Rezension: Galaxy’s Edge: Traveler’s Guide to Batuu von Cole Horton

Zu Galaxy’s Edge durften wir bereits allerhand Romane und Comics für sämtliche Altersgruppen lesen – selbst ein Kochbuch gab es zu Disneys Star Wars-Themenpark bereits. Es fehlt eigentlich nur noch ein Reiseführer, der – passend zum Park – in-universe verfasst ist und dem geneigten Reisenden hilft, sich auf Batuu und im Außenposten Black Spire zurechtzufinden. Genau das liefern Autor Cole Horton und Quarto bzw. becker&mayer! mit Galaxy’s Edge: Traveler’s Guide to Batuu, ein Reisebegleiter direkt aus der weit, weit entfernten Galaxis, für welchen der Autor die Rolle des Abenteurers Eloc Throno annimmt.

Der Traveler’s Guide to Batuu liefert alles, was man sich bei einem Buch unter diesem Namen wünschen könnte. Eine Karte des BSO (Black Spire Outpost), Informationen zur Anreise, ausführliche Vorstellungen der örtlichen Attraktionen und Geschäfte, inklusive detaillierter Menütipps zu jeder Catina und Infos zu sämtlichen Getränkeständen, sowie Formulare, Propaganda-Poster der Ersten Ordnung und vieles mehr. All das wird von brandneuen Illustrationen von Chris Trevas und Chris Reiff sowie zahlreichen Fotos aus dem Park selbst und diversen Konzeptbildern aus der Produktionsphase von Galaxy’s Edge zum Leben erweckt. Auf diese Weise habe ich nun auch endlich ein Bild für manche der Figuren, die bereits in Romanen auftauchten, wie Oga Garra.

Die Bilder und Illustrationen sind tatsächlich eine absolute Stärke dieses Buches. Wer – wie ich – bisher keine Gelegenheit hatte, Galaxy’s Edge zu besuchen, erhält so – ganz frei von Besuchermassen – einen guten Eindruck von dem Park. Ich kann mir vorstellen, dass auch diejenigen privilegierten Fans, die den Park bereits besuchen konnten, den Fotos auch Nostalgiewerte entnehmen können. Wichtiger noch, mit den Erklärungen von Piktogrammen und Alphabeten im Park wirkt der Reiseführer tatsächlich auch als solcher tauglich, sollte man eines Tages doch noch nach Batuu reisen.

Cole Hortons Text begleitet die vielen Illustrationen passgenau und gekonnt mit Informationen aus den bisherigen Begleitwerken zum Park, unzähligen neuen Informationen und Querverweisen auf andere Ecken der Star Wars-Saga, so wie man es von ihm inzwischen gewohnt ist. „Eloc Throno“ berichtet dabei ehrlich, subjektiv und abwechslungsreich, was auch zu dem sehr abwechslungsreichen Layout passt, das immer wieder von Postern, Fotos und Dokumenten aus Galaxy’s Edge durchbrochen wird. Es kommt beim Lesen und Betrachten keine Langeweile auf. Meine Highlights waren das Landeerlaubnis-Formular am Ende des Buches, das zuvor schon im Reiseführer angesprochen wurde und dann auch tatsächlich enthalten war, sowie eine Checkliste zum Kofferpacken für eine Reise nach Batuu.

Kritik gibt es dennoch, und die richtet sich vorwiegend an diverse Exkurse. Ich brauche als Besucher in Galaxy’s Edge sicherlich Informationen zur Ersten Ordnung – so weit, so gut, es ist schließlich eine Besatzung im Gange. Was ich aber nicht brauche, ist eine mehrseitige Aufstellung über deren Raumflotte und verschiedenen Sturmtruppentypen, insbesondere, wenn diese weit über das hinausgeht, was ein einfacher Abenteurer wie Eloc Throno wissen sollte und auch weit über das hinaus, was im Park zu sehen ist. Oder wird da eine Dreadnaught aus Die letzten Jedi landen? Diese fast schon militärhistorische Passage mag zwar ganz informativ sein, zerstört aber aufgrund ihrer Länge die sonst so gelungene Immersion des Buches. Für so etwas greife ich dann doch lieber zu einem DK-Buch. Ähnlich ging es mir mit einer Illustration von Großadmiral Thrawn anlässlich seines Besuchs auf Batuu und anderen Exkursen, die sich eher an die Fans als an tatsächliche Reisende richten. Wenn schon immersiv, dann bitte richtig.

Als Fazit lässt sich sagen, dass Cole Hortons Galaxy’s Edge: Traveler’s Guide to Batuu mir den Park um einiges schmackhafter und lebendiger gemacht hat als sämtliche Storytelling-Versuche von Del Rey und Disney-Lucasfilm Press der letzten beiden Jahre es vermochten. Batuu erwacht auf diesen Seiten zu dreidimensionalem Leben und da es ein Reiseführer und kein Roman ist, braucht man hier auch nicht den Deckmantel einer fadenscheinigen Handlung, um das Buch zu rechtfertigen. Neben Lore-Fetischisten und Wiki-Autoren kann ich dieses Buch jedem wärmstens empfehlen, der an Galaxy’s Edge interessiert ist, und sollte ich jemals einen der Parks besuchen, wird dieses Buch definitiv in meiner Tasche sein.

May the Spires keep you.

Wir danken becker&mayer! herzlich für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars.

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