Rezension: The High Republic Adventures #10 von IDW

Weiter geht es diese Woche mit Qorts Abenteuern bzw. The High Republic Adventures #10. Nachdem am Ende des vorigen Hefts eine Explosion den Jedi-Tempel auf Takodana zerstörte, kommt es heute natürlich, wie es nach all dem Foreshadowing kommen musste: Qorts Maske ist dabei zerbrochen! Auch die heutige Geschichte wurde von Autor Daniel José Older geschrieben und von Zeichner Toni Bruno und Koloristin Rebecca Nalty visuell umgesetzt.

Zum Inhalt

Zu Beginn sehen wir einen Rückblick auf Qorts Kindheit. Dieser wird von der Kyuzo-Jedi Sav Malagán in der Macht geschult, welche ihn dann aber in Yodas Hände gibt. Nicht aber ohne ihm einen wichtigen Rat mit auf den Weg zu geben: Qort wird selbst wissen, wann seine Zeit gekommen ist und er bereit ist, seine aus einem Krabbenschädel bestehende Maske abzunehmen. Diese hemmt, wie wir im vorigen Heft erfahren haben, die Aggressivität junger Aloxianer und sollte erst abgenommen werden, wenn der Träger reif genug ist.

Dies wird dann sofort auch in der Gegenwartshandlung relevant, denn wir sehen, dass Qorts Maske bei der Explosion im Tempel zerbrochen ist. Doch anscheinend ist der richtige Zeitpunkt für ihn gekommen, denn er ruft sofort das Lichtschwert in seine Hände und wehrt quasi im Alleingang die mit Jägern angreifenden Nihil ab, sodass auch Maz Kanata und Sav beeindruckt sind. Im Anschluss daran sehen auch die anderen Padawans erstmals Qorts Gesicht und sind sehr gerührt.

Bei den Nihil stellt sich derweil heraus, dass es von den beiden (Ex-)Nihil-Geschwistern aus dem letzten Heft nur eine ehrlich meinte: Bareen wollte wirklich die Nihil verlassen, während ihre Schwester Sabata den Abschied von den Nihil nur zum Vorwand nahm, um sich das Vertrauen der Jedi zu erschleichen. In Wahrheit arbeitet sie weiter für Krix und plant die Vernichtung der Jedi und auch ihrer eigenen Schwester…

Zur Umsetzung

Dass Qort hier wieder im Mittelpunkt steht und seine eigene heldenhafte Actionszene bekommt, gefällt mir als Fan des kleinen Aloxianers sehr gut. Das Zusammenspiel zwischen den Flashbacks zu seiner Kindheit und der Gegenwartshandlung funktioniert hier sehr gut und ergänzt sich perfekt, sodass wir Leser*innen einen guten Einblick in das bekommen, was in Qorts Kopf vor sich geht, als er bemerkt, dass seine Maske zerbrochen ist. Hier hilft auch die zeichnerische Gestaltung dabei, dass wir uns besonders gut in Qort hineinversetzen können, denn wir sehen die Szene, in der Qort schockiert seine zerbrochene Maske aufhebt, durch seine Augen. Gleichzeitig wird dadurch auch ein wenig länger die Spannung aufrecht erhalten, wie Qort denn unter der Maske aussieht. Sein Gesicht sehen wir dann zuerst in ein paar Nahaufnahmen des Mundes, als er sagt „I am ready“ („Ich bin bereit“), bevor er dann entschlossen mit seinem Lichtschwert in Aktion tritt und wir sein Gesicht dann schließlich als Ganzes zu sehen bekommen. Diese Schritt-für-Schritt-Enthüllung ist wirklich gut gemacht.

Dass Qort nun nicht mehr so süß aussieht, ist etwas schade, aber verständlich. Nachdem alle anderen Figuren offenbar in die Pubertät gekommen sind und viel erwachsener aussehen, ist es nur logisch, dass auch Qort folgt. An sein neues Aussehen werde ich mich sicher, ebenso wie Qorts Freunde, schnell gewöhnen.

Etwas schade finde ich es trotzdem, dass es bei Qort so wenig Konflikt aufgrund seiner zerbrochenen Maske gab. Nach den Ankündigungen im letzten Heft, dass die Maske bei den Aloxianern meist weit bis ins Erwachsenenalter getragen wird ein zu frühes Abnehmen zu heftigen Aggressionen führen kann, hatte ich mir doch erhofft, dass die Situation ein größerer Kampf des jungen Jedi gegen seine aggressive und impulsive Seite werden würde, statt einem recht problemlosen Übergang.

Als Sprachwissenschaftlerin muss ich außerdem anmerken, dass ich es recht seltsam finde, dass Qort nach dem Abnehmen der Maske auf einmal anfängt, bruchstückhaftes Basic zu sprechen, was er vorher nie getan hat. Der Zusammenhang zwischen dem Tragen eines Krabbenschädels und der Fähigkeit, eine Sprache zu sprechen, erschließt sich mir nicht so recht. Ich warte dann mal auf das sprachwissenschaftliche In-Universe-Buch, das dieses merkwürdige Phänomen erklärt. 😉

Was die Nihil angeht, bin ich zuversichtlicher als zuletzt. Nachdem ich Sabata und Bareen letztes Mal noch als uninteressante, flache Charaktere bezeichnet habe, könnte ich mir jetzt doch noch vorstellen, dass die Geschichte mit den beiden Geschwistern auf verschiedenen Seiten noch interessant werden könnte. Etwas mehr Charakterarbeit könnten die beiden im nächsten Heft noch gebrauchen, aber dann bin ich gespannt, wie es mit ihnen weitergeht.

Fazit

Auch die zehnte Ausgabe von The High Republic Adventures ist wieder mal ein solides Heft, das es schafft, uns Qorts Krisensituation und deren Überwindung wunderbar aus seiner Perspektive zu schildern – auch durch die passenden zeichnerischen Mittel. Etwas mehr innerer Konflikt bei Qort hätte für meinen Geschmack aber schon sein dürfen. Daher vergebe ich vier von fünf Holocrons.

Bewertung: 4 von 5 Holocrons
Bewertung: 4 von 5 Holocrons

Wir danken IDW Publishing für die Bereitstellung des digitalen Rezensionsexemplars und der Vorschauseiten.

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