Marvel-Mittwoch: Darth Vader #26 und Doctor Aphra #23

Während Darth Vader in Darth Vader #26: Into the Sand mit alten Erinnerungen und Ängsten kämpft, nehmen Sana und ihr Rettungsteam an diesem Marvel-Mittwoch in Doctor Aphra #23: Machinations ihren Kampf gegen einen viel älteren Feind auf, der den Körper ihrer Freundin Aphra übernommen hat.

Wie immer noch der Hinweis, dass wir im Marvel-Mittwoch und den Kommentaren zum Beitrag die Hefte und deren Handlungen, inklusive Spoilern, detailliert besprechen.

Da es keinen inhaltlichen Zusammenhang zwischen den Reihen gibt, gibt es bei der Reihenfolge, in der man die heutigen Comics lesen sollte, nichts zu beachten.

Darth Vader #26  – rezensiert von Tobias

Vader findet heute vermeintlich zu seiner alten Stärke zurück, doch um das zu erreichen müssen viele Hefte vorher geopfert werden. Ob das ein guter Weg ist, erfahrt ihr in dieser Rezension!

Zum Inhalt

Darth Vader #26 (24.08.2022)
Darth Vader #26 (24.08.2022)

Die Ausgabe beginnt – getreu dem Titel „Into the sand“ mit Anakins ikonischem Gespräch über die Schattenseiten von Sand. Wie wir aus den vorherigen Ausgaben wissen ist die Gouverneurin ja gerade dabei einen künstlichen Sandsturm auf Vader zu hetzen und genau in diesen begibt er sich nun auch, um Sabé und Kitster zu retten. Dabei nutzt das Team rund um Greg Pak und Raffaele Ienco wieder das bereits in den ersten Ausgaben der 2020er Reihe etablierte Erinnerungsmotiv, welches durch rote Farbgebung Vaders Erinnerungen durch seine Maske darstellen soll. Dabei geht es darum, dass er seinen Podracer zum Laufen bekommt, während er es in der Gegenwartshandlung schafft den von Kitster gebauten Racer zu steuern, obwohl uns von Wald im Hintergrund mitgeteilt wird, dass das ja unmöglich sei. Er lernt einfach auch nicht dazu.

Daraufhin kämpft er sich mit dem Racer und seinem Lichtschwert (Checkbox angehakt) durch die im Sandsturm herumfliegenden Trümmerstücke und erinnert sich daran, wie er seine Mutter einst in einem Sandsturm suchte und sicher nach Hause brachte. Hier ist es etwas Schade, dass diese Parallele zwar gut funktioniert, aber es das Ereignis, an das sich Vader erinnert, vor dieser Ausgabe nicht gab. Der Rest des Heftes ist ja genau deshalb wieder etwas stärker als die vorherigen Ausgaben, weil es gute Parallelen zwischen dem schafft, was wir aus den Filmen kennen. Mit dieser Szene entfernt man sich aber davon, was ich schade finde.

Wir sehen Anakins erstes Gespräch mit dem Hohen Rat und einen Vortrag darüber, wie Angst der Weg zur Dunklen Seite ist und dann schneiden wir zu Anakins Rache an den Tusken als auch seinen Versuch das Gunship zu landen, als Padmé in den Sand gefallen ist. In der Gegenwartshandlung kommt er in der Zeit auch bei Sabé und Kitster an, und rettet sie mit Hilfe eines Befehls an seinen Sternenzerstörer vor dem Sandsturm. Außerdem sehen wir, wie er eine Parallele zwischen der im Sand liegenden Padmé und der im Sandsturm begrabenen Sabé zieht, was wohl der Höhepunkt all dessen sein soll. Vader trägt Sabé dann vorsichtig in Sicherheit, etwas, dass er bei Padmé damals nicht tun konnte und währenddessen kann sich der Imperator auf Coruscant gar nicht genug vor Freude kugeln, dass Vader ernsthaft denkt sie retten zu können, nachdem er bei seiner Mutter und bei Padmé versagt hat.

Die ganze Konzeption dieses Heftes ist definitiv besser als die Ausgaben zuvor, aber das liegt eben leider daran, dass man wieder die alten Tricks herausholt und den Leser fast schon mit Nostalgie oder Bekanntem einlullen möchte. Es ist offensichtlich, dass Greg Pak die ganze Story in den vorherigen Heften, von korrupter Gouverneurin bis hin zu einer neuen Superwaffe, die – Trommelwirbel – SANDstürme verursachen kann, nur dafür angelegt hat, um die Parallele ziehen zu können. Und das wirkt dann doch etwas zu ungelenk als dass ich das als gutes Storytelling loben könnte. Zumal die Superwaffe mal wieder einfach da war und ja irgendwie auch Crimson Dawn da mit drinnen hängt. Deshalb bin ich gespalten, da ich zum einen tatsächlich nach langer Zeit mal wieder gespannt bin, wie die Story rund um Sabé weitergehen wird und ob Vader es entgegen Sidious‘ Erwartungen schaffen wird, sie zu retten, während ich gleichzeitig den Weg hin zu dieser Parallele als etwas zu gewollt und daher nicht verdient empfinde. Mischt man in all das dann noch den aus dem Nichts auftauchenden Podrenner und die offensichtlichen Anspielungen darum, liest es sich leider in großen Teilen schon fast wie zu einfach gestrickte Fanfiction.

Die Zeichnungen

Rafaelle Ienco gelingt es wieder die Filmszenen gut einzufangen und den Leser dadurch direkt zu vermitteln, wann etwas aus den Filmen stammt. Aus diesem Grund fällt auch die Sandsturm-Rettungsaktion von Anakins Mutter direkt auf, weil man die Szenen so eben nicht aus den Filmen kennt. Auch die Arbeit mit den Rottönen ist sehr gut gelungen und die Figuren haben trotz dieser Färbung noch genug Wiederkennungswert. Im Gegensatz frage ich mich aber auch immer, wieso man diese rot hinterlegten Szenen nicht aus Sicht Vaders macht – wie sie ja dank der roten Panels gedacht sind – anstatt die Beobachterperspektive einzunehmen. Das würde uns neue Perspektiven geben, jedoch auch den oben gelobten Wiedererkennungswert wegnehmen. Andererseits kann liegt auch die Sichtweise nicht fern, dass diese Beobachterperspektive sogar angebrachter ist, da Vader ja auf das Leben von Anakin zurückblickt und wir beide in Teile als getrennte Figuren betrachten können.

Fazit

Darth Vader macht mal wieder halbwegs Spaß, wer hätte das gedacht? Das Problem ist, während dieses Heft für sich stehend einen guten Weg geht, trifft das leider nicht auf eine Reihe zu, die so viele komische Entscheidungen treffen muss, um überhaupt erstmal wieder zu einem guten Heft zu kommen. Sandsturmmaschinen, Podracer, irgendwo noch Crimson Dawn und alte Bekannte kommen zusammen, damit Vader sich mal so richtig erinnern kann. Es würde mich mittlerweile nicht wundern, wenn wir am Ende erfahren, dass Vader die ganze Zeit in einem VR-Simulator gesessen hat und der Imperator sich immer neue Assets ausdachte, die für Vader darin simuliert wurden. Denn genauso – Achtung Wortspiel – SANDboxig kommt die „Story“ mittlerweile daher.

Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!
Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!

Doctor Aphra #23 – rezensiert von Matthias

Der Inhalt

Doctor Aphra #23 (24.08.2022)
Doctor Aphra #23 (24.08.2022)

An Bord der Vermillion haben die immer noch besessene Aphra und die Archivarin, die früher als Sava an Aphras alter Universität zum Thema Sith lehrte und forschte, eine intensive Unterredung, in der sie Anspruch auf all die Objekte und all das Wissen erhebt, die die Archivarin zusammengesammelt hat.

Unterdessen hat Sana ihre Rettungsmannschaft fast komplett zusammen, nur Magna bedarf einer gewissen Überredungskunst, bis auch sie sich dazu entschließt, sich anzuschließen. Kurz vor ihrem Abflug entdeckt Detta einen Peilsender, der an Sanas Raumschiff angebracht wurde, aber weil Sana sofort starten will, stellt sie die genauere Überprüfung ihres Fundes erstmal zurück.

Dieser Peilsender dient Lucky und Ariole dazu, Sanas Bewegungen zu überwachen und ihr weiteres Vorgehen mit ihrem zweiten Greiftrupp zu koordinieren, den Lucky Sana hinterher schickt, während er und Ariole Kurs auf die Vermillion nehmen, wo sie Aphra ja das letzte Mal gesehen hatten.

Sana und ihr Team sind unterdessen auf Birukay gelandet, wo sie vermuten, dass Aphra wichtige Dinge versteckt haben könnte, da dieser Planet als einziger Aphras Vorstellung eines perfekten Verstecks erfüllt. Bei Crimson Dawn war man wohl zum gleichen Schluss gekommen und hatte ein Team vor Ort geschickt, welches nun aber teilweise niedergemetzelt am Strand liegt. Mit seinen letzten Atemzügen identifiziert einer von ihnen aber noch Kho Phon Farrus als Lehrling der Archivarin. Daraufhin stellt Sana Kho zur Rede. Kho berichtet dem Team nun, wie xier von der Archivarin aufgesucht und angeworben worden war für diese den Ewigen Funken und andere Artefakte der Aszendenten zu finden und ihr zu bringen. Von ihr hatte Kho auch die Liste der Objekte und ihrer möglichen Verstecke erhalten. Aber Sana hat keine Zeit näher auf diese Enthüllung einzugehen, denn sie müssen zügig den Ort, den Aphra als Versteck ausgewählt hat, finden und das, was sich darin befindet bergen, ehe der noch aktive Teil des Crimson Dawn Kommandos es zuerst findet. Es kommt im folgenden zu einem Kampf zwischen Sanas Team und den Crimson Dawn Truppen, die aber den Kürzeren ziehen, obwohl sie die Hütte mit dem, was Aphra dort verbergen wollte, zuerst erreicht hatten. Aber deren Bewohner mögen sich halt nicht gerne ergeben, sondern ganz im Gegenteil töten für ihr Leben gern selber, was bei Sana die Erkenntnis dämmern lässt, dass es sich nicht um ein Versteck, sondern eine Falle handelt.

Lucky und Ariole hingegen haben Aphra an Bord der Vermillion gefunden bzw. wurden von ihr gefunden bzw. wurden von ihr erwartet, um genau zu sein, was nicht unbedingt ein gutes Zeichen für ihre Zukunft sein muss.

Die Umsetzung

Alyssa Wong erzählt weiter eine sehr dichte und gut verwobene Geschichte, in die xier alles einbaut, was das Star Wars-Universum und insbesondere die Welt der Chelli Lona Aphra so bereithält. Ganz so, wie es die Aphra-Fans lieben. Einzig über die etwas sinnfreie Kampfeinlage auf Birukay könnte man diskutieren. Solche Füllerkämpfe sind eigentlich etwas für Comics, die gerade sonst keine Geschichte zu erzählen haben. Aber Alyssa Wong wollte dem Team rund um Sana wohl mal einen Aktion-Auftritt spendieren, in dem man Seite-an-Seite bzw. Rücken-an-Rücken miteinander gegen Crimson Dawn kämpfen kann. Es sei ihnen gegönnt, mussten sie sich doch lange genug zurückhalten.

Ich bin mit der Arbeit von Minkyu Jung und Rachelle Rosenberg ja eigentlich schon immer sehr zufrieden, aber diesmal scheinen sie sich noch etwas selbst übertroffen zu haben. Die Mimik und Augen der Figuren und die wechselnden farblichen Stimmungen in den teils sehr detaillierten Hintergründen haben noch mal einen höheren Level als sonst schon erreicht und liefern sich damit mit Paolo Villanelli und Arif Prianto weiterhin ein Kopf-an-Kopf-Rennen um das beste Künstlerteam im Star Wars-Umfeld. Der Letterer Joe Caramagna hat sich diesmal auch sehr viel Mühe gegeben, alle handelnden Figuren und Orte genau zu benennen.

Fazit

Mir hat das Heft sehr gut gefallen. Doctor Aphra at its best. Alles drin und dran, und dies auch noch super illustriert und koloriert. Mehr kann man eigentlich nicht von einem Comic erwarten. Das einzig negative, was ich über diesen Comic sagen kann, ist dass wir fünf lange Wochen warten müssen, bis endlich das nächste Heft erscheint.


Am 21. September geht es mit Darth Vader #27 weiter und eine Woche später dann mit Doctor Aphra #24. Den nächsten Marvel-Mittwoch hat dann Obi-Wan #4 ganz für sich allein.


Wir bedanken uns bei Marvel für die Bereitstellung der digitalen Vorab-Exemplare, ohne die unser Marvel-Mittwoch nicht möglich wäre.

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