Rezension: The Clone Wars 3×07: „Attentäter“

Nachdem Ahsoka in der letzten Folge Lehrerin spielen durfte, begibt sie sich in der heutigen Folge Attentäter zusammen mit Padmé nach Alderaan, um sie vor einer drohenden Gefahr zu schützen. Die von Katie Lucas geschriebene Folge erschien am 22. Oktober 2010 erstmals unter dem Titel Assassin in den USA und wurde von Kyle Dunlevy inszeniert. In Deutschland bekamen wir erneut erst vier Monate später die Möglichkeit, diese Folge zu sehen.

„Die Zukunft hält viele Wege bereit – Entscheide dich klug.“

Offizielle Folgenbeschreibung: „Ahsoka hat wiederholt Visionen davon, dass Kopfgeldjägerin Aurra Sing Padmé ermorden will. Sie begleitet Padmé zu einer Konferenz auf Alderaan und entdeckt, dass Sing noch lebt – und die Senatorin von Naboo tatsächlich im Visier hat. Doch die Visionen haben Ahsoka nur gezeigt, was geschehen könnte – nicht, wie sie die Attentäterin aufhalten kann.

Star Wars: The Clone Wars Episodenguide
Ahsoka trifft in ihren Visionen auf Aurra Sing.

Zum Inhalt: Die Idee, nicht wie in Spion des Senats Anakin zum Schutzpatron von Padmé zu machen, empfinde ich als gute Entscheidung. Während in der vergangenen Folge Ahsoka noch eine unkluge Wahl für die Geschichte war, passt sie hier wesentlich besser in den Folgenkontext. Ersten ist es als Padawan wichtig, zu ergründen, welchen Visionen man trauen kann, und auch trotz allen verwirrenden Vorahnungen den Glauben an sich selbst zu behalten, und zweitens ist Ahsoka auch maßgeblich am vermeintlichen Ende der Kopfgeldjägerin Aurra Sing in der Folge Auf Geiseljagd beteiligt gewesen, was ihre Auferstehung noch intensiver wirken lässt.

Während man sagen kann, dass der eigentliche Grund der Reise, die Konferenz auf Alderaan, nur den Rahmen stellt, um der Bedrohung für Padmés Leben einen Handlungsort zu geben, bietet diese Folge aber eine sehr gute Verbindung sowohl zu vorher ausgestrahlten Folgen, als auch zu noch kommenden Favoriten der Serie. Man erfährt zum einen, dass Aurra Sing mit der Hilfe von Hondo überleben konnte, und zum anderen, dass Ziro der Hutte aus Rache an Padmés Rolle im Kinofilm zu The Clone Wars Aurra Sing beauftragt hat. Wie er dies aus dem Gefängnis heraus geschafft hat, kann entweder als Schönheitsfehler angesehen werden, oder durchaus mit dem ihm zugrunde liegenden Netzwerk an Handlangern erklärt werden. Darüber hinaus deutet es bereits den Arc rund um die Befreiung von Ziro dem Hutten an, an welchem erneut Aurra Sing beteiligt ist. Hier ist vielleicht die Frage noch eher angebracht, wie diese wieder aus dem Gefängnis entkommen konnte, wobei man sie sicherlich einfacher und heimlicher befreien kann als einen Hutten.

Ahsoka verteidigt Padmé vor Aurra Sing.

Ein weiteres positives Detail kann ich der Motivation des Attentats anrechnen. Während alle Beteiligten denken, es wäre ein politisch motivierter Anschlag auf die um Frieden werbende Senatorin, handelt es sich eigentlich nur um einen Racheakt von Ziro dem Hutten. Diese Annahme motiviert Padmé schließlich sogar dazu, im Falle ihres Todes einen „Chor von Tausenden an ihrer Stelle“ anzukündigen, der die Friedensbotschaft verkünden werde.

Gerade im Nachgang der Lektüre zu Queen’s Shadow ist mir die Nennung von Qui-Gon Jinn als Beispiel für die Opfer des Krieges auf Naboo positiv aufgefallen. Sein Name ist seit der Blockade um Naboo jedem bekannt und er wird auch in gewisser Weise für seine Dienste am Volk von Naboo verehrt.

Der Konferenzsaal mit dem Gemälde im Hintergrund.

Anmerkungen: Während die drohende Gefahr für Padmé ein Stück weit vielleicht an Spion des Senats erinnert, erinnern die Vorahnungen Ahsokas bewusst an Anakins Visionen in Episode III. Demnach ist auch ihr Gespräch mit Meister Yoda klar dem Vorbild aus Die Rache der Sith entnommen. Nur hat Ahsoka es anscheinend geschafft, die „in ständiger Bewegung seiende“ Zukunft zu einem guten Ausgang zu verändern, während Anakin im Versuch, alles abzuwenden, genau die Vision erfüllt.

Animation: Endlich mal Alderaan! Ich liebe diesen Planeten und hoffe über Schilderungen in Leia: Prinzessin von Alderaan oder Visualisierungen in Star Wars: The Old Republic hinaus, auch einmal eine realistischere Version in kommenden Serien zu sehen, die über die kurze Einblendung in Die Rache der Sith hinausgeht. Ansonsten hat mir das Design des Palastes sehr gut gefallen, auch wenn der Gang etwas zu stark an das Senatsgebäude erinnert. Ein großes Lob möchte ich darüber hinaus für das Gemälde im Konferenzsaal aussprechen!

Aurra Sing schlägt zu!

Fazit: Die Folge erzählt eigentlich eine recht einfache Geschichte und greift auch kein großes politisches Thema im Fokus auf (auch wenn es in der Rahmenhandlung um das Thema Kriegsflüchtlinge geht). Trotz alledem bietet sie einen guten Übergang zwischen den Folgen rund um Boba Fett und dem Kinofilm sowie den kommenden Folgen rund um die Jagd nach Ziro dem Hutten. Sie greift darüber hinaus auch das bekannte Thema der Selbstzweifel eines jungen Padawan auf – etwas, das wesentlich besser zu der jungen Ahsoka passt als ihr Lehrerposten auf Mandalore.


vorherige Episode: Die Akademie (Staffel 3, Folge 6)
nachfolgende Episode: ARC-Soldaten (Staffel 3, Folge 2)

Über den Autor

Tobias
Tobias begeistert sich für so ziemlich alles aus dem Star Wars Universum. Primär interessieren ihn Romane und Videospiele aus einer weit weit entfernten Galaxis. Im normalen Leben studiert er in Bamberg Politikwissenschaft und Geschichte.

1 Kommentar

  1. Schosch

    Ich finde die Folge gut!

    Das Krimiartige Element mit den Machtvisionen und Ahsokas Zweifel werden hier sehr schön dargestellt. Ebenfalls fand ich diesen Aspekt mit den Machtvisionen sehr cool und das hätte man auch durchaus öfters in The Clone Wars zeigen können.

    Lange Rede kurzer Sinn eine gute Folge!

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