Rezension: Crimson Climb: Aufstieg bei Crimson Dawn von E.K. Johnston – mit Gewinnspiel!

Hinweis: Die Rezension enthält kleine Spoiler zu den gröberen Plotpoints des Romans und zu den Ereignissen in Solo: A Star Wars Story.

Am 20. Februar erschien mit Crimson Climb: Aufstieg bei Crimson Dawn einmal mehr eine Geschichte rund um Qi’ra, diesmal jedoch nicht in Comicform wie bei Crimson Reign oder Hidden Empire. Vielmehr beschäftigt sich dieser Young-Adult Roman aus der Feder der Padmé-Trilogie-Autorin E.K. Johnston mit Qi’ras Aufsteigen bei Crimson Dawn, wie es dazu kam, dass Han ihr als rechte Hand von Dryden Vos in Solo: A Star Wars Story begegnet und sie der grausamen Lady Proxima auf Corellia entkommen konnte. Für die Übersetzung des rund 320 Seiten starken Romans zeigt sich dabei wieder einmal das Duo aus Andreas Kasprzak und Tobias Toneguzzo verantwortlich. Schauen wir doch einmal, wie Johnston das Nachzeichnen von Qi’ras Aufstieg gelingt!

Von der Kanalratte zur rechten Hand des Verberecherfürsts

Zu Beginn des Buches finden wir uns kurz nach den dramatischen Ereignissen an der Sicherheitsschleuse auf Corellia wieder, an der Qi’ra von Han getrennt worden ist. Doch Zeit, um dies zu verarbeiten, bleibt nicht, denn die grausame Lady Proxima und ihre Gefolgschaft bestrafen und ächten sie für ihr Fehlverhalten und wir als Leser*innen bekommen in den ersten Kapiteln des Romans erst einmal einen Einblick in Qi’ras Gefühlswelt nach jenem Tag, nachdem wir in Solo: A Star Wars Story nach der Trennung der beiden ja ausschließlich Han folgen. Wer sich also fragte, was eigentlich mit Qi’ra passierte, der ist hier nun genau richtig.

Bald ergibt sich aber auch für Qi’ra eine „Chance“ (sofern man es denn so bezeichnen möchte), aus den Kanälen von Coronet zu entkommen, denn Lady Proxima verkauft sie an jemanden mit dem Namen Sarkin. Somit gelingt es ihr zwar, aus Coronet zu entkommen, doch das bedeutet keineswegs ein Leben in Freiheit. Denn auch unter seiner Aufsicht wird sie weiterhin gedemütigt und verprügelt und es gilt wieder einmal irgendwie durchzuhalten, bis zu dem Tag an dem eine Bedienstete von eines der gefürchtetsten Verbrechersyndikate auf sie aufmerksam wird, die sie zu keinem Geringeren als Dryden Vos, dem gefürchteten Verbrecherfürst von Crimson Dawn, bringt. Wird sie sich beweisen können und wie wird sie dies alles verändern..?

Gemischte Gefühle beim Aufstieg

Autorin E.K. Johnston rückt auf diesen knapp 320 Seiten also Qi’ra in den Fokus. Es gelingt ihr größtenteils, ihren sehr leidvollen Aufstieg nachzuzeichnen und den Charakter, wie wir ihn aus Solo, aber auch Charles Soules Qi’ra-Comicreihen in der Zeit nach Episode V kennen, treffend darzustellen und ein Stück weit zu entwickeln. Dabei zog mich das Buch besonders dann in den Bann, wenn es um innere Konflikte oder Gedanken Qi’ras ging, verlor mich dann leider aber einige Male durch das Pacing der einzelnen Buchabschnitte. So verbringen wir fast die ersten zehn Kapitel auf Corellia bei den Weißwürmern und auch wenn sich so viel Raum für Qi’ras Gedankenwelt nach der Trennung von Han bietet und man hier noch mehr Einblick in den Familienclan der Weißwürmer bekommt, fühlt sich dieser Teil des Buches dann doch teils etwas zu langatmig an. Im Kontrast dazu wird ihr Aufenthalt bei Sarkin, an den sie von Lady Proxima verkauft wird, recht schnell abgehandelt, um den Plot voranzubringen. Gelegentlich schiebt Johnston dann noch kurze Erinnerungstexte ein, z.B. wie Qi’ra zu den Weißwürmern kam oder wie sie sich an schöne Momente mit Han erinnert, die sich für mich an den Stellen im Buch jedoch fast jedes Mal deplatziert anfühlen, aber das ein oder andere Mal zumindest recht interessant sind und den Zeitraum vor dem Solo-Film füllen.

Somit befinden wir uns nach ihrem Entkommen bei Lady Proxima und der Sklavenschaft bei Sarkin für einen Großteil des Buches in den Reihen von Crimson Dawn und an Bord von Drydens Zuhause, der First Light. Bevor sie aber auf dem Luxuskreuzer des Verbrecherfürstens verweilen darf, wird Qi’ra noch zu einem Team auf den Planeten Thorum geschickt, dessen Aufgabe es ist, Schutzgeld für Crimson Dawn einzutreiben. Dabei gefällt mir, dass wir so als Leser*innen noch ein paar mehr Einblicke in die Strukturen des Verbrechersyndikats bekommen. Zudem entfaltet sich hier auch Qi’ras Charakter und sie beginnt, die Strukturen von Crimson Dawn zu verstehen. Auf der anderen Seite wird hier jedoch aber begonnen, eine Art Verräter-Subplot zu spinnen, den ich im Nachhinein nicht zwangsläufig gebraucht hätte und von dessen Auflösung ich ebenfalls nicht überzeugt bin, denn als sich dieser dann sehr spät im Buch auflöst, empfand ich schon wieder andere Ereignisse und Missionen, die drumherum passierten, als viel spannender und hörte mich nur noch „Ah, da war ja was“ in mich hinein sagen. Die Nebencharaktere im Buch, wie z.B. die Wachen auf der First Light oder auch das Team von Thorum, bleiben größtenteils recht oberflächlich, was mich jedoch in einem Charakterroman wie diesem nicht sehr stört.

Crimson Climb: Aufstieg bei Crimson Dawn (20.02.2024)
Crimson Climb: Aufstieg bei Crimson Dawn (20.02.2024)

Wer hat die Macht?

Jene Momente, die Qi’ra mit dem Verbrecherfürsten Dryden Vos teilt, dessen Charakterisierung zu jenem, den wir aus dem Film kennen, wirklich gut passt, empfand ich da schon in vielerlei Hinsicht als interessanter. Zunächst bekommen wir mehr Hintergründe dazu, wie Qi’ra mit der Hilfe von Dryden die Teräs-Käsi-Kampfkust meistert, zugleich zeigt sich in diesen aber auch zahlreichen anderen Szenen auf, wie Vos seine Macht auf sowohl körperlicher als auch mentaler Ebene ausnutzt bzw. ausnutzen kann, während sich Qi’ra auf Missionen und auf Feiern der Syndikate immer wieder beweisen muss. Dies zeigt sich u.a. auch in der Auswahl der Kleidung, die Dryden, aber auch Sarkin für sie trifft, die sie aber eigentlich gern selbst treffen würde, oder eben durch den aufdringlichen, ungefragten, teils bewusst schmerzvollen Körperkontakt.

Weiter ist eine spannende Fragestellung, die mir beim Lesen von Crimson Climb immer wieder aufkam: Was macht einen Helden oder eine Heldin aus und kann dies wirklich jeder werden? Gewissermaßen beantwortet bereits die Überschrift auf dem Buchrücken diese Frage, doch es bleibt für mich ein sehr spannender Aspekt in diesem Roman. Was für eine Chance hat Qi’ra in dieser durchaus patriarchalen Galaxis? Meiner Meinung nach hätte Johnston diese Fragestellung noch tiefgreifender aufgreifen können, da sie für mich zumindest schon während des Lesens immer wieder durchschimmerte. Trotzdem wird hier aber besonders zum Ende hin sehr deutlich, dass Qi’ra von Dryden Vos und dem ominösen Anführer der Syndikate abhängig ist und kaum eine Chance hat, dieser allgegenwärtigen, dominierenden Macht zu entkommen.

Der Schluss des Buches ließ mich dann jedoch etwas enttäuscht zurück, denn nachdem das Oberhaupt aller Syndikate im letzten Abschnitt recht deutlich immer wieder indirekt erwähnt und angedeutet wurde, bleibt es eben dabei und der Roman endet kurz vor jener Begegnung mit einem Cliffhanger. Ich persönlich bräuchte aber eigentlich keine Fortsetzung, denn Johnston gelingt es doch im Großen und Ganzen mit diesem YA-Roman schon recht gut, den schweren Weg von Qi’ra darzustellen. Somit klappte ich den Roman leider etwas frustriert zu, denn gerade ihre erste Begegnung mit Maul hätte mich nach der Schlussszene in Solo brennend interessiert.

Fazit

Crimson Climb: Aufstieg bei Crimson Dawn zeichnet den steinigen und grausamen Weg Qi’ras in einer grausamen und patriarchalen Galaxis und den Reihen eines der brutalsten Verbrechersyndikate nach und schließt somit die zeitliche Lücke zwischen Hans Flucht und dem Wiedersehen der beiden im Solo-Film. Dabei konnte mich Johnstons fünfter Star Wars-Roman im Kern als eine durchaus gelungene Charakterstudie überzeugen, die besonders dann funktioniert, wenn sie sich mit den inneren Konflikten von Qi’ra beschäftigt. Leider lässt der YA-Roman an einigen Stellen dann doch zu viel Potenzial liegen, fokussiert sich im Laufe der Geschichte für meinen Geschmack zu sehr auf einen Nebenplot und ließ mich mit einem unbefriedigenden Ende zurück, bei dem ich in Hinblick auf Solo: A Star Wars Story mehr erwartet hätte, sodass ich Crimson Climb mit gemischten Gefühlen in mein Bücherregal stelle.

Wir danken Panini für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Gewinnspiel

Mit freundlicher Unterstützung von Panini verlosen wir 1x Crimson Climb: Aufstieg bei Crimson Dawn.

Um am Gewinnspiel teilnehmen zu können, müsst ihr nur nachfolgende Frage beantworten und das unten stehende Formular ausfüllen:

Von welchem Planeten entkommt Qi’ra?

    • Der Preis wird unter allen Einsendungen mit der richtigen Antwort verlost.
    • Nur eine Einsendung pro Person/Familie/Haushalt!
    • Einsendeschluss ist Sonntag, 07.04.2024, um 23:59
    • Der Preis wird nur innerhalb der Bundesrepublik Deutschland, Österreich und der Schweiz versendet!
    • Sämtliche gesammelten Daten dienen nur dem Zweck des Preisversands und werden nach dem Ende des Gewinnspiels und dem Versand des Preises wieder gelöscht.
    • Alle Angaben ohne Gewähr! Eine Barauszahlung des Gewinnes ist ausgeschlossen.

    In diesem Sinne: Möge die Macht mit euch sein!

    3 Kommentare

      1. Das Gewinnspiel wird sicher in den nächsten Tagen ausgelost und der/die Gewinner*in wird dann wie üblich im Gewinnspiel-Part der Rezension verkündet. Bitte hab noch etwas Geduld 🙂

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