Rezension: Star Wars, Band 8: Aufstand auf Mon Cala

Bereits im Mai letzten Jahres veröffentlichte Panini Star Wars, Band 8: Aufstand auf Mon Cala, welches die sechs US-Einzelheftveröffentlichungen zu Mutiny at Mon Cala enthält, die zwischen März und Juni 2018 bei Marvel veröffentlicht wurden.

Die Geschichte des kompletten Comic wurde von Kieron Gillen (Autor) geschrieben und von Salvador Larroca (Zeichner) und Guru-eFX (Kolorist) illustriert. Übersetzt ins Deutsche wurde der Sonderband von Matthias Wieland.

Wie gewohnt ist der Sonderband hierzulande von Panini als Softcover, aber auch als limitiertes Hardcover veröffentlicht worden. Die Cover beider Varianten stammen von Zeichner David Marquez und Kolorist Matthew Wilson:

Panini liefert folgende Inhaltsangabe zum Sonderband:

DIE REBELLION STEHT VOR DEM AUS

Der Todesstern konnte zwar vernichtet werden, aber der Rebellion mangelt es an Kämpfern und an Schiffen. Deshalb begibt sich Prinzessin Leia mit Luke Skywalker und Han Solo nach Mon Cala, da die Calamari über eine große Handelsflotte verfügen, die man leicht umbauen und aufrüsten könnte. Ziel ist es, den Bau einer zweiten Superwaffe zu verhindern. Leider lehnt der Regent von Mon Cala jede Kooperation ab und so muss Leia eine andere Lösung finden.

Hier haben wir noch 20 Vorschauseiten aus dem Sonderband, welche wir von Panini freundlicherweise zur Verfügung gestellt bekommen haben:

Die Handlung des Comics spielt in der Zeit nach der Zerstörung des ersten Todesstern, setzt Star Wars, Band 7: Die Asche von Jedha nahtlos fort und schließt jene aus Darth Vader, Band 3: Brennende Meere ab. Zwischen den beiden Comics liegen zwar knapp 20 Jahre, aber in ersterem offenbart sich eine neue potentielle Verbündete für die Allianz der Rebellen und in letzterem kommt der Ozeanplanet Mon Cala unter das Joch des Imperiums, nachdem Darth Vader den König von Mon Cala, Lee-Char, gefangen nehmen konnte.

Mon Cala befindet sich nun also seit 20 Jahren unter der Herrschaft des Imperiums und der Wille des aktuellen Regenten des Planeten, Großadmiral Urtya, gegen die Besatzer zu rebellieren, ist gebrochen. Die Rebellion ist aber verzweifelt auf der Suche nach Großkampfschiffen, um sich auch weiterhin im Kampf gegen das Imperium gute Chancen ausmalen zu können. Prinzessin Leia fasst daher einen waghalsigen Plan: Da Urtya untätig ist, will sie dem Volk Mon Calas ihren in Gefangenschaft gehaltenen wahren König zurückbringen. Den Standort, wo Lee-Char aktuell vom Imperium festgehalten wird, hat sie von Trios, der Königin von Shu-Torun, erfahren, zusammen mit wichtigen Zugangscodes. Doch die alleine reichen nicht aus, um den König von Mon Cala zu befreien. Daher engagieren sie einen Clawditen, Tunga Arpagion, der die Rolle von Tan Hubi, dem Moff des Mol-Calamari-Sektors, übernehmen soll. Diesen werden sie nämlich entführen und mit seiner Hilfe in das Hochsicherheitsgefängnis eindringen …

Ein sehr verrückter Plan, der von sehr vielen Wenns und Abers begleitet wird. Doch es sind verzweifelte Zeiten und was wäre die Rebellion ohne Hoffnung? Den Kern der Handlung, den Kieron Gillen hier inszeniert, ist recht simpel: Es soll gezeigt werden, woher die Raumschiffe der Mon Calamari stammen, welche in Die Rückkehr der Jedi-Ritter entscheidend zum Sieg der Rebellen über das Imperium beitragen. Und auch die Umsetzung gefällt mir recht gut, und ich kann auch nachvollziehen, weshalb die Führung der Rebellion die Ausarbeitung dieses Plans so vage durchführen lässt: Sie vertrauen auf Leia und für sie ist die Sache mit Mon Cala bereits abgehakt, nachdem Leia berichtet hat, dass Urtya nicht gegen seine imperialen Besatzer aufbegehren wird. Aber noch besser gefällt mir hier die Verwebung der einzelnen Handlungsstränge aus vorangegangenen Comics. Dass Lee-Char, der vor beinahe 20 Jahren von Darth Vader gefangen wurde, jetzt wieder eine wichtige Rolle zukommt, nachdem er in jenem Comic von einem Jedi beraten wurde, der ihm vorhergesagt hat, dass er noch eine wichtige Rolle beim Sturz des Imperiums spielen wird, war für mich quasi ein Gänsehautmoment, den ich selten bei einem Comic empfinde. Dazu kommen auch die Erwähnung von Raddus, der mit Ackbar in Brennende Meere von Mon Cala flieht und in Rogue One: A Star Wars Story bei der Beschaffung der Pläne des Todessterns sein Leben verliert.

Den Ausgang der ganzen Operation kennen wir ja quasi bereits, schließlich wissen wir, dass sich später Schiffe der Mon Calamari in der Flotte der Rebellen befinden. Aber so leicht bekommt Leia die Schiffe nicht, denn am Ende kommt es zu einer großen Schlacht über Mon Cala. Und hier werden auch wieder viele Bilder aus den Filmen verwendet. Das Auftauchen der Rebellenschiffe um Ackbar, was mich sehr an den Angriff von Raddus geführten Angriff in Rogue One erinnerte. Dazu dann die Erwähnung und Verwendung von Coaxium, das in Solo: A Star Wars Story als Treibstoff und explosionsfähiges Gefahrengut eingeführt wurde.

Der Comic ist in erster Linie ein Leia-Comic, auch wenn Han und Chewbacca ein paar gute Szenen spendiert bekommen. Luke kommt dafür eher nur am Rande vor. Meistens ist dann doch eher sein Lichtschwert gefragt. Dafür bekommt er aber ein Wiedersehen mit seinen Staffelkollegen, bei dem auch der verlorenen Kameraden gedacht wird. Die Szene fand ich ganz passend in Anbetracht des Bevorstehenden und gab dem Comic eine Verschnaufpause, in der es auch Mal etwas persönlicher werden durfte.

Die Illustration der Geschichte hat mir auch zum Großteil seht gut gefallen. Salvador Larrocas Illustration von Gesichtern ist mir hier dieses Mal nicht ganz so störend aufgefallen wie es bei anderen seiner Comics der Fall gewesen war. Das könnte auch daran liegen, dass sie sich dieses Mal auch öfter Szenen gezeigt werden, in denen Alien-Spezies wie Mon Calamari und Clawditen zu sehen sind. Ansonsten gibt es absolut nichts zu meckern an den Zeichnungen, im Gegenteil, die vielen Details in allen Panels machen Spaß beim Lesen des Sonderbands – gerade im letzten Drittel, als es zum Kampf zwischen den Rebellen und den imperialen Sternenzerstörern kommt: jedes Schiff ist detailliert gezeichnet und hat seinen korrekten Anstrich bekommen, keine schemenhaften Umrisse irgendwo im Hintergrund. Sowas gefällt mir immer sehr und vermittelt zusätzlich den Eindruck, man blättere durch die Szenen eines Films.

Das Ende des Comics hat dann nochmal einen schockierenden Cliffhanger parat, der die perfekte Überleitung zu Star Wars, Band 9: Zerstörte Hoffnung darstellt.

Fazit:

Ich bin etwas erschrocken, dass ich Star Wars, Band 8: Aufstand auf Mon Cala solange im Regal hab liegen lassen. Aber nach Die Ashe von Jedha war ich etwas abgeschreckt. Nun weiß ich es besser und bereue es, dass ich mir von einer Story die nächste hab madig machen lassen. Aufstand auf Mon Cala hat mir richtig Spaß bereitet, denn es wurden Spannung sowie jede Menge Action geboten! Daher gebe ich dem Sonderband die volle Anzahl an Holocrons.

Bewertung: 5 von 5 Holocrons
Bewertung: 5 von 5 Holocrons

Vielen Dank an Panini für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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