Rezension: The Clone Wars 4×05: „Unterwelt“

Nachdem in der letzten Folge die Zukunft des Krieges auf dem Spiel stand, fahren wir heute die Wichtigkeit etwas zurück und begleiten R2-D2 und C-3PO in der von Bonnie Mark geschriebenen Folge nach Aleen, um einen Fluch zu brechen. In den USA war die Folge erstmals am 7. Oktober 2011 unter dem Originaltitel Mercy Mission zu sehen. Mitte Mai konnten wir dann auch in Deutschland die von Danny Keller inszenierte Folge mit dem deutschen Titel Unterwelt sehen.

„Verstehen heißt, die verborgene Wahrheit zu erkennen.“

Offizielle Folgenbeschreibung: „C-3PO und R2-D2 sind hergebracht worden. Sie sollen den Klontruppen helfen, Versorgungsgüter zum Planeten Aleen zu bringen, der von Beben verwüstet wurde. Die beiden stürzen in einen Spalt im Boden und gelangen in eine merkwürdige Unterwelt. Dort finden sie heraus, dass der Riss zwischen den beiden Welten geschlossen werden muss, um den Beben ein Ende zu bereiten.“

Star Wars: The Clone Wars Episodenguide
Mit vereinten Kräften helfen die beiden den Aleena

Zum Inhalt: Ich muss zugestehen, dass ich diese Folge mehr mag als ich es wahrscheinlich sollte oder selbst möchte. Natürlich wirkt sie etwas seltsam, aber sie schafft beispielsweise die Implementierung von Humor besser als die vorausgegangene Folge. Als positiv kann man unter anderem das Duo C-3PO und R2-D2 beschreiben. Ich finde, Folgen mit diesen beiden Figuren sollten es schaffen, diese zynisch-schnippische Beziehung aus den Filmen widerzuspiegeln und gleichzeitig ihre Freundschaft zu begründen. Beides gelingt hier sehr gut. R2-D2 fliegt C-3PO hinterher, als dieser in das Loch stürzt, ohne darüber nachzudenken. Gleichzeitig feiert sich C-3PO als derjenige, der das Rätsel von Orphne gelöst hat, und R2-D2 lässt ihn quasi damit durchkommen.

Was mir neben diesem Duo noch gefällt, sind einerseits die Aleena als Eingeborene mit Sprachbarriere gegenüber den Klonen. Wenn sie schließlich Hilfe holen wollen, weil die beiden Droiden in den Spalt gefallen sind, ist es genau diese Arroganz der Klone, die für diese wichtiger ist als den kleinen Verrückten zu folgen. Auch die Verehrung für C-3PO, weil dieser vermeintlich das Beben bei seinem Eintreffen auf dem Planeten beendet hat, ist eine schöne Reminiszenz an seine Funktion im Ewok-Dorf in Episode VI. Ein weiterer Grund, weshalb ich diese Folge trotz des humoristischen, abgedrehten Einschlags gut finde.

Orphne (die Sphinx) diktiert ein Rätsel.

Auch das Rätsel in der Unterwelt ist neben einer deutlichen Anspielung an die Sphinx (die einst von Ödipus vor den Toren Thebens bezwungen wurde), wieder eine Erinnerung an die Art der Freundschaft dieser beiden Droiden. Während R2-D2 klug die Hinweise auf dem Boden abgeht, steht C-3PO in seiner leicht überheblichen Art in der Mitte des Raumes und nimmt davon gar keine Kenntnis. Dass die beiden Droiden am Ende auch selbstständig das „Tor zur Unterwelt“ versiegeln, ist ebenfalls eine gute Entscheidung, denn so entzieht man das Abenteuer der beiden komplett dem Wissen der Klonsoldaten, die es kaum erwarten können, die beiden loszuwerden.

Die Eingeborenen Aleena sehen C-3PO als ihren Erlöser an.

Anmerkungen: Viele Anmerkungen habe ich bereits in meiner Kritik zum Inhalt untergebracht. Da ich weiß, dass diese Folge vor Anspielungen nur so strotzt (und sich das in der nächsten keinesfalls ändern wird), könnte ich mir vorstellen, dass die Kindalo – also die sprechenden Bäume in der Unterwelt – von denen aus Herr der Ringe inspiriert wurden, während man für die Herrin der Unterwelt wohl die verführerische Version der Sphinx von Gustave Moreau heranzog. Außerdem spielt der Name dieser Herrin der Unterwelt an Orphne, die Mutter des Askalaphos an, welche eine Flussnymphe gewesen sein soll. Dies ist natürlich eine schöne Idee, um die Lösung des Rätsels in ihrem Namen zu verstecken. Interessant fand ich auch den Trivia-Fakt, dass diese Folge die am wenigsten angesehene Folge der ganzen Serie ist.

Animation: Was mir wirklich sehr gefällt, sind neben dem Landeanflug auf dem Planeten auch die verschiedenen Farben, die sich auf C-3PO – vor allem in der Unterwelt – spiegeln. Dadurch wirkt er teilweise eher schwarz oder grünlich schimmernd. Generell wird der Unterwelt eine wirklich farbenprächtige Darstellung gewidmet. Auch die Aleena und insbesondere der Häuptling haben mich in ihrer Animation und Darstellung allgemein sehr positiv überrascht.

Die Klone rund um Wolffe sind froh, die Droiden bald los zu sein!

Fazit: Mit dieser und der kommenden Folge hat man die „kriegsbewegenden“ Themen ruhen lassen und sich dem beliebten Droidenduo gewidmet. Die Folgen mögen für manche zu abgedreht sein, doch ich finde, sie beinhalten auch eine tiefere Bedeutung, wie etwa die Beziehung zwischen den Bewohnern auf der Oberfläche und ihrem Fundament. Wenn man das nicht darin sehen will oder kann, so erkennt man immerhin einige Anspielungen auf andere Werke der Literatur, auch wenn dies in der kommenden Folge noch wesentlich deutlicher wird.

Vorherige Episode: Krieger des Schattens (Staffel 4, Folge 4)
Nachfolgende Episode: Zwischen den Welten (Staffel 4, Folge 6)

Über den Autor

Tobias
Tobias begeistert sich für so ziemlich alles aus dem Star Wars Universum. Primär interessieren ihn Romane und Videospiele aus einer weit weit entfernten Galaxis. Im normalen Leben studiert er in Bamberg Politikwissenschaft und Geschichte.

1 Kommentar

  1. Schosch

    Ich finde die Folge eigentlich nicht so gut!

    Zum einen finde ich sie ziemlich langweilig zum anderen gibt es manche teile in der Folge die sie extrem in die Länge ziehen. Gerade der Anfang.

    Was ich aber ganz cool finde ist die Idee mit der Unterwelt und das Rätsel.

    Alles in allem finde ich die Folge langweilig.Da sie aber auch ein paar positive Aspekte hat würde ich ihr 2 von 5 Holocrons geben!

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