Rezension: The Clone Wars 4×13: „Meister und Sklave“

Mit der heutigen Folge endet der Sklaven-Arc auf dem Planeten Kadavo. Die am 6. Januar 2011 in den USA erstmals ausgestrahlte Folge Escape from Kadavo wurde wie die beiden vorherigen Episoden von Henry Gilroy und Steven Melching geschrieben und von Danny Keller inszeniert. In Deutschland bekamen wir diese Folge unter dem Titel Meister und Sklave erstmals am 16. Juni 2012 zu Gesicht.

„Durch kleine Opfer kann große Hoffnung entstehen.“

Offizielle Folgenbeschreibung: „Count Dooku trifft auf Zygerria ein, um Anakin gefangen zu nehmen und Königin Miraj zu ihrer Allianz mit den Jedi zu befragen. Anakin flüchtet und rettet Ahsoka, aber Dooku befiehlt die Hinrichtung von Obi-Wan und Captain Rex. Sie wurden auf Befehl der Königin mit den verschollenen Kolonisten von Kiros in einem Sklavenlager festgehalten.

Star Wars: The Clone Wars Episodenguide
Obi-Wan wird mit den Konsequenzen von Ungehorsam konfrontiert.

Zum Inhalt: Selten habe ich so wenig Inhaltliches zu einer Folge notiert wie zu dieser, während ich sie mir angesehen habe. Das liegt vorrangig daran, dass es sich hier am ehesten um eine klassische Actionfolge handelt. Lichtschwertkampf hier, Flotte und Armee da. Bekanntlich bin ich nicht der größte Fan solcher Folgen in The Clone Wars und wenn, dann nur, wenn sie wie der Umbara Arc eine spannende Geschichte erzählen. Dies gelingt hier nur zum Teil.

Die Konfrontation von Obi-Wan mit den Konsequenzen seines „Edelmutes“ ist in Ansätzen gut gemacht, geht aber gerade aufgrund der begrenzten Dauer der Folge meines Erachtens nicht tief genug. So kommt es dazu, dass der Tod der Kolonisten am Ende der vorherigen Folge noch den größten Einfluss hätte haben müssen und so seine Konditionierung eigentlich falsch herum erzählt wird. Alles, was wegen seiner Präsenz später noch passiert, ist weniger dramatisch als der Tod dieser acht Kolonisten. Das bedeutet, man hat den Spannungsbogen falsch gespannt und die schlimmste Konsequenz vor alle anderen gesetzt, weshalb man die „Gebrochenheit“ Obi-Wans, die trotz der abnehmenden Konsequenzen zunimmt, nicht vollends glauben kann.

Count Dooku trifft ein.

Auch ist die gesamte erste Hälfte der Folge eine schnelle Vorbereitung auf den Showdown, die aber mit so vielen Logiklöchern hervortritt, dass ich es teilweise nur schwer ertragen konnte. Wieso wird Anakin von zwei Wachen auf dem Balkon festgehalten, wo er doch in der Folge zuvor erst durch sechs Peitschen aufgehalten werden konnte? Wieso kann Ahsoka ihr Schockhalsband unmittelbar nach dem Verlassen des Käfigs mit der Macht zerstören, aber nicht während sie sich darin befand, oder wieso nicht, als sie die Königin in der vorherigen Folge mit dem Lichtschwert bedrohte? Hat sie vergessen, dass sie es trägt, oder fand sie es sah schick aus, ohne einen Zweck zu haben?

Zuletzt: Wo sind die 50.000 Siedler?! Ich äußerte ja bereits, dass ich froh bin, keine 80 Millionen Siedler in der Story zu haben, wie es im Comic der Fall war. Aber in dieser Folge seilen sich maximal 60 (wenn überhaupt) Sklaven ab, wo in der letzten Folge noch froh verkündet wurde, man habe das Volk der Togruta gefunden. Das bedeutet also, wenn nur 60 gerettet werden konnten und acht in der vorherigen Folge zur Abschreckung Obi-Wans starben, dass die Republik 49.932 Siedler auf dem Gewissen hat, da sie die Anlage in die Luft sprengte. Wie gesagt, ich habe kein Problem damit, 50.000 Siedler in der Story anzunehmen, aber dann muss man auch versuchen, diese zu visualisieren, und wenn es nur im Hintergrund geschieht.

Anakin wird von Dooku überwältigt.

Der absolute Star der Folge ist für mich jedoch Count Dooku. Seine Art, wie er mit der Königin spricht und ihre Drohgebärden kühl und mit der Macht erwidert, ist eine der besten Szenen der Folge. Natürlich ist diese Tatsache auch metaphorisch interessant und hätte mit dem Spruch der vorherigen Folge noch viel besser funktioniert. Zumal der Zuschauer und auch Anakin erst in dieser Folge erfährt, dass die Königin selbst eine Sklavin ist. Demgegenüber ist der Spruch dieser Folge erneut etwas ungünstig gewählt, da mir nicht klar ist, von wem das „kleine Opfer“ ausgeht.

Anmerkungen: Viel gibt es für diese Folge eigentlich nicht anzumerken. Zum einen wurde das Erziehungszentrum ursprünglich für Staffel 1 und Ryloth entworfen, die Sternenjäger der Zygerrianer basieren auf Konzepten für die imperiale Raumfähre in Episode VI und in dem Erziehungszentrum sind Schreie und Rufe aus Indiana Jones 2: Der Tempel des Todes zu hören, wenn die Gefangenen an den Öfen arbeiten.

Animation: Die Architektur des Erziehungszentrums gefällt mir sehr gut, auch wenn die umliegende Landschaft etwas generisch wirkt. Trotzdem kann man viele neue und interessante Designs sehen, darunter auch die noch unverbrauchten Z-95-Sternenjäger der Republik. Der Kampf zwischen Anakin und Dooku ist gut inszeniert und die Togruta sind größtenteils schön abwechslungsreich gestaltet.

Ahsoka und der Gouverneur fragen sich wo die 50.000 Siedler sein sollen…

Fazit: Für mich ist der gesamte Arc eine solide, durchschnittliche Story in The Clone Wars. Er greift ein wichtiges galaktisches Thema auf, welches auch jetzt langsam wieder Einzug in den Kanon erhält (unter anderem durch Queen’s Shadow und Master and Apprentice), geht aber leider nicht tief genug mit den psychischen Folgen von Sklaverei um, die gerade durch Anakins Erfahrungen nahbarer hätten werden können. Trotzdem bietet dieser Arc eine gute Mischung aus Action und Dialogen und ist damit wie gesagt gut im soliden Mittelfeld einzuordnen.

vorherige Episode: Sklaven der Republik (Staffel 4, Folge 12)
nachfolgende Episode: Der andere Weg (Staffel 4, Folge 14)

Über den Autor

Tobias
Tobias begeistert sich für so ziemlich alles aus dem Star Wars Universum. Primär interessieren ihn Romane und Videospiele aus einer weit weit entfernten Galaxis. Im normalen Leben studiert er in Bamberg Politikwissenschaft und Geschichte.

1 Kommentar

  1. Schosch

    Ich finde die Folge ganz okay.

    Zum einen finde ich hier den inneren Konflikt den jeen der einzelnen Charaktere mit sich selbst auszutragen hat wirklich gut gemacht. Außerdem wird hier die düstere Stimmung und dasn Thema Sklaveri wieder gut in Szene gesetzt.

    Die einzigen punkte die mich aber wieder Stören sind zum einen die wieder völlig absurde Beziehung zwischen Anakin und der Königin. Zum anderen finde ich den Kampf zwischen Anakin und Dooku extrem langweilig.

    Alles in allem ist diese Folge eher solide genauso wie der ganze Handlungsbogen.Daher würde ich der Folge 3 von 5 Holocrons geben!

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