Rezension: Geschichten der Jedi 1×05: „Übung macht den Meister“

„Genau richtig.“

„Dachte, ich bin zu spät.“

„Das habe ich gemeint!“

Die fünfte Folge der Geschichten der Jedi heißt Übung macht den Meister und ist die zweite der drei Folgen, die Ahsoka behandeln. Wie auch schon bei den anderen Rezensionen zur Serie achtet bitte darauf, dass es sich hier nicht um spoilerfreie Texte handelt!

VeröffentlichungRegieDrehbuch
26.10.2022Saul RuizDave Filoni

Bevor ich in die Handlung einsteige, möchte ich mich kurz mit den Charakteren bzw. mit deren Modellen befassen. Wir sehen viele Jedi im Tempel und ganz besonders fallen Caleb Dume und seine Meisterin Depa Bilaba auf, die Ahsoka bei ihrem Test beobachten. Beide wirken ein wenig frischer als in der ersten Staffel The Bad Batch. Das gleiche gilt für die Meister Windu, Yoda und Koon, die ebenfalls in der ersten Szene zu finden sind. Meister Tera Sinube, der den Lichtschwerttest durchführt, scheint, wenn ich das richtig sehe, ein komplett neues Modell bekommen zu haben, welches wesentlich dynamischer ist als das, was wir in der ersten oder zweiten Staffel The Clone Wars gesehen haben. Sehr interessant finde ich aber die Modelle von Ahsoka, Anakin und Obi-Wan. Letzterer hat seinen ikonischen Haarschnitt aus Episode II zurückbekommen, während der Auserwählte irgendwo zwischen Episode II und seinen späteren Modellen steht. Während das bei Anakin noch passt, stehen mir bei Obi-Wan ein wenig die Modelle aus den ersten The Clone Wars Staffeln im Weg, die schon wesentlich näher an Episode III angelehnt sind. Technisch verstehe ich es, aber hier sehe ich ein klitzekleines Problem der Kontinuität.

Ahsoka macht innerhalb der Folge mehrere Zeitsprünge mit und erhält verschiedene Modelle. Das erste ist eine Mischung aus den Modellen aus Staffel 1 und 2 und dem Modell ab Staffel 3. Der Körper und die Unterteile der Kleidung entsprechen dem Modell aus den ersten Staffeln, die Oberteile eher dem höherwertigen Modell, allerdings nicht exakt. Warum diese Entscheidung getroffen wurde, weiß ich nicht, aber ich sehe kein Problem damit. Ich selbst habe immerhin auch mehr als ein Set Kleidung. Das Modell ab Staffel 3 und das Staffel-7-Modell sehen wir dann noch neu aufpoliert und ich muss sagen, Ahsoka hat sich echt gemacht!

Die Klonkrieger wurden gefühlt auch alle ein wenig gewaschen, aber sonst sehen sie gewohnt gut aus, über Hintergründe gibt es leider kaum etwas zu sagen, weil es kaum Hintergründe gibt.

Die Handlung ist so aufgebaut, dass sie exakt erklärt, warum Ahsoka Order 66 überlebt und die meisten anderen Jedi nicht. Um es mit Anakins Worten zu sagen: „Das ist ein ganz mieser Test!“ Wir treten in die Handlung ein, irgendwo innerhalb des ersten Kriegsjahres. Ahsoka unterzieht sich einem Lichtschwerttest und meistert ihn mit Bravour, doch Anakin ist nicht zufrieden. Seine Begründung: Droiden sind zu berechenbar. Ein echter Gegner verhält sich völlig anders. Also appelliert er an Ahsokas Ehrgeiz und lässt sie von den Klonen unter Rex beschießen. Wieder, wieder und wieder. Was wie Folter aussieht, entwickelt sich in mehreren Zeitsprüngen bis hin zum Stil, den wir in Scherbenhaufen sehen, bevor wir in Sieg und Niederlage hineinspringen, wo wir erneut Zeuge der diversen Trainingsstunden werden.

Dieses Lernen ist das, was die Folge so unglaublich interessant macht. Grundsätzlich hätte ich es gut gefunden, wenn ähnliche Szenen hier und da mal in The Clone Wars zu sehen gewesen wären, um ein derartiges Training anzudeuten, doch so in gesammelter Form wirkt der Zusammenhalt des Trainings und das, worauf es hinführt, noch einmal wesentlich geballter, bringt mehr Emotionen mit sich. Auch und gerade weil man weiß, worauf es letztlich hinauslaufen wird. Innerhalb der zehn Minuten sieht man drei Jahre Ahsoka und wie sie lernt, wächst und reift. Und das ist eine wahrlich wunderbare Sache, wie Meister Yoda sagen würde.

Für sich alleine stehend ergibt die Folge leider kaum Sinn, was mein einziger größerer Negativpunkt ist. Aber das Plothole füllt sie mehr als zufriedenstellend und ich bin froh, dass sie produziert wurde!

3 Kommentare

  1. Ich finde die Folge funktioniert überhaupt nicht. Sie langweilt mit und besteht nur aus Wiederholungen und am Ende fehlt der Payoff. Ich habe Staffel 7 von TCW noch nicht gesehen, kann mir aber natürlich denken wie das hier gemeint ist. Trotzdem funktioniert es für mich weder als Einzelfolge noch als nachträgliche Prequel-Erklärung für Ahsokas Überleben. Genau wie die erste Ahoska Folge hält sich der Mehrwert in Grenzen und man hätte es einfach weglassen sollen und dafür lieber mehr und längere Dooku-Folgen machen können, die dann mehr Tiefe hätten bekommen können.

    1. Ich fand die Folge auch am schwächsten von allen. Ich mag eigentlich gerne solche Oha-Effekte, wo sich am Ende alle Puzzleteile zusammenfügen, wie hier, dass Anakin Ahsoka unwissentlich genau für Order 66 trainiert hat. Aber dabei kann ich nicht über die Chronologie der Erscheinungsreihenfolge hinwegsehen. Hätte man in TCW immer wieder beiläufig dieses Training gesehen und dann kommt es zum Schluss zu Order 66, wäre das großartige Erzählkunst. Jetzt im Nachhinein alles schicksalhaft zurechtzubiegen und diese kleine Episode passend einzufügen ist dagegen eher lahm und wirkt wie ein Nachgedanke.

      1. Ganz genau, hätte man doch prima in Staffel 7 als Flashbacks oder so einstreuen können. Aber irgendwie ist das so ein Problem von Filoni. Ich mein Ahsokas Geschichte wird demnächst mit ihrer eigenen Serie dann über insgesamt sechs verschiedene Serien erzählt und das nicht gerade elegant. Allein wie er sie um die OT rumgeschmuggelt hat bereitet mir auch immer noch Kopfschmerzen. Ob das noch ein rundes Ende finden kann?

Schreibe einen Kommentar