Marvel-Mittwoch: Darth Vader #18 und Bounty Hunters #18

An diesem Marvel-Mittwoch starten zwei weitere Comic-Reihen in die Post-War of the Bounty Hunters -Zeit: Darth Vader #18: „Red Revenge“ und Bounty Hunters #18: „Galaxy’s Greatest“. Ob sie bereits wieder auf eigenen Beinen stehen können und wie sie das Erbe des War of the Bounty Hunters weitertragen erfahrt ihr in diesen Rezensionen!

Wie üblich bei den Beiträgen zum Marvel-Mittwoch enthalten die Rezensionen und ggf. auch die Leser-Kommentare Spoiler. 

Darth Vader #18 – rezensiert von Tobias

Nach dem Krieg der Kopfgeldjäger gilt es diesmal einen neuen/weiterführenden Handlungsstrang zu beginnen, der zwar anders anmutet, aber mich nicht direkt begeistern konnte. Wieso dies so ist, soll im Zentrum meines Beitrags stehen.

Zum Inhalt

Darth Vader #18 (01.12.2021)
Darth Vader #18 (01.12.2021)

Mit der Suche nach Crimson Dawn beauftragt denkt Vader natürlich erstmal wieder an Episode V und sein Treffen mit Luke zurück. Wo kämen wir auch hin, wenn wir diese Form der Iteration zu Beginn jedes Handlungsbogens einmal auslassen könnten. Darin bezichtigt er seinen Meister Unordnung geschaffen und jegliche Unterstützung gebrochen zu haben und beschließt sich trotz alledem Crimson Dawn anzunehmen.

Dann beobachten wir insgesamt zwei komplett unterschiedliche Schauplätze, in denen Soldaten von Crimson Dawn die örtliche Bevölkerung drangsalieren und sehen wie eine Gruppe Kopfgeldjäger (die – wie es sich gehört – aus allerlei obskuren Spezies und Typen besteht) gehen diese vorgehen. Im ersten Fall ist das Oberhaupt des Dorfes/der Gemeinde selbst Teil von Crimson Dawn und unterdrückt sein Volk, im zweiten Fall bekämpft ein vogelähnlicher General eine Siedlung und will mithilfe desertierter Sturmtruppen die Bevölkerung um Schutzgeld erpressen. Beide Ideen zeigen eindeutig die Dunkle Seite von Crimson Dawn, auch wenn ich gerade im zweiten Fall fast davon ausgehe, dass diese Gruppe von Vader oder Ochi eingesetzt wurde, um Antipathien gegen Crimson Dawn zu provozieren.

Apropos Ochi von Bestoon. Der ist übrigens – als wäre nichts gewesen am Ende des letzten Heftes – wieder in Stiefelreichweite von Vader. Ob er nun für Qi’ra Undercover bei Vader verbleibt oder schon seine Rolle bei Crimson Dawn eine Finte war, mag ich gar nicht zum Zentrum meiner Spekulationen machen. Am Ende läuft hier sowieso ein Doppelt, Dreifaches oder Vierfaches Spiel, welches hoffentlich am Ende aufgelöst wird und vorher nur keine unlogischen Entscheidungen produziert.

Auf dem Planeten mit dem Vogelgeneral greift dann eine Gruppe Freiheitskämpfer an, die – wie auch die Kopfgeldjäger – direkt für den Kampf gegen Crimson Dawn rekrutiert werden und in Vader ihren Erlöser sehen. Hier schart einer der mächtigsten Sith-Lords mit noch im Heft zuvor präsentierter Armee also wieder ein paar Hobby-Rebellen um sich, um das Problem zu lösen. Immerhin kann man ihm die Argumentation vorstrecken, dass in überzeugten Antagonisten Crimson Dawns zumindest keine Verräter zu vermuten sind (auch wenn dieses Argument vielleicht auf die Rebellengruppe aber nicht auf die Kopfgeldjäger zutrifft).

Während die neue Liga der Außergewöhnlichen Sith-Protegés also zu Abend ist, blenden wir nach Polis Massa wo eine lang verschollene Figur wieder auf der Bildfläche erscheint: Sabé! Nachdem man es im ersten Handlungsbogen der 2020er Darth Vader-Reihe noch vermochte eine halbwegs spannende und gut verknüpfte Geschichte zu erzählen, hat man sich nun wohl gedacht, dass diese Figur wieder zurückkommen muss, um endlich wieder Qualität in dieser Reihe zu produzieren. Ob diese Hoffnung erfüllt wird, bleibt abzuwarten. Doch zumindest muss sich Sabé diesmal Vader nicht allein (oder mit ein paar versprengten Naboo-Wachen) stellen, sondern hat sich auch Crimson Dawn angeschlossen.

Die Zeichnungen

Leonard Kirk übernimmt die Zeichnungen recht problemlos aus dem vorherigen Arc und schafft es gerade rund um die exotischeren Spezies, die wir in diesem Heft zu sehen bekommen, sehr gute Arbeit zu leisten. Vader sieht zwar auf manchen Bildern etwas in die Länge gestreckt aus (vor allem der Helm), aber im Großen und Ganzen kann ich mich nicht beschweren, auch wenn natürlich der letzte Schliff wie bei den The High Republic-Werken von Ario Anindito noch merklich fehlt.

Fazit

Darth Vader gelingt es merklich sich wieder mehr oder weniger organisch vom Krieg der Kopfgeldjäger zu entfernen und eine eigene Mission aufzuspannen. Trotzdem ist es gerade in der Schnelligkeit seiner Handlungsorte und Figuren in diesem Heft die Grundlage für Verwirrung geschaffen. Wer nun gerade mit oder gegen wen kämpft, war nicht auf Anhieb klar. Ansonsten hat diese Ausgabe sehr wenig mit ihrem Namensgeber zu tun, da dieser kaum selbst tätig wird (übrigens kein Lichtschwert-Einsatz diesmal, dafür aber TIE-Einsatz)! Ich kann diese Ausgabe ohne die zukünftige Handlung schwer einschätzen und verbleibe deshalb wie immer naiv und in Konsequenz dessen positiv optimistisch.

Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!
Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!

Bounty Hunters #18 – rezensiert von Matthias

Der Inhalt

Bounty Hunters #18 (01.12.2021)
Bounty Hunters #18 (01.12.2021)

Das Heft beginnt mit einem Rückblick auf jenen Augenblick, als der halbverhungerte, junge Valance als wildes Straßenkind auf seinem Heimatplaneten Chorin währen einer Parade des Imperiums unvermittelt einem seiner Helden aus Kindertagen gegenübersteht. Einem imperialen Offizier namens Captain Tarl Sokoli, der von seinem AT-TE heruntersteigt und Valance einen Energieriegel gegen den Hunger und eine Hoffnung auf ein besseres Leben jenseits der Minen von Chorin gegen die Trostlosigkeit seines Daseins gibt. Erfüllt von der Idee einer Karriere bei den imperialen Streitkräften äußert der kleine Valance seinen Wunsch eines Tages für das Imperium kämpfen zu dürfen.

Viele Jahre später findet sich Valance in der eher trostlosen Situation wieder, genau dies – erneut – tun zu müssen, denn Vader hat sich seines sterbenden Körpers bemächtigt und seine versagenden menschlichen Körperteile durch kybernetische Komponenten ersetzt. Seine alten kybernetischen Komponenten wurden durch neue ersetzt, die ihn wie einen Menschen aussehen lassen. Das Maschinelle wurde so zum Menschlichen und das Menschliche zum Maschinellen. Besonders stark trifft Valance diese Verwandlung in Bezug auf den Verlust seines Herzens, dem letzten wichtigen, menschlichen Organ, welches ihn noch einen Menschen hat sein lassen. Und genauso hart formuliert Vader nun seine weitere, rein zweckbestimmte Existenzberechtigung, die nur noch davon abhängt, dass er ihm nützlich ist.

Natürlich begehrt Valance sogleich gegen Vader auf und nutzt seine neuen, verbesserten Waffen um diesen anzugreifen, aber Vader zerstört mit wenigen Lichtschwertstreichen erst Valances neuen Körper und damit auch seine letzten Illusionen noch Herr seines eigenen Schicksals zu sein. Und um die Vergeblichkeit dieser Widerstandshandlung noch zu verdeutlichen befiehlt Vader Valance genauso wieder herzustellen.

Derweil sitzen T’Onga und ihre Crew in der Carbon Score Kantina auf Burnin Konn und blasen Trübsal. Nicht weil ihnen der vermeintliche Tod von Valance als solchem an die Nieren geht, sondern weil sie über Valance hofften an Cadeliah ranzukommen, ehe Crimson Dawn sie aufspürt. Zu ihrem Glück stürmt kurz darauf ein Schwarm Kerrakk in die Kantina, um das überfällige Schutzgeld vom Kantinabetreiber einzutreiben. Was für eine prächtige Gelegenheit für T’ongas Crew ihren Frust und ihre Langeweile an eben diesen abzuarbeiten. Und da jeder einen der Angreifer töten darf, bekommt das Ganze so einen etwas schrägen Teambuilding-Event, zu dem auch eine Art Reifeprüfung für Losha zählt, die mit ihrem ersten Kill im Hinblick auf das abenteuerliche Leben als Kopfgeldjäger Blut geleckt hat und von dem friedlichen Leben auf der Farm, welches T’Onga für sie beide wollte, nichts mehr wissen will.

Und auch Valance bekommt etwas zu tun, als er – wieder frisch repariert – wieder zu Bewusstsein gelangt. Darth Vader macht ihn seine Lage glasklar und erteilt ihn seinen ersten Auftrag: Übernahme des Kommandos über die Dark Squadron. Und er hat gar keine andere Wahl, denn als sein Gehirn repariert wurde hat das Imperium auch all seine Erinnerungen auslesen können und weiß nun genau, wie bzw. womit er erpresst werden kann, Yula und Cadeliah. Sein Vorgesetzter ist nun Ochi von Bestoon, der ihn sogleich einen Tötungsauftrag erteilt. Zum Schrecken von Valance gilt dieser Befehl seinem Helden aus Jugendtagen, eben jenem Captain Tarl Sokoli aus dem Rückblick am Anfang des Heftes, nun aber im Rang eines Generals und unglücklicherweise in Diensten von Crimson Dawn.

Die Umsetzung

Ethan Sacks nimmt sich die Ruhe und den Platz des ersten Heftes, um die Ausgangslage und die Verbindungen zwischen allen Akteuren klar aufzubauen. Die eigentliche Handlung dient da nur als Hintergrund für die Kontraste und Konflikte des neuen Settings. Insofern macht er storytechnisch alles richtig. Dasjenige, was man von der kommenden Geschichte jetzt schon erahnen kann reißt mich allerdings noch nicht vom Hocker. Ich befürchte etwas, dass sich jetzt die sinn- und folgenlosen Ballereien der Bounty Hunters Reihe mit der ähnlich unproduktiven Metzelei der Darth Vader Reihe vereinigt und die Reihe noch den letzten Rest ernstzunehmender Geschichte verliert. Auch mit dem Wechsel in der Einstellung bei T’Onga bin ich so nicht ganz glücklich. Ich hoffe sehr, dass aus der nachdenklichen, klar ihre Grenzen setzenden Figur jetzt nicht auch noch so eine Metzelsüchtige wird. Aber schauen wir mal, wohin Sacks die Figuren entwickelt.

Mit dem neuen Handlungsbogen hat auch ein neues Künstler-Team die Zeichnungen übernommen. Statt Paolo Villanelli fungiert nun Ramon Bachs als Zeichner und Bryan Velenza hat Arif Prianto abgelöst. Angesichts der sehr hohen Qualität, die die beiden bisherigen Künstler abgeliefert hatten, ist es schon eine Umstellung, Glücklicherweise fällt die Leistung nicht allzu sehr ab und da sich das Äußere von Valance ja durch die Operationen ohnehin stark geändert hat, fällt es auch nicht gleich so auf. Die Illustrationen sind in Ordnung, der Schnitt der Panels etwas konservativer. Ich finde, sie haben sich eine faire Chance verdient zeigen zu können, wie sie die neue Welt von Valance sehen.

Fazit

Mir hat das Heft gut gefallen. Es gibt ein sehr klares Setting. Die Geschichte klingt zwar noch nicht besonders spannend, aber es könnte interessant werden zu sehen, wie Valance mit all diesen neuen Konflikten zurechtkommt.

Am 22. Dezember setzt Darth Vader in Heft #19, Dark Order, seinen Feldzug gegen Crimson Dawn fort. Valance und T’Onga dürfen noch in Ruhe Weihnachten feiern, ehe es dann am 29. Dezember auch für sie weitergeht.

Wir bedanken uns bei Marvel für die digitale Vorab-Ausgaben, ohne die unser Marvel-Mittwoch nicht möglich wäre.

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