Rezension: Darth Bane 3: Dynastie des Bösen kombiniert und triumphiert – mit Gewinnspiel!

Am 19. August erschien bei Blanvalet der dritte Band der Neuauflage von Darth Bane. In Dynastie des Bösen, erneut von Drew Karpyshyn geschrieben, findet die Erzählung des Begründers der Regel der Zwei ihr vorläufiges Ende. Warum es dem Autor gelingt im dritten Band die Stärken der ersten beiden Bände zu bündeln und was unverhofft wiederkehrende Figuren damit zu tun haben, erfahrt ihr hier.

Zehn Jahre später

Seit dem Ende des zweiten Bands und dem erneuten Wiedersehen mit dem Heiler Caleb sind weitere zehn Jahre vergangenen. Zannah und Bane haben sich von ihrem Versteck unter dem Hüttenboden bis in eine Villa auf Ciutric IV hochgearbeitet und leiten von dort als einflussreiche Händlerfamilie die Geschicke im Äußeren Rand. Sie holen sich Informationen, pflegen ihr jeweiliges Netzwerk und sind insgesamt sehr wütend aufeinander.

Der eine ist enttäuscht, weil Zannah ihn nicht herausfordert. Die andere ist verunsichert von Banes zittern an der linken Hand. Es sind diese doppelten Missverständnisse und Vermutungen, was der jeweils andere Sith gerade plant und vorhat, die den Roman direkt zu Beginn amüsant zu lesen machen. Denn genau so stellen wir uns die Sith ja vor. So sehr mit möglichen Intrigen des anderen beschäftigt, dass sie vergessen, was direkt vor ihnen geschieht. Das zieht sich durch den Roman, denn hier und da ignorieren beide eindeutige Hinweise, nur, weil sie entweder auf der Suche nach Unsterblichkeit oder einem neuen Schüler sind. Das ist eben die Schwäche der Sith.

Die beiden Hauptfiguren sind in diesem Roman nun wieder eher gleichberechtigt. Während Bane im zweiten Band zu Orbalisken-Hausarrest verdammt wurde, ist er nun als vermeintlicher Händler wieder wesentlich mobiler und nutzt das auch für seine Lieblingsbeschäftigung: Holocrons sammeln. Zannah hingegen ist weiterhin für Bane unterwegs, arbeitet aber daran, sich zu emanzipieren. Besonders gut waren hier die Darstellung der jeweiligen Stärken. Während das bei Bane weiterhin die schiere Kraft ist, brilliert Zannah bei der Nutzung von Sith-Zauberei, was auch die Begegnung der beiden im unausweichlichen Kampf im Sinne der Regel der Zwei spannend macht.

Ansonsten ist der Stand der Galaxis zehn Jahre später noch relativ unverändert. Den großen Umbruch gab es ja bereits im zweiten Roman, samt Zeitsprung und Ruusan-Reform. Die lokalen und teils von den Sith unterstützten Aufstände gehen weiter, um die Republik auf Trab zu halten, aber ansonsten ist der Jedi-Orden sehr mit sich zufrieden, die Sith-Bedrohung am Ende von Band 2 geklärt zu haben.

Das ist eine der besonderen Stärken des Romans: wir haben kaum eine Jedi-Perspektive. Ganz zu Beginn darf mal einer abgeschlachtet werden und später dessen Meister über den Willen der Macht philosophieren, aber ansonsten halten sie sich angenehm zurück in dem Roman. Das gibt der Handlung einen schönen neuen Einschlag, der nicht mehr Sith vs. Jedi als Überschrift hat, sondern sich auf persönlicherer Ebene mit den Figuren auseinandersetzt.

Alte Wunden

Der Roman greift für diese persönliche Story auf Ereignisse zurück, die in den ersten beiden Bänden wie Samenbomben ausgeworfen wurden. Hier ist eine Nachfahrin noch am Leben und hat sich etwas eigenes aufgebaut, bis sie die Vergangenheit wieder einholt. Und dort wandelt eine alte Gefährtin auf neuen Pfaden und wird in ihrer einstigen Loyalität zu ihrem ehemaligen Kameraden herausgefordert.

In diesen Momenten fühlt sich Dynastie des Bösen tatsächlich wie das Finale einer Trilogie an. Nicht unbedingt, weil diese Konflikte sich durch drei Romane ziehen, sondern eher, weil er sich an die offenen Storyschnipsel erinnert. Es handelt sich dabei um keine Figuren oder Ereignisse, deren nicht-Auflösung negativ gewesen wäre. Aber das Wiederaufgreifen ist dennoch positiv – weil es Lücken schließt, von denen man nicht wusste, dass man sie hatte. Jetzt, da sie aber geschlossen werden, fühlt sich die Trilogie wirklich stimmig an, ohne dass vorher etwas gefehlt hätte oder mit dramatischem Cliffhänger hätte angedeutet werden müssen.

Der neue und alte Cast ist dabei sehr gut gewählt. Wie bereits erwähnt halten sich Jedi als Antagonisten (aus Sicht der Hauptfiguren) angenehm im Hintergrund. Die Jedi-Karte haben Band 1 und 2 ausreichend gespielt. Stattdessen bewegen wir uns im eher dunklen Dunstkreis. Eine mysteriöse Jägerin, die die Macht ausschalten kann und ein potenzieller neuer Schüler, der keiner sein will, treten in den Vordergrund. Zudem eben die Figuren aus Banes und Zannahs Vergangenheit.

Das hat den Vorteil, dass sich die Sith nicht wieder um das Thema ihrer möglichen Demaskierung Gedanken machen müssen. Natürlich schwingt es hier und da mit, wenn lose Enden und Quellen lieber ausgeschaltet werden, aber es findet keine Jagd auf sie statt, wie noch in den vorherigen Bänden – zumindest nicht von den Jedi. Andere Figuren jagen sie schon, nur das eben mit anderen Mitteln. Diese sind entsprechend brutaler und rachsüchtiger motiviert und damit eher im Dunstkreis dessen, was ohnehin der Grundton eines solchen Sith-Romans ist.

Neue Wege

Das führt dazu, dass sich dieser dritte Roman noch einmal ganz anders anfühlt als die bisherigen beiden. Ich hatte in meinen anderen Rezensionen ja bereits erwähnt, dass Band 1 sich sehr nach Videospiel anfühlte. Im zweiten Band gab es dann mehr Zeit für Charaktermomente und langsamere Erzählung. Der dritte Band ist nun eine Kombination aus beidem und fühlt sich damit wie ein sehr gutes Storygame im Stile von Jedi: Fallen Order an.

Es gibt die obligatorischen Schnetzeleien und Kämpfe, aber eben auch zahlreiche Momente, in denen sich Figuren erinnern, sich durch Alpträume kämpfen, zu Orten ihrer Geschichte zurückkehren oder besessen sind von der Idee ewigen Lebens oder eines entspannten Lebensabend. Das sorgt dafür, dass man förmlich durch den ohnehin nicht sehr langen Roman fliegt. Die Charaktere wechseln sich sinnvoll ab, keine Szene dauert länger als notwendig und es wird trotzdem einiges an Strecke gemacht. Häufige Ortswechsel, Themenwechsel und Twists sind dabei.

Das alles wird vielleicht nur dadurch etwas gelindert, dass wir als Lesende fast immer mehr wissen als die Figuren. Wir werden also eher mit der Vorfreude auf gewisse Begegnungen oder Ereignisse am Lesen gehalten, als tatsächlich von diesen überrascht zu werden. Wenn Serra rausfindet, wer auf dem Stein beim Jedi-Tempel verewigt ist, haben wir bereits ihre halbe Leidensgeschichte und Alpträume in den Kapiteln vorher mitbekommen – wir sind also nicht mehr überrascht.

Dennoch funktioniert die Vorfreude auf diese Ereignisse und vor allem Begegnungen die meiste Zeit als Antrieb, weiterlesen zu wollen. Einzig die Auflösung mancher dieser lang ersehnten Begegnungen, ist nicht immer befriedigend gelungen. Hier wurde eindeutig Potenzial verschenkt und manches spätere Kapitel im Roman etwas zu schnell erzählt. Hier wäre ein Gang weniger und dafür mehr von den Charaktermomenten im Moment des Aufeinandertreffens wünschenswert gewesen.

Fazit

Darth Bane 3: Dynastie des Bösen ist ein fast perfektes Finale dieser ohnehin starken Legends-Trilogie. Er ist der stärkste der drei Romane, da er ein noch besseres Mittelmaß zwischen Action und spannenden Figuren findet. Auch sind die persönlichen Verbindungen zu den Hauptfiguren wesentlich mitreißender als die Jagd durch einen überspitzt gezeichneter Farfalla oder doch eher blassen Johun. Die Ideen, die Umsetzung und die Themen – auch in Hinblick auf die Zukunft und mögliche Probleme mit der Regel der Zwei – funktionieren für mich sehr gut. Einzig am Ende versäumt es der Roman sich etwas Zeit zu nehmen, um die lange aufgebauten und erwarteten Wiedersehen zu einem wirklich befriedigenden Finale zusammenzuschnüren. Trotzdem ist das Finale mitreißend und vor allem das Ende ziemlich genau das, was man sich von den Sith-Spielerein erwartet.

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