Rezension: The Mandalorian 1×03: „Kapitel 3: Der Fehler“

In der dritten Folge wird ein großer Fehler begangen. Ob dieser Fehler auch auf der Metaebene funktioniert, oder ob die Serie qualitativ auf einem hohen Niveau bleibt und sinnvoll an die vorigen Folgen anknüpft, klären wir in dieser Rezension zur aktuellen Folge von The Mandalorian.

Mit „wir“ ist weiterhin das Duo aus Janina von der Jedipedia.net und Tobias von der Jedi-Bibliothek gemeint. Die Entscheidung, gemeinsam eine Rezension zu veröffentlichen, kam daher, dass wir die Folgen zusammen schauen und festgestellt haben, dass wir unseren Fokus auf verschiedene Aspekte legen. Aus diesem Grund versuchen wir, damit möglichst viele Merkmale der Folgen abzudecken und zu behandeln und uns in unserer Bewertung zu ergänzen.

Wie immer gilt, dass diese Rezensionen nur bis zur aktuellen Folge Spoiler enthalten und auch bereits bekannte Details, die aus der zeitlich früheren Veröffentlichung in den USA resultieren, bei uns keine Rolle spielen werden. Das bedeutet, dass alle, die die aktuelle Folge gesehen haben, diese Rezension ohne Bedenken wegen Spoilern lesen können.

Veröffentlichung DE Veröffentlichung USA Regie Autor
27. März 202022. November 2019Deborah ChowJon Favreau

Der Mandalorianer kehrt mit seinem wertvollen Kopfgeldziel nach Nevarro zurück und übergibt es dem Auftraggeber. Nachdem er sich mit seiner Belohnung eine neue Rüstung in der Mandalorianischen Enklave schmieden lässt, besinnt er sich – vom schlechten Gewissen getrieben – darauf, das Kind wieder aus den Fängen des Imperiums zu befreien. Doch davon ist nicht nur der Auftraggeber alles andere als begeistert…

Zum Inhalt

Wenn der Hunger zu groß wird: Silberkugel!

Der Beginn dieser Folge ist eine einzige Aneinanderreihung von Szenen zwischen dem Mandalorianer und seinem Schutzbefohlenen, dem Kind. In der Razor Crest befasst sich der Mando gerade damit, die Details der Abgabe mit Greef Karga zu besprechen, als das Kind den Entschluss fasst, mit der Inneneinrichtung zu spielen. Allein in dieser Szene merkt man bereits, dass der Mandalorianer die in der letzten Folge aufgebaute Bindung immer noch verspürt, aber bereits distanzierter erscheint, was daran liegt, dass er die kommende Abgabe seines Kopfgeldziels wohl mit weniger Wehmut vollbringen möchte. Diese Wehmut wird auch in späteren Szenen deutlich, in denen er sich immer zu erkundigen versucht, wozu das Kind vom Imperium gebraucht wird.

Als die beiden dann schließlich auf Nevarro landen, erhalten wir in einer ersten Reminiszenz an die vorherige Folge einen Blick auf die Umwelt aus Sicht des Kindes. Dieses genießt in diesem Fall aber nicht die rege Tierwelt und ist fasziniert, sondern strahlt ob der technisierten und lauten Umwelt Angst und Unsicherheit aus. Um diesem Gefühl zu entgehen, blickt es mehrmals zum Mandalorianer und scheint danach etwas sicherer zu wirken, spürt anscheinend aber auch, dass seinem neuen Freund etwas fehlt und er nicht so überzeugt zu sein scheint wie in den Augenblicken, als er es zum Beispiel vor den Trandoshanern oder IG-11 verteidigt hat.

Die guten Nachrichten: Das Kind ist gesund!

Diese Verunsicherung gipfelt dann schließlich in die Szene, in der der Mandalorianer das Kind in die Obhut der Imperialen übergibt. Bezeichnend an dieser Tatsache ist, dass er es nicht erst im Besprechungsraum tut, sondern bereits an der Haustür, auch wenn er da noch mahnende Worte an den Sturmtruppler richtet, vorsichtig damit umzugehen. Die daraufhin folgende Unterhaltung mit dem Auftraggeber – weiterhin sehr gut gespielt von Werner Herzog – hat uns dann eine Achterbahn der Emotionen beschert. Zunächst dachten wir, dass der Mando seine Waffe ziehen würde und es sich direkt anders überlegt. Als er dann aber beginnt, seine Belohnung anzusehen, und im gleichen Atemzug einen Blick auf das gerade abtransportierte, nach ihm schreiende Kind wirft, hat sich in uns eine extreme Abneigung gegenüber der Figur entwickelt. Zum Ende der letzten Rezension schlossen wir noch mit der Frage nach dem Prestige oder der Dankbarkeit. In diesem Moment scheint er sich für das Erstere entschieden zu haben, um Zweiteres später erst zu zeigen. Doch dazu im Folgenden noch mehr.

Als das Kind dann weggebracht worden ist und der Mando sich die Frage erlaubt, was mit ihm geschehen soll, erinnert der Auftraggeber ihn an den Gildenkodex, dass ein erbrachtes und entlohntes Ziel nicht länger seine Angelegenheit sei, und macht – mit dem Eintreffen weiterer Sturmtruppen – seinen Standpunkt klar.

Komm in meine Arme, Bruder!

Nach dieser moralisch fragwürdigen und emotional aufwühlenden Szene folgen wir dem Mandalorianer in den Untergrund, wo er sich bei der Schmiedin eine neue Komplettrüstung anfertigen lassen möchte. Die dort erhaltenen Einblicke erweitern die in Folge eins nur angerissenen Verhältnisse des stolzen Kriegervolkes, lassen aber noch einige Fragen für kommende Episoden ungeklärt. So setzt sich mit Paz Vizla – ja nicht Vizsla – ein anderer Mandalorianer mit unserem Mando auseinander und bezichtigt ihn, Beskar vom Feind angenommen zu haben, der einst für die „Große Säuberung“ – von der wir weiterhin nichts Substanzielles erfahren – verantwortlich war. Nach einer kurzen Auseinandersetzung der beiden mit – visuell beeindruckenden – Vibroklingen, ergreift die Schmiedin das Wort und sagt, dass die Geheimhaltung ihres Volkes ihr Überleben sichert, was direkt mit einem kollektiven „Das ist der Weg“ beantwortet wird. Als der Mando dann noch bekräftigt, dass sein Helm nie abgenommen wurde und er ihn selbst nie in der Öffentlichkeit abnahm, legt sich die Rivalität und wir erfahren, dass ein besiegter Gegner eigentlich zum Tragen eines Siegels berechtigt, das der Mando aber nicht tragen kann. Demnach sei ihm beim Kampf gegen das Schlammhorn ein Feind zur Seite gesprungen, der aber noch nicht wusste, dass er sein Feind sei. Als er dies aussprach, hatten wir keine freundlichen Worte für ihn übrig, bis wir erkannten, dass er damit sagt, dass das Kind nicht sein Feind ist, sondern er der Feind des Kindes. Das addiert also einen weiteren Punkt zu der Erkenntnis, dass er das Kind verraten hat, und man merkt förmlich, wie er zunehmend dazu übergeht, seine Entscheidung revidieren zu wollen. All das aber ohne jemals seinen Helm abnehmen zu müssen, da man es teilweise geschafft hat, durch Schatten und Positionen des Helms Traurigkeit oder Entschlossenheit zu verdeutlichen.

Der dann folgende Flashback gibt uns noch ein paar mehr Antworten zur Vergangenheit des Mandalorianers und offenbart nun eindeutig, dass sich sein Erlebnis während der Klonkriege abgespielt hat. Die Frage, die nun noch im Raum steht, ist, wer ihn schlussendlich gerettet hat. Waren es die Mandalorianer und wenn ja, welche Gruppierung? Neben einer kompletten Rüstung lässt er sich auch noch kleine Raketen anfertigen, die dann im Laufe der Folge auch noch relevant werden. Nach diesem interessanten Einblick in das ehemals stolze Kriegervolk der Mandalorianer und der Erkenntnis, dass Ehre ihnen wichtig ist, kann also schon davon ausgegangen werden, dass selbst im Kodex der Mandalorianer die Entscheidung des Mandos nicht haltbar gewesen wäre, was einen weiteren Mühlstein auf die Seele des Kopfgeldjägers hinzugefügt haben dürfte.

Es gibt immer einen kleineren Fisch!

Direkt im Kontrast zu dieser Einstellung, erscheint dann die Szene zwischen dem Mando und Greef Karga in der Bar auf Nevarro. Dieser stilisiert den Mandalorianer zu einer Art Helden der Gilde und gibt offen zu, dass alle in der Bar Peilgeräte hatten, aber nur er der Gewinner sei. Als sich der Mando auch ihm gegenüber erkundigt, was mit dem Kind geschehen soll, verweist auch dieser darauf, dass es ihn nichts angehe und der Mando doch mit der Belohnung die Freuden der Galaxis genießen und das Erlebte einfach vergessen solle. Als dieser dann noch nachdrücklicher fragt, rät ihm Karga, die Splittergruppe der Imperialen doch an die Neue Republik zu verraten, woraus der Mando schließen kann, in ihm keinen Verbündeten seiner Zweifel gefunden zu haben.

Nach diesen beiden Szenen steht also für den Mando die Wahl im Raum, sich den Gepflogenheiten der Kopfgeldjägergilde hinzugeben, die bis auf ihre Laissez-faire-Einstellung nach einem Auftrag, quasi keine Ehre besitzen, oder sich auf seinen Ursprung zu besinnen und das Kind, das sein Leben gerettet hat, als Verbündeten zurückzuholen und zu beschützen.

Die letztendliche Entscheidung trifft er dann, als er sein Raumschiff starten will und Janina zunächst dachte, es sei nun wirklich zu spät, in dieser Folge noch einen Wandel herbeizuführen. Tatsächlich gingen wir davon aus, dass aufgrund des Folgentitels in dieser Folge erst der Fehler begangen wird und er diesen später erst wieder korrigieren kann. Doch zum Glück haben wir uns geirrt. Als er den abgeschraubten Hebel erblickt, schaltet er all seine Maschinen ab und auch die Musik wechselt von melancholisch-nachdenklich zu einem entschlossenen Rhythmus, der symbolisiert, dass jemand seine Entscheidung getroffen hat. Als tolles Detail schwenkt die Kamera dann, als der Mando das Cockpit wieder verlässt, noch auf den leeren Co-Pilotenstuhl, auf welchem er die Krippe des Kindes einst verstaut hat.

Dann werd‘ ich das Kind wohl tragen müssen!

Zurück in der Stadt erfahren wir eine weitere Reminiszenz an die vorherige Folge, als er die ausgeschlachtete Krippe, ohne das Kind, auf dem Müll entdeckt. Dies erinnert stark an das für die Jawas beschaffte Ei, aus welchem auch nur das Eigelb gepult wurde und die Schale wohl genauso auf dem Müll (oder im Warenbestand der Jawas) landete. Als er den Auftraggeber daraufhin durch sein Zielfernrohr abhört, erfahren wir, dass Pershing etwas aus dem Kind entfernen soll (was wissen wir aktuell noch nicht) und dass über dem Auftraggeber noch eine weitere Autorität steht (Es gibt immer einen noch größeren Fisch).

Die dann folgende Sequenz, in der sich der Mando durch die Flure des imperialen Lagers schießt, ist natürlich gut inszeniert, hält aber auch zwei schöne Details bereit. Zum einen erfahren wir, dass Pershing tatsächlich am Leben des Kindes interessiert ist und zum anderen erkennt man, dass der Mando stets versucht, die Augen des Kindes von der Gewalt abzuwenden, bis es schlussendlich in die Flammen blickt, die einen Sturmtruppler lebendig verbrennen. Das Mitleid mit diesem kleinen Bündel war während der gesamten Folge so groß, dass wir uns am Ende fragten, wie viel Leid dieses Kind noch sehen und wie es ihn vor allem prägen wird. Nachdem sich der Mando dank seiner neuen Miniraketen dem Verhältnis 4:1 entziehen konnte (er liebt diese Chancen!), begibt er sich auf den Weg zu seinem Raumschiff, was dazu führt, dass alle Peilgeräte erneut beginnen zu blinken.

Bei euch piepts wohl!

Der letzte Teil der Folge zeigt dann eine relativ gut dargestellte „Duellsituation“, die erneut mit einigen Westernanspielungen untermauert wird. So ist der klassische Pferdekarren nun eben ein von Droiden gezogener Wagen, der aber genauso wie im Western genutzt werden kann. Insgesamt erfahren wir in der Unterhaltung nichts Neues über beide Seiten. Karga will das Kind haben, um die Reputation seiner Gilde nicht zu gefährden, und der Mando ist zu keinem Preis bereit, sich wieder von dem Kind zu trennen. Als sein ganzes Waffenarsenal von Blaster, Desintegration und schließlich der allseits beliebte Flammenwerfer aufgebraucht sind, blickt er nur noch auf das schlafende Gesicht des Kindes und man sieht förmlich in seiner Maske die Erkenntnis, alles richtig gemacht zu haben. Als das Kind dann erwacht und ihn anlächelt, haben wir mit 100%iger Sicherheit ausgerufen, dass sich die beiden nie wieder trennen werden… Und wir sind froh darüber!

Als die Situation aussichtslos erscheint, kommt es zum grandios inszenierten Eintreffen der Mandalorianer, die mit ihren Jetpacks vom Himmel herab das Leben der beiden beschützen. Als der Mando dann ihnen gegenüber erwähnt, dass sie dadurch nun ein neues Versteck suchen müssen, erfahren wir, dass die Geschlossenheit der überlebenden Mandalorianer wichtiger als ihre Sicherheit ist, und wir erkennen, dass unser Mando sich für die richtige Fraktion entschieden hat, da sich die Kopfgeldjäger nie in dieser Weise für ihn eingesetzt hätten.

Ist es ein Flugzeug? Nein! Nur unnötiger Patriotismus!

Ganz zum Schluss versucht Karga dann den Mando in seinem Schiff zu stellen, woraufhin dieser Karga auf die Brust schießt, in der er das Beskar aufbewahrt, das er anscheinend als Anteil für die erfolgreiche Kopfgeldjagd vom Imperium erhalten hat, was dem Mando nach der Unterhaltung in der Cantina auch bewusst gewesen sein muss. Für uns bedeutet das also, dass der Mando trotz der Auseinandersetzung nicht den Tod Kargas riskieren wollte. Bevor der Mando dann ins All abhebt, begleitet ihn noch – in einer unnötig amerikanisch-patriotisch inspirierten Szene – Paz Vizla dank seines Jetpacks, was den Mando dazu bringt, selbst ein solches besorgen zu wollen. Ob es am Ende dieser grandiosen Folge noch eine solche Szene gebraucht hätte, bezweifeln wir jedoch stark.

In der letzten Einstellung überreicht der Mando dann noch die Kugel des Steuerhebels wieder in die Hände des Kindes, damit es damit spielen kann, und wir blicken – begleitet durch eine grandiose musikalische Leistung – zusammen mit den beiden zufrieden dem Ende einer emotional aufwühlenden Folge entgegen.

Anmerkungen

Unsere persönliche Meinung kam heute schon sehr stark bei der ansonsten eher für kleine inhaltliche Wandlungen genutzten Auseinandersetzung mit dem Inhalt zum Tragen. Da sich die Entwicklung des Mandos linear durch die ganze Folge zieht, bot es sich an, das dort zu behandeln und nicht als übergeordnetes Thema in den Anmerkungen zu besprechen.

Aus diesem Grund möchten wir heute einmal besonders positiv die Musik von Ludwig Göransson hervorheben, die wir seit der ersten Folge bereits liebgewonnen haben. Er schafft es, den bekannten Klang von Star Wars einzufangen, aber gleichsam ein komplett neues Hörerlebnis zu schaffen. So wird das Hauptthema des Mandalorianers einmal als Fanfare und dann wieder als stille Hintergrundmusik genutzt, wodurch man stets die aktuelle Situation – trotz Helm und weniger Worte – ablesen kann. Wenn der Hauptcharakter stumm und hinter einer Maske verborgen ist, muss die Musik und die Umgebung umso mehr Leistung bringen, was spätestens seit Darth Vader und seinem Imperial March bekannt sein sollte. Hier sei auch angemerkt, dass jede Folge ihren ganz eigenen musikalischen Charakter hat und damit quasi acht verschiedene Soundtracks entstanden sind. Gerade diese düstere dritte Folge fängt durch die Musik perfekt das Setting und vor allem den moralischen Zwiespalt des Mandalorianers ein.

Als Kostprobe der Musik haben wir euch hier auch eine Auswahl an Stücken verlinkt, die im Nachgang der amerikanischen Ausstrahlung der Folgen auf dem The Mandalorian YouTube-Kanal veröffentlicht wurden. Darunter finden sich das Theme der Serie und ein Musikstück aus der zweiten Folge.

Design und VFX

Ohne Puppe, ohne mich!

In dieser Sektion wollen wir uns heute – wie angekündigt – mit dem nun sicheren zweiten Hauptcharakter der Serie beschäftigen: dem Kind, Baby Yoda oder wie auch immer man es nennen möchte. Das Design dieser Figur ist definitiv ihre größte Stärke, so überrascht es nicht, dass Memes, Songs und auch tausende erschienene oder bald erscheinende Merchandisingartikel dazu veröffentlicht wurden. Aber ähnlich dem Beitrag aus der letzten Woche, wollen wir etwas zu der Art der Umsetzung sagen, durch die dieser Charakter auf die Bildschirme kam. So war die Puppe laut Angaben von vanityfair zunächst nur als Immersionsgegenstand der Schauspieler gedacht, avancierte dann aber – auch dank Werner Herzog – zum tatsächlichen Kind. So war der Plan, es am Ende komplett digital zu machen, gestorben und stattdessen kam es zur Nutzung einer teuren und aufwendig produzierten Animatronics-Puppe, die man noch am ehesten mit der Umsetzung der Dinosaurier aus Jurassic Park vergleichen kann. Gerade in der heutigen Folge sieht man auch deutlich einige Unterschiede in der Umsetzung, denn logischerweise konnten nicht alle Szenen mit einer Puppe verwirklicht werden. So erkennt man das CGI deutlich, wenn sich das Kind aus seiner Krippe schwingt und versucht, die Kugel des Steuerknüppels zu essen, wohingegen man die – laut Angaben von Adam Pallyfünf Million US-Dollar teure Puppe vor allem in der Krippe, auf dem Boden oder dann eben in den Armen des Mandos einsetzte. Was aber rund um die Figur des Kindes auch von allen Seiten deutlich wurde ist, dass man mit ihm ein Risiko eingegangen ist, was die Akzeptanz bei den Fans betrifft. Denn es hätte ebenso andersherum sein können und das Kind wäre zum größten Kritikpunkt der Serie geworden. Zum aktuellen Zeitpunkt kann man sich diese Überlegung nur noch schwer vorstellen, aber im Zeitraum des kreativen Prozesses, kommt uns eine solche Unsicherheit ob des Mythos zur bisher unbekannten Spezies von Yoda und Yaddle, schon nachvollziehbar vor.  Alles in allem sind wir aber froh, dass zu großen Teilen keine in 10 Jahren unansehnliche CGI-Version des Kindes eingesetzt, sondern mit der Mischung aus Puppe und Elektronik ein nachhaltiges Erscheinungsbild gewählt wurde.

They were preparing to shoot a blank slate of the sequence as a backup in case they decided during postproduction that the puppet wasn’t convincing enough and a digital version had to be substituted.

Herzog, known for films about pushing the limits of human ability and endurance, could not hide his contempt.

“You are cowards,” he declared. “Leave it.

Berichterstattung zur Premiere von The Mandalorian von VanityFair

Cameos und Easter Eggs

Ich hab das Kind gefunden!

Diese Folge liefert uns überwiegend subtile Cameos, indem bereits bekannte Aliens ohne viel Federlesen in das Geschehen eingebaut werden. So finden wir von den aus Episode IV bekannten Rodianern, über Zabraks und Kyuzos bis hin zu Keteerianern aus Episode VIII Aliens aus allen vorangegangenen Filmen und Serien. Im Flashback des Mandalorianers kann man zudem einen Blick auf ein separatistisches Kanonenboot erhaschen und ein Superkampfdroide feiert auch noch einen Auftritt. Hinzu kommt, dass Jon Favreau es sich nicht nehmen ließ, ebenfalls in eine kleine Rolle zu schlüpfen. Er spielt den großen Mandalorianer Paz Vizla, der sich als erstes mit dem Mando anlegt. Sein Name, der uns in den Credits verraten wird, ist ebenfalls eine kleine Anspielung auf frühere Namensvetter, wie beispielsweise Pre Vizsla aus The Clone Wars. Da schließt sich der Kreis auf eine schöne Art und Weise, denn Pre Vizsla wurde ebenfalls von Jon Favreau gesprochen. Aufmerksame Beobachter werden vielleicht auch noch eine Stange entdeckt haben, die der ähnlich sieht, die Han Solo in Episode IV benutzt, um die Wände des Müllschachts aufzuhalten. Das wohl amüsanteste Easter Egg dieser Folge ist aber der Container, in dem sich das Beskar befindet. Die Rückkehr der Eismaschine! Was in Episode V noch als Hintergrundgegenstand durchs Bild getragen wurde und seinem Statisten später eine eigene Geschichte ermöglichte, feiert hier sein Comeback und zeigt uns damit endlich, was dieses Ding überhaupt sein soll (Die Eismaschine feierte ihren Erstauftritt in Episode V, wo ein Statist in oranger Kluft sie im Getümmel der Wolkenstadt einmal durch den Hintergrund trägt).

Fazit

Mit einem Fehler hat die Umsetzung dieser Folge entgegen dem Inhalt überhaupt nichts zu tun. Deborah Chow gelingt es in 35 Minuten, eine emotionale Achterbahnfahrt zu inszenieren, die an den richtigen Stellen auf Erlebnisse aus der vorherigen Folge aufbaut, dabei aber auch neue Erkenntnisse in den Gesinnungswandel einfließen lässt, die sich aus den Gesprächen mit den Mandalorianern und dem Habitus der Kopfgeldjägergilde ergeben. Am Ende wirken die Handlungen aller Figuren und Gruppierungen durch die Bank weg nachvollziehbar und solide aufgebaut, sodass man dem Ende der Folge ähnlich zufrieden wie die beiden Hauptprotagonisten entgegenblicken und sich bereits fragen kann, was “Vater” und “Sohn” wohl als nächstes Abenteuer bevorsteht…  

Lang die Rezi war, schlafen ich jetzt muss!
Bewertung: 5 von 5 Holocrons
Bewertung: 5 von 5 Holocrons

Wir danken Disney für den frühzeitigen Zugang zu dieser Folge.

2 Kommentare

  1. Ich finde die Folge ganz okay.

    Zum einen finde ich sehr schön am Anfang der Folge die Beziehung zwischen dem Mandalorianer und dem Kind entwickelt. Zum anderen fand ich den inneren Konflikt des Mandalorianers und seine Entscheidung ganz gut gemacht und schön dargestellt. Anfangs war ich der Figur noch extrem abgeneigt gegenüber vorallem da er Baby Yoda einfach so an die imperialen verkauft hat. Dennoch fand ich sehr schön wie der Mandalorianer sich dann doch entscheidet das Kind zu retten. Generell muss ich sagen das ich die Kämpfe in der Folge ziemlich gut gemacht fand und sie haben mich gut unterhalten. Auch die anderen Mandalorianer fand ich wieder gut dargestellt und auch wie sie am Ende ihre Deckung aufgeben um unserem Hauptprotagonisten zu helfen fand ich sehr schön. Generell den Endkampf fand ich ganz gut gemacht genauso wie die letzte Szene die nochmal sehr schön den Mandalorianer und Baby Yoda zeigt.

    Letztendlich muss ich sagen das ich auch diese Folge wieder ganz solide fand und einen schönen inneren Konflikt des Mandalorianers zeigt. Daher würde ich der Folge 3 von 5 Holocrons geben!

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