Rezension: The Clone Wars 5×05: „Der Preis der Freiheit“

Mit dieser Rezension zur Episode Der Preis der Freiheit endet der Onderon-Arc mit einem denkwürdigen und mutigen Opfer. Die Folge unter dem Originaltitel Tipping Points erschien am 27. Oktober 2012 erstmals in den USA und wurde in Deutschland erst drei Monate nach der vorherigen Folge ausgestrahlt – und zwar am 07. Juli 2013. Geschrieben wurde die Folge von Chris Collins, der somit alle Folgen dieses Arcs schrieb, und Regie führte Bosco Ng.

„Widerstand ist das Verlangen nach Veränderung.“

Offizielle Folgenbeschreibung: „Das Volk von Iziz erhebt sich gegen die Separatisten. Deshalb sendet König Rash Droidenkanonenboote zur Zerstörung der Basis der Rebellen aus. Da die Rebellen dagegen machtlos sind, bittet Ahsoka Obi-Wan und Anakin um Hilfe. Die Republik kann zwar offiziell nicht eingreifen, aber Anakin hat eine Idee, wie Onderons Freiheitskämpfer dennoch gerettet werden können.“

Star Wars: The Clone Wars Episodenguide
Die Droiden greifen an!

Zum Inhalt: In dieser Folge kommt es zur finalen Schlacht zwischen den Rebellen und den separatistischen Besatzern. Die Inszenierung finde ich in diesem Punkt sehr gelungen. Der Kampf wirkt, wie man sich einen Guerillakampf vorstellt. Man schickte nicht alle Streitkräfte frontal auf die Armee, sondern nutzte eben das Terrain und die Fauna, um sich zu wehren. Auch die anfängliche Übermacht der Separatisten und die damit explizit dargestellten Verluste der Rebellen (von den Kanonenbooten regelrecht zerfetzte Soldaten) sind eine überraschende Tendenz für eine Animationsserie. Auch die Kanonenboote an sich werden so etabliert, dass sie eine wahre Bedrohung in diesem Kampf darstellen und nicht nur weitere Dekorationen sind, wie der beinahe lächerlich einfach zu zerstörende MTT.

Um meine Überlegungen zum Status von Onderon aus den vorherigen Rezensionen zu einem Ende zu bringen, möchte ich nun auf die Erkenntnisse aus dieser Folge eingehen. Der offizielle Tonus der Republik ist, dass sie nicht in innere Angelegenheiten eingreifen kann. Dass die Jedi dies zwar indirekt und höchst inoffiziell tun, ist schon seit der ersten Folge des Arcs Fakt. Das ist auch durchaus plausibel. Ich möchte in diesem Kontext auch noch einmal daraufhinweisen, dass meine bisherige Kritik zur Frage der Legitimität des Widerstandes keinesfalls eine moralische oder ideelle Kritik war! Mich störte und stört nur, dass man die Bürger Onderons quasi als von den Separatisten unterjocht ansieht, während diese aber schon seit zwei Jahren unter König Rash leben (da die Story 20 VSY spielt) und erst jetzt durch Lux Beteiligung Widerstand proben. Das bedeutet, dass Onderon seit zwei Jahren eine separatistische Welt war und Mina Bonteri das auch im Parlament unterstützt hat. Nun gibt Dooku aber am Ende der Folge Onderon mehr oder weniger unberührt auf und Lux wird zum neuen Senator von Onderon in der Galaktischen Republik.

Das führt mich auch schon zu einem der wenigen Kritikpunkte an dieser Folge: Die Separatisten geben zu schnell auf. Ich schätze diesen Kritikpunkt jedoch nur als sehr gering ein, da Dooku die Entscheidung damit begründet, dass ein langer Konflikt nicht in seinem Interesse sei. Man kann davon ausgehen, dass es startegisch und militärisch wichtigere Welten als Onderon gibt. Da stellt sich nur die Frage, wieso es überhaupt erst eingenommen wurde und man zwei Jahre lang Ressourcen aufgewendet hat, um es zu stützen. Und auch hier kommen wir wieder auf die über alles schwebende Kritik: Wie kam Onderon zu den Separatisten und wie passt das zu einem entthronten König und einer vom Wechsel überzeugten Senatorin? Doch das möchte ich hier nicht noch einmal ausdiskutieren.

Die fehlende Möglichkeit offiziell einzugreifen wird übrigens sehr schön durch unser aller „Lieblingspiraten“ Hondo Ohnaka aufgelöst. Auch dass Anakin direkt mit ihm spricht und man eine Konversation zwischen diesen beiden Figuren erhält – wenn auch nur kurz – hat mich sehr gefreut. Wenn man bedenkt, was beide schon mit dem jeweils anderen durchmachen mussten, ist das auch ein denkwürdiges Wiedersehen. Außerdem dient es natürlich auch dazu, Hondo für den kommenden Arc wieder etwas ins Gedächtnis zu rufen. Dies gelingt meines Erachtens wie gesagt sehr praktisch, da man einen stichhaltigen Grund hat, sich an Hondo zu wenden.

Rettung zum greifen nah!

Auch der originale Folgentitel Tipping Points ist wieder ein Fachbegriff und bezeichnet diesmal den Umsturzpunkt, der eine geradlinige Entwicklung (die Herrschaft der Separatisten) plötzlich abbricht und umkehrt – was auf den Sieg am Ende hindeutet und den schnellen Tod von König Rash. Nach zwei Jahren konstanter Herrschaft ändert sich das abrupt durch eine Verkettung von Umständen.

Der letzte Punkt bei der Besprechung des Inhaltes ist natürlich der Tod von Steela Gerrera. Dieser ist keineswegs der erste mutige Tod (aus Autorensicht) innerhalb der Serie und vor allem innerhalb der späteren Staffeln – wenn man beispielsweise an Even Piell denkt. Doch ich finde, dass die Inszenierung und Hinführung zu diesem Tod sehr gut gemacht wurde. Man hat zum einen die scheinbare Mitschuld von Saw, da er das Kanonenboot abschießt, das den Felsvorsprung zum Einsturz bringt. Auch dieses Erlebnis ist prägend und passt zu seinem paranoiden und extremistischen Handeln in Rebels oder Rogue One. Zum anderen wird der Tod tatsächlich nicht auffallend künstlich heraufbeschworen. Man nutzt alle möglichen Kräfte, die zur Rettung Steelas vor Ort waren, sinnvoll und kann damit den Tod noch tragischer und nachvollziehbarer inszenieren. Zum einen ist da Lux, der daran scheitert, sie hochzuziehen, und deshalb selbst beinahe abstürzt, und zum anderen Ahsoka, die sogar sinnvollerweise auf die Macht zurückgreift, aber durch das noch intakte Kanonenboot tatsächlich nicht nur abgelenkt, sondern auch getroffen wird! Damit ist Steelas Tod unausweichlich und eine sehr gute Entscheidung obendrein. Ich habe ja bereits gelobt, dass der Kampf gegen die Übermacht der Separatisten gut inszeniert wurde und auch in manchen Teilen glaubhaft brutal ist. Aus diesem Grund finde ich es gut, dass auch die Anführerin der Gefahr erliegen kann und gleichzeitig noch für den König, den sie zurück auf den Thron bringen wollte, ihr Leben lässt. Natürlich ist das alles in Teilen eine idealisierte Darstellung, aber eben auch eine mutige, eine Hauptfigur der letzten 80 Minuten am Ende zu opfern. dadurch erhält diese letzte Folge und damit der ganze Arc noch eine stärkere emotionale Komponente, gerade wenn man an die Liebesbekundung zwischen Lux und Steela denkt, die sich auch seit vier Folgen kontinuierlich entwickelt hat.

Lux und Steela küssen sich.

Anmerkungen: Nachdem heute viele Punkte, die sonst in den Anmerkungen zu finden sind, im Inhalt mit abgehandelt wurden, gehen wir in dieser Sektion mal wieder etwas mehr auf den Behind-the-Scenes-Aspekt ein. Zum einen lobt Ahsoka Steelas Mut, woraufhin Lux antwortet: „Wozu soll das gut sein, wenn sie getötet wird?“ Das kann natürlich zum einen als Foreshadowing für das Ende aufgefasst werden, ist aber vor allem eine Anspielung auf Leias Bewunderung für den Mut von Han Solo in Episode IV, woraufhin Luke das gleich erwidert wie Lux. Ob das nun bedeutet, dass Ahsoka und Lux Geschwister sind, ist eine andere Frage!

Außerdem fand ich es ganz interessant, zu erfahren, wie die Geräusche der Kanonenboote gemacht wurden. Man hat die Geräusche einer Kreissäge, eines Dieselmotors und eines menschlichen Schreis gemischt und gefiltert und so das bedrohliche Fluggeräusch der Kanonenboote erschaffen.

Animation: Mir gefällt rückblickend der Planet Onderon, sowohl in der Stadt als auch in den umliegenden Dschungeln und Gebirgen sehr gut. Die Charaktermodelle sind ebenfalls gut umgesetzt und hinterlassen bleibende Bilder im Kopf. Ob nun Steelas Frisur, das markante Gesicht von Dendup oder die an römische Kaiser erinnernde Darstellung von König Rash. Außerdem gefällt mir die Erweiterung der Fauna sehr gut, die unter anderem von den Rupings Verstärkung erhalten hat. Das sind die vieräugigen Flugtiere der Rebellen, die nach der Künstlerin Tara Rueping benannt wurden.

Onderon ehrt die Opfer der Gefallenen!

Fazit: Für mich gehört der Onderon-Arc zu einem der Highlights der Serie, da er politische Aspekte wie Souveränität und den Unterschied zwischen Terrorismus und Widerstand aufgreift. Leider scheitert er ein Stück weit daran, dass die Vorgeschichte verwirrende Voraussetzungen liefert. Trotzdem hat man es geschafft, die spätere Rebellenallianz quasi als Prototyp in diesem Arc darzustellen, und ist von der Republik-gegen-Separatisten-Schiene weggekommen. Definitiv einer der besten Arcs der Serie und auch gerade wegen – aber nicht nur – der Vorgeschichte Saws einen Blick wert!

vorherige Episode: Lang lebe der König (Staffel 5, Episode 4)
nachfolgende Episode: Die Versammlung (Staffel 5, Episode 6)

Ein Kommentar

  1. Ich finde die Folge sehr sehr gut!

    Zun einen finde ich die Taktik der Rebellen die Separatisten in die Berge zu locken sehr cool und passend da es aus strategischer Sicht klüger ist das Terrain als Deckung zu benutzen. Zum anderen finde ich die Kämpfe und die verzweiflung der Rebellen im laufe der Schlacht sehr gut dargestellt und auch Hodo wird hier sinvoll genutzt. Auch wie die Figuren sich noch in dieser Folge weiterentwickeln ist wie ich finde auch sehr gut. Der Tod von Steela und die Trauerfeier am Ende sind finde ich auch sehr gut und man merkt bei der Trauerfeier nochmal extrem gut was Steela für eine Symbolfigur für den Widerstand war.

    Letztendlich muss ich sagen das auch diese Folge wieder alles richtig macht und diesen Handlungsbogen grandios abschließt. Er ist deshalb auch mein 2 Lieblings Handlungsbogen in ganz TCW da die Thematik mit den Rebellen die ihre Heimat befreien und die Charakterentwicklungen in den Folgen wirklich perfekt sind. Daher wäre meine Bewertung klar ich würde dieser Folge auch wieder ihre mehr als nur verdienten 5 von 5 Holocrons geben für den Abschluss eines grandiosen Handlungsbogens!

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