Rezension: The Clone Wars 2×17: „Kopfgeldjäger“

Die heutige Folge Kopfgeldjäger wendet sich einmal mehr von dem Kriegsgeschehen in der Galaxis ab und konzentriert sich auf ein kleines Dörflein auf Felucia. Es handelt sich hier um die 17. Folge der zweiten Staffel und eine der wenigen Episoden, die eine Woche vor dem US-Start (2. April 2010) bereits in Großbritannien und Kanada am 27. März 2010 ausgestrahlt wurden. In Deutschland lief sie am 5. Juni auf dem Bezahlsender Cartoon Network. Das Autorengespann Brian Larsen, Drew Z. Greenberg und Carl Ellsworth war für die Handlung verantwortlich, während Steward Lee Regie führte. In der deutschen TV-Version weicht hier die angezeigte Moral von der gesprochenen Version ab, die jedoch näher am englischen Original liegt.

„Mut bringt Helden hervor, aber Vertrauen schafft Freundschaft.“

Intro: Ungewohnt wird die Folge mit einem „In memory of Akira Kurosawa“ eröffnet, was uns bereits den entscheidenden Hinweis auf die Episode liefert, doch dazu später mehr. Das Intro berichtet uns erst einmal von dem sich verschärfenden Krieg, der immer mehr Planeten seinem eigenen Schicksal überlässt, während die Jedi an allen Fronten beschäftigt sind. Über vielen Planeten wurden Krankenstationen errichtet, die jedoch ein leichtes Ziel für Separatisten sind.

Handlung: Anakin Skywalker, Obi-Wan Kenobi und Ahsoka befinden sich an Bord eines Shuttles auf der Suche nach einer Krankenstation, die sich nicht mehr meldet. Über Felucia findet sich keine Spur davon, allerdings wird das Rätsel kurz darauf gelöst, als sie von separatistischen Schiffen abgeschossen werden. Nach einer Notlandung auf Felucia müssen die drei Jedi ein Schiff besorgen, um den Planeten wieder zu verlassen, was die Prämisse der gesamten Episode darstellt, und kommen daher in ein kleines Dörflein.

Das Dorf Akira

Das Dorf Akira, in dem die wertvolle Heilpflanze Nysillum angebaut wird, sieht sich andauernden Piratenangriffen ausgesetzt und hat eine Gruppe Kopfgeldjäger angeheuert, um sich zu verteidigen. Wer nicht schon bei dem Namen des Dorfs gestutzt hat, wird spätestens jetzt erkennen, dass es sich bei dieser Folge um eine Hommage an den japanischen Filmregisseur Akira Kurosawa handelt. George Lucas ließ sich in vielen Elementen für Star Wars von Kurosawas Filmen inspirieren und diese The Clone Wars-Folge zelebriert das Ganze nochmal im großen Stil. Angelehnt an die Handlung des Films Sieben Samurai, werden die vier Kopfgeldjäger um die drei Jedi ergänzt, wenn Kenobi sich auch widerwillig zeigt. An der Stelle habe ich mich allerdings extrem über Kenobis Darstellung wundern müssen. Ja, er ist der Posterboy für die korrekte Auslegung der Regeln, aber seine Begründung, warum man das Dorf sich selbst überlassen sollte, ist doch mehr als fadenscheinig. Insbesondere weil er sich dann doch breitschlagen lässt, gemeinsam mit den Kopfgeldjägern das Dorf zu verteidigen. Gefreut hat mich Hondo Ohnakas Auftreten, insbesondere weil man ihn hier nicht als den doch irgendwie sympathischen Piraten sieht, wie man ihn eventuell von Rebels gewohnt ist. In The Clone Wars ist Hondo eben gar nicht so harmlos und zeigt sich hier noch als rücksichtsloser Pirat, dem Profit über alles geht.

Anmerkungen: Es war schön, zur Abwechslung eine positive Darstellung von Kopfgeldjägern zu sehen, gerade weil man sie hier den Jedi gegenüberstellt. Der schönste Konter kommt von Sugi, als Anakin quasi ihre Integrität infrage stellt. Sie entgegnet, dass die Jedi ihre Arbeit – den Frieden zu wahren – ja auch nicht erfüllen. Die Folge markiert auch den ersten Auftritt von Embo, dem Kyuzo-Kopfgeldjäger, der uns in späteren Folgen und sogar Romanen noch begegnet. Seine Spezies ist übrigens nach dem Schwertmeister der Sieben Samurai benannt, was zu dem recht schweigsamen Embo auch nett passt. Der Kampf zwischen Hondo und Anakin war für mich dagegen eine unnötige Methode, um noch mehr Lichtschwert-Geschwinge einzubauen, weil seine Probleme Hondo beizukommen einfach nur lächerlich wirken.

Der Kopfgeldjäger Embo (Bild von der jedipedia.net)

Animation: Animationstechnisch hat sich im Vergleich zu vorigen Folgen kaum etwas geändert, allerdings muss ich das Design des Dorfes an dieser Stelle loben. Die kleinen Hütten sind liebevoll gestaltet und die Felucianer fügen sich ebenfalls als Spezies glaubhaft in die Darstellung des Planeten ein. Das einzige Manko für mich ist die teilweise zu gedämpfte Farbpracht der Folge, weil Felucia in Die Rache der Sith ja geradezu eine Farbexplosion darstellt. Hier sieht jedoch vieles irgendwie eingestaubt aus.

Musik: Auch in der Musikabteilung hat man sich hier der Hommage an Kurosawa verschrieben, wobei der übliche Star Wars-Klang nicht fehlt. Eindrucksvoll wird der erste Anblick des Dorfs von dem Klang einer Shinobue begleitet, einer traditionellen, japanischen Querflöte. Dieses Thema wiederholt sich während der Folge immer wieder in Variationen, wenn sich die Handlung auf die Dorfbewohner konzentriert, und fügt sich wunderbar in die gewohnten Star Wars-Melodien ein.

Fazit: Die Folge hat mir an sich gut gefallen. Es ist zwar im Grunde genommen keine Episode, die den roten Faden der Serie vorantreibt, aber das soll sie in dem Fall auch gar nicht. Es ist eine nette Hommage, die meiner Meinung nach nur daran leidet, wie die Jedi eingebunden werden. Anakin und Obi-Wan geben hier einige der dümmsten Äußerungen von sich und treten stellenweise derartig herablassend auf, sodass ich voll und ganz die Kopfgeldjäger bejubelt habe. Insgesamt hat mir diese Abweichung von den sonst gewohnten Kriegs- oder Senatshandlungen dennoch sehr gut gefallen und deshalb bekommt Kopfgeldjäger von mir 4 von 5 Holocrons.

Bewertung: 4 von 5 Holocrons
Bewertung: 4 von 5 Holocrons

vorherige Episode: Kinder der Macht (Staffel 2, Episode 3)
nachfolgende Episode: Das Zillo-Biest (Staffel 2, Episode 18)

Über den Autor

Janina

Janina
Janina ist Autorin in der Jedipedia.net und passionierte Spielerin des Online-Rollenspiels Star Wars: The Old Republic. Daneben studiert sie Orientalistik und Anglistik in Bamberg.

1 Kommentar

  1. Schosch

    Ich finde die Folge ganz okay!

    Sie ist mal was anderes und bringt mal ein bisschen abwechslung in die ganze Serie.

    Auch der Aspekt das diue Bauer im kampf trainiert werden und das man Obi-Wan Anakin und Ahsoka eingebaut finde ich sehr schön!
    Der Folge fehlt aber noch das gewisse etwas!

    Deswegen würde ich ihr wenn ich sie Bewerten müsste ihr 3 von 5 Holocrons geben da sie gsnz okay und nett gemacht ist und abwechslung reinbringt aber ihr noch das gewisse etwas fehlt!

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