Rezension: The Clone Wars 2×13: „Reise der Versuchung“

Heute geht es weiter mit dem vorerst dreiteiligen Mandalore-Arc mit einer Reise der Versuchung. Geschrieben wurde die Folge von Paul Dini und war unter dem Titel Voyage of Temptation erstmals am 5. Februar 2010 in den USA zu sehen. In Deutschland wurde die von Brian Kalin O’Connell inszenierte Episode dann erst am 22. Mai 2010 ausgestrahlt.

„Fürchte Dich nicht vor der Zukunft, weine nicht um die Vergangenheit.“
(Der Sprecher: „Bereue nicht die Vergangenheit, sonst verpasst du deine Zukunft“)

Offizielle Folgenbeschreibung: „Herzogin Satine fliegt in der Coronet zusammen mit vier Senatoren, die sie für Ihre Friedenspolitik gewinnen will, nach Coruscant. Obi-Wan und Anakin begleiten sie als Leibwächter. Als Anakin entdeckt, dass sich an Bord ein Verräter befindet, müssen die Jedi herausfinden, welcher Senator Satine loswerden und Mandalore auf die Seite der Separatisten ziehen will.“

Star Wars: The Clone Wars Episodenguide
Die Coronet im Anflug auf Coruscant.

Was ist eigentlich der Rat unabhängiger Systeme?
Ich möchte meine Rezension heute einmal etwas anders beginnen, als ich es in meinem üblichen Schema tue, und die Frage beantworten, was diesen Rat der unabhängigen Systeme eigentlich kennzeichnet.
Das gesamte Konstrukt neutraler Welten ist mir bisher ein Rätsel und wird auch in kommenden Folgen eher schlecht als recht erklärt. Demnach ist der Rat der neutralen Systeme eine Untergruppierung innerhalb des Galaktischen Senats. Eine Mitgliedschaft in der Galaktischen Republik ist also kein Ausschlusskriterium für eine Mitgliedschaft in eben diesem Rat, da Onaconda Farr (Rodia) und Kin Robb (Taris) jeweils beides sind. Hier kommt bereits eine weitere Unklarheit zum Tragen: Wie definiert man eigentlich unabhängige Systeme? Wie kann ein Planet eigentlich nicht neutral sein, wenn die überwiegende Anzahl der Soldaten aus den Klonfabriken von Kamino stammt? Wäre es dann nicht für jeden Planeten gut, offiziell den Krieg abzulehnen und das Ideal des Pazifismus voranzustellen, statt sich offen für diesen Konflikt auszusprechen? Die Formulierung, dass dieser Rat bereits 1500 Welten vertritt, wirkt deshalb auch sehr hoch gegriffen. Mein Kritikpunkt ist somit, dass es so wirkt, als sei dieser Rat nur deshalb entstanden, um Satine als große Pazifistin darstellen zu können. Denn wenn Onaconda Farr Mitglied dieses Rates ist, wieso darf er dann im republikanischen Senat sprechen und für oder gegen Kriegskredite stimmen? (Siehe Das Streben nach Frieden) Entbindet ihn das dann nicht von einer formellen Neutralität? Ungeachtet der Tatsache, dass er sich bereits einmal mit den Separatisten verbündet hatte. Was haltet ihr von diesem Rat? Habe ich etwas falsch verstanden oder übersehen? Teilt es gerne in den Kommentaren mit! Jetzt weiter mit der restlichen Rezension.

Rex kümmert sich um die Killersonden.

Zum Inhalt: Zuerst einmal muss gesagt werden, dass der Grund der Reise gut nachvollziehbar dargestellt wird. Da Satine, trotz ihrer Neutralität, dem Senat gegenüber (wie wir oben festgestellt haben) Rechtfertigung schuldig ist, fliegt sie nach Coruscant um ihre Unabhängigkeit zu bekräftigen. Dabei wird die Folge zum Teil sehr düster. Die spinnenartigen Killersonden haben mich 2010 extrem an die schrecklichen Spinnen in Arac Attack erinnert, welchen ich damals definitiv in viel zu jungen Jahren gesehen habe. Aber auch sonst erzählt die Folge eine tiefsinnige Geschichte, wenn man von den Intermezzos der Killersonden einmal absieht. So treffen sich die Ideale von Satine und Obi-Wan in mehr als einem Wortgefecht und man kann, wie Orn Free Taa es anmerkt, in beiden Argumenten etwas Positives, Überzeugendes finden. Das rechne ich der Folge auch hoch an. Sie verzichtet zumindest zwischen diesen beiden Positionen auf den moralischen Kompass und lässt die Diskussion durch die Einmischung Taas ins Leere laufen und regt so zum eigenständigen Nachdenken an. Auch ansonsten ist die Folge schon deshalb gelungen, da man mehr über den jungen Obi-Wan Kenobi erfährt. Gerade für Anakin wirken diese Einblicke irgendwie erleichternd, zumindest kam mir seine Reaktionen so vor. Er merkt daran schließlich, dass auch sein perfekter Meister in den jungen Jahren an dem Weg gezweifelt hat. Was wiederum meine Beobachtung aus der letzten Rezension untermauert, dass Satine und Obi-Wan quasi die romantischen Äquivalente zu Padmé und Anakin darstellen sollen. Auch in Bezug auf Satines Handeln gegen die Killersonden und Tal Marrik avanciert sie zunehmend zur Kopie von Padmé Amidala, da sie selbst mit einer Waffe umzugehen weiß.

Tal Merrik wird ausgeschaltet.

Ein großes Lob möchte ich auch für die letzten Szenen aussprechen. Der Showdown zwischen Satine, Tal Merrik und Obi-Wan Kenobi ruft das am Beginn der Folge angesprochene Streitthema der Grenzen des Pazifismus wieder auf die Agenda und wird dann diplomatisch zu beider Gunsten durch Anakins Eingreifen aufgelöst. Dabei – ein schöner Einfall – erklingt kurz das Ende des Imperial March.

Sowohl die Begründung für Satines Pazifismus (der Bürgerkrieg auf ihrer Welt in jungen Jahren) als auch für Obi-Wans Zweifel sind angenehm klar dargestellt und, was noch viel wichtiger ist, auch nachvollziehbar.

Anmerkungen: In der deutschen Übersetzung wird Senatorin Kin Robb als männlicher Senator angesprochen als Obi-Wan mit seiner Befragungsmethode die Senatoren nach dem Verräter überprüft. Außerdem habe ich mich während der gesamten Folge gefragt, wie deprimierend es sein muss, in einer solch modernen Galaxis und dazu noch in einem solch modernen Raumschiff kein Licht im Lager zu installieren. Ich verstehe, dass damit der Gruselfaktor erhöht werden soll, aber es wirkt, wenn man darüber nachdenkt, schon etwas unglaubwürdig.

Animation: Ich muss zugeben, irgendwie wirken die Charaktere in dieser Folge sehr gut animiert. Auch das gesamte Design der Coronet ist komplett neu und unverbraucht und wird, so zumindest meine Beobachtung, auch nie wieder zu sehen sein. Man hat sich also für diese eine Folge sowohl eine sehr ansehnliche Luxusyacht ausgedacht als auch das gesamte Interieur nur für diese eine Folge entwickelt. Außerdem möchte ich der Designabteilung für diese fabelhafte Kapitäns-Garderobe danken. Ebenfalls ein solches, nur einmalig auftretendes Asset.

„Love is in the air“

Fazit: Die Folge hat mir damals zwar sehr gut gefallen, hätte aber gerade in der Diskussion rund um Pazifismus noch etwas tiefer gehen können. Bereits die Folge mit den Lurmen (Die Verteidiger des Friedens) hat dieses Thema angeschnitten, aber nie wirklich versucht zu erklären. Doch vielleicht bringt die nächste Folge, die Satines Rechtfertigung thematisiert, noch weitere Einblicke. Ansonsten kann ich die Dynamik zwischen Obi-Wan Kenobi und Satine Kryze als glaubhaft nachvollziehen und möchte auch stets mehr über ihre Vergangenheit erfahren – und das ist doch ein gutes Zeichen.

vorherige Episode: Verschwörung auf Mandalore (Staffel 2, Episode 12)
nachfolgende Episode: Die Herzogin von Mandalore (Staffel 2, Episode 14)

Ein Kommentar

  1. Ich finde die Folge ganz okay sie hat schöne Kämpfe und was in der Rezension schon angeaprochen wurde einen schönen politischen Aspekt der zum Nachdenken anregt. Generell muss ich sagen das ich kein so großer Fan von Politik in Star Wars bin aber wenn man Politik mit Action verbindet so wie in dieser Folge ist es doch ganz Interessant.

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