„Aufgepasst, Leute, das ist ein ganz besonderes Ereignis.“
Imperialer Offizier
Zum Jahreswechsel erreichte Panini mit der #126 der Comic-Heftreihe eine neue Rekordnummer, die seitdem stetig weiter wächst. Der Verlag beschloss, zu diesem Anlass in jener Ausgabe das Special A New Legacy abzudrucken, das höchstwahrscheinlich nicht nochmals in einem der Sammelbände nachgedruckt wird und damit exklusiv im Heft als einmalige deutsche Veröffentlichung erscheint. Es überrascht also nicht, dass beide Varianten im Panini-Shop nach wenigen Monaten bereits ausverkauft sind, dennoch rezensieren wir natürlich auch diese Ausgabe für euch.
Die reguläre Kiosk-Ausgabe zeigt das normale US-Cover des One-Shots. Gezeichnet wurde es von Marvel-Legende Steve McNiven (Krieg der Kopfgeldjäger, Vorgeschichte: „Wertvolle Fracht“) und von Laura Martin koloriert. Für die Comicshop-Ausgabe hatte man die Wahl zwischen zwei Variantcovern der Vorlage von Kyle Hotz und Leinil Francis Yu, mit Farben versehen von Kolorist Romulo Fajardo Jr. Letzteres wurde ausgewählt, darauf zu sehen ist Doktor Aphra mit dem Helm von Lord Momin.


In Nummer 126 des Star Wars Comicmagazins haben wir etwas ganz Besonderes für euch: Zum zehnten Jubiläum der Rückkehr der Star Wars-Comics ins Hause Marvel hat uns der Verlag mit A New Legacy überrascht. Darin erwarten euch drei einzigartige und eigenständige Kurzgeschichten, mal spannend, mal herrlich skurril …
Der originale Anlass der Veröffentlichung war die Feier von 10 Jahren der Rückkehr von Star Wars zu Marvel und damit auch das Jubiläum des neuen Kanons im Medium Comic. Das extralange Special füllt mit seiner stattlichen Seitenzahl noch ohne eine zweite US-Ausgabe ganz allein den Inhalt eines deutschen Hefts, das dadurch aber etwas kürzer ausfällt, als der durchschnittliche monatliche Star Wars-Comic. Enthalten sind drei voneinander unabhängige Geschichten unterschiedlicher Kreativteams mit verschiedenen kurzen Einblicken zu unterschiedlichen Zeitpunkten und Charakteren, die in den letzten zehn Jahren den Comics entsprungen sind und diese geprägt haben. Die zwei kurzen und eine längere Episode sind dabei weitgehend in sich abgeschlossen, durch ihre Referenzen und auftretenden Charaktere aber eher für langjährige Leserinnen und Leser gedacht, als für gerade erst Einsteigende.
Die erste Geschichte, Das große imperiale Jubiläum, ist mit 25 Seiten direkt die längste der drei Beiträge. Passend zum realen Jubiläum erzählt Comic-Autor Charles Soule, aus dessen Feder von 2015 bis heute zahlreiche Miniserien und Ongoings verfasst wurden, von einer großen Feier auf Alderaan zum 30. Jahrestag der Wahl Palpatines zum Obersten Kanzler. Zu diesem Anlass fährt Soule ein großes Gebot an Gastauftritten auf, die von der Frühzeit des aktuellen Kanons – wie Inspektor Thanoth (Kieron Gillens Darth Vader), Lord Momin (Lando und Soules Darth Vader) oder Grakkus der Hutte und Sana Starros (beide ab Showdown auf dem Schmugglermond) – bis zu zentralen Akteuren der 2020er reichen – Beilert Valance (Kopfgeldjäger), Commander Zahra (Soules Star Wars), Buck Vancto (Han Solo & Chewbacca) oder die Tagge-Familie (Doctor Aphra). Sogar Terrix, der Antagonist aus Soules Poe Dameron-Sonderbänden, ist als junger Sturmtruppler mit dabei, wie man auch weitere Nebenfiguren aus Soules Erstwerk Lando entdecken kann. Die simple Geschichte um einen fehlschlagenden Kunstraub weiß es damit geschickt, all diese Werke durch ihre Figuren leicht miteinander zu verbinden und damit stolz auf das umfangreiche Werk zurückzublicken, das die Künstlerinnen und Künstler in den vergangenen zehn Jahren bereits geschaffen haben. Bebildert wird das einerseits realistisch, andererseits optimistisch farbenfroh von Ramon Rosanas am Zeichenstift und Neeraj Menon an der Farbpalette.
Die zweite Geschichte, Aus Liebe zum Imperium, schlägt da schon andere Töne an. Urgestein Jason Aaron (Skywalker schlägt zu!) führt darin die Geschichte seiner seit 2019 nicht mehr aufgetauchten Narben-Truppe weiter, die vor dem Hintergrund des fortschreitenden Krieges Aufstände niederschlägt. Leider wird die Handlung rund um den lichtschwertschwingenden Seargent Kreel und sein Team bei dieser Gelegenheit nicht zu Ende erzählt und endet wieder sehr offen, aber es ist schön, ein düsteres, flott unterhaltendes Lebenszeichen dieser fast vergessenen Gruppe, die immerhin schon vor dem ersten offiziellen Auftritt des Bad Batch ähnlich konzipiert war. Leonard Kirk (Age of Resistance, Die Schlacht von Jakku) zeichnet das Kriegsgeschehen kontrastreich und dynamisch, wobei er vor allem starke und harte Schatten als Gegensatz zu Jay David Ramos‘ dominierenden Orange-Tönen verwendet.
Zum Abschluss besucht der zweite Autor der ersten Stunde, Doktor Aphras Schöpfer Kieron Gillen, mit der kleinen humoristischen fünfseitigen Story Ein schurkischer Schachzug das Crossover-Ereignis Vader Down wieder. Darin zelebriert er den Unfug seiner Figuren Aphra und Krrsantan neben den beliebten Murderbots BT-1 und 0-0-0 aus der Frühzeit der Kanon-Comics. Ein Dejarik-Spiel („Holoschach“) der Droiden mit dem Wookiee-Kopfgeldjäger wird dabei zum böse verzerrten Spiegelbild einer ähnlichen Situation, wie man sich an sie aus dem allerersten Kinofilm erinnert. Die Zeichnungen von Salva Espin und die Farben von Israel Silva (beide Dunkle Droiden: D-Squad) sind dabei fast schon Kindercomic-freundlich und karikieren so die mörderische Absurdität der Situation.
Fazit
In A New Legacy können sich Fans der ersten Stunde und Zurückgekehrte auf zahlreiche Anspielungen sowie Gastauftritte originaler Comic-Charaktere von einigen der prägendsten Autoren und Zeichner des vergangenen Jahrzehnts freuen. Die drei Geschichten bieten den Mix aus Herz, Humor, Action und auch düsteren Elementen, die Star Wars-Comics quer durch alle Reihen und Ären stets ausmachen. Herzlichen Glückwunsch an Marvel und Panini und auf die nächsten zehn Jahre!
Wir danken Panini für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
Im Februar ging es in Star Wars #127 dann nach der kleinen Feierpause mit dem nach wie vor laufenden Legacy of Vader weiter, während als Zweitstory die direkte Vorgeschichte zu Han Solos Auftritt in Episode VII: Das Erwachen der Macht ihren Anfang nahm. Demnächst erscheint auch hierzu eine Rezension.











wow,
kurz die Brille putzen vor lauter Schweißausbrüche und dann, ein paar Zeilen von mir.
Die Marke von #126 Heften ist für Panini wirklich ein gigantischer Meilenstein! Dass das Special ‚A New Legacy‘ exklusiv im Heft bleibt und nicht im Sammelband nachgedruckt wird, macht diese Ausgabe zu einem absoluten Pflichtkauf für jeden Sammler/ein wie mir!
leider zu spät 🙁
Der Ausverkauf war da schneller, als die Sterne in der Galaxy untergehen.
Genau für solche Insider-Infos liebe ich eure Rezensionen und von der stillen Mitleserin seit 2025 nun die Seite gewechselt ich habe, zur aktiven jedi-Bibliothekarin.
Terrix war mir beim ersten Lesen glatt entgangen. Von daher immer schön, dass ihr bei euren Rezensionen so auf Details achtet.
Hat eigentlich sonst noch jemand beim ersten Auftauchen von Rik Duel gedacht, es wäre Cassian Andor?
Ja, diese Verwechslung liegt optisch und charakterlich absolut nahe!
sei es durch das Charakter-Design, denn
beide tragen den typischen, leicht verwegenen Look – oft mit dunklen, wuscheligen Haaren, Bartstoppeln oder einem markanten Gesicht.
übrigens, auch wenn Rik Duel ursprünglich ein klassischer Charakter der alten Marvel-Comics aus den 1980ern ist, teilt er sich im Comic-Design verblüffende Ähnlichkeiten mit Cassian Andor.