Rezension: Maul: Shadow Lord Kapitel 7: „Zur Vergessenheit bestimmt“ & Kapitel 8: „Die erstickende Furcht“

Am morgigen 4. Mai, dem Star Wars-Tag May the Fourth, erscheint das erste große Staffelfinale der düsteren Animationsserie Maul: Shadow Lord. Davor erschienen am vergangenen Montag aber noch die Kapitel 7 und 8, in denen die Lage sowohl für den Schattenlord, als auch für die Familie Lawson auf der Flucht vor dem Imperium immer aussichtsloser wird. „Zur Vergessenheit bestimmt“ („Call to Oblivion“) stammt wie die dritte Episode aus der Feder von Julia Cooperman und entstand unter der Regie von Nate Villanueva (Kapitel 1 und 4). „Die erstickende Furcht“ („The Creeping Fear“) schrieb hingegen Jennifer Corbett (Kapitel 5), während Saul Ruiz (Kapitel 1, 2 und 5) die Regie übernahm.

„Die Feinde kommen näher und Maul ist gezwungen, sich ihnen zu stellen.“

„Ein überstürzter Fluchtplan birgt Gefahren, während sich der isolierte Maul neu sammelt.“

Folgenbeschreibungen auf Disney+

Hinweis: Diese Rezension ist bis zum Fort- und Ausgang der besprochenen Folgen einigermaßen spoilerfrei, in der Kommentarsektion dürft ihr aber frei und spoilerlastig eure Eindrücke zur Serie mitteilen. Die Kommentare können also Spoiler enthalten!

Maul in STAR WARS: MAUL - SHADOW LORD, exclusively on Disney+. Photo courtesy of Lucasfilm Ltd. © 2026 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved.
Maul in STAR WARS: MAUL – SHADOW LORD, exclusively on Disney+. Photo courtesy of Lucasfilm Ltd. © 2026 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved.

Doppelt rote Klingen im Triple

Nachdem Marrok als ebenbürtiger Gegner für den ehemaligen Sith-Lord eingeführt wurde, bekommt er Verstärkung durch den Elften Bruder aus Geschichten der Jedi und Geschichten des Imperiums, wodurch es endlich mehr von dessen grandiosem Design zu sehen gibt. Leider ist die Darstellung der Skills von beiden Inquisitoren nicht wirklich konsistent mit ihren bisherigen Auftritten. In Geschichten der Jedi S01E06: „Ausklang“ wird der Elfte Bruder – der Kürze der Erzählung schuldend – recht schnell und einfach von Ahsoka Tano besiegt, ebenso wie Marrok Jahrzehnte später in Ahsoka Teil IV: „Gefallene Jedi“. Dass beide nun plötzlich als ernstzunehmende Gegner für den talentierten Kämpfer Maul dargestellt werden, unterstreicht zwar ungemein die Gravitas und bedrückende Stimmung der neuen Episoden, schadet aber der Kontinuität innerhalb der von Dave Filoni verantworteten Serien. Da hilft auch nur bedingt, dass Maul immer noch mit der Beschädigung seiner mechanischen Gliedmaßen durch Meister Daki am Ende von Kapitel 4 zu kämpfen hat und somit die Chancen der Inquisitoren ausgeglichener sind.

Auch ist es der Spannung, wie so oft bei Star Wars-Prequels oder -Interquels, wenig zuträglich, dass man bei allen drei dunklen Machtnutzern in diesem Szenario – Maul, Marrok und dem Elften Bruder – bereits weiß, dass sie überleben werden und wie ihre Geschichte weiter, beziehungsweise zu Ende geht. Dadurch ist auch klar, dass in diesem Kampf der dreifachen Doppellichtschwerter niemand endgültig besiegt werden kann. Dieses Problem konnte aber in der seit jeher nicht-chronologischen Erzählweise von Geschichten aus der weit, weit entfernten Galaxis selten den Spaß trüben, obwohl die Ungewissheit des weiteren Schicksals bei anderen Inquisitoren oder gänzlich neuen Figuren natürlich für höhere Spannung sorgen würde.

(L-R): Eleventh Brother and Marrok in STAR WARS: MAUL - SHADOW LORD, exclusively on Disney+. Photo courtesy of Lucasfilm Ltd. © 2026 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved.
(L-R): Eleventh Brother and Marrok in STAR WARS: MAUL – SHADOW LORD, exclusively on Disney+. Photo courtesy of Lucasfilm Ltd. © 2026 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved.

Doppelt neue Stimmen

Nach einem dramatischen Ausbruch seiner Macht bekommt es der Zabrak in der zweiten Episode auf dem einsamen Weg zurück mit Visionen von der Vergangenheit zu tun, die ihm auf schmerzhafte Weise seine Prioritäten klar machen und der leidgeplagten Figur des Darth Maul eine neue Ebene hinzufügen. Die Auswahl der gezeigten Szenen bildet dabei eine Art Best-of der entscheidenden Momente aus Episode I und The Clone Wars für den Charakter, sowie erstmals eine Bewegtbild-Version des Moments, in dem der junge Maul seine Heimatwelt Dathomir verlässt, um sich dem späteren Imperator Darth Sidious anzuschließen.

Letzterer wird im Original dabei zum ersten Mal seit der unbearbeiteten Fassung von „Die Belagerung von Lothal“, dem Auftakt der zweiten Rebels-Staffel – seit 2019 nur noch überschrieben mit Ian McDiarmids Stimme zu finden –, wieder von Maul-Sprecher Sam Witwer selbst gesprochen. Seine beeindruckende, wenn auch nie ganz an McDiarmid heranreichende Performance als Imperator war davor zum Beispiel schon in The Force Unleashed zu hören. Er ist dementsprechend eine gute Wahl für die kurzen Zeilen. Leider ist dagegen Palpatines großartiger deutscher Stammsprecher Friedhelm Ptok vor wenigen Monaten verstorben und konnte so nach seinen letzten Auftritten in The Bad Batch nicht mehr die synchronisierte Fassung bereichern.

Stattdessen hat man sich für Hanns Jörg Krumpholz als neue deutsche Stimme entschieden, was einem Kuriosum gleicht. Krumpholz ist nämlich in The Mandalorian Kapitel 23: „Die Spione“ (2023) und Geschichten des Imperiums S01E02: „Der Pfad der Wut“ (2024) für dessen kanonische Auftritte die deutsche Stimme von Gilad Pellaeon, der rechten Hand von Großadmiral Thrawn. Nun wurde Pellaeon im aufwendigen Hörspiel zur Thrawn-Trilogie aus den Jahren 2012–2014 vom 2022 verstorbenen Schauspieler Erich Ludwig vertont, der in den Trailern und TV-Spots zu Episode IX: Der Aufstieg Skywalkers – nicht im fertigen Film, da war es wieder Ptok – ebenfalls für Palpatine am Mikrofon stand. Kurz gesagt: Ob Absicht oder nicht, das ist jetzt das zweite Mal, dass eine deutsche Stimme von zunächst Pellaeon nun für Imperator Palpatine ausgewählt wird. Mit Mauls nach wie vor ungewohnter neuer deutscher Stimme ist das ehemalige Meister-Schüler-Gespann also zumindest hierzulande eine unfreiwillige Schicksalsgemeinschaft, was im O-Ton, den man für diese Serie absolut vorziehen kann, überhaupt nicht ins Gewicht fällt. Zumindest bei den deutschen Stimmen der anderen Charaktere in besagten Visionen ist, wie man es von früheren Synchron-Entscheidungen gewohnt ist, aber alles richtig gemacht worden.

Two Boots in STAR WARS: MAUL - SHADOW LORD, exclusively on Disney+. Photo courtesy of Lucasfilm Ltd. © 2026 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved.
Two Boots in STAR WARS: MAUL – SHADOW LORD, exclusively on Disney+. Photo courtesy of Lucasfilm Ltd. © 2026 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved.

Doppelte Schnittmengen

Nun aber von den vielen Vergleichen und erwähnten anderen Star Wars-Projekten zurück zu den bisher letzten Folgen. Die Action nimmt darin nach den letzten Entwicklungen einen spürbar größeren Raum ein, muss die Handelnden von A nach B bringen und dabei für typische Star Wars-Momente sorgen. Dadurch nehmen aber auch die holprigen Schnitte der Regie deutlich zu, wodurch manche der Szenen viel von ihrer Wirkung verlieren. Dass sich ganz normale Personen ohne Machtempfänglichkeit oder Technologie außerdem als scheinbar übermenschliche Schützen oder Kämpfer entpuppen, welche wie Videospiel-Charaktere in Shootern zahllose Sturmtruppen ohne große Schwierigkeiten einfach wegschießen, schadet zudem der Glaubwürdigkeit dieser Szenen und damit der Ernsthaftigkeit der Serie allgemein. Selbst die in den Klonkriegen viel gesehenen Kanonenboote, die das Imperium einsetzt, sind scheinbar aus Pappe, wenn sie derart einfach vom Himmel gepustet werden können.

Dafür entschädigen sich weiter verschiebende Beziehungsgeflechte, für die nun seit mehreren Folgen der Grundstein gelegt wird. Insbesondere Two-Boots‘ Haltung zum Imperium und die Loyalität der mandalorianischen Kriegerinnen und Krieger unter Mauls Getreuer Rook Kast werden extrem auf die Probe gestellt und sorgen für die nötige Dynamik in der Handlung. Was zwischen den Charakteren passiert, ist also spannender, als die schwächelnd inszenierten Actionszenen außerhalb der direkten Lichtschwertduelle.

Rook Kast in STAR WARS: MAUL - SHADOW LORD, exclusively on Disney+. Photo courtesy of Lucasfilm Ltd. © 2026 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved.
Rook Kast in STAR WARS: MAUL – SHADOW LORD, exclusively on Disney+. Photo courtesy of Lucasfilm Ltd. © 2026 Lucasfilm Ltd. All Rights Reserved.

Fazit

Auch wenn nun mehr kritisiert wurde, als in den ersten drei Rezensionen der Serie, überwiegt der positive Eindruck von Maul: Shadow Lord, dessen Stärken unverändert dominieren. Die nicht gänzlich packenden Actionszenen und die zu beliebig schwankende Darstellung der Inquisitoren sorgen für den leichten Punktabzug, wogegen im Deutschen ein ganz bestimmtes Stimmproblem – neben der Hauptfigur, zu der genug gesagt wurde –, welches durch traurige Umstände nicht anders zu lösen war, nicht in der Wertung berücksichtigt wird.

Bewertung: 4 von 5 Holocrons
Bewertung: 4 von 5 Holocrons

Nun sind wir aber überaus gespannt auf das große Finale und darauf, welche der zuletzt angeteasten Figuren aus dem größeren Star Wars-Kontext einen Auftritt bekommen – und welche Stimmen dafür in beiden Sprachfassungen jeweils zu hören sind.


Wenn ihr auf der Suche nach Maul-Geschichten aus dem Literatursektor seid und noch nicht in unseren Guide dazu reingeschaut habt, könnt ihr das einfach über die Grafik tun:


Freut ihr euch nun auf das – hoffentlich spannende – Finale?

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