Interview mit Phil Szostak zu The Art of Star Wars: The Mandalorian

Am 1. Dezember ist es soweit, The Art of Star Wars: The Mandalorian – Season One erscheint und gewährt uns Einblicke in die kreativen Ideen und Konzepte der ersten Staffel der Serie. Über StarWars.com ist ein Interview mit Creative Art Manager Phil Szostak erscheinen, der beschreibt, wie das Buch zustande kam, und welche Schwierigkeiten ihm beim Schreiben begegneten. Szostak hatte zuvor bereits die Artbooks zu den Episoden VIII bis IX geschrieben und konzipiert. Wir haben die relevanten Stellen des Interviews für euch übersetzt:

StarWars.com: Wie kam es eigentlich dazu, dass du diese Bücher schreiben durftest – insbesondere jetzt zu The Mandalorian?

Phil Szostak: Ich habe das große Glück, Jonathan Rinzler meinen Bekannten nennen zu dürfen. Wir haben oft zusammen gegessen und Zeit miteinander verbracht, als er unser Chefredakteur bei Lucasfilm Publishing war. Eines Tages fragte er mich einfach aus dem Blauen heraus. Die vielen Gespräche über Filme und Star Wars haben uns einander nähergebracht. Und er schien einfach zu wissen, dass diese Bücher wohl perfekt für mich wären. Und so fand ich mich also eines Tages mit dieser Riesenchance konfrontiert. Ich zögerte keine Sekunde und nahm sofort an. Und ich bin heilfroh, obwohl es mir zu Beginn Angst machte. Ich habe mich selbst nie als jemanden gesehen, der ganze Bücher schreibt, und doch tat ich es jetzt.

Speziell bei The Mandalorian gehörte ich seit Beginn zu dem Team, das sich mit der visuellen Seite der Serie auseinandersetzte. Seit dem ersten Tag der Produktion, als wir Jon Favreaus erstes Skript bekamen, gehörte ich zu denjenigen, die sofort involviert wurden, weswegen ich das Buch auch unbedingt schreiben wollte. Es ist ein Werk, auf das wir im Art Department alle sehr stolz sind. Wenn ihr das Buch zu lesen bekommt, werdet ihr sehen, wie viele der Künstler dieses Projekt als das liebste ihrer ganzen Karriere bezeichnen. Und viele von ihnen sind schon seit Jahrzehnten dabei. Es ist also wirklich ein Projekt, das wir alle lieben und in welches wir viel Herzblut haben fließen lassen – und das mussten wir auch. Da es sich ja um eine Fernsehserie handelt, mussten wir weitaus mehr Konzepte und Designs entwickeln als beispielweise für einen Film, da es einfach deutlich mehr Zeit zu füllen gibt.

Concept Art aus dem fertigen Buch: ein Mudhorn bedroht den Mando

StarWars.com: Wie geht man an das Schreiben so eines Buches überhaupt heran?

Phil Szostak: Es ist gar nicht so leicht. Und da ich Perfektionist bin, mache ich es mir auch nicht so einfach – wie die meisten Leute bei Lucasfilm oder all jene, die eine künstlerische Ader haben. So macht man sich manchmal auch zu viel Druck. Ich persönlich fange immer damit an, die Bilder und Konzepte zu sammeln und ein vorläufiges Layout zu entwerfen. Das mache ich natürlich nicht allein.

Wir haben auch eine Art Unterkategorie, die wir Designscapes oder Moviescapes nennen – quasi die gelungensten Entwürfe der Staffel, die es dann auch auf den Bildschrim geschafft haben. Darauf konnte ich mich natürlich stützen; es ist mir aber natürlich auch ein Anliegen, den kreativen Prozess zu zeigen, also wie sich Ideen entwickelt haben. Man beginnt also mit einer Stoffsammlung, die man versucht zu ordnen und in eine Reihenfolge zu bringen. Für diese Art von Projekt erschien es logisch, das Ganze den Episoden nach einzuteilen.

Schon im Konzept war das Kind stets hungrig

StarWars.com: Was für neue Einblicke dürfen Fans von dem Buch erwarten?

Phil Szostak: Nun, das Spannendste für mich ist es, zu sehen, wie The Mandalorian überhaupt zustande kam. Mir hat das ehrlich gesagt die Augen geöffnet. Durch die individuellen Geschichten der Beteiligten konnte ich jede Menge Verbindungen ausmachen und begreifen, wie viele Zufälle eigentlich zu dem Projekt führten.

Zum Beispiel wie Jon Favreau und Dave Filoni sich 2008 auf der Skywalker Ranch getroffen haben, während Dave im Geheimen an The Clone Wars arbeitete, das in einem Jahr laufen sollte. Jon hingegen war gerade dabei, Iron Man abzumischen, der später zum Grundstein des MCUs werden würde und seine erste Kollaboration mit Skywalker Sound darstellte. Dass sich die beiden da getroffen haben, Jon deswegen dann eine Rolle in Clone Wars einsprechen würde und später sogar einen Mandalorianer in einer Serie spielt, die Dave produziert hat; und beide schlussendlich Jahre später zusammenarbeiten würden…Wahnsinn. Wie sich all diese kreativen Köpfe auf Umwegen gefunden haben, ist für mich eine ziemlich coole Geschichte.

Der Mando als kleiner Bub

StarWars.com: Was hoffst du, werden die Fans mitnehmen, wenn sie durch die Seiten deines Buches stöbern?

Phil Szostak: Ich hoffe einfach, dass sie Spaß haben und es ihnen gefällt, den kreativen Prozess von Konzeptkunst nachvollziehen zu können. Ich meine, es is ziemlich cool, dass sie all diese Bilder in ihrer Gänze sehen können, die am Ende einer jeden Folge gezeigt wurden. Aber ich denke, die Künstler selber zu Wort kommen zu lassen, ihnen Jons und Daves Hintergrundwissen zu präsentieren, das wird ihr Verständnis und ihre Hingabe für die Serie vertiefen und ihnen näherbringen, worum es eigentlich geht und welche Arbeit dahinter steckt.

The Art of Star Wars: The Mandalorian – Season One wird mit vollgepackten 256 Seiten am 1. Dezember erscheinen und kann bereits auf Amazon vorbestellt werden.

4 Kommentare

  1. Da das Buch ja bereits kurz nach Erscheinen restlos vergriffen zu sein scheint, mal meine Frage: Weiß jemand etwas von einer Neuauflage? Wann kommt sie bzw. kommt sie überhaupt?

    Die Illustrationen zu „The Mandalorian“ sind für mich das Beste, was ich seit McQuarrie gesehen habe und ich muss dieses Schmuckstück in meine Finger kriegen.

    Euch allen einen schönen 4. Advent
    Stefan, noch immer auf Tibanna-Gas-Station 7 seit dem Finale von „The Mandalorian“

    1. Oh, es ist vergriffen. Ich habe es in meinem Stammbuchladen bestellt und mich gewundert warum es noch nicht da ist. Habe mir durch Corona keine sorgen gemacht, Aber jetzt…nun ja. Irgendwann werde ich es schon bekommen, hoffe ich.
      Erst einmal Geduld zeigen. Sind wir in diesen Jahr ja leider gewohnt…

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