Rezension: Thrawn #1 von Jody Houser & Luke Ross

Thrawn #1 (14.02.2018)
Thrawn #1 (14.02.2018)
Am 14. Februar erschien Thrawn #1 bei Marvel auf Englisch. Die sechsteilige Adaption des Romans Thrawn, welcher bereits letztes Jahr von Ines rezensiert wurde, wird von Jody Houser (Marvels Rogue One), dem Zeichner Luke Ross (Marvels Darth Maul, Das Erwachen der Macht) und dem Koloristen Nolan Woodard umgesetzt. Wann eine deutsche Übersetzung geplant ist, steht noch nicht fest.

Der Comic erzählt aus Sicht von Eli Vanto, wie Thrawn durch die Imperialen in den Unbekannten Regionen entdeckt wurde. Beeindruckt von seinen Fähigkeiten bringt Voss Parck den Chiss zum Imperator, der ihn prompt in seine Dienste aufnimmt. Gemeinsam mit Eli, der den Übersetzer mimen muss, wird Thrawn an der Königlichen Imperialen Akademie aufgenommen und darf dort erstmal die Xenophobie der anderen Kadetten aushalten. Schlussendlich kann die beiden jedoch auch das nicht von dem erfolgreichen Abschluss des Trainings abhalten, doch während Vanto eigentlich Versorgungsoffizier werden wollte, hat Thrawns Einmischung bewirkt, dass er ihm weiterhin zur Seite stehen muss.

Thrawns markante Tagebucheinträge, die im Roman zu jedem Anfang eines Kapitels erscheinen, fehlen im Comic, was allein aus Platzgründen schon sinnvoll ist. Zudem hatte ich den gesamten Comic über das Gefühl, dass ich die Geschichte primär aus Elis Blickwinkel erfahre. Das, was er über die Chiss gehört hat, bildet den Einstieg in die Geschichte und seine Gedanken begleiten uns auch durchweg als erzählerischer Rahmen. Bemerkenswert und mutig ist auch die Abwesenheit von Arihnda Pryce. Ihr Handlungsstrang fehlt im Comic erstmal vollständig, ich vermute allerdings, dass wir in einer der späteren Ausgaben dafür einen größeren Fokus auf Pryce sehen werden. Erzähltechnisch macht es außerdem auch Sinn, dass Jody Houser sich hier zunächst nur auf Thrawn konzentriert, denn 40 Seiten sind nicht viel, um ein Viertel des Romans zu bündeln, und Pryces Anfänge sind sicherlich auch besser gesammelt zu erzählen.

An dieser Stelle muss ich ohnehin ein großes Lob aussprechen, denn Jody Houser und Luke Ross haben wirklich prima die Handlung gerafft, angefangen bei der Zusammenfassung oder dem Wegfall von Szenen bis hin zur bildlichen Gestaltung, die ebenfalls auf einige Nebencharaktere und -elemente verzichtet. Beispielsweise habe ich die Anwesenheit von Colonel Barris überhaupt nicht vermisst, ebensowenig die Gartenszene zwischen Thrawn und dem Imperator. Genauso intelligent ist die Verwendung von Dialogen oder auch Gedanken als erzählerischem Rahmen. Wie oben bereits erwähnt, kommt das insbesondere Eli zugute und damit auch dem Leser. Houser behält so Thrawns Überlegenheit bei und Ross kommt so auch um die komplizierte Frage herum, wie man die Wärmesicht der Chiss ansprechend darstellt.

Zu Ross‘ Zeichenstil kann ich ausschließlich Positives vermerken. Seine Charaktere sind alle wundervoll gezeichnet, insbesondere Eli Vanto, von dem wir durch den Comic das erste Mal auch ein richtiges Bild bekommen, da Zahn uns im Roman leider keinerlei äußerliche Beschreibung gegeben hat. In den Fankreisen kursierten wildeste Ideen über Vantos Aussehen, doch gemeinhin war man sich einig, dass der „Junge aus dem Wilden Raum“ sich auch äußerlich von den üblichen Imperialen absetzen musste, nicht nur durch seine Sprache, die im Roman als besonderes Merkmal erwähnt wird. Daher hat Eli im Comic auch eine etwas dunklere Hautfarbe und keinen standardisierten Militär-Kurzhaarschnitt. Ich muss sagen, dass Ross hier auch mit der Mimik des jungen Kadetten perfekt meine Erwartung aus dem Roman umgesetzt hat. Was der Comic übrigens meiner Meinung nach noch deutlicher unterstreicht als der Roman, ist Elis Funktion als die Figur, durch deren Augen wir die Geschichte erleben. Während im Roman Szenen enthalten sind, in denen Eli sogar vollständig abwesend ist, entfallen diese im Comic und die wir bleiben auf den jungen Kadetten fokussiert. Doch auch abseits der Charakterzeichnungen glänzt Luke Ross mit Detailreichtum und unter anderem hervorragenden Perspektiven, wie beispielsweise die Darstellung des Thronsaals des Imperialen Palastes. Nolan Woodards Kolorierung der einzelnen Panels ist ebenso gelungen und wirkt ganz besonders bei den großen Landschaftspanels sehr eindrucksvoll.

Insgesamt muss ich sagen, dass die Comicadaption soweit alles erfüllt, was man sich von einer guten Comicgeschichte wünscht. Sie ist auch ohne den Roman in sich schlüssig, hat wunderbare Zeichnungen und Kolorierungen und sowohl Houser als auch Ross und Woodard haben den „Geist“ des Romans hier perfekt eingefangen. Thrawn #1 ist daher nicht nur Thrawnthusiasten zu empfehlen, sondern jedem Comic-Liebhaber, und damit bin ich gespannt, ob mich die nächsten Ausgaben genauso überzeugen werden.

Der Rezensent vergibt 5 von 5 Holocrons!
Die Rezensentin vergibt 5 von 5 Holocrons!

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Thrawn #1 (Mittwoch, 14. Februar 2018)

Thrawn #1 (14.02.2018)
Medium/Sprache: ()
Ausgabe/Format:Heft
Erscheinungsdatum:14.02.2018
Autor(en):
Zeichner:,
Cover:
Verlag: (Verlagsseite)
Reihe:
Seiten:40
Preis:$4,99 USD
Kanonstatus:
Ära:

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