Rezension: The Clone Wars 4×06: „Zwischen den Welten“

Nachdem sich das Droidenduo aus C-3PO und R2-D2 in der letzten Folge der Sphinx stellen mussten, erleben sie in dieser von Steward Lee inszenierten Folge namens Zwischen den Welten eine wahre Odyssee. Ausgestrahlt wurde die Folge unter dem Originaltitel Nomad Droids ebenfalls am 14. Oktober 2011 erstmals in den USA. Die Folge wurde von Steven Mitchell und Craig van Sickle geschrieben und erschien am 20. Mai 2012 dann auch in Deutschland.

„Wer ist der größere Tor – der Tor oder der Tor, der ihm folgt?“ (Episodenguide)
„Wer ist törichter, der Narr oder der Narr, der ihm folgt?“ (dt. Synchro)

Offizielle Folgenbeschreibung: „C-3PO und R2-D2 reisen vom Planeten Aleen zurück auf ihren Heimatplaneten Coruscant, als sie in einem Y-Flügler vor einem Separatisten-Angriff fliehen müssen. Sie stürzen auf dem Planeten Patitite Pattuna ab, wo winzige Eingeborene sie gefangen nehmen – das ist für die Droiden nur das erste einer ganzen Reihe seltsamer Abenteuer.“

Star Wars: The Clone Wars Episodenguide
Der große Hay-Zu wird zerquetscht

Zum Inhalt: Kann man bei einer solchen Folge tatsächlich sinnvoll den Inhalt rezensieren? Für mich ist diese Episode eine Aneinanderreihung von Blaupausen der Autoren, die sich selbst keineswegs ernst nimmt und dabei viele witzige Situationen produziert. Ich werde nun versuchen, meine Rezension anhand dieser kurzen Zusammenfassung aufzubauen.

Zunächst einmal haben wir es hier mit de facto fünf verschiedenen kleinen Geschichten und stets intendierten Anspielungen zu tun. Zunächst fliehen die Droiden von einem Schiff, dass von einem anderen verfolgt und beschossen wird. Als C-3PO dann noch erwähnt, dass dieser Y-Flügler keine Rettungskapsel ist, und sie auf dem Schiff durch Schusswechsel in den Korridoren fliehen, wird schnell klar, dass hier auf Ihre Flucht von der Tantive IV angespielt wurde. Als sie dieses Szenario hinter sich gelassen haben, landen die Droiden auf dem seltsamen Planeten Patitite Pattuna, auf welchem Lebewesen hausen, die sehr klein sind (und auf die Brownies aus Willow – ein Machwerk von George Lucas – anspielen sollen). Diese nehmen die vermeintlich großen Invasoren gefangen und fixieren sie auf dem Boden. Spätestens dann sollte jedem klar sein, dass wir es hier mit einer Anspielung auf Gullivers Reisen zu tun haben und der Planet nach dem französischem Wort für „klein“ inspiriert wurde. Besonders gefallen hat mir an dieser ganzen Folge, aber vor allem in dieser Situation, der subtile, teils schwarze Humor, welcher durch die beiden Droiden unfreiwillig heraufbeschworen wird. Wenn C-3PO sagt, er würde R2 lieber abschalten als einen galaktischen Zwischenfall zu provozieren, und dann selbst für den Tod des großen (metaphorisch gemeint) Hay-Zu verantwortlich ist, kann man sich ein Lachen nicht verkneifen. Zumal die Inszenierung dabei hervorragend umgesetzt wurde (und wiederum an ein literarisches Werk anspielt: den Zauberer von Oz und die Freude der Munchkins über den Tod der bösen Hexe). Auch die Einführung einer Demokratie nach dem Tod des Herrschers und die Schwierigkeiten der Umsetzung werden kurz, aber prägnant und ebenfalls sehr unterhaltsam dargestellt. Die zynischen Kommentare C-3POs geben der Situation dann noch den letzten Schliff: „Wir lassen sie ihre fröhliche Demokratie allein aufbauen.“

Das Imperium der Droiden ist gefallen!

Daraufhin landen sie auf einem weiteren Planeten und sehen sich mit einem übergroßen Hologramm-Herrscher konfrontiert. Auch diese Szene spielt auf das Werk Der Zauberer von Oz an. Diesmal ist der Große Zauberer von Oz selbst damit gemeint, der durch Hexen und sein Transportmittel als mächtiger Zauberer auftritt, selbst aber eigentlich keine besondere Macht hat. Dass man hier die aus Episode I bekannten Boxendroiden für die Täuschung heranzieht, ist meiner Meinung nach eine weitere schöne Idee. Auch hier werden wieder einige tolle Zitate gebracht, die den Standpunkt der Droiden untermauern sollen: „Wenn du jemanden herumkommandieren willst, such dir deine eigenen Organismen! Das war’s mit meinem Imperium! Rennt um euer Leben!“

Nach diesem dritten Abenteuer (wenn man Aleen aus der vorherigen Folge hinzuzählt) verschlägt es die Droiden dann auf ein Piratenschiff, was wiederum eine Anspielung auf Gullivers Reisen ist. Auch er wird nach seinem dritten Abenteuer von Piraten angegriffen. Ab dann geht die Folge leider einen schlechteren Weg. Während man bis jetzt viele Anspielungen auf große literarische Werke hatte, inszeniert man noch schnell zwei Etappen die weniger als Anspielungen dienen sollen oder können. Zum einen werden die Droiden zum Gladiatorenkampf gezwungen, welcher erstmals 1979 in einem Han Solo-Roman Erwähnung fand, und daraufhin mit dem Hochofen zum Einschmelzen konfrontiert. Letztere Etappe hat meines Wissens nichts mit irgendwelchen Anspielungen auf bekannte Werke zu tun. Damit will ich nicht sagen, dass es dieser immer bedarf, aber wenn eine Folge beziehungsweise zwei Folgen sich genau dadurch auszeichnen wollen, sollte man auch versuchen, es so zu Ende zu bringen. Eventuell kann man sich eine Anspielung auf die Droidenfabrik in Episode II oder auf Jabbas Palast in Episode VI vorstellen, wobei beide Möglichkeiten nicht durch eindeutige Bilder untermauert werden. Die wiedereinsetzende Erzählung ohne Unterlass seitens C-3PO gegenüber Commander Wolffe ist eine schöne Rückerinnerung an das Ende der ersten Folge dieses sehr abgedrehten Story-Arcs.

C-3PO und R2-D2 fliehen vom Piratenschiff

Anmerkungen: Viele Anmerkungen sind erneut in meiner inhaltlichen Kritik untergekommen. Einzig anmerken möchte ich, dass der Spruch zu Beginn in seiner im Episodenguide abgedruckten Form an Obi-Wans Zitat aus Episode IV erinnern soll. Dieser Fakt ist gerade in Bezug auf die sonst vor Anspielungen strotzende Episode interessant. Leider wurde der Spruch in der deutschen Folge sowohl anders auf dem Bildschirm angezeigt als auch synchronisiert, womit die Anspielung etwas verloren geht.

Animation: Für diese vielen Ortswechsel und Konfrontationen mit den unterschiedlichsten Spezies und Droiden ist die Animation in dieser Folge sehr gut gelungen. Zwar gefallen mir die Aleena aus der letzten Folge besser als die Umsetzung der Patititen, aber trotzdem wirkt die Spezies kreativ und durchdacht. Auch die Schlachtsequenzen im Weltraum sind schön anzusehen und wirken wesentlich flüssiger als vergleichbare Szenen in den ersten Staffeln.

Gulliver – äh – C-3PO ist gefangen!

Fazit: Ich entziehe sowohl diese als auch die vorherige Folge in gewisser Weise einer Wertung. Sonst bewerte ich meist die Art der Handlung und wie konstruiert ich diese finde und welche Entwicklung die Figuren durchlaufen. Diese Folge hat aber nicht den Anspruch, die Klonkriege voranzubringen oder C-3PO oder R2-D2 besser zu verstehen. Beide handeln, wie man es von ihnen kennt, und trotzdem hat mir dieser kleine Arc aus zwei Folgen sehr gut gefallen. Ich musste oftmals lachen und es ist eine schöne Idee, auf diese Weise literarische Werke in seiner eigenen Kunst zu verewigen, seien es nun die alten Griechen und ihre Sagen oder Lyman Frank Baum und sein Zauberer von Oz.

Vorherige Episode: Unterwelt (Staffel 4, Folge 5)
Nachfolgende Episode: Die Dunkelheit von Umbara (Staffel 4, Folge 7)

Ein Kommentar

  1. Ich finde die Folge nicht so gut.

    Zum einen passieren hier wieder extrem absurde Sachen wie die Sache mit dem großen Heisu oder mit dem Sklavenimperium mit den Droiden. Ich habe nichts gegen die Ideen an sich beide sind finde ich extrem cool nur die Umsetzung finde ich nicht gut gelungen. Was aber noch gut ist ist die verknüpfungen zu anderen Werken wie zb. der Zauberer von Oz.

    Alles in allem finde ich die Folge langweilig da sie aber jedoch besser ist als die vorangegangene würde ich ihr 3 von 5 Holocrons geben!

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