Rezension: The Clone Wars 5×02: „Krieg an zwei Fronten“

Mit der heutigen Rezension beginnt der Onderon-Arc rund um die Guerillakämpfer Saw und Steela Gerrera. Die von Chris Collins geschriebene Folge erschien unter dem Originaltitel A War on Two Fronts am 6. Oktober 2012 erstmals in den USA. Regie führte Dave Filoni selbst und am 7. April 2013 erschien die Folge dann auch erstmals in Deutschland.

„Furcht ist eine vielseitige Waffe.“

Offizielle Folgenbeschreibung: „Da die Republik mit den Kämpfen gegen die Separatisten ausgelastet ist, schlägt Anakin vor, Rebellen auszubilden, die auf vielen Welten lokale Aufstände anführen. Zur Probe fliegt er mit Obi-Wan und Ahsoka nach Onderon. Hier kämpfen Rebellen gegen einen König, der mit den Separatisten verbündet ist. Die drei Jedi geben Nachhilfe in der Kunst des Krieges – und des Anführens.“

Star Wars: The Clone Wars Episodenguide
Die Rebellen von Onderon wenden sich an den Jedi-Rat.

Zum Inhalt: Der Onderon-Arc ist in vielerlei Hinsicht ein gutes Beispiel dafür, weshalb es besser für eine Story ist, längere Arcs zu haben, als die Geschichte zu schnell in eine oder zwei Folgen zu pressen. Dieser Arc nutzt seine Spielfilmlänge gekonnt aus und konzentriert sich deshalb in der ersten Folge komplett auf die Interdependenzen der Charaktere und setzt nur ans Ende eine kleine Actioneinlage.

Die Folge beginnt meiner Meinung nach mit einer sehr schönen Szene im Rat der Jedi. Dort wird – berechtigterweise – über die Konsequenz der von Anakin vorgeschlagenen Taktik gesprochen. Obi-Wan bringt einige Punkte an die mich auch plagen würden, wenn über eine solche Option gesprochen wird. Meiner Meinung nach herrschte dafür im Rat zu schnell Einigkeit über diese eher unkonventionelle und auch nicht dem Moralkodex der Jedi entsprechende Taktik. Wenn man beispielsweise an Schülerin der dunklen Seite denkt, wird man zu Beginn und vor allem am Ende damit konfrontiert, dass die Entscheidung des Rates, ein Attentat zu genehmigen, falsch gewesen ist. Auch hier wird quasi die Bildung einer terroristischen Vereinigung durch eine externe Regierung gefördert. Etwas, das man den USA ja nun auch nicht selten vorwerfen kann. Wenn Onderon sich zu Beginn der Klonkriege für die KUS entschieden hat und auch noch durch Mina Bonteri vertreten wurde, dann ist es sehr problematisch, die Souveränität des Staates/ Planeten so zu untergraben, indem man nicht offiziell interveniert, sondern eine Terroristengruppe unterstützt. Das ist freilich keine Kritik an den Zielen der Rebellen, aber eben eine moralische Auseinandersetzung wert.

Die Jedi treffen auf Onderon ein!

Abgesehen davon schafft es die erste Folge dieses Arcs sehr gut, auf die Charaktere einzugehen. Der im späteren Verlauf des Kanons noch wichtiger werdende Saw Gerrera wird als entschlossener, leicht „über-ambitionierter“ Charakter eingeführt und die Rivalitäten zwischen ihm und Lux werden gut dargestellt. Lux selbst ist insofern ein interessanter Charakter, da er nicht nur weiterhin ablehnt, der Republik beizutreten – was die inoffizielle Beteiligung der Jedi noch problematischer macht – sondern auch noch versucht, seine Rolle innerhalb der Rebellengruppe zu finden. Die romantischen Andeutungen und neidvollen Spannungen zwischen Ahsoka, Steela und Lux wirken meines Erachtens auch gut, auch wenn es mit ab der zweiten Hälfte der Folge etwas zu viele besonders grimmige Blickkontakte waren. Vieles bleibt in dieser Folge eben unausgesprochen, was man aber nach zwei Blickkontakten auch verstanden hätte.

Allgemein hat mich die Folge sehr an den Aufbau der Folge Kopfgeldjäger erinnert. Die Jedi landen, ohne wirklich ein Schiff zu haben, auf einem Planeten, streifen durch den Dschungel, treffen eine Gemeinschaft, bilden diese aus und verteidigen sie am Ende. Trotzdem hat mir diese Folge wesentlich besser gefallen, da man mit Technik arbeiten kann (da man geplant hat, die Leute auszubilden), die auch effizient gegenüber Droiden ist. Außerdem zahlt sich diese Ausbildung innerhalb der kommenden drei Folgen aus, was es noch besser verschmerzen lässt, dass die gesamte Folge eigentlich nur die Ausbildung abdeckt. Auch Anakin und Obi-Wan, die eher im Hintergrund bleiben, funktionieren in ihren jeweiligen Rollen gut. Anakin, der schon in der angesprochenen Folge Kopfgeldjäger die Ausbildung geleitet hat, übernimmt diese Aufgabe hier mit Rex zusammen erneut und Obi-Wan fungiert als stiller Beobachter, was seine Vorbehalte zu Beginn der Folge widerspiegelt. Darüber hinaus gefällt es mir sehr gut, dass Anakin erkennt, was zwischen Ahsoka und Lux vor sich geht, und er ihr daraus keinen Vorwurf macht, da er ja selbst weiß, wie sich diese Zerrissenheit anfühlt.

Anmerkungen: Ein paar Dinge haben mich in dieser Folge leicht irritiert zurückgelassen. Zum einen: Wie bitte kommen die Rebellen an einen AAT? Ich weiß, dass Rex erwähnt, sie hätten Material am Abwurfpunkt geholt, aber so groß war ihr Schiff nun auch wieder nicht, um einen kompletten AAT einzufliegen, und dass die Rebellen einen gekapert und entwendet haben, scheint ebenso unwahrscheinlich, da sie erst hier lernen, wie man gegen diese effektiv zu Felde zieht.

Der neue König von Onderon genießt nicht die Unterstützung des Volkes, so die Rebellen…

Des Weiteren finde ich Ahsokas Unwissenheit über Lux‘ Verbindung zu Onderon sehr konstruiert. Das dient natürlich dazu, um dem Zuschauer noch einmal den in Staffel 3 eher nebensächlichen Fakt zu verdeutlichen, dass Mina Bonteri Senatorin von Onderon war und nach Ausbruch der Klonkriege zusammen mit dem König die Seiten wechselte. Dieser Punkt stört mich auch sehr an der Ausgangssituation. Die Rebellen sagen, der König sei ein Usurpator und repräsentiere nicht den Willen der Bevölkerung. Dabei vergessen sie aber, dass die Mutter von Lux diesen „Verrat“ in der galaktischen Politik mitgetragen hat und zwar aus Überzeugung für die Sache Dookus. Damit ist sie quasi auch eine Verräterin und auch wenn Lux der KUS abgeschworen haben mag, so müsste ein Rest Misstrauen doch noch vorhanden sein. Dies bringt aber nur Saw zum Ausdruck, was aber vielmehr als Missbilligung der Romantik zwischen Lux und Steela gewertet werden kann. Dass Steela dann auch noch Mina Bonteri lobt und Lux die selben Eigenschaften zuschreibt, treibt diesen Kritikpunkt noch auf die Spitze.

Zuletzt wollte ich erwähnen, dass ich es sehr ironisch finde, dass Anakin in dieser Folge quasi nicht nur den Vorstoß präsentiert, Rebellen auszubilden (und zwar auf vielen Planeten), sondern auch noch den – so Dave Filoni – Protorebellen Saw ausbildet, der später einer der größten Widersacher des Imperiums werden wird. Anakin hat also schon rechtzeitig Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen eingeleitet um als Darth Vader nicht an Langeweile zu leiden.

Animation: Was mir an dieser Folge gut gefällt, ist, dass man mit Onderon nochmal einen neuen Stil geprägt hat, den man im September dann auch in derselben Stadt (Iziz) in Star Wars: The Old Republic bestaunen kann. Außerdem gefallen mir die Kamerafahrten sehr gut und die Mäntel der Jedi sind erste Sahne (ich erinnere an meine Erkenntnis aus dem JediCast und den Aufwand für solche Animationen). Lediglich Saw sieht gerade im Profil etwas sehr kantig aus und diese Nasenform kann nicht gesund sein!

Steela hat ihre Feinde immer im Visier!

Fazit: Diese Folge präsentiert uns einen etwas ruhigeren Einstieg in den großen Arc rund um den Thron Onderons. Sie schafft es, die Figuren interessant und komplex darzustellen und der Rebellengruppe für die kommenden Folgen auch ein Profil zu geben. Trotzdem hat sie viele kleine Mängel (siehe Anmerkungen), die etwas das Gefühl befeuern einer zu konstruierten Handlung gegenüber zustehen. Auch die Diskussion zu Beginn hätte etwas tiefer gehen können, war aber, denke ich, mit Fokus auf das Hauptpublikums der Serie ausreichend repräsentiert. Alles in allem ein guter, wenn auch nicht perfekter Einstieg in den Onderon-Arc.

vorherige Episode: Rache (Staffel 4, Episode 22)
nachfolgende Episode: Mit ihren eigenen Waffen (Staffel 5, Episode 3)

5 Kommentare

  1. Wo habt ihr denn eure Episodentitel und Nummerierung her? Ich hab 2 BD einmal die Staffel als solches und einmal die Box mit Staffel 1-5.
    Auf beiden ersten Discs ist Krieg an zwei Fronten immer die erste Folge. Die zweite nennt sich Spitzenkandidaten, bei euch in der Timeline gibt es keine Folge mit diesem Titel. Geht dann noch einige Folgen so weiter. Kann euch gerne mal ein Bild vom Booklet machen, denke aber ihr werdet die selbst haben.

    Da ist etwas ganz durcheinander.

    1. Alle Titel und Nummerierungen kommen aus dem The Clone Wars Episodenguide (https://jedi-bibliothek.de/datenbank/literatur/tcw-episoden-guide-9783831024070/)

      Darin sind die deutschen Titel zu finden. Die englischen kommen unter anderem von Jedipedia https://www.jedipedia.net/wiki/Liste_der_The-Clone-Wars-Episoden

      Wir rezensieren gemäß der Chronologie. Da die Folge, die ursprünglich die erste auf der Blu-ray war später spielt (Revival), beginnt Staffel 5 bei uns mit der ursprünglichen Folge Nummer 2. Inwieweit man die Reihenfolge auf der Disc geändert hat, weiß ich leider nicht.

      Die offiziellste Liste ist die von starwars.com, wo man weiter unten den sogenannten Episodenguide finden kann, der sich mit unserer Nummerierung deckt. https://www.starwars.com/tv-shows/star-wars-the-clone-wars

      Hoffe das hilft dir weiter. Beste Grüße 🙂

      1. Das ihr chronologisch rezensiert weiß ich, wir sind ja nun schon bei Staffel 5 ?

        Also sind die Blu-rays fehlerhaft, wobei die deutschen Titel im Booklet besser passen. Wird dann nur mühsam die richtige Folge zur Rezension zu finden.

      2. Zu dem was Benny gesagt hat: Ja, die DVDs und Blu-Rays der fünften Staffel haben die Titel der Folgen anders übersetzt und die 5×01 an die chronologisch richtige Stelle gerückt. Da werde ich auch in der 5×01 Rezension was zu sagen. Als fehlerhaft würde ich das aber nicht betiteln ^^

  2. Ich finde die Folge sehr sehr gut.

    Zum einen finde ich den Ansatz mit den Rebellen und die Befreiung ihrer Heimat extrem cool und ist wie ich finde ist das schon eine sehr schöne Anspielung auf das Imperium und die Rebellion da man hier viele Parallen sieht. Auch Saw und Steela werden extrem gut eingeführt und auch das Training und der Konflikt zwischen Lux und Saw finde ich auch sehr gut dargestellt. Genauso wie den Kampf am Ende und die einschleichung der Rebellen in der Stadt.

    Letztendlich muss ich sagen das die Folge für mich alles richtig macht und den für mich zweitbesten Handlungsbogen im ganz TCW sehr sehr gut einleitet. Daher wäre meine Bewertung klar ich würde der Folge ihre mehr als verdienten 5 von 5 Holocrons geben!

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