Rezension: The Clone Wars 2×15: „Mord im Senat“

Mit der heutigen Rezension begeben wir uns zurück in die zweite Staffel der Serie, schließen aber chronologisch nahtlos an die beiden vorausgegangene Folgen an. Die Folge Mord im Senat wurde von Drew Z. Greenberg geschrieben und erschien am 19. März 2010 unter dem Titel Senate Murders erstmals in den USA. Am 29. Mai 2010 konnte man die von Brian Kalin O’Connel inszenierte Folge auch in Deutschland sehen.

„Die Wahrheit zu suchen ist leicht, sie anzunehmen jedoch schwer.“

Offizielle Folgenbeschreibung: „Padmé und ihre Verbündeten wollen ein Ende des Krieges und versuchen, den Senat dazu zu bewegen, die militärischen Ausgaben zu kürzen. Das bringt die Befürworter des Militärs gegen sie auf, die sie beschuldigen, unpatriotisch zu sein. Die Lage wird ernst, als Padmés Verbündeter Senator Farr ermordet wird. Padmé und Bail Organa wollen den Täter finden.“

Star Wars: The Clone Wars Episodenguide
Die Senatoren stoßen auf ihre Erfolge an.

Zum Inhalt: Zu allererst muss ich rückwirkend loben, wie gut man die eigentlich erst später gedrehten Folgen als Vorgeschichte zu dieser konzipiert hat. Zu Beginn der Folge wird die Gesetzesvorlage für weitere Klone abgelehnt und in dieser geht der Kampf darum weiter. Nun mag man sich fragen, wieso hier weiterhin darum gekämpft werden muss, wo Padmés Rede in der letzten Folge doch erfolgreich zur Ablehnung geführt hat. Leider ist nicht allzu viel über die Abläufe im Senat bekannt, um dies sicher beantworten zu können. Ich würde vermuten, dass es sich wie im Bundestag auch um mehrere Durchgänge einer Gesetzesinitiative handelt. Die Resolution der Fraktion rund um Padmé und Bail Organa galt insoweit dann wohl als ein Beschluss, um diese Gesetzesinitiative final abzulehnen, nachdem man den ersten Durchgang bereits aufgehalten hat.

Gut finde ich, wie deshalb in dieser Folge auch der Ton rauer wird. Die Stimmung allgemein ist sehr dunkel und wird teilweise nur durch den etwas inkompetenten Inspektor Tan Divo aufgelockert. Ich selbst bin nicht der größte Krimi-Fan, aber die Rolle eines überheblichen, meist ranghöheren Inspektors, der am Ende aber den Fall nicht lösen kann, ist ein beliebtes Mittel und mir auch in manchen Serien bereits aufgefallen. Deshalb empfinde ich seine scheinbare Inkompetenz – am Ende hat er zumindest stichhaltige Indizien gesammelt – nicht als störend, sondern vielmehr als Hommage an diese Serien.

Der Sarg von Onaconda Farr wird abtransportiert.

Der rauere Ton wird damit erklärbar, dass die Gesetzesinitiative nun schon einmal abgelehnt wurde und man jetzt auf beiden Seiten gewinnen will. Extrem löblich für die zweite Staffel finde ich die Entscheidung, eine Figur wie Onaconda Farr sterben zu lassen. Natürlich kann man bei ihm von keiner Hauptfigur sprechen, aber seine Rolle in der Folge Superheftig Jedi hat der Figur schon eine gewisse Bedeutung gegeben. Die Suche nach dem Mörder wird meines Erachtens auch gut umgesetzt. Natürlich ist die Actioneinlage an den Docks wieder sehr redundant, aber ansonsten lassen sich gerade vom Ende her denkend viele Anzeichen für die Schuld Lolos finden. Zum Thema Docks: Es mag ja sein, dass sich Farr dort mit jemandem getroffen hat, aber was gedenken Padmé und Bail dort noch zu finden? Und wieso sollte der Mörder – wie Lolo es ja tut – wieder dorthin zurückkehren? Es gibt an den Docks ja de facto keinen Tatort oder ähnliches. Deshalb überzeugt mich dieser Teil, der nur um sich selbst willen eingebaut wurde, nicht so richtig. Dass man jedoch Lolo Purs als Mörderin etabliert, die nicht nur Senator Farr, sondern auch Mee Deechi umbringt, ist meines Erachtens eine gute Wahl. Man greift nämlich auch hier auf die Folge Superheftig Jedi und den „Verrat“ Onkel Onos an Rodia zurück.

Zuletzt möchte ich inhaltlich noch loben, dass alle Senatoren, die wir aus dem inneren Kreis von Padmé kennen, in dieser Folge relativ gleichberechtigt auftreten. Auch Mon Mothma hat einige längere Gesprächsauftritte und dient nicht nur als „zuzwinkernde Lady auf Schwebeplattform 9 3/4“.

„Jeder Politiker hat eine Leiche im Keller, aber irgendwann gräbt sie einer aus und er ist dran. Hab ich nicht recht? – Aber wem erzähl ich das alles? Einer Runde von Politikern!

Inspektor Tan Divo zu den Senatoren in Palpatines Büro
Palpatine ist sichtlich erfreut über die Entwicklungen im Mordfall Farr.

Anmerkungen: Besonders hervorheben möchte ich noch Tan Divos Ansprache, in welcher er die Leichen im Keller eines jeden Senators anspricht. Dieses Zitat gehört zu einem meiner Lieblingszitate der Serie und spielt natürlich nicht immer nur auf tatsächliche Leichen, sondern auch auf andere Verfehlungen an, die man auch bei Politikern in der Realität zu ungünstigen Zeitpunkten ausgräbt. Des Weiteren ist der Gesichtsausdruck von Palpatine hervorragend, als bekannt wird, dass Lolo die Mörderin ist. Als er in der letzten Folge noch von den Mühlen des Senats sprach, hätte er sich nicht erhofft, dass sich die aufstrebende Gegenbewegung zum steigenden Kriegsetat so schnell von innen heraus zerfleischen würde. Man erkennt also auch an dieser Folge deutlich, dass Palpatine sich sicher sein kann, keine effektive Gegenbewegung fürchten zu müssen, da die Konflikte in den eigenen Reihen den Blick über den Tellerrand hinaus verhindern werden.

Animation: Ich muss sagen, dass mir gerade in der Animation von Padmé und Bail Organa im Vergleich zu den vorherigen Folgen aus der dritten Staffel kein Rückschritt aufgefallen ist. Ich finde, die Senatsbüros sind gut in Szene gesetzt (natürlich hat der Befürworter der Gesetzesvorlage ein dunkles Büro, was natürlich an seiner Heimatwelt Umbara liegt) und ansonsten glänzt die Folge, wie oben angesprochen, auch durch viele dunkle Abschnitte, was hier aber auf jeden Fall unterstützend zum Inhalt ausfällt.

Lolo Purs bedroht Padmé als diese die Wahrheit herausfindet.

Fazit: Die Folge schafft es, mich auf andere Weise als die beiden vorherigen zu überzeugen. Sie rückt den großen galaktischen Konflikt eher in den Hintergrund und fokussiert sich stattdessen auf die inneren Konflikte von politischen Fraktionen. Natürlich zum Leidwesen der eigentlich angestrengten Politik und zum Vorteil von Palpatines Sicherheit. Nach dieser Folge ist klar: Der Krieg wird weitergehen, doch das wäre er auch (wie wir in den insgesamt drei Folgen gelernt haben) ohne einen Mord im Senat.

vorherige Episode: Das Streben nach Frieden (Staffel 3, Episode 11)
nachfolgende Episode: Schwestern der Nacht (Staffel 3, Episode 12)

Über den Autor

Tobias
Tobias begeistert sich für so ziemlich alles aus dem Star Wars Universum. Primär interessieren ihn Romane und Videospiele aus einer weit weit entfernten Galaxis. Im normalen Leben studiert er in Bamberg Politikwissenschaft und Geschichte.

1 Kommentar

  1. Schosch

    Ich finde die Folge ganz okay!

    Den Politischen Teil finde ich wieder extrem langweilig und unnötig weil man eh keine Ahnung hat worum es da geht.

    Die Nachforschungen und die ganzen Ermittlungen haben mir gut gefallen und waren gut gemacht.

    Alles in allem ist diese Folge ganz okay weswegen ich ihr 3 von 5 Holocrons geben würde!

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