Jugendroman etwas. Hier werden sie von den Nihil gezielt am Kom-Turm „gepflanzt“, um diesen zu bewachen – an für sich schon mal ein starker Einsatz, der die Zusammenarbeit zwischen den zwei Parteien zum ersten Mal zeigt, aber auf der anderen Seite kommen Ram und seine Gefährten trotzdem ohne Probleme an das Schaltpult des Turms, um es zu reparieren. Es wird zwar immer wieder erwähnt, dass ihm dabei Rückendeckung gegeben werden muss, aber mehr, als dass mit Dornen bewährte Ranken mit Lichtschwertern abgetrennt werden, wird auch nicht erwähnt. Dass hier drei Padawane leichtes Spiel mit Drengir haben, passt für mich nicht so zu dem Bild, welches ich von den Drengir als galaxisweiter Bedrohung hatte.

Petur Antonsson hat wieder grandiose Illustrationen zur Geschichte geschaffen, welche von Panini leider nur in Schwarz-Weiß ans Ende des Buchs gepackt wurden. Daher hier nochmal in auch für deutsche Leser in Farbe:

Fazit

Der Jugendroman Die Hohe Republik: Kampf um Valo konnte leider das Niveau nicht halten, das ich nach Die Hohe Republik: Die Bewährungsprobe von Justina Ireland von einem Jugendroman erwartet habe. Die Figuren sind allesamt sehr sympathisch, aber gibt es die angesprochenen Kritikpunkte. Dass die Handlung parallel zu der des Auftaktromans spielt, wird gut genutzt und es macht Spaß beim Lesen – und das sicher auch in beide Richtungen, also egal, welches der beiden Werke man zuerst gelesen hat und welches danach. Daher erhält das Buch von mir gute drei Holocrons.

Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!
Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!

Wir bedanken uns bei Panini für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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Star Wars: Die Hohe Republik ist ein mehrjähriges Buch- und Comicprogramm, das 200 Jahre vor den Filmen spielt und die Jedi in ihrer Blütezeit zeigt. Weitere Infos, News, Podcasts und Rezensionen gibt es in unserem Portal und in der Datenbank. Beachtet auch unseren Guide zur Lesereihenfolge.

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