Rezension: The Clone Wars 3×22: „Ein Wookiee schlägt zurück“

Heute widme ich mich zum einen der direkten Fortsetzung der letzten Folge und zum anderen dem einzigen Auftritt Chewbaccas in Star Wars: The Clone Wars. Die von Bonnie Mark geschriebene Folge namens Ein Wookiee schlägt zurück erschien unter dem Originaltitel Wookiee Hunt am 1. April 2011 erstmals in den USA und wurde am 4. Juni 2011 dann auch in deutscher Übersetzung ausgestrahlt. Regie führte Dave Filoni höchstselbst.

„Ein guter Schüler ist, wer die Hoffnungen seines Lehrers erfüllt.“

Offizielle Folgenbeschreibung: „Ahsoka und ihre Gefährten sind auf Wasskah weiterhin Angriffen von trandoshanischen Jägern ausgesetzt, als sie ganz unerwartet einen neuen Verbündeten bekommen – den Wookiee Chewbacca, der ebenfalls von ihnen gejagt wird. Chewie findet Teile, mit denen er einen Kommunikator bauen kann, um ein Notsignal auszusenden. Doch die Trandoshaner kommen näher…“

Star Wars The Clone Wars Episodenguide
Chewbacca tritt auf!

Zum Inhalt: Ich muss zugeben, dass ich diese Folge – obwohl ich sie bisher nur dreimal gesehen habe – sehr mag. Sie schließt zum einen nahtlos an die vorausgegangene Folge an, ergänzt das düstere Setting aber mit einer Figur die natürlich mit Erwartungen verbunden ist. Was ich damit sagen will, ist, dass die Darstellung von Chewbacca auch nach hinten hätte losgehen können, was aber glücklicherweise nicht passiert ist. Wieso dies so ist, möchte ich nun als erstes darlegen.

Chewbacca wird, ähnlich wie Ahsoka und die anderen Gefangenen, auf die Insel gebracht um bei der (Diplomaten)jagd als Opfer zu dienen. Ich hätte mir kein besseres Szenario für die Einbindung von Chewbacca in The Clone Wars vorstellen können als diese. Es ist bekannt, dass Wookiees und Trandoshaner eine gewisse Feinschaft verbindet und diese ihre präferierten Jagdziele sind. Somit scheint es nur logisch, dass man an diesem Ort auf einen Wookiee treffen kann. Dass dieser nun ausgerechnet Chewie ist, muss wohl Schicksal sein.

Eine zweite gute Idee war es, Chewie auch als Chewie zu benutzen. Was ich damit sagen will ist, dass man ihn nicht um seines selbst willen eingeführt hat. Er erfüllt eine Funktion, die dem Chewbacca aus der klassischen Trilogie sehr ähnlich ist: die eines Mechanikers und Optimisten. Während er in Episode V einen auseinandergenommenen C-3PO wieder eher schlecht als recht zusammenbaut und dabei optimistisch bleibt, es zu schaffen, baut er hier einen Transmitter, um sein Volk zu verständigen, und glaubt – im Gegensatz zu den beiden Jünglingen – daran, dass es funktionieren wird.

Ein Wookiee schlägt zurück!

Darüber hinaus gefällt mir, dass man Chewbacca in Aktion erleben konnte. Diese Möglichkeit wurde uns im Filmform erst wieder so wirklich mit Solo: A Star Wars Story ermöglicht. Man sieht daran, weshalb die Trandoshaner mit Vorliebe Wookiees jagen: sie sind eine echte Herausforderung!

Zuletzt möchte ich noch auf die Erzählung an sich eingehen: Die Aufgabe Anakins, in seinen Padawan zu vertrauen, setzt sich in dieser Folge fort und wird am Ende mit Dankbarkeit von Ahsoka gegenüber Anakin bestätigt. Wenn man genau darauf achtet ist dieses Staffelfinale eine Spiegelung des Finales der fünften Staffel. Während man hier jedoch die Silhouetten von Anakin und Ahsoka in den Tempel gehen sieht, geht Ahsoka am Ende der fünften Staffel allein in die entgegengesetzte Richtung: weg vom Jedi-Tempel!

Anmerkungen: Ich als Kritiker von konstruierten Handlungen finde an dieser Folge nichts auszusetzen. Nur der Fakt, dass in einem so riesigen Schiff nur ein Wookiee auf die Insel transportiert werden sollte, lässt mich den Glauben an den ökologischen Fußabdruck der Trandoshaner verlieren. Von der Perspektive der Autoren war dies natürlich notwendig, da man zum einen die Jünglinge nicht für den Tod von 20 anderen Gefangenen verantwortlich machen kann und gleichzeitig keine Widerstandsgruppe aus 20 Gefangenen inszenieren möchte. Auch die Tatsache, dass wieder jemand glücklicherweise Shyriiwook kann und Chewie versteht und dass der gefangengenommene Trandoshaner nicht seinen Notruf-Schrei macht, sind eher kleinere Kritikpunkte.

„Schuld seid ihr ganz allein“

Besonders schön fand ich, dass man die Crew der Halo wieder gesehen hat, die bereits in der Folge Kopfgeldjäger mit Obi-Wan, Anakin und Ahsoka ein Dorf vor Hondo Ohnaka beschützt haben. Chewies Reaktion auf das Eintreffen seiner Leute war darüber hinaus eine deutliche Anlehnung an Padmés Reaktion in Episode II auf die eintreffenden Kanonenboote. Auch der Weg, wie Chewbacca durch die Musik bereits vor seinem In-Erscheinung-Treten angekündigt wurde, hat mir sehr gut gefallen.

Auch möchte ich ein Lob für den deutschen Titel nicht unerwähnt lassen, da dieser irgendwie meine Erinnerungen an die klassischen Trilogie und den dort auftretenden Chewbacca noch verstärkt hat und gleichzeitig auch das Dilemma beziehungsweise das Leiden der Wookiees und ihren Gegenschlag besser aufgreift als es der Titel „Wookieejagd“ getan hätte.

Aus gegebenen Anlass: Aufgrund meines schlechten Zeitmanagements habe ich diese Folge erst rezensiert, als die traurige Nachricht vom Tod Peter Mayhews bereits bekannt geworden war. Aus diesem Grund hat sich das erneute Sehen dieser Folge auch irgendwie besonders angefühlt. Sie hat mir gerade aufgrund der guten Adaption Chewbaccas in die Serie noch einmal Szenen aus der klassischen Trilogie (wie eben oben die erwähnte C-3PO Szenen in der Wolkenstadt) ins Gedächtnis gerufen. Ich kann nur hoffen und glaube es auch, dass Peter Mayhew diese Folge sehr gut gefallen hat.

Animation: Die Trandoshaner und Wookiees sehen sehr gut animiert aus. Auch die Kopfgeldjäger aus der zweiten Staffel wirken in ihren kurzen Auftritten überarbeitet. Gerade im Vergleich zu den Darstellungen der Wookiees in Star Wars Rebels wirken diese – zeitlich viel früheren Versionen – wesentlich lebensechter, was ebenfalls ein Pluspunkt für die Immersion der Folge ist.

Ahsoka und Anakin schreiten wieder in den Jedi-Tempel

Fazit: Mir hat diese Folge sehr gut gefallen. Sie zeigt Chewie in Aktion, etabliert ihn aber nicht als konstruiert in die Handlung hineingezaubert, nur um sagen zu können: „Seht her wir haben einen Folge mit Chewbacca!“ Die Folge geht respektvoll mit der Figur um und lässt sie die Fähigkeiten ausüben, für die sie bekannt ist. Die in der Nebenhandlung weiterentwickelte Beziehung zwischen Anakin und Ahsoka befand ich auch als gut umgesetzt und als einen erkennbaren Fortschritt im Vergleich zur 2. Staffel, sowie eine Andeutung der Geschehnisse in der 5. Staffel. Alles in allem eine solide Folge!


vorherige Episode: Padawan vermisst (Staffel 3, Episode 21)
nachfolgende Episode: Krieg der Meere (Staffel 4, Episode 1)

Ein Kommentar

  1. Ich finde die Folge eigentlich ziemlich gut.

    Zum einen wird Chewbacca sehr gut in die Handlung mit eingewoben. Außerdem finde ich Kämpfe wirklich gut und zeigen auch nochmal sehr schön was Ahsoka bereits in der Serie gelernt hat. Auch die letzte Szene zwischen Anakin und Ahsoka ist einfach nur gelungen.

    Ich finde die Folge wie oben schon erwähnt ziemlich gut. Da sie aber nicht zu den Highlights der Serie gehört würde ich ihr 4 von 5 Holocrons geben!

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