Rezension: Star Wars #61: Age of Resistance: Captain Phasma & Finn

Letzten Monat ging es in der Panini-Heftreihe mit Star Wars #61 weiter. In dem Comic-Magazin geht es mit Age of Resistance in die dritte Reihe der Age of-Geschichten. In dem Heft sind die beiden Stories Captain Phasma in „Verlorene Waffe“ und Finn in „Befall“ enthalten, welche im Juli letzten Jahres von Marvel veröffentlicht wurden. Beide Geschichten stammen von Autor Tom Taylor, wurden allerdings von verschiedenen Teams illustriert.

Die Comics wurden für das Magazin von Michael Nagula übersetzt. Wie gewohnt erschien es in zwei Varianten: als Kioskausgabe mit Phasma und als Comicshop-Ausgabe mit Finn auf dem Cover.

Folgende Inhaltsangabe gibt es von Panini:

Die Fortsetzung der großen Age of Star Wars-Reihe mit dem Start der Resistance-Ära! Nach dem Niedergang des Imperiums bewahrt die Neue Republik Ruhe und Frieden in der Galaxis. Doch die Erste Ordnung erhebt sich aus der Asche. Und dank mächtiger Kriegswaffen und Legionen gehorsamer Sturmtruppler ist sie jetzt drauf und dran, die neue galaktische Regierung zu stürzen. Doch da gibt es einen Truppler, der der Ersten Ordnung ihre Behauptungen nicht ganz abkauft: Finn! UND: Captain Phasma in „VERLORENE WAFFEN“: Die böse Erste Ordnung ist auf dem Vormarsch. Und eine besonders skrupellose Sturmtrupplerin könnte die Kriegswaffe sein, die sie zum totalen Sieg führt …

Die Geschichte von Captain Phasma spielt noch vor Star Wars: Das Erwachen der Macht – aber auch bereits nach der Handlung des Romans Phasma von Delilah S. Dawson, da sie bereits ihre verchromte Rüstung besitzt. Wir erleben eine Phasma bei der Arbeit: eine Phasma, die auch innerhalb der Ersten Ordnung andere benutzt um ihr Ziel zu erreichen – auch wenn sie dabei über Leichen gehen muss. Ja, das trifft es perfekt, denn genau das tut sie hier. Neben Phasma steht KM-8713 im Mittelpunkt des Comics. Die Soldatin der Ersten Ordnung eifert ihrem Idol Phasma nach – auch wenn diese kurz zuvor einen ihrer Kameraden auf eine Granate geworfen hat um die Explosion einzudämmen.

So gesehen verrät uns diese Kurzgeschichte nichts Neues über die Figur, bzw. nichts, was man über den Charakter Phasmas nicht bereits weiß, wenn man dem Kanon bis hierher verfolgt hat. Wir bekommen zwar die Special Features ihrer verchromten Rüstung demonstriert, aber das ist dann leider auch zu wenig in meinen Augen. Was mir dafür direkt ins Auge gesprungen ist, ist die Tatsache, dass Phasma in einer Szene vor KM-8713 ihren Helm abnimmt und sich ein Glas Wein (oder etwas ähnliches) genehmigt. Für mich passt das nicht zu der Figur die uns Delilah S. Dawson in ihrem Roman beschrieben hat: Phasma hält nichts von Genussmitteln und für nichts in der Welt würde sie ihren Helm abnehmen, schon gar nicht vor einer Untergebenen!

Genauso wie die Handlung haben mich leider auch die Zeichnungen von Leonard Kirk nicht abgeholt. Da haben wir Phasma in der Captain Phasma-Reihe von Marco Checchetto deutlich besser illustriert bekommen. Man merkt auch deutlich, dass Gewndoline Christie, die Darstellerin von Phasma in Das Erwachen der Macht und Die letzten Jedi, nicht direkt gezeigt werden sollte, denn obwohl sie den Helm abnimmt, bleibt ihr Gesicht immer im Schatten und wir bekommen nur jenes Auge in einer Nahaufnahme präsentiert, welches wir bereits aus Die letzten Jedi kennen. Allgemein wirken Illustration und Handlung zusammen sehr zweidimensional – seltsamer Vorwurf für einen auf Papier gedruckten Comic, aber mir fehlt es deutlich an Tiefe. Ich versteh aber auch, dass gerade die spiegelnde Rüstung zeichnerisch ein großes Problem darstellt – in der Schule bin ich schon beim Zeichnen von verrumpfeltem Stanniolpapier kläglich gescheitert. Die Kolorierung schafft dem leider auch keine Abhilfe.

In Das Erwachen der Macht erwähnt Finn Han gegenüber, dass er die Starkiller-Basis bereits kennt, weil er dort Sanitärdienst ausüben musste. Genau diesen bekommen wir in der FinnKurzgeschichte gezeigt. Zudem sehen wir, dass Finn auch schon damals anders als andere Mitglieder der Ersten Ordnung dachte und handelte. Mich hat nur etwas verwirrt, dass die Geschichte von Finn handeln soll, wir aber noch FN-2187 erleben! Für mich ist die Figur erst Finn, nachdem er zusammen mit Poe Dameron von der Finalizer und damit von der Ersten Ordnung flieht. Ähnlich wie mit Anakin Skywalker, der durch den Imperator einen neuen Titel und Namen verliehen bekommt und von da an als Darth Vader agiert. Daher hatte ich bei „Finn“ eher mit einer Geschichte nach den Ereignissen aus Das Erwachen der Macht gerechnet.

Als Vorgeschichte zu Finn funktioniert der Comic aber sehr gut. So erleben wir Finn nicht nur bei seinem Sanitärdienst, sondern bekommen gezeigt, das die Gehirnwäsche der Ersten Ordnung bereits vor dem Massaker an Dorfbewohner in Finn zu bröckeln beginnt. Letzteres bringt das Fass dann zum Überlaufen, woraufhin Finn dann endgültig beschließt der Ersten Ordnung den Rücken zu kehren.

Die Illustrationen von Ramon Rosanas in diesem Comic sind einfach gehalten, bieten dann und wann doch aber auch mehr Details. Durch die Verortung auf der Starkiller-Basis baut sich beim Lesen eine ähnliche Atmosphäre auf, wie sie in Das Erwachen der Macht in betreffenden Szenen vorherrscht. Visuell lässt sich durch die Anordnung der Panels die Geschichte leicht verfolgen und die neuen, fledermausähnlichen Wesen sind nett dargestellt.

Fazit

Das Comic-Magazin Star Wars #61 hat mit Captain Phasma und Finn zwei Kurzgeschichten zur Ersten Ordnung in petto, doch nur eine der beiden konnte mich wirklich überzeugen. Während Captain Phasma den Charakter für mich leicht abändert (1 von 5), wird der Charakter Finns tatsächlich etwas weiter ausgebaut (3 von 5). Daher gebe ich den beiden Kurzgeschichten und damit dem Heft zwei der fünf Holocrons.

Bewertung: 2 von 5 Holocrons
Bewertung: 2 von 5 Holocrons

Vielen Dank an Panini für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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