Marvel-Mittwoch: Trail of Shadows #3 und Darth Vader #19

Kurz vor den Feiertagen gibt es heute noch einmal die doppelte Ladung Star Wars-Comics. Neben der Fortsetzung der Trail of Shadows-Minireihe von Daniel José Older geht auch Darth Vader in seine schon neunzehnte Runde und ist weiterhin auf der Suche nach Crimson Dawn. Wieso Trail of Shadows eine spannende Fortsetzung ist, die sich viel Zeit für Figuren und Indizien nimmt, und Darth Vader erneut nicht so richtig zünden will, erfahrt ihr in dieser Rezension.

Wie üblich bei den Beiträgen zum Marvel-Mittwoch enthalten die Rezensionen und ggf. auch die Leser-Kommentare Spoiler. In diesem Fall kommt eine zusätzliche Spoilerwarnung für die Reihe Trail of Shadows hinzu!

Trail of Shadows #3: „Cold Comfort“

Zusätzliche Spoilerwarnung: Die Rezensionen zu Trail of Shadows werden im Folgenden immer auch mögliche Spoiler zum bisherigen The High Republic-Programm enthalten, insbesondere in dieser Rezension zu The Rising Storm und der The High Republic-Hauptreihe.

Zur Halbzeit der Trail of Shadows-Minireihe von Daniel José Older erhalten wir eine ruhigere Ausgabe, die genau wie die Hauptreihe mit geradliniger Präzision auf die Ereignisse in The Fallen Star zuzusteuern scheint.

Zum Inhalt

Zu Beginn der Ausgabe erstatten Sian Holt und Emerick Capthor zunächst Stellan Gios Bericht und schlagen indes gleich eine mögliche Lösung des Problems vor. Demnach müsse man den Verräter der Nihil, Kisma Uttersond, doch nur in einer nächsten Besprechung mit Kanzlerin Soh erwähnen und man könnte sicher sein, dass es in ihren Reihen einen Verräter gibt, sobald die Nihil daraufhin tätig werden sollten. Etwas zu kurz gedacht fand ich diesen Vorschlag bei der Frage, wie man dann den tatsächlichen Verräter entlarven will, aber da der Plan sowieso vorerst nicht weiterverfolgt werden soll, lohnt sich diese Überlegung nicht.

Die beiden Jedi merken indes an, dass man vielmehr Informationen darüber bräuchte, was Uttersond verkauft und was mit den Jedi geschah, als Uttersond aufzuhalten. Daraufhin verabschiedet sich Sian Holt auf die Bühne und wir besuchen den Anführer der Nihil: Marchion Ro. Dieser hat natürlich von den Angriffen auf seine Nihil aus der letzten Ausgabe erfahren und fragt deshalb bei Uttersond nach, ob er einen Tarnab kenne und darin verwickelt sein. Dieser negiert beides jedoch und versichert Ro, dass er sich sofort melden würde, wenn er etwas weiß. Nach dem Ende des Gesprächs und dem – zugegeben sehr niedlichen – Fluch „Bosovir’s Bathwater“ entsendet Ro einige Nihil, die Uttersond im Auge behalten sollen.

Zurück bei den Jedi und dem Bühnenwunder Sian Holt, stimmt diese zunächst einmal den unheimlichen Kinderreim als Musikstück an, woraufhin Stellan und Emerick zunächst davon reden, dass es keine auffälligen Daten rund um ihr Kindermädchen und damit den Reim gibt und dass sich Emerick und Sian wohl näher gekommen zu sein scheinen. Kurz darauf wird Stellan zurück zu Starlight Beacon beordert, mit dem Hinweis eines weiteren Angriffes.

Hier verknüpft sich dann auch die Hauptreihe mit dieser Minireihe sehr schön, denn mit der Begutachtung von Terec und Ceret auf der Krankenstation werden weitere Indizien für das Monster gesammelt, welches für Lodens Schicksal und scheinbar auch das Schicksal Terecs und Cerets verantwortlich ist. Auch hier bekommt die Geschichte zumindest einige menschliche Züge dadurch, dass Emerick der aufgelösten Keeve Trennis eine Umarmung gönnt, die sie dringend gebraucht hat.

Zurück bei den Nihil gibt es einige Verstrickungen, die auch am Ende noch recht offen bleiben und hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt werden sollen. Zunächst werden die Crewmitglieder Uttersonds hellhörig und plötzlich werden sie noch geentert. Die Entermannschaft entpuppt sich am Ende als Ein-Mann-Show durch den Tarnab, welcher mit Uttersond kooperiert, und der ganze Plan somit als Weg die lästige, Fragen stellende Mannschaft loszuwerden. Am Ende wird dann jedoch wiederum das Schiff Uttersonds von Nihil geentert, die Marchion zur Beobachtung von Kisma geschickt hat, weshalb dieser sich schwer verletzt inszeniert und der Tarnab wohl ein anderes Versteck aufsuchen musste. Nun soll Uttersond zurück zu Ro gebracht werden.

Auf Starlight Beacon wird dann während eines Gangs durch die Korridore der Station darüber spekuliert, welcher Art das Monster sein könnte oder ob es sich nur um eine Folge des Nihil-Giftes gehandelt haben könnte. Hier hat Stellan einen kurzen Moment der Wut, als er darauf beharrt, dass er dabei war auf Grizal und es keine Halluzination war. Nach der darauffolgenden Entschuldigung bei Sian und Emerick, begegnen sie noch dem wettlaufenden Ram Jomaram sowie Avar Kriss, was Sian und Emerick als Anlass nehmen, Stellan und sie zunächst alleine zu lassen und sich die Station anzuschauen.

Was dann folgt, ist ein stimmungsvoller Ausklang des Heftes, bei dem zunächst auf einer Seite vier verschiedene Orte des Beacons gezeigt werden, darunter das Rumble Race rund um Buckets of Blood (aus den The High Republic Adventures), scheinbar der Antriebsbereich der Station, der Duellplatz und auch die Pflanzenbeete mit Blick auf die Galaxis. An einem solchen Fenster bleiben dann auch Sian und Emerick stehen und darüber reden, wie er Keeve getröstet hat. Als er zur Verteidigung ansetzen will, da Sian ja sicherlich weiß, dass Jedi keine Bindungen eingehen dürfen und er sich trotzdem Sorgen um die Freunde hinter den Institutionen von Republik und Jedi-Orden macht, geht sie mit einer Umarmung dazwischen, die mit der Bekundung versehen ist, dass er auch ein Mensch sei und deshalb genau diese Nähe bräuchte. Auch wenn es zunächst also freundschaftlich wirkt, so könnte die in der letzten Ausgabe wahrgenommene romantische Spannung zwischen den beiden in Zukunft sicherlich noch verstärkt werden.

Die Zeichnungen

Da sich die handelnden Figuren und der Zeichner nicht merklich geändert haben, soll in diesem Abschnitt heute vor allem auf die Darstellung von Marchion Ro eingegangen werden. Dieser wirkt mit seinem – fast schon gegensätzlich zur sonstigen Darstellung mit Helm und Rüstung – leicht bekleideten Erscheinungsbild noch mindestens genauso bedrohlich, wenn nicht sogar bedrohlicher, da seine Hautfarbe und Augen Dämonenhaftes vermitteln. Die Muster auf seinem Körper lassen sich schwer erkennen, könnten aber – passen zu seiner Rolle als Auge der Nihil – Pfade darstellen. Ansonsten wurden auch Figuren wie Ram oder Keeve, die in anderen Reihen ihre Hauptrolle spielen, gut eingefangen und sind auf Anhieb zu erkennen.

Fazit

Zur Halbzeit von Trail of Shadows scheinen viele Vorbereitungen für The Fallen Star getroffen zu werden. Besonders spannend an dieser Stelle ist dabei die Überlegung, welche Figuren sich auf Starlight Beacon befinden und wie viele Indizien Emerick und Sian bisher sammeln konnten. Aber auch darüber hinaus ist diese ruhigere Ausgabe im Mittelteil der Reihe eine sehr charakterstarke und fängt gerade die beiden Hauptfiguren, aber auch die zunehmende Verzweiflung von Stellan sehr gut ein. Inwieweit sich diese Reihe nun mit Blick auf das Unausweichliche im Januar positionieren wird, bleibt abzuwarten, gespannt bin ich allemal.

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Darth Vader #19: „Dark Order“

Der Dunkle Lord ist mit seinem Team aus Kopfgeldjägern und Idealisten weiterhin auf der Jagd nach Crimson Dawn und hängt dabei wie so oft in der Vergangenheit fest.

Zum Inhalt

Darth Vader #19 (22.12.2021)
Darth Vader #19 (22.12.2021)

Es ist wieder Zeit für die monatliche Darth Vader-Checkliste! In dieser Ausgabe haben wir für Sie wieder das feinste vom Dunklen Lord zusammengetragen. Heute mit dabei sein neuester Handlanger: Valance, welcher am Ende des Kriegs der Kopfgeldjäger wieder in imperiale Dienste zurückgezwungen wurde und heute als Aufpasser des Kanonenfutters von Vader fungiert.

Beginnen wir mit dem absoluten Klassiker: Die Erinnerungen. In jeder guten Ausgabe von Darth Vader muss sich unser titelgebender Schlächter an seine Vergangenheit erinnern. Je nach thematischer Richtung entweder an seinen Sohn in Episode V oder an seine Jugend in den Prequels. Heute ist es Zeit für die Erinnerung an die totalitären Staatsideen, die Anakin Padmé auf Naboo mitgeteilt hat und die in seinen Augen eine bessere Politik bedeuten würden. Wie jeder es ihm nur wünschen konnte, hat er seine Träume wahrgemacht, ist zum Handlanger einer solchen Politik geworden und nutzt den Kampf für die Ordnung als Rechtfertigung für seinen Feldzug gegen Crimson Dawn. CHECK!

Auf Leacor werden wir – was auch bereits symptomatisch ist – in einen Kampf zwischen vermeintlich imperialen Wachen und Einwohnern hineingezogen, der am Ende – nach langem Gerede und wenig Sinn – darin endet, dass die Sturmtruppen durch Vader sterben und als Crimson Dawn identifiziert werden. Daraufhin gilt es, den Stützpunkt zu finden, von welchem aus Crimson Dawn operiert.

Dazu kommt ein weiterer Klassiker ins Spiel: Ochi von Bestoon. Der hat diesmal einen Plan und sich selbst aus der Gleichung herausgenommen. Er muss nicht länger den Stiefellecker und Köder spielen, denn dafür hat man sich am Ende der letzten Ausgabe ja die idealistischen Revengers angelacht. Die sollen nun mit Valance als Aufpasser die Wachen von Crimson Dawn herauslocken. Als das nicht ausreicht, um die Ablenkung perfekt werden zu lassen, wird Ochi dann doch wieder zum Köder durch Vader ernannt, während dieser wie ein Hamster auf dem Ball übers Schlachtfeld rast und alles auf dem Weg niedermäht.

Das führt und auch zum dritten und letzten Klassiker dieser Reihe: Vader muss kämpfen! Nachdem er alles in seinem Weg abschlachtet und Ochi schon Panik bekommt, da er als – wie wir ja noch vermuten – Verräter des Imperiums nicht zuerst im Bunker von Crimson Dawn ankommt und daher die Flucht der Strippenzieher nicht sichern kann, gelingt es Vader wie so oft nicht, den einzigen Wachhabenden in der Station zu fangen, trotz vielfältiger Machtfähigkeiten. Zu guter Letzt erfährt dann die Gruppe rund um Vader noch etwas, was Aphra schon vor Monaten bewusst war: Die von Crimson Dawn sind einfach überall.

Die Zeichnungen

Sowohl die Figuren rund um die Revengers als auch die Kopfgeldjäger kann man eigentlich sehr gut auseinander halten und sie wurden auch sehr gut herausgearbeitet. Bei den Kampfszenen behält man ebenfalls gut den Überblick, auch wenn ein wirklich beeindruckendes Motiv in Posterqualität auffällig abwesend ist in dieser Ausgabe. Bei den Mimiken und Gesichtsausdrücken wird sich darüber hinaus teilweise durch Schatteneinsatz aus der Verantwortung gestohlen, aber prinzipiell bleiben die Zeichnungen auf einem konstant guten Niveau.

Fazit

Darth Vader liefert zum Ende des Jahres noch einmal ein Best-of der klassischen Checkliste aus den letzten beiden Jahren ab und weiß damit ziemlich genau so gut zu überzeugen wie bisher. Die Figuren sind zu zahlreich und zu sehr gemischt, es wird kaum Charakterarbeit im Hier und Jetzt an Vader betrieben und immer nur die Erinnerungen so ausgelegt, dass sie auf die jetzige Situation passen. Das mag die ersten paar Male ja ganz originell gewesen sein, wirkt aber zunehmend bemüht und innovationslos. Immerhin am Ende kündigt sich mit Darth Vader #20 und dem Untertitel „Queen’s Shadow Returns“ eine Rückkehr von Sabé an, die bereits am Ende der letzten Ausgabe wieder auf der Bildfläche erschien. Wenn einem also nichts mehr einfällt, bleibt immer noch die Weisheit: „It was so nice, we did it twice“.

Wir bedanken uns bei Marvel-Comics für die Bereitstellung des digitalen Vorabexemplars, ohne das unser Marvel-Mittwoch nicht möglich wäre.

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