Rezension: The Clone Wars 3×20: „Opfer und Ehre“

Wenn wir nicht alles daransetzen zu gewinnen, verlieren wir vielleicht alles, was wir schützen wollen.

Anakin Skywalker

In der 20. Folge der 3. Staffel The Clone Wars schließen wir die Beschaffung der Koordinaten der Nexus-Route ab. Sie beendet damit den Dreiteiler der Zitadellen-Geschichte. Der Titel dieser Folge lautet Opfer und Ehre, was schon wieder darauf hindeutet, dass es ein weiteres Opfer unter den Helden geben wird. Autor war wieder Matt Michnovetz, der damit den kompletten Handlungsbogen geschrieben hat, Regie führte Steward Lee. In Deutschland wurde die Folge erstmals am 21.05.2011 ausgestrahlt, die USA waren bereits am 11.03.2011 dran.

Ohne Ehre ist ein Sieg nichts wert.

Wir beginnen die Geschichte damit, dass die Rettung gerettet werden will. Denn wie wir in der letzten Folge mitbekommen haben, wurde zusammen mit Echo auch das Fluchtschiff der Gruppe in die Luft gejagt. Entsprechend müssen die Jedi, Klone und Tarkin nun von einer ganzen Flotte freigekämpft werden, die allerdings jetzt erst losgeschickt wird. Warum man nicht von Beginn an eine Flotte losgeschickt hat, erschließt sich mir an dieser Stelle allerdings nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass der ursprüngliche Plan gelingt, war immerhin von Anfang an recht gering. Warum also wertvolle Zeit vergeuden?

Even Piell in der Schlacht (Bild von der jedipedia.net)

Damit jeder weiß, worum es geht, wird zu Beginn ein Gespräch zwischen dem Gefängnischef Osi Sobeck und dem Hologramm Count Dookus gezeigt, in welchem der Count noch einmal betont, wie wichtig die Daten sind und was sie bedeuten. Nicht, dass der Erzähler das in der Einleitung schon getan hätte, aber doppelt hält bekanntlich besser.

Die Flüchtlinge werden inzwischen unter anderem von Krabbendroiden angegriffen. Dabei gelingt es Commander Cody ,auf den Rücken eines solchen zu springen und ihn von oben zu töten. Diese Szene sehen wir mit einem anderen Klonkrieger, aber aus Codys Einheit, ebenfalls in Die Rache der Sith auf Utapau. Also eine ganz nette Anspielung auf diese Szene.

Neben Droiden sind nun auch Anoobas hinter den Flüchtigen her. Diese Tiere scheinen eine Art Trumpfkarte der Zitadelle zu sein und finden die Gruppe zügig. Umso verwunderlicher ist es, dass sie erst jetzt eingesetzt werden, zwei Folgen nachdem die Gefangenen befreit worden sind. Wäre es da nicht sinnvoller gewesen, die Tiere direkt zu Beginn einzusetzen? Nebenbei bemerkt, werden sie von Anakin und Obi-Wan mühelos der Reihe nach ausgeschaltet, weswegen das letztliche Ergebnis dieser Hetzjagd doch etwas unglaubwürdig ist.

Besonders genervt hat in dieser Folge Captain Tarkin, der ständig an allem etwas auszusetzen hat. Mal ist es die Taktik der Jedi, dann wieder ihr Kodex, dann die Kriegsstrategie im Allgemeinen. Man könnte meinen, dass es als nächstes um Menschen und Nichtmenschen geht. Teilweise völlig unnötige Dialoge, die da eingebaut wurden. Selbst Ahsoka stimmt dem zu und beschwert sich darüber bei Anakin.

Vom Sound her gibt es zwei kleinere Besonderheiten, so taucht zum einen der Wilhelmsschrei auf, zum anderen wird, während Anakin und Tarkin sich die Hände schütteln, der imperiale Marsch gespielt. Auch in der einen traurigen Szene wird passende Musik gespielt.

Ohne Klischee kommt aber auch Opfer und Ehre nicht aus. In einer Szene sagt ein Jedi soviel wie: „Das schaffen wir nicht.“ Ein anderer antwortet sinngemäß: „Mach es trotzdem“, woraufhin das Unternehmen doch gelingt. Vielleicht bin ich grade etwas verwöhnt, was gutes Kino angeht, aber sowas ist einfach nur Schwachsinn und muss nicht sein.

Die eigentliche Storyline hingegen hat mir gut gefallen und legt den Grundstein für die Beziehungen zwischen Anakin und Tarkin sowie zwischen Ahsoka und Tarkin, die sich ja, wie wir gegen Ende der Serie sehen werden, auf den Tod nicht ausstehen können.

Trotzdem hat die Folge seinerzeit einiges an Querelen ausgelöst, denn es wurde erneut ein großer Teil des damaligen Erweiterten Universums genommen und zerstört. Wer genauer wissen möchte, worum es dabei ging, sollte sich den jedipedia.net Artikel zu Even Piell anschauen und dort die Karte „Hinter den Kulissen“ lesen.

Letztlich gebe ich der Folge vier von fünf Holocrons. „Aber Maximilian, du hast die Folge die ganze Zeit nur runtergemacht.“ Das ist natürlich richtig, aber nichtsdestotrotz wären drei von fünf Holocrons in meinen Augen zu wenig, da sie eben diverse Grundsteine legt und an sich auch gut durchdacht ist. Nebenbei werden viele unterschwellige Weisheiten und Lehren verbreitet und der Konflikt zwischen „unbedingt gewinnen“ und „gewinnen, aber um welchen Preis“ wird endlich einmal klar aufgezeigt.

Opfern wir unseren Kodex, selbst für den Sieg, laufen wir Gefahr, das Wichtigste zu verlieren. Unsere Ehre.

Obi-Wan Kenobi
Bewertung: 4 von 5 Holocrons
Bewertung: 4 von 5 Holocrons

Vorige Episode: Gegenangriff (Staffel 3, Folge 19)
Nachfolgende Episode: Padawan vermisst (Staffel 3, Folge 21)

Über den Autor

Maximilian

Maximilian
Maximilian ist seit 2013 im Team der Jedi-Bibliothek mit dabei. Seitdem rezensiert er sich fleißig durch das Star Wars-Universum. Außerdem kümmert er sich um den Rezensions-Index. Im echten Leben studiert er Informatik und bringt Kindern das Schwimmen bei.

1 Kommentar

  1. Schosch

    Ich finde die Folge ganz okay.

    Ich finde die ernsthaftigkeit und aussichtslose Lage für die Jedi wirklich gut umgesetzt und zeigt nocheinmal erneut die ernsthaftigkeit des Krieges! Auch die Kämpfe sind schön anzusehen und ganz gut gemacht. Auch Even Piells Tod und Ahsokas Rolle die sie daraufhin einnimmt finde ich auch sehr cool.

    Allerdings geht mir hier Tarkin mit seinen Kommentaren wieder auf die Nerven genauso wie Osi Sobeck.

    Ingesamt finde ich die Folge auch eher durchschnitt und würde ihr daher 3 von 5 Holocrons geben!

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