Rezension: The Clone Wars 2×04: „Spion des Senats“

In der heutigen Rezension widme ich mich einer etwas gediegeneren Folge, die sich nach den Verheerungen des ZilloBiestes wieder der politischen Seite des Krieges zuwendet. Die Folge Spion des Senats wurde von Melinda Hsu geschrieben und erschien unter dem Titel Senate Spy Mitte Oktober 2009 erstmals in den USA. In Deutschland erschien die Folge dann erstmals zwei Monate später am 6. Dezember 2009.

„An einem reinen Herzen sollte man nie zweifeln“

Offizielle Folgenbeschreibung: Die Jedi haben Padmé dafür gewonnen, ihre alte Flamme Rush Clovis auszuspionieren. Sie verdächtigen Clovis, mit den Separatisten zusammenzuarbeiten. Als Padmé mit ihm und dem getarnten Anakin in geheimer Mission nach Cato Neimodia fliegt, gerät sie mitten in Clovis‘ illegale Machenschaften, die er mit Senator Lott Dod ausheckt.

STAR WARS: THE CLONE WARS EPISODENGUIDE
Padmé und Rush Clovis treffen sich und denken an alte Zeiten.

Zum Inhalt: Inhaltlich haben wir es hier mit einer eigentlich konsistenten Folge zu tun, weshalb viele kleinere Fehler in der Erzählung, beziehungsweise Schwächen im Drehbuch in dieser Rezension fokussiert werden. Allgemein gefällt mir die Idee, Padmé ins Rampenlicht zu rücken, sehr. Nachdem sie bisher nur im Malevolence Arc und in der Folge Superheftig Jedi quasi Hauptrollen übernommen hat, ist der hiesige Auftritt eher ihrem Beruf als Senatorin entsprechend. Die dafür aus dem Hut gezauberte Bekanntschaft mit dem von Skipio stammenden Senator Rush Clovis bietet Potenzial, in zukünftigen Veröffentlichung (Queens Shadow?) Erwähnung zu finden, da sie sich während Padmés Anfangszeit als Senatorin kennen lernten. Hier kann man auch direkt einen der zahlreichen Drehbuchfehler ansprechen. Als Anakin von der Bekanntschaft der beiden erfährt, sagt Padmé, diese sei vor ihrer Bekanntschaft und deshalb für ihre Beziehung nicht erwähnenswert gewesen. Dies stimmt so jedoch nicht, da Anakin Padmé bereits in Episode I kennengelernt hat, als diese noch Königin war.

Anakin kehrt zu seiner geliebten Ehefrau zurück.

Weiterhin stört mich etwas der Ansatz, Anakin in die Rolle des eifersüchtigen Liebhabers zu stellen. Da beide von dem Verdacht wissen, dass Clovis ein Separatist ist, muss er schon sehr naiv sein zu glauben, Padmé würde Gefühle irgendeiner Art für ihn empfinden. Darüber hinaus fragte ich mich mehrmals, wie der erste Versuch des Jedi-Rates ausgesehen haben muss, dass Padmé abgelehnt hat. Wieso sollte der Rat der Jedi eine Senatorin darum bitten, jemanden auszuspionieren, wenn es nicht mit der gegnerischen Seite zusammenhängt? Die Überraschung in Padmés Augen, als sie von Anakin erfährt, dass es um den Verdacht geht, Clovis arbeite mit den Separatisten zusammen, wirkt deshalb mehr als konstruiert. Ich denke, man hat versucht, Anakin, welcher gegen ihr Vorhaben ist, zu ebenjenen zu machen, der schlussendlich für ihre Zustimmung verantwortlich ist, um Padmés starke Überzeugung und Willensstärke zu unterstreichen.

Zuletzt möchte ich noch anmerken, dass es extrem dumm von Clovis ist, Padmé mit nach Cato Neimodia zu nehmen. Mir ist bewusst, wie die Story diesen Umstand einführt und zu erklären versucht, aber dann auch noch mit ihr in der fragwürdigen Bibliothek spazieren zu laufen und sie beim Holoprojektor alleine zu lassen, ist nun wirklich mehr als leichtsinnig. Schließlich sollte er als „guter Bekannter“ von Padmés Loyalitäten und Neugierde wissen. Die Verwendung ihres Namens als Passwort setzt der ganzen Absurdität noch die Krone auf!

Lott Dod vergiftete eine offiziell anwesende Senatorin als Ausdruck seines diplomatischen Geschicks.

Schließlich ist die gesamte Idee der Vergiftung einer Senatorin während einer offiziellen Reise ziemlich absurd. Die Frage, die sich mir deshalb stellt, ist, wieso Lott Dod unter anderem in den kommenden Folgen noch selbstverständlich im Senat sprechen darf? Zumal ja auch die für die kommenden Folgen relevanten Holoaufzeichnungen aus seinem Palast stammen! Wenn man schon soweit geht, eine Senatorin zu vergiften, dann hätte man auch das Schiff am Ende abschießen lassen können, um zu verhindern, dass die Pläne Coruscant erreichen. Alles in allem also etwas unglaubwürdig.

Anmerkungen: Auch hier gibt es viele kleine Dinge, die im Endeffekt aber vermeidbar gewesen wären und nicht unbedingt mit der Story zusammen hängen. Zum einen sagt der Synchronsprecher, welcher den moralischen Satz zu Beginn vorliest, nicht wie geschrieben „rein“, sondern „ehrlichen Herzen“. Ebenfalls spannend finde ich die Anmerkung, dass Anakin von einer Reihe Militäroperationen zurückkehrt, die dann ja zwischen der Zillo-Biest-Folge und dieser stattgefunden haben müssen und wir wahrscheinlich nie sehen werden, wie er auf ein Frachtschiff aufspringt. Schade.

Der Kopfschmuck seiner Gefährten lässt keinen Zweifel an Lott Dods wahrer Loyalität!

Wesentlich schlimmer jedoch finde ich, dass alle Neimodianer außer Lott Dod den markanten Kopfschmuck tragen, den schon der Flottengeneral in Sturm über Ryloth trug! Auf diesem prangt das Symbol der Konföderation der Unabhängigen Systeme. Wenn das für jeden Besucher von Lott Dod kein Beleg seiner separatistischen – nennen wir es – Neigung ist, weiß ich auch nicht weiter.

Animation: Die Animation ist mir in dieser Folge sehr negativ aufgefallen. Dunkle Bereich wirken insgesamt zu dunkel. Ebenfalls bewegen sich die Figuren im Hintergrund auf den Schwebeplattformen des Senates nicht, sondern stehen wie festmontierte Puppen auf ihnen herum. Ich fragte mich sowieso, ob dies ein besonderes Hobby unter den Senatoren ist, im Senatssaal durch die Gegend zu fliegen anstatt sich in Büros oder Restaurants zu treffen.

Fazit: Insgesamt gefällt mir zwar der Ansatz der Folge und auch der allgemeine Ablauf der Handlung. Aber dafür, dass sich diese Episode nicht mit einer rasanten Kriegshandlungen (wie die kommenden) brüsten kann und eher ruhigere Töne anschlägt, fallen zu viele Fehler im Drehbuch negativ ins Gewicht. Definitiv eine der schwächsten politischen Folgen, die sich keinesfalls mit noch kommenden Folgen wie Helden auf beiden Seiten oder Das Streben nach Frieden messen kann!

vorherige Episode: Das Zillo-Biest schlägt zurück (Staffel 2, Episode 19)
nachfolgende Episode: Kampf und Wettkampf (Staffel 2, Episode 5)

Über den Autor

Tobias
Tobias begeistert sich für so ziemlich alles aus dem Star Wars Universum. Primär interessieren ihn Romane und Videospiele aus einer weit weit entfernten Galaxis. Im normalen Leben studiert er in Bamberg Politikwissenschaft und Geschichte.

1 Kommentar

  1. Schosch

    Ich mag die Folge überhaupt nicht. Die Eifersucht von Anakin nevt mich. Aber die Folge hat trotzdem gute Ansätze obwohl es doch einbisschen zuviel Politik und zu wenig Action ist. Ich finde man kann diese beiden Themen gut mischen. Siehe Superheftig Jedi.

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