Rezension: Jedi Prince 3: Zorba the Hutt’s Revenge von Hollace und Paul Davids

Rowwwwrf! Groouuuuf!

Chewbacca

Und da sind wir wieder mit einer weiteren Rezension eines Werkes, das eigentlich nur ins Altpapier geworfen werden kann. Die Rede ist von Paul und Hollace Davids Jedi-Prince 3: Zorba The Hutt’s Revenge. Veröffentlicht wurde das Büchlein im August 1992 (meine Ausgabe riecht leider auch genau so) und wurde nie ins Deutsche übersetzt. Zurecht, wie ich finde.

Ich sag mal zuerst, was mir gefallen hat: Gar nichts! Und jetzt, was mir nicht gefallen hat: Der ganze Rest!

Earl of Cockwood in Der Wixxer

Ich muss ganz ehrlich sein, als ich diesen Erguss lesen musste, habe ich überlegt, ob die Bücherverbrennung wirklich etwas Schlechtes ist. Nicht nur, dass es sich sprachlich liest, als wäre es von einem Fünftklässler geschrieben worden, inhaltlich kommt es mir auch wie eine schlechte Fanfiction vor, bei der die Autoren weder Ahnung von Star Wars noch von Physik hatten. Zugegeben, 1992 ist sehr früh, was die Werke des „modernen“ Star Wars Legends-Bereichs angeht. Die dunkle Seite der Macht ist im selben Jahr erschienen. Aber die Han-Solo-Trilogie, die Lando-Calrissian-Trilogie, die klassischen Marvel-Comics; sie alle hatten schon gezeigt, wie es richtig geht. Ich kann nicht nachvollziehen, warum man so einen Schund verfassen musste…

Zorba the Hutt's Revenge (01.08.1992)
Zorba the Hutt’s Revenge (01.08.1992)

Zunächst einmal ein paar Dinge, die noch okay sind, auch wenn sie im späteren Verlauf der Star Wars-Geschichte widerlegt werden. Nach Jabbas Tod sind seine Besitztümer in Ermangelung eines letzten Willens an die lokalen Behörden zurückgefallen. Das betrifft insbesondere seinen Palast und seine Kasinos. Zunächst zum Palast: Dieser wurde im späteren Legends-Bereich eigentlich von den B’omarr-Mönchen übernommen, wie man zum Beispiel in Palast der dunklen Sonnen nachlesen kann. Seine Kasinos befinden sich allerdings auf dem Planeten Bespin und rein zufällig auch noch in der uns bekannten Wolkenstadt. Wird das sonst irgendwo anders erwähnt? Mir ist neu, dass der Hutt auf Bespin Kasinos unterhalten hätte.

Jedenfalls kommt Zorba der Hutt, Jabbas Vater, aus dem Gefängnis frei und will seinen Sohn besuchen. Dabei stößt er auf die Tatsache, dass Jabba tot ist, und weiß rein zufällig, dass es einen Droiden gibt, der die Datei mit dem Namen JTHW enthält, was wohl eine Art Rätsel für den Leser sein soll, aber mehr als offensichtlich für „Jabba the Hutt’s Will“ steht.

Übrigens sagt Jabba in dieser Datei, dass er keine Nachkommen hat, was die Frage aufwirft, was denn mit Rotta passiert, der außerhalb von The Clone Wars nirgends in den Legends erwähnt wird (warum nur?) und übrigens auch im Kanon bisher nicht mehr im Rampenlicht stand.

Unterdessen feiert Han Solo in seinem gerade fertiggestellten Wolkenhaus nahe der Wolkenstadt eine Einweihungsfete, bei der er seine Gäste, unter anderem Prinzessin Leia und Admiral Ackbar, persönlich bekocht. Okay, halt stopp. Nicht nur, dass Han auch zu diesem Zeitpunkt des damaligen Erweiterten Universums nicht ein einziges Mal die Andeutung gemacht hat, er würde sesshaft werden wollen, er soll auch noch kochen können und sich persönlich um Gäste kümmern? Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber viel mehr out-of-character geht es gar nicht.

Trioculus und Zorba übrigens streiten sich in gegen Ende in der Wolkenstadt wie die kleinen Kinder, für die dieses Buch offenbar sein soll. Wobei Trioculus zuvor bei Leia einen klassischen Schmosby abgezogen und dafür eine gewischt bekommen hat und unser ach so gefeierter Jedi-Prinz Ken, der zu diesem Zeitpunkt 12 oder so sein soll, sich mit Süßigkeiten dazu hat überreden lassen, all seine Geheimnisse mit Zorba zu teilen. Sorry Leute, aber wenn ich sowas lese, bekomme ich Augenkrebs.

So, nun zum Physik-Teil, den ich oben angesprochen habe und der später von anderen Quellen ebenfalls erwähnt wird. Bespin ist ein Gasplanet mit flüssigem Metallkern. In späteren Werken wird erwähnt, dass die Luftschicht, weil sie größtenteils aus Tibanna-Gas besteht, hochgiftig ist und nur ein ca. 30 km breiter Korridor bewohnbar ist. Lassen wir das aber mal außen vor. Dann ist der Kern immer noch geschmolzenes Metall (in diesem Fall das fiktive Rethen) und damit unglaublich heiß (die Jedipedia.net gibt den Bereich um den Kern mit 6000°C an) und selbst, wenn es nicht so heiß wäre, ist die äußere Gasschicht immer noch 1000 km breit. Wenn sich die Lebenszone also in der Wolkenstadt bei 150 km unter dem Orbit befindet, was ungefähr Erdenverhältnisse sind, dann herrschen 900 km weiter unten extremste Druckverhältnisse. Und trotzdem steht auf dem flüssigen Teil, der Kruste von Bespins Kern, eine imperiale Fabrik, auf und in der sich Menschen, Aliens und Droiden ungehindert und ohne weitere Schutzmaßnahmen bewegen können?!

Mir ist bewusst, dass einige der Infos wirklich erst in späteren Werken dazu gekommen sind. Aber, dass Bespin ein Gasriese ist, der einen flüssigen Kern hat, war bereits zu Das Imperium schlägt zurück eingeführt worden. Und entschuldigt, wenn ich das so sehe, aber dann hätte man ruhig mal nachschlagen können, was das bedeutet!

Wenn ihr euch den Inhalt dieses Altpapiers wirklich durchlesen wollt, lest einfach die Zusammenfassung der jedipedia.net, die enthält alles und wenigstens müsst ihr dann die kindische Sprache nicht ertragen.

So, ich quäle mich jetzt noch durch den nächsten der Bände, der wahrscheinlich ebenso grausam ist, und vergebe für diesen hier ein Holocron, weil weniger nicht geht.

Bewertung: 4 von 5 Holocrons
Bewertung: 1 von 5 Holocrons

4 Kommentare

    1. Ja, tatsächlich sicher.
      Solche Aussagen sind in Rezensionen immer im Kontext zu sehen, der hier ganz klar humoristisch reißerisch ist, wie man bereits eingangs an den beiden Zitaten erkennen kann.
      Inzwischen bin ich mehrfach darauf hingewiesen worden, dass die Bücherverbrennung ja eine Metapher für das dritte Reich sei, allerdings wurden bereits vorher Bücher verbrannt. Bei den Römern, die „Zauberbücher“ während der Hexenverbrennung, von den Franzosen während der Revolution…, etc. Der Wikipedia Artikel zur Büchervrebrennung (https://de.wikipedia.org/wiki/B%C3%BCcherverbrennung) ist da sehr aufschlussreich, was Details angeht.
      Zugegeben, ich würde aus der Liebe zu Büchern niemals eines verbrennen, auch kein so schlechtes, was es eigentlich verdient hätte.

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