Marvel-Mittwoch: Darth Vader #37

Nachdem der Dunkle Lord in der letzten Ausgabe gen Dark Droids marschiert ist, lief mittlerweile auch die erste Ausgabe der gleichnamigen Reihe und warf ihre Schatten auch auf die dieswöchige Ausgabe von Darth Vader voraus. Wieso das über allem stehende Event dabei hilft, die Schwächen der Reihe kurz auszublenden, auch wenn Pak alles dafür tut, dass man sie trotzdem wahrnimmt, erfahrt ihr in dieser Rezension!

Achtung: Wie immer besprechen wir im Marvel-Mittwoch die Handlung des Comics, sodass sowohl der Beitrag als auch die Kommentare Spoiler enthalten können.

Der Inhalt

Darth Vader #37 (16.08.2023)
Darth Vader #37 (16.08.2023)

Darth Vader hat eine eigene Droidenarmee und die hat (noch) nichts mit Dark Droids zu tun, sondern steht ihm noch treu zur Seite. Den Anfang des Heftes macht jedoch eine Droidenrevolution an Bord der Executor, wohin das Virus aus dem Dark Droids-Heft sich bereits vorgewagt hat, um nun die imperiale Seite zu infiltrieren und den Hunger zu stillen. Nachdem die Systeme ausgeschaltet und die Besatzung eliminiert wurde, warten die Droiden darauf, dass Verstärkung eintrifft, um sich noch weiter auszubreiten. Der Auftakt des Heftes hat mir gut gefallen und setzt die Gnadenlosigkeit der Eroberung aus dem Dark Droids-Heft fort. Gerade die unfreundliche Art des Imperiums, mit ihren mechanischen Dienern umzugehen, hilft dabei, mit den Droiden mitzufiebern.

Von der Entwicklung beunruhigt, entsendet der Imperator durch seinen Vertreter Mas Amedda schließlich Darth Vader, um dem Executor-Problem ein Ende zu machen. Der ist währenddessen damit beschäftigt, seine Machtfähigkeiten wieder zu entdecken, und nutzt dazu die akquirierten Droiden aus dem letzten Heft als Übungsmaterial (q.e.d). Ich finde Vader mit Schild und Speer weiterhin eher lächerlich als innovativ. Ich kann den Wunsch ja verstehen, dass man nicht in 37 Ausgaben und mehr jedes Mal ein rotes Lichtschwert in seiner Hand sehen möchte – selbst als Autor nicht, aber da liegt das Problem eben nicht am roten Lichtschwert, sondern an der schieren Masse an Szenen, in denen es in den bisherigen Ausgaben eingesetzt wurde. Zum Marketing taugt es jedoch noch, denn auf dem Cover trägt er es natürlich. Wer würde sich auch einen Vader-Comic kaufen, wenn er auf dem Cover rumsteht wie ein Ritter vor dem Tjost.

Die eigentliche Konfrontation auf der Executor wird dann wiederum durch Kampf statt Klasse dominiert, was nur zu einem kurzen Moment führt, in dem Vader sich an seine Zeit als Jedi erinnern soll, um die Systeme zu reparieren, aber stattdessen den direkten, konfrontativen Weg wählt. Was auch sonst? Hier wurde wieder eine Chance vertan, etwas mehr Unsicherheit in ihm zu zeigen und damit seinen Wandel zurück zur Hellen Seite halbwegs vorzubereiten. Diese Vorbereitung – wie schon so oft erwähnt – fand bisher nur in den ersten beiden Arcs der Reihe statt und wird seither eher ins Gegenteil verkehrt. Ich will ja gar nicht, dass Vader hier schon einen massiven Wandel durchlebt, weil so die Stärke der väterlichen Bindung in Episode VI unterminiert würde, ihn aber in noch weitere Extreme abdriften zu lassen, nur um Schauwert zu generieren, ist hingegen auch keine passende Strategie.

Schlussendlich geht der Kampf also weiter und weil das Imperium sich des Erfolges der Mission unsicher ist, befiehlt Amedda den umstehenden Schiffen, die Executor zu zerstören. Langsam nerven mich die Versuche des Imperators, Vader auszuschalten. Ich meine, können die beiden nicht mal in Ruhe ausdiskutieren, was sie aneinander stört, und dann – wie erwachsene Massenmörder – weiter die Galaxis beherrschen? Erst Killerdroiden und nun der nächste Exekutionsbefehl (witzig weil auf der Executor)?

Bevor es zu Taten kommt, endet das Heft dann jedoch und wir bleiben noch im Unklaren darüber, ob Vader das überleben wird… Ich bin trotzdem halbwegs gespannt, ob man den Dark Droids-Ansatz soweit verfolgt, dass auch Vader als Cyborg davon befallen wird und dann endlich mal in den Imperialen Palast marschiert und die Probleme mit Palpatine wie ein Erwachsener ausdiskutiert. Ich würde fast sagen, dass ich mich darauf freuen würde, fürchte mich dann aber jetzt schon vor der tatsächlichen Umsetzung.

Die Zeichnungen

Ienco bleibt seinem konstanten Stil treu und schafft es, die verschiedenen Droidenarten als auch Umgebungen des Heftes einzufangen. Lediglich – und das ist ein kleiner Kritikpunkt – die Executor wirkt auf mich etwas zu breit und nicht so elegant und lang, wie man sie aus den Filmen kennt. Ansonsten sticht natürlich Vader in seinem Ritter-Cosplay hervor, auch wenn ihm sein Reittier zum Turnier-Tjost noch fehlt. Auch fiel es mir nicht immer leicht, dem Geschehen zu folgen, was aber eher am Autor als am Zeichner liegt. Gerade im Kampf und dem Verschießen von Energiestrahlen fehlt ab und zu dann doch der Überblick, was jetzt eigentlich das Ziel ist.

Fazit

Darth Vader gliedert sich also halbwegs ohne Auffälligkeiten und zu negative Ideen in den Dark Droids-Arc ein. Die Möglichkeiten die damit einhergehen, machen mich zum einen zwar gespannt und damit aber paradoxerweise auch besorgt um den Fortgang der Reihe. Was wird Pak aus dieser Situation machen? Mehr als gut für die Glaubwürdigkeit der Figur ist? Definitiv! Deshalb nutze ich diese kurze Atempause einer nicht ganz so enttäuschenden Ausgabe und ende mit einem positiven Gedanken: Episode VI kommt bestimmt!


Mit Darth Vader #38 geht es am 13. September weiter. Nächste Woche übernimmt dann Doctor Aphra #35 wieder die Bühne.

Ein Kommentar

  1. So unterschiedlich sind die Geschmäcker. Mir hat dieses Heft absolut gar nicht gefallen und für mich war es eine der schlechtesten Ausgaben der kompletten Reihe. 😬

    Keine Spannung, kein Flow und auf einmal war es vorbei. Und dabei fand ich Dark Droids #1 eigentlich gar nicht so schlecht.

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