Rezension: The Clone Wars 5×04: „Lang lebe der König“

Mit der heutigen Rezension zu Lang lebe der König starten wir in den letzten kompletten Monat unserer The Clone Wars-Rezensionsreihe. Mit der in den USA unter dem Titel The Soft War am 20. Oktober 2012 erschienen Folge beginnt die zweite Hälfte des Onderon-Arcs. Geschrieben wurde diese Episode von Chris Collins und inszeniert von Kyle Dunlevy. In Deutschland wurde sie erstmals am 14. April 2013 ausgestrahlt.

„Kämpfe beginnen und enden oft mit der Wahrheit.“

Offizielle Folgenbeschreibung: „Nun ist Steela Gerrera Anführerin der Rebellen. Sie befiehlt, die Angriffe auf König Rashs Streitkräfte zu intensivieren. Über versteckte Holoprojektoren appelliert sie an das Volk, Rash zu stürzen. Als der alte Könog Dendup sagt, dass er den Aufstand nicht verhindern kann, ordnet Rash wütend seine Hinrichtung an. Steelas Bruder Saw denkt sich einen riskanten Plan aus, um ihn zu retten.“

Star Wars: The Clone Wars Episodenguide
General Tandin hat zunehmende Zweifel an der Herrschaft König Rashs

Zum Inhalt: Der Originaltitel der Folge – The Soft War – gibt einen guten Überblick über den Inhalt und die Vorgehensweise dieser Folge. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen wird mit „Soft War“ eine Art der Kriegsführung beschrieben, die auf die Unterstützung des Volkes abzielt, indem man sie an aktuellen Verhältnissen zweifeln lässt, um sie näher an sich zu binden. Er geht zurück auf die Islamische Revolution und hatte zum Ziel, Zweifel in den Herzen und Köpfen der Menschen zu wecken. Dabei sollte man bedenken, dass diese Folge erneut sehr idealisiert mit diesem Begriff umgeht! Dieser kurze Einblick ist auch ausreichend, um den Inhalt der Folge zu verstehen, und ich finde, dass dieses Ziel der Unterstützung durch die Bevölkerung plausibel und nachvollziehbar dargestellt wird. Man beginnt damit, weitere „Besatzungstruppen“ anzugreifen, und bekräftigt gleichzeitig, dass man nur gegen die Droiden vorgeht. Daraufhin versucht man eine Symbolfigur des Widerstandes, den ehemaligen König Dendup, zu retten, um noch mehr Unterstützung im Volk zu erlangen. Durch die Strategie, dies während seiner offiziellen Hinrichtung zu tun, wird dieses Ziel des erwachenden Zweifels in der Bevölkerung noch begünstigt und trägt am Ende auch Früchte in Form des Generals und des zivilen Widerstandes.

Betrachtet man die Charakterentwicklungen innerhalb der Folge, so muss ich sagen, dass diese erneut sehr nachvollziehbar sind. Die Etablierung eigener Eigenschaften in der ersten Folge des Arcs (Steela und Saw) und für manche Charaktere sogar in vorherigen Staffeln (Ahoska und Lux) zahlt sich positiv aus. Die Entscheidungen, die Saw trifft – so riskant und unüberlegt sie auch sein mögen – sind konform mit der Darstellung seines Charakters. Genauso nachvollziehbar ist die Entscheidung von Steela, ihm nicht zu helfen, sondern das größere Ziel im Auge zu behalten. Sie ist nun zuständig für eine Rebellengruppe und die Zukunft von Onderon und darf diese Verantwortung nicht durch Gefühle hintertreiben.

König Dendup gesteht Fehler aus der Vergangenheit ein.

Was ebenfalls gut in dieser Folge eingebaut wurde, ist die Erklärung, wie Onderon zu den Separatisten gekommen ist, auch wenn dies natürlich meine Kritikpunkte aus der ersten Folge des Arcs noch bekräftigt. Demnach habe sich Dendup bei Ausbruch der Klonkriege nicht entschieden, auf welcher Seite er stehen will, und die Separatisten seien auf Onderon eingefallen. Demgegenüber steht aber Obi-Wans Äußerung aus Folge 1 des Arcs, dass sich Onderon für die Separatisten entschieden habe. Dies kann man mit etwas Fantasie auf die Außendarstellung der Machtübernahme schieben. Trotzdem wird diese ganze Causa nicht nachvollziehbarer, wenn nun auch Dendup die Verdienste von Lux‘ Mutter um Onderon lobt. Ja, sie war Senatorin für Onderon und trotzdem musste sich der König bei Kriegsbeginn für eine Seite entscheiden? Und wieso hat Mina Bonteri dann das neue Regime mitgetragen und ist bereitwillig Senatorin der Separatisten für Onderon geworden? Hat sie den gewaltsamen Wechsel als hohe politische Beamtin ihres Planeten nicht mitbekommen?

Es stellen sich für mich in Bezug auf den Machtwechsel auf Onderon zu viele Fragen und das ist ein großes Problem, wenn man die Thematik des Arcs bedenkt. Demnach agiert die Gruppe rund um Steela als Widerstand. Wenn nun aber der König nicht gewaltsam entthront wurde, sondern sich aus Resignation selbst absetzte, ist das vielleicht nicht viel besser, aber eine andere Frage der Legitimität des aktuellen Königs Rash. Einerseits haben wir also eine als Sympathieträgerin konzipierte Senatorin Bonteri, die gleichzeitig aber auch bezichtigt werden muss, einen Usurpator unterstützt zu haben. Auf der anderen Seite lobt nicht nur Steela den Verdienst von Mina Bonteri um Onderon. Man kann in dieser Hinsicht zu keiner guten Erklärung kommen, weil es so scheint, als sei einiges ignoriert worden, was vorher etabliert wurde. Man wollte Lux als Sohn der ehemaligen Senatorin mit in die Handlung einbauen und das macht sogar Sinn, da er ja selbst gegen die Separatisten agieren wollte. Aber dies jetzt nur aus Opportunismus zu tun, weil diese seine Mutter getötet haben, ist auch nicht gerade die Art des Patriotismus, die man erwarten würde. Hätte man auf die Lobreden für Mina Bonteri verzichtet und Lux‘ eingestehen lassen, dass seine Mutter einen Fehler gemacht hat, das Regime der Separatisten zu unterstützen, wäre mir dieser Widerspruch nicht ganz so übel aufgestoßen.

Die Guillotine des Star Wars-Universums.

Anmerkungen: Der moralische Spruch zu Beginn funktioniert bei mir in dieser Folge wieder ähnlich gut wie in der letzten. Demnach will sich der menschliche General Tandin vor der Wahrheit drücken, die falsche Regentschaft anzuerkennen und zu stürzen. Doch am Ende der Folge ist er bereit, diese Wahrheit anzunehmen. Was ich darüber hinaus ganz amüsant finde, ist die Weiterentwicklung des Widerstandes. Zuerst konnte man sie als Terroristen bezeichnen (was man theoretisch jetzt immer noch kann), dann sind sie – zumindest in der Wahrnehmung – zu Rebellen aufgestiegen und nun handelt es sich quasi um einen Militärputsch, da Tandin am Ende erwähnt, dass die Armee hinter den Rebellen stünde.

Animation: Besonders interessant fand ich die Interpretation der Guillotine für das Star Wars-Universum. Wenn ich ehrlich bin, finde ich das Design und die Art, wie diese betrieben wird, sehr gelungen, auch wenn es sich irgendwie seltsam anfühlt, eine Hinrichtungsmaschine zu loben. Aber das war ja bei der Bewertung der technischen Innovation und Effizienz der Guillotine auch nicht anders. Onderon gefällt mir weiterhin sehr gut und ich kann es kaum erwarten, diese Welt in knapp zwei Monaten in Star Wars The Old Republic zu erkunden.

König Rash weiß auch nicht so genau, wie er auf den Thron gekommen ist.

Fazit: Die Folge liefert erneut – gerade unter Beachtung des englischen Originaltitels – ein stimmiges Gesamtpaket ab. Die Handlung, das Agieren der Figuren und die Reaktionen der Bevölkerung werden gut dargestellt. Leider ist dem ganzen Arc eben diese fehlende Präzision in der Vorgeschichte vorzuwerfen, was unweigerlich die Frage nach der Legitimation des Königs und damit auch des Widerstandes offen lässt. Da dies aber eher ein Kritikpunkt ist, der ein wenig über allen Folgen schwebt und es mir in Teilen schwer macht, eine nachvollziehbare Vorgeschichte zu erkennen, möchte ich sagen, dass mir diese Folge und ihr Thema des Soft Wars eigentlich sehr gut gefallen hat.

vorherige Episode: Mit ihren eigenen Waffen (Staffel 5, Episode 3)
nachfolgende Episode: Der Preis der Freiheit (Staffel 5, Episode 5)

Ein Kommentar

  1. Ich finde diese Folge sehr gut!

    Zum einen finde ich die erneute Thematik das Vertrauen des Volkes zu gewinnen extrem cool. Zum anderen finde ich die Entscheidung der Separatisten den ehemaligen König zu exekturieren sehr passend und zeigt mal wieder sehr gut die Mordlust von Count Dooku. Auch Saws gefangennahme und der Konflikt von General Tandin und wie er sich am Ende der Folge dem Widerstand anschließt finde ich auch sehr cool und auch extrem passend. Auch die Kämpfe in der Folge und die Charakterentwicklungen von jedem einzelnen Hauptcharakter finde ich sehr gut!

    Abschließend muss ich sagen das diese Folge auch wieder alles richtig macht und für mich keinerlei Schwachpunkte aufzuweisen hat und daher für mich eine perfekte dritte Folge für diese grandiose Storyline ist. Daher wäre meine Bewertung klar ich würde der Folge ihre mehr als verdienten 5 von 5 Holocrons geben!

Kommentar hinterlassen