Rezension: The Clone Wars 3×21: „Padawan vermisst“

Zu Beginn des Monats Juni begleiten wird Ahsoka in der heutigen Rezension zu Padawan vermisst auf den Mond Wasskah zu einer Trophäenjagd der Trandoshaner. Die Folge wurde unter dem Titel Padawan Lost am 1. April 2011 erstmals in den USA ausgestrahlt und von Bonnie Mark geschrieben. Inszeniert wurde die am 28. Mai 2011 in Deutschland ausgestrahlte Folge von Dave Filoni höchstselbst.

„Mut ohne Demut ist ein Spiel mit dem Feuer.“

Offizielle Folgenbeschreibung: „Ahsoka wird gefangen und zum Mond Wasskah gebracht. Eine von Garnac angeführte Gruppe Trandoshaner veranstaltet dort ein grausames Spiel. Sie lassen ihre Gefangenen frei und jagen sie als Sport. Ahsoka schließt sich einigen entmutigten Jedi-Jünglingen an, die auch gejagt werden und ums Überleben kämpfen“

Star Wars: The Clone Wars Episodenguide
Ahsoka wird entführt.

Zum Inhalt: Die Folge beginnt zunächst wie fast über die Hälfte aller The Clone Wars-Episoden. Es wird ein Schlachtfeld skizziert und die Jedi stehen den Separatisten gegenüber. Doch dann ändert sich der Fokus der Folge sehr schnell hin zu der Trophäenjagd der Trandoshaner. Wie einem aus dem Star Wars-Kanon ja bekannt sein sollte, sind Trandoshaner leidenschaftliche Jäger und haben vor allem eine Vorliebe für Wookiees (was seinen Schatten auf die nächste Folge wirft). Doch der Umfang dieser Trophäenjagd ist dann noch eine neue Steigerungsform des Makaberen. Es wird sehr schnell deutlich, welche Inspiration die Autoren hier hatten und ins Star Wars-Universum transportierten. Die Gier der Trandoshaner nach der ultimativen und besonderen Trophäe ist eine Anspielung auf die in der Realität auch stattfindenden Jagden um den größten, fast ausgestorbenen Löwen oder Elefanten. Auch in dieser Folge herrscht dabei ein Ungleichgewicht in der Ausstattung der beiden Seiten. Wird dann jedoch, wie in dieser Folge ebenfalls zu sehen, ein solcher Jäger verletzt oder gar getötet, geht dies natürlich nicht mit Selbstreflexion einher, sondern mit einer gesteigerten Aggression gegenüber dem eigens eingeflogenen Jagdvieh.

Der Jäger wurde Opfer seiner eigenen Jagd

Ich rechne der Folge mehrere Sachen hoch an: erstens natürlich den Mut, dieses Thema – adaptiert für das Star Wars-Universum – aufzugreifen und zu thematisieren. Zweitens wird die Beziehung zwischen den Jünglingen und der Hoffnungsträgerin Ahsoka sehr gut aufgegriffen und zuletzt gefällt mir besonders die Verzweiflung Anakins über das Schicksal seiner verschollenen Schülerin im Vergleich zu seiner Sorge in der Folge Die Waffenfabrik in Staffel 2. Es wird nämlich ein Stück weit eine Entwicklung erkennbar. Während Luminara Unduli ihn nicht davon überzeugen konnte, Ruhe zu bewahren und Vertrauen zu haben, gelingt es Plo Koon, jenes Vertrauen in seine Schülerin mit ihrer Ausbildung zu begründen. Zuletzt möchte ich inhaltlich noch loben, dass die Folge tatsächlich sehr düster und auch brutal daherkommt. Natürlich gibt es gerade in späteren Staffeln noch weitaus düsterere und ernstere Folgen, aber ein Trandoshaner, der von einem spitzen Stein aufgespießt wird und eine Jedi-Jüngling, die als Reaktion darauf kaltblütig ermordet wird, liefern eindeutig ernste Szenen. Auch die Jagd an sich, der Einsatz der dunklen Seite und die Zeremonien der Trandoshaner sind keinesfalls Szenen, die man als leicht und „kindgerecht“ bezeichnen würde. Es geht hier schließlich nur im Subtext um die Selbstfindung der Jedi-Jünglinge. Dies steht nicht im Vordergrund, wie beispielsweise bei der späteren Folge „Die Versammlung“.

Ahsoka spricht den Jünglingen Mut zu.

Anmerkungen: Auch in dieser Folge ist mir die Detailverliebtheit positiv aufgefallen. Im Hintergrund des Saals der Trandoshaner hängen, wie an Kleiderbügeln aufgereiht, Felle der Wookiees, was, wie oben angedeutet, ihre liebste Beute veranschaulicht.
Des Weiteren musste ich, als ich die Folge nun nach langer Zeit erneut sah, unweigerlich an die Diplomatenjagd denken, welche ein deutscher Liedermacher einmal ausführlich besungen hat:

Durch Felder und Auen
Auf haarige Sauen,
In Wiesen und Büschen
Den Hirsch zu erwischen,
Den hat Freiherr Bodo für teures Geld
Am Vorabend selber hier aufgestellt.

Diplomatenjagd (1971)

Animation: Mich hat die Visualisierung dieser Folge sehr positiv überrascht. Wir befinden uns zwar noch am Ende der dritten Staffel, haben aber ein Weltendesign, was sehr an die letzte Hälfte der Serie erinnert. Doch wird beispielsweise nur für die Entführung von Ahsoka eine recht ansehnliche Schlacht auf einem überarbeiteten Felucia inszeniert. Und auch der Mond Wasskah strotzt nur so vor abwechslungsreicher Flora.

Anakin macht sich Sorgen um Ahsoka.

Fazit: Mit Padawan vermisst habe ich sicherlich keine meiner Favoritenfolgen der Serie rezensiert. Aber gerade dadurch, dass ich die Folge nun nach so langer Zeit erstmals wieder angesehen habe (sie war mir lange Zeit zu düster und „unbefriedigend“), sind mir die aus der Realität entnommenen Szenarien der Trophäenjäger erst so wirklich bewusst geworden. Deshalb finde ich diese Folge sehr gut gelungen und bisweilen auch extrem kurzweilig.


vorherige Episode: Opfer und Ehre (Staffel 3, Episode 20)
nachfolgende Episode: Ein Wookiee schlägt zurück (Staffel 3, Episode 22)

Ein Kommentar

  1. Ich finde die Folge gut.

    Zum einen wird finde ich die Jagd der Trandoshaner extrem gut umgesetzt genauso wie die Schlacht von Felucia am Anfang. Auch hier wird finde ich wieder sehr gut Ahsokas Charakterentwicklung wieder gespiegelt die in der gesamten Serie bereits durchlaufen hat. Auch die Düsternis und die Spannung in der Folge finde ich extrem gelungen und zeigt auch wieder schön die ernstahftigkeit auch die Jedi Jünglinge sind finde ich gute neue Figuren und auch sehr interessant.

    Ich finde die Folge eigentlich wie man gemerkt hat ganz gut und sie sorgt neben den gsnzen Schlachten und dem (meiner Meinung nach Langweiligen Politischen kram)für ein wenig abwechslung und zeigt uns mal eine andere Seite des Krieges. Da aber die Folge nicht zu meinen Highlights der Serie gehört würde ich ihr 4 von 5 Holocrons geben!

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