Rezension: Leia, Princess of Alderaan – Band 1 des Manga von Haruichi Furudate

2017 nahm uns Claudia Gray in ihrem Young-Adult-Roman Leia, Princess of Alderaan mit in die Welt der 16 Jahre jungen Leia Organa, die langsam erwachsen wird und dabei lernt und versteht, wie das Imperium funktioniert und welche Rolle ihre Eltern im sich anbahnenden galaktischen Konflikt spielen. Diese Geschichte wurde nun von Haruichi Furudate als Manga adaptiert und der erste Teil dieser Adaption ist am 27.10.2020 in englischer Sprache bei Yen Press erschienen. Von der Manga-Adaption von Claudia Grays anderem YA-Roman, Lost Stars (ebenfalls auf Englisch bei Yen Press erschienen und von Panini in deutscher Sprache veröffentlicht), waren wir bei der Jedi-Bibliothek restlos begeistert, wie ihr den Rezensionen von Jürgen und Maximilian entnehmen könnt. Kann der neue Manga Leia, Princess of Alderaan an diese Qualität anknüpfen?

Der Manga beginnt, anders als die Romanvorlage mit einer kurzen Zusammenfassung von Episode III, der Entstehung des Imperiums und der Adoption Leias, wahrscheinlich, um auch die weniger Star Wars-bewanderten Leserinnen und Leser mitzunehmen. Die ersten paar Seiten sind sogar in Farbe gehalten, was sie besonders ansprechend macht, während der Rest des Mangas traditionell schwarz-weiß ist.

Nach diesem kurzen Prolog folgt der Manga dann aber der Handlung der Romanvorlage, beginnend mit Leias sechzehntem Geburtstag und dem „Day of Demand“, an dem die junge Prinzessin in einer offiziellen Zeremonie mit erhobenem Schwert ihren Eltern gegenüber ihren Anspruch auf den Thron deutlich macht. Schon allein diese Szene ist wie gemacht für das Medium des Mangas: königliche Garderobe, ein großer Thronsaal mit vielen schicken Gästen und die junge Leia mit erhobenem Schwert. All dies sieht visuell nochmals viel beeindruckender aus, als wenn man es nur in Textform liest. Haruichi Furudate hat hier wirklich großartige Arbeit geleistet.

Der Großteil dieses ersten Bandes der Manga-Adaption ist dann den drei Aufgaben gewidmet, die Leia sich selbst stellt, um sich als würdige Thronfolgerin zu beweisen: Sie unternimmt eine Wohltätigkeitsmission nach Wobani, wo sie der leidenden Bevölkerung hilft und sich mit den lokalen imperialen Autoritäten anlegt, sie erklimmt im Rahmen einer Pfadfinderausbildung einen hohen Berg auf Alderaan und nimmt schließlich an einem parlamentarischen Ausbildungsprogramm des Imperialen Senats teil. Bei der Pfadfindermission und dem Praktikum im Senat lernt sie einige neue Freunde kennen, u.a. den angehenden Historiker Kier Domadi, ebenfalls von Alderaan, und eine junge, ziemlich verrückte Amilyn Holdo. Von ihren Eltern hingegen fühlt sich Leia immer wieder vernachlässigt, da diese dauernd irgendwelche wichtigen politischen Treffen zu haben scheinen, an denen Leia nicht teilhaben darf. Gegen Ende dieses ersten Bandes der Manga-Adaption kommt Leia dann langsam den rebellischen Aktivitäten ihrer Eltern auf die Schliche und der Band endet in einem gut gemachten Cliffhanger, der viel Spannung erzeugt (sofern man den Roman noch nicht kennt).

Wie schon beim „Day of Demand“ erwähnt, ist die visuelle Umsetzung der Romanvorlage wundervoll gelungen. Die Figuren sehen genau so aus, wie man sie sich vorgestellt hat. Insbesondere die junge Leia ist toll getroffen. Aber auch Holdos freakige Outfits, Kier Domadis nachdenkliche Art oder Tarkins gruselige Blicke fangen die Zeichnungen perfekt ein. Richtig genial ist auch, dass Haruichi Furudate sogar eine Hommage an die ikonische Pose der alten Leia auf Crait aus Die letzten Jedi eingebaut hat. In einem Panel steht die junge Leia auf Crait genau so da, schaut in die Ferne und hat ihren Mantel über den unteren Teil des Gesichts gezogen. Toll! Da sieht man, wie viel Liebe zum Detail in diesem Werk steckt!

Auch ansonsten nutzt der Manga die Stärken des visuellen Mediums wunderbar aus, um die Geschichte noch mehr zu verdichten und zu verknüpfen, ohne wesentliche Dinge wegzulassen. So gibt es beispielsweise immer wieder kurze Flashbacks zu Leias Kindheit oder zu Situationen, in denen ihre Eltern sie abwimmelten und sie enttäuscht wurde. Sogar die Schriftarten in den Sprechblasen vermitteln die Art und Weise, wie jemand spricht. So redet Tarkin beispielsweise in einer sehr offiziell anmutenden Schriftart, die schon zeigt, dass er keinen Spaß versteht, während Amilyn Holdo eine ziemlich verrückt aussehende Schriftart zugewiesen bekommen hat, bei der die Buchstaben teils aus der Reihe tanzen. Das spiegelt sehr passend wider, dass auch ihre Art zu sprechen wohl etwas seltsam auf die Zuhörer wirkt.

Insgesamt kann ich wirklich nur eine uneingeschränkte Empfehlung für den Manga aussprechen. Er setzt die Romanvorlage sehr gelungen um und die Zeichnungen sind fantastisch. Wer noch keine Gelegenheit hatte, Claudia Grays Roman zu lesen, sollte hier wirklich zugreifen, und auch wer den Roman kennt, erhält hier nochmals eine tolle Neugestaltung, die sich auf jeden Fall lohnt. Selbstverständlich erhält Leia, Princess of Alderaan von mir die vollen fünf Holocrons.

Bewertung: 5 von 5 Holocrons
Bewertung: 5 von 5 Holocrons

Wir danken Yen Press für das Rezensionsexemplar.

Wenn ihr Lust auf Leia, Princess of Alderaan Volume 1 bekommen habt, könnt ihr den Manga auf Amazon¹ erwerben. Über eine deutsche Übersetzung ist bisher noch nichts bekannt.

2 Kommentare

    1. Wow, da warst du ja schnell! Gestern Abend ging die Rezi raus und heute hast du dir schon den Manga besorgt und gelesen – Respekt! Freut mich, dass ich dir da eine gute Empfehlung geben konnte. „Lost Stars“ ist auch echt klasse! Ich hab den Manga damals schon verfolgt, als er nur auf Japanisch online veröffentlicht wurde. Hab wöchentlich die Fan-Übersetzungen auf Englisch verfolgt. Da kannst du dich auch nochmals auf ein Highlight freuen! Ich finde, Thane und Ciena sind da einfach klasse getroffen!

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