Marvel-Mittwoch: Doctor Aphra #17

Im zweiten Teil des aktuellen, fünfteiligen Handlungsbogens des bislang noch recht lockeren Crimson Reign-Crossovers machen Chelli und Sana eine Reihe ebenso interessanter wie gefährlicher Entdeckungen und geraten mit einer Anhängerin eines längst ausgestorben geglaubten Kultes aneinander.

Damit ihr euch beim Lesen nicht unliebsamen Überraschungen ausgesetzt seht, hier die Warnung: Wie bei den Marvel-Mittwoch-Artikeln üblich, können Rezension und Leser-Kommentare Spoiler enthalten, da wir frei mit euch über das Heft diskutieren möchten.

Da die Doctor Aphra-Reihe auch bei diesem Crossover eher locker bzw. nur am Rande eingebunden zu sein scheint, gibt es bezüglich der Lesereihenfolge mit anderen Heften derzeit keine Empfehlung.

Der Inhalt

Doctor Aphra #17
Doctor Aphra #17 (Dezember 2021)

Die Handlung beginnt auf der Acquisitor, dem fliegenden Hauptquartier der Tagge Corporation, wo soeben Ronen Tagge, der etliche Hefte zuvor fast das Schicksal eines seiner Sammlerstücke geteilt hätte, dem Bacta-Tank entstiegen ist. Obwohl er noch nicht wieder ganz genesen ist, legt er sich schon wieder mächtig ins Zeug bzw. mit Lady Domina an, deren Herrschaftsanspruch über die Firma er sehr unverblümt in Frage stellt, was diese aber ebenso machtbewusst abweist. Aber neben all seinen guten Vorsätzen für die Zukunft hat er natürlich Doctor Aphra nicht vergessen, der er ja seinen aktuellen Zustand verdankt.

Selbige sieht sich gerade in Tase Somers Residenz mit einer verhüllten Gestalt konfrontiert, die sich als Kho Phom Farrus, ein*e alte*r Bekannte*r ihres Vaters, herausstellt. Xier hegt aber ebenfalls keine liebevollen Erinnerungen an die letzten gemeinsamen Treffen. Aber anders als Aphras Vater, der sich ganz der Suche nach dem Ordu Aspectu verschrieben hatte, hat xier zwischenzeitlich xiesen Tätigkeitsschwerpunkt auf die Rituale der Anhänger der dunklen Seite der Macht verlegt und eifert nun dem Kult der Aszendenten nach. Gerade als Aphra und Sana hereinplatzen, wollte xier mit dem frisch erbeuteten Artefakt eines xieser Rituale beginnen. Nach einem ebenso kurzen wie unfreundlichen Wortwechsel lassen die beiden sogleich ihre alte Feindschaft wieder aufflammen und es kommt zu einer tätlichen Auseinandersetzung, bei der Farrus allerlei der Artefakte zum Einsatz bringt. Am Ende gelingt Kho die Flucht unter Mitnahme jener Gedanken-Rute, die auch Aphra in ihren Besitz bringen wollte. Aphra und Sana bleiben mit einigen neuen Informationen, aber viel mehr Fragen und einigen Überresten zurück, aus denen sie sich eine Vorgehensweise erschließen müssen, die ihnen die Artefakte und Khos Vernichtungsplan zu Fall bringt.

In der abschließenden Sequenz sieht man Kho in einem Quartier auf Brentaal IV, wie xier sich die Wunden leckt und das weitere Vorgehen plant, als xier einen Anruf von xieser Auftraggeberin, der Archivarin, bekommt. Sie ist eine jener mysteriösen Gestalten, die zum Gefolge von Crimson Dawn gehört und Kho den Auftrag gibt, ein spezielles Artefakt, den ewigen Funken, zu finden und dann zu Crimson Dawn dazuzustoßen.

Die Umsetzung

Alyssa Wong bleibt sich beim Aufbau der Geschichte und ihrem Tempo treu. Die Story fließt zügig und ohne unnötigen Firlefanz zielstrebig gen Zwischenziel. Dafür, dass dabei der Aphra-typische Humor nicht auf der Strecke bleibt, ist aber gesorgt. Und auch die Gegenspieler bringt sie mit der nötigen Ruhe und Klarheit in Position. Positiv fällt dabei auf, dass diese nicht eindimensional nur auf in Hinblick auf Aphra ausgerichtet sind, sondern auch sonst ein Leben und weitere, eigene Ziele haben. Die Konstellation im Haus Tagge könnte so durchaus noch mal interessant werden. Und auch bei Kho ist nicht klar, ob xiere Pläne mit denen von Crimson Dawn übereinstimmen. Also alles da, was es für einen spannenden weiteren Handlungsbogen braucht.

Minkyu Jung und Rachelle Rosenberg liefern auf dem üblichen Niveau ab. Farrus kommt mir irgendwie wie ein Verschnitt von Deva Lompop und Cruella de Vil aus 101 Dalmatiner vor, aber solche Charaktere scheinen im Marvel-Universum gerade schwer angesagt zu sein und bringen ja auch etwas Farbe in die Geschichte. Besonders gut gefallen haben mir die Panels, wo zum einen Kho vor grünem Hintergrund xiese Sichel hervorzieht, und zum anderen das, in dem sich Chelli wie ein kleines Kind freut, dass Kho wieder mal auf einen ihrer alten Tricks hereinfällt. Da kommen die Menschen hinter den Figuren mal richtig gut durch. Die Komposition der Panels folgt aber mit einigen Freiheiten dem üblichen Format und auch das Lettering ist unauffällig und unaufdringlich.

Fazit

Die Geschichte nimmt deutlich Fahrt auf und die unterschiedlichen Lager klarere Konturen an. Der weitere Handlungsbogen verspricht interessant und unterhaltsam zu werden. So macht das Spaß!

Und schon in zwei Wochen, am 19. Januar 2022 geht es weiter, denn dann soll Doctor Aphra # 18 erscheinen.

Wir bedanken uns bei Marvel für die digitale Vorab-Ausgabe, ohne die unser Marvel-Mittwoch nicht möglich wäre.

Schreibe einen Kommentar