Rezension: Darth Vader, Band 4: Vaders Festung von Charles Soule

Mit Darth Vader, Band 4: Vaders Festung erscheint heute der Sammelband zu den US-Einzelheften Darth Vader #19 bis #25 von Marvel, die vom August bis zum Dezember 2018 erschienen sind, bei Panini. Der Sammelband stellt somit auch die letzte Episode dieser Darth Vader-Reihe aus den Jahren 2017 bis 2018 dar, welche 25 US-Einzelausgaben umfasste.

Darth Vader kehrt an den Ort zurück, an dem sich sein Schicksal damals entschieden hat – nach Mustafar. Dort will er eine mächtige Festung errichten, als unzerstörbares Symbol seiner Stärke und seines Wegs auf die dunkle Seite. Aber die Einwohner des Planeten wollen diese Entweihung nicht hinnehmen.

Verlagsinfo Panini
Darth Vader, Band 4: Vaders Festung (17.12.2019)
Darth Vader, Band 4: Vaders Festung (17.12.2019)

Zum Inhalt: Als ich die oben stehende Beschreibung gelesen habe, befürchtete ich zuerst, dass die Einheimischen die Hauptantagonisten des Sammelbandes werden. Dem ist aber in keinem Fall so. Auch wenn diese Einheimischen im VR-Abenteuer Vader Immortal ins Zentrum rücken, so unternehmen sie hier nicht mehr als einen ersten – erfolglosen – Versuch die Machenschaften des „Dunklen“ – wie sie Vader nennen – aufzuhalten.

Im Rampenlicht steht auch nicht unbedingt die namensgebende Festung, sondern vielmehr erneut Vaders Pfad zur vollendeten Annahme der Dunklen Seite. Während die Geschichte zunächst schön langsam mit der Jagd nach einem weiteren hochrangigen Jedi – Eeth Koth – beginnt, entwickelt sich schnell eine spannende Geschichte, die sich zunächst um zwei Inquisitoren dreht, mit denen Vader nicht vollends zufrieden ist, was bei mir zu einer gewissen Überraschung geführt hat. Diese, nennen wir es einmal Eskapade, war für mich aber keineswegs störend, sondern hat verdeutlicht, dass es auch vor dieser Reihe bereits 18 Einzelhefte beziehungsweise 3 Sammelbände gegeben hat und sich auch diese Story in einem größeren Kontext bewegt und somit systematisch an das Hauptthema – die Festung auf Mustafar – herangeführt werden muss um nicht zwanghaft zu wirken.

In diesem Comic sieht man übrigens die Zweite Schwester kurz durchs Bild laufen, die im Videospiel Star Wars Jedi: Fallen Order ihren eigentlichen Auftritt hat. Ich finde es aber schön, dass sie hier bereits angedeutet wurde. Ein weiterer Teaser auf den Mond Nur ist ebenfalls zu finden, als Imperator Palpatine veranlasst, dass die Inquisitoren nicht länger auf Coruscant verweilen sollen, um Zwischenfälle mit toten Senatoren in Zukunft zu vermeiden. Diese beiden Details beweisen für mich, dass der neue Kanon stark von der gemeinsamen Konzeption der Medien profitiert und somit in vielen Fällen durchgehend nachvollziehbar bleibt.

Nachdem Vader also nach seiner erfolgreichen Jedi-Jagd und Inquisitoren-Aussortierung eine Belohnung erhalten soll, wünscht er sich einen Planeten und wählt Mustafar aus. Dort möchte er eine Festung errichten, entdeckt aber außerdem eine mysteriöse Tür, die nicht ohne weiteres geöffnet werden kann. Zum Glück tritt ein alter Sith-Lord in Form einer Maske auf den Plan und vereint für ihn Prestige und Funktionalität. Genau diese Idee in Verbindung mit Vaders Festung hat mir sehr gut gefallen und auch die Personalie des Sith-Lords Momin ist eine sehr spannende wie ich finde. Er betrachtet die Macht beziehungsweise die Dunkle Seite der Macht als eine Art Werkzeug durch die er Kunstwerke erschafft, die einfache Gemüter nicht verstehen können. Sein Werdegang wird also nicht als klassisch böse dargestellt, sondern seine Faszination hat eher die Züge eines psychisch Kranken, der das Kunstwerk seines Lebens vollenden will.

Inhaltlich kann ich den Comic also als sehr gut bewerten. Mich hat die Story gut unterhalten und auch die Hintergründe wieso genau dieses gotische Design von Vaders Festung gewählt wurde und wie der Entwicklungsprozess war, bevor man diese dann in Rogue One bewundern konnte, wirkten für mich nicht nachträglich dazugedichtet, sondern logisch und nachvollziehbar. Auch, dass Vader nicht maßgeblich in das Design der Festung eingebunden war, sondern für ihn die Funktionalität zum Erreichen seines Ziels im Vordergrund stand, unterstrich seinen bereits etablierten Charakter sehr gut.

Darth Vader, Band 4: Vaders Festung (Limitiertes Hardcover) (17.12.2019)
Darth Vader, Band 4: Vaders Festung (Limitiertes Hardcover) (17.12.2019)

Die Zeichnungen: Als Zeichner des Comics fungierten mehrere Personen. Darunter unter anderem Daniele Orlandini, Giuseppe Camuncoli und Terry Pallot. Die Zeichnungen sind meiner Meinung nach auf einem guten Niveau und vor allem die Darstellung der verschiedenen Versionen der Festungen, einschließlich der Komposition der Panels bei der Begutachtung Vaders haben die Story sehr gut untermauert. Das absolute Highlight des Sammelbandes findet sich aber im letzten Teil, in dem Vader seine Vergangenheit bewältigen muss und eine wirklich toll umgesetzte Vision der Vergangenheit und auch in Teilen der Zukunft durchlebt. Diese letzten Seiten profitieren ungemein davon, dass jeder die Geschichte Vaders bereits kennt und damit selbst die kryptischen Wörter die eingeblendet werden vollkommen ausreichend sind.

Fazit: Darth Vader, Band 4: Vaders Festung ist für mich ein sehr guter Comic, der Vaders Pfad zur Dunkeln Seite sehr schön abbildet und dabei der wohl tollsten architektonischen Neuheit aus Rogue One eine passende Vorgeschichte gibt. Gerade der letzte Teil verdeutlicht die Vollendung seines Pfades zur Dunklen Seite, was auch durch die tollen Zeichnungen noch unterstützt wird. Die Handlung wird zu keiner Zeit wirklich träge und selbst manche Bauabschnitte werden so prägnant, aber doch merklich eingebaut, dass auch sie nicht negativ auffallen. Der komplette Handlungsbogen wirkt zusammenhängend erdacht und gerät dadurch auch durch den etwas themenfremden Beginn nicht ins Straucheln.

Bewertung: 5 von 5 Holocrons
Bewertung: 5 von 5 Holocrons

Wir danken Panini für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares, der Vorschauseiten und der Verlosungsexemplare!

Gewinnspiel [BEENDET]

Mit freundlicher Unterstützung von Panini verlosen wir 3x Darth Vader, Band 4: Vaders Festung in der Softcover-Ausgabe! Um am Gewinnspiel teilnehmen zu können, müsst ihr nur nachfolgende Frage beantworten und das Formular ausfüllen:

Wie viele US-Einzelhefte umfasst der Sammelband Darth Vader, Band 4: Vaders Festung?

Das Gewinnspiel ist beendet!

  • Die Preise werden unter allen Einsendungen mit der richtigen Antwort verlost.
  • Nur eine Einsendung pro Person/Familie/Haushalt!
  • Einsendeschluss ist Samstag, der 21. Dezember, um 23:59
  • Die Preise werden nur innerhalb der Bundesrepublik Deutschland, Österreich und der Schweiz versendet!
  • Sämtliche gesammelten Daten dienen nur dem Zweck des Preisversands und werden nach dem Ende des Gewinnspiels und dem Versand der Preise wieder gelöscht.
  • Alle Angaben ohne Gewähr! Eine Barauszahlung des Gewinns ist ausgeschlossen.

Update 30.12.2019 10:20: Die Gewinner

In dem Sammelband sind die sieben US-Einzelheftveröffentlichungen von Fortress Vader enthalten! Von den zahlreichen Einsendungen mit der richtigen Antwort wurden folgende drei von unserer Glücksfee aus dem Lostopf gezogen:

  • Matthias B. aus Köwerich
  • Konstanze K. aus Biebertal
  • Alexander K. aus Arnsdorf

Herzlichen Glückwunsch und viel Spaß mit dem Comic!
Und vielen Dank an Panini für die Bereitstellung der Preise!

3 Kommentare

  1. Ich liebe diesen Comic auch, aber da du diesen Punkt angesprochen hast, kann ich mich nicht zurück halten.
    Die Verbindung zwischen Fallen Order und diesem Comic sind toll, aber man hätte Second Sister hier nicht zeigen sollen.
    Weil das impliziert, dass die Festung auf Nurr vor Vaders Festung gebaut wird und das macht so finde ich keinen Sinn.. Warum Nurr? Ein Planet dessen einzige Bedeutung sein Mond Mustafar ist. Es macht mehr Sinn, wenn Vader seine Festung auf Mustafar baut und den Planeten daneben den Inquisitoren gibt, als anders herum.
    Man könnte ja jetzt sagen, dass die Timeline des Comics ja nicht bekannt ist und es trotzdem noch hinkommen kann, aber da Second Sister in der Festung auf Nurr zu eben jener wurde (und Cere deswegen weiß, wo die Festung ist) und Second Sister nun hier auftaucht (bevor Vader seine Festung baut), ist dem nicht so. Ich liebe Spiel und Comic sehr, aber ich denke manchmal sollte man zum Zweck der Kontinuität Anspielungen weglassen.

    1. Stimmt Ceres Vorgeschichte rund um die Folter und ihre Kenntnis von Nur sind gegenläufig zu dem Comic. Daran habe ich tatsächlich bei der Rezension gar nicht gedacht. Mir ging es nur darum, dass die Second Sister zu sehen war. Aber auch wenn man sie nicht gezeigt hätte, hätte die Folter und die Vorgeschichte von Cere ja trotzdem vor diesem Comic liegen müssen. So oder so wirkt es also etwas problematisch und die Existenz der Festung kann dann keine Konsequenz aus den Geschehnissen zu Beginn dieser Reihe sein. Wenn man aber annimmt, dass Ceres Konfrontation mit der Second Sister erst später nach Order 66 stattfindet, würde die Szene in der sie Trilla und Co alleine lässt für mich wenig Sinn ergeben (Weiß man eigentlich genau wann Cere und Trilla gefangen wurden?). Also ja die Second Sister einzubauen war vielleicht ein Fehler, aber die Tatsache, dass Cere von Nur weiß ist für die Timeline in Anbetracht dieses Comics auch problematisch.

      1. Tobias ich denke das hat man deshalb so gemacht damit man Ceres Vorgeschichte sinnvoll erklären kann. Natürlich ist es im Bezug auf den Comic etwas Problematisch nur anders hätte man Ceres Vorgeschichte kaum erklären können. Es wäre mehr als unglaubwürdig gewesen wenn sie von Coruscant geflohen wäre.

Schreibe einen Kommentar