Rezension: Star Wars #52: Age of Republic: Special & Anakin Skywalker

Star Wars #52 erschien im November letzten Jahres in der Panini-Heftreihe und brachte die beiden Age of Republic-Einzelheftveröffentlichungen Anakin Skywalker #1: The Sacrifice und Special #1 nach Deutschland, welche von Marvel Anfang 2019 veröffentlicht wurden.

Anakin Skywalker in „Die Opfer“ stammt von Jody Houser (Autorin), Cory Smith (Zeichner), Wilton Santos (Zeichner), Walden Wong (Tuschezeichner) und Java Tartaglia (Kolorist). Das Special sind drei einzelne Comics: Mace Windu in „Die Waffe“ von Ethan Sacks (Autor), Paolo Villanelli (Zeichner) und Erick Arciniega (Kolorist), Asajj Ventress in „Schwestern“ von Jody Houser (Autorin), Carlos Gómez (Zeichner) und Dono Sánchez-Almara (Kolorist) und – last but not least – Captain Rex & Jar Jar Binks in „501. plus eins“ von Marc Guggenheim (Autor), Caspar Wijngaard (Zeichner) und Cris Peter (Kolorist). Die Comics wurden von Michael Nagula ins Deutsche übersetzt.

Das Comicmagazin ist hierzulande in zwei Varianten erschienen, von denen die Kiosk-Ausgabe von Rod Reis stammt und die Helden des Specials zeigt, wohingegen das Cover der Comicshop-Ausgabe von Anakin Skywalker geziert wird und aus der Feder von Paolo Rivera stammt.

Folgende Inhaltsangabe liefert der Verlag:

Wir läuten die nächsten Runden der Age of Republic-Comicserie ein – der ersten von insgesamt drei Reihen, die zusammen die gigantische „Age of-…Comic-Saga“ ergeben und die drei größten Ären umspannen: Age of RepublicAge of Rebellion und Age of Resistance. Der Fokus liegt auf abgeschlossenen Geschichten rund um die größten Helden… und Schurken! Dieses Mal im Mittelpunkt: Anakin Skywalker, der gefürchtete Count Dooku und Padmé Amidala mit jeweils einer eigenständigen Kurzgeschichte, außerdem ein 30-seitiges Age of Republic-Special. Hochspannung pur also mit den beliebtesten- und gefürchtetsten- Charakteren der gesamten Star Wars-Saga!

Die Verlagsinfo stimmt so natürlich nicht so ganz, denn die eigenständigen Kurzgeschichte zu Padmé Amidala und Count Dooku kamen dann in Star Wars #53.

Hier haben wir auch noch acht Vorschauseiten aus dem Anakin Skywalker-Comic für euch, die uns Panini für euch zur Verfügung gestellt hat:

Der Comic Anakin Skywalker müsste noch in einer relativ frühen Phase der Klonkriege spielen, jedenfalls wird noch Kriegsgerät der ersten Stunde verwendet (Jedi-Starfighter) und Anakin hat noch keinen Padawan (Ahsoka Tano). Ähnlich wie im Padmé Amidala-Comic aus Star Wars #53 erzählt der Comic eine Geschichte von einer neutralen Welt im galaktischen Konflikt zwischen der Republik und ihrer Klonarmee und den Separatisten mit ihrer Droidenarmee. In diesem Fall befindet sich allerdings auf dem vermeintlich neutralen Planeten eine Droidenfertigungsanlage. Admiral Yularen ist fest entschlossen, die Fabrik mit einem Orbitalbombardement dem Erdboden gleich zu machen und die dabei getöteten einheimischen Arbeiter in der Fabrik als Kollateralschaden abzutun. Für Anakin ist dies aber keine Option. Im Folgenden zeigt sich, dass er mit seiner neu gewonnenen Rolle in diesem Krieg ringt: Als Jedi kann er nicht zulassen, dass Zivilisten getötet werden, aber als General kann er seine Soldaten auch nicht unnötigen Risiken aussetzen. Seine Lösung: Er macht es einfach selbst! In der Anlage stellt er dann fest, dass die Einheimischen gar nicht freiwillig für die Separatisten Droiden bauen, sondern dort als Sklaven gehalten werden. Die ganze Fabrik ist also eine Falle der Separatisten, die dazu dienen sollte, dass sich andere neutrale Welten gegen die Republik wenden! Anakin befreit die Einheimischen von ihren Fesseln und diese werfen ihre Unterdrücker nieder. Er hat so zwar nicht dafür gesorgt, dass sich die Welt der Republik anschließt, aber ganz sicher wird sie sich auch nicht auf die Seite der Separatisten schlagen.

Der Comic hat mir sehr gut gefallen, wenn mich auch die Illustrierung der Geschichte etwas enttäuscht hat. Anakins Bedenken und sein Dilemma sind richtig gut umgesetzt worden. Als er sich Zugang zur Fabrik verschafft, habe ich schon erwartet, dass die Arbeiter wohl kaum freiwillig dort arbeiten, sondern sie eben Sklaven sind – wie Anakin einst selbst! Den kurzen Flashback zu der Szene aus Episode II – Der Angriff der Klonkrieger, in dem er die Tusken-Räuber samt und sonders niederstreckt, tut sein Übriges. Da ist es fast schon eine Überraschung, dass er die Einheimischen nur befreit und sie selbst diesen Kampf zu Ende kämpfen lässt, aber schlussendlich macht es absolut Sinn, schließlich weiß niemand so gut wie er selbst, dass es ein Ventil für bestimmte Gefühle braucht …

Die erste Kurzgeschichte im Special, Mace Windu, spielt noch vor Zeiten der Klonkriege und wir erleben den Jedi-Meister auf einer – gefühlt – Alltagsmission eines Jedi im Auftrag des Senats, bei der es gilt, einen Ring von Kriminellen zu zerschlagen. Mace Windu war nie ein Jedi, der mich wirklich interessiert hat. Und so kann ich auch mit diesem Comic nicht sonderlich viel anfangen. Es ist eine nette Kurzgeschichte, aber Mace ist darin komplett austauschbar.

Positiv aufgefallen ist mir die Erwähnung und auch der kurze Rückblick von Mace zu seiner Zeit als Jüngling und wohl auf dem Rückweg von Illum an Bord der Feuertaufe, wo er unter Anleitung des Droiden Huyang sein Lichtschwert das erste Mal zusammensetzt. Eine sehr gekonnte Verknüpfung des Comics mit The Clone Wars, wo wir den Droiden und sein Schiff das erste Mal kennenlernen. Allerdings hatte ich mir dann kurz erhofft, eine in-universe Erklärung dazu zu erhalten, weshalb seine Klinge violett ist. Dem ist aber leider nicht so. Und auch zeichentechnisch hat mir er Comic eher weniger gefallen. So gesehen ist das Einzige, was mir an dem Comic rückblickend gefallen hat, die Frage, welche Meister Windu am Ende Meister Yoda stellt: „Dann haben wir nicht alle gerettet, oder?„. Hier wird nämlich zu einem der ersten Male wirklich die Konsequenzen bedacht, die manche Aktionen so mit sich bringen, und es wird auch schon angedeutet, dass Jedi auch nicht alle Probleme lösen können. In diesem konkreten Fall wurde der Grimmige Guattako zwar gefangen genommen, aber mit ihm auch seine ganzen Gehilfen, für die es – so kommt es mir zumindest vor – in der Republik kein Programm zur Rehabilitation gibt. Es scheint auch überhaupt keine Bestrebungen zu geben, die Probleme zu bekämpfen, welche dazu führten, dass sich so viele den kriminellen Machenschaften von Guattako anschlossen. Schlussendlich ist der Comic also doch irgendwo mehr tiefgründig als unterhaltend, was ich durchaus als Pluspunkt werte!

In der Kurzgeschichte um Asajj Ventress begleiten wir die ehemalige Sith (oder dunkle Jedi) bei ihrem neu erwählten Beruf als Kopfgeldjägerin. Doch nachdem sie sich ein neues Kopfgeld ausgesucht hat, bekommt sie mit, wie auf der Straße zwei junge Frauen von einem grobschlächtigen Schläger bedroht werden. Erst geht sie weiter, doch dann erinnert sie sich an ihre Familie, die Nachtschwestern auf Dathomir zurück, die von General Grievous und der Droidenarmee abgeschlachtet wurden, und schon eilt sie den beiden zur Seite.

Eine sehr nette Kurzgeschichte zu der Machtnutzerin, welche auch ihre Geschichte aus The Clone Wars und dem Roman Schülerin der Dunklen Seite von Christie Golden gekonnt ergänzt und erweitert. Ihre Darstellung hat mir gefallen und passt zu dem, was ich von dem Charakter erwartet habe. Von daher: super Umsetzung.

Den Abschluss des Specials bildet die Kurzgeschichte Captain Rex & Jar Jar Binks. Und mit diesem Comic haben wir wieder einen mehr der Kategorie „Geschichten zum Vergessen“. Ich kann nicht einmal erkennen, was mir der Comic sagen möchte. Die Handlung ist auf dem Planeten Mimban angesiedelt (dem ein oder anderen bekannt aus Solo: A Star Wars Story). Captain Rex muss herbe Verluste in seinen Reihen hinnehmen. Bei dem Versuch den Senator der Republik, Jar Jar Binks, zu beschützen, kommt auch der Jedi-General der dortigen Armee ums Leben. Auf sich allein gestellt, muss sich Captain Rex also was einfallen lassen, wie er die Droiden besiegen will. Ähnlich dem Anakin Skywalker-Comic ergreift der Klonsoldat dann selbst die Initiative und macht sich auf zu seiner Ein-Mann-Operation gegen den Feind. Doch nach der ersten Konfrontation mit diesem erhält er unerwartete Hilfe in Form des Gungan Jar Jar Binks, der das Lichtschwert des gefallenen Jedi an sich genommen hat. Gemeinsam stürzen sie sich der sich nähernden Armee von Droiden entgegen.

Ich bin kein Experte der Klonkriege, daher weiß ich wenig über den Krieg um bzw. auf Mimban. Aber Captain Rex hat hier noch einen Phase I-Helm, daher weiß ich, dass er aus dem auf diesen Comic folgende Gemetzel lebend herauskommt und offensichtlich auch Jar Jar. Das Wie würde mich hier vielmehr interessieren, wenn es mich interessieren würde. Das tut es aber leider nicht. Dafür ist dieser Comic von seiner Handlung, aber auch von seiner Inszenierung her zu verrückt. Man hätte auch versuchen können, die Figur des Gungan hier mal etwas ernsthafter zu zeichnen, aber genaugenommen ist es einfach nur eine Kopie der The Clone Wars-Folge Superheftig Jedi, in der Jar Jar Binks bereits ein Lichtschwert hielt und fälschlicherweise für einen Jedi gehalten wurde. Alles in allem eben einer der Comics, die es nicht gebraucht hätte, da er weder Captain Rex noch Jar Jar Neues hinzufügt oder ausbaut.

Fazit

Alles in allem haben mir drei der vier Geschichten in Star Wars #52 gefallen. Die zusätzlichen Informationsseiten zu den Figuren, sowie die R2-D2-Datenbank liefern weitere nützliche Informationen. Daher bekommt das Comicmagazin von mir vier Holocrons!

Bewertung: 4 von 5 Holocrons
Bewertung: 4 von 5 Holocrons

Vielen Dank an Panini für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

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