Rezension: Star Wars Jedi: Fallen Order von Respawn Entertainment

Nach 9 Jahren erhalten wir erstmals wieder ein vollwertiges Singleplayer-Abenteuer im Star Wars-Universum! Diese Tatsache allein sollte das Fan-Herz schon höher schlagen lassen, doch darüber hinaus erhalten wir mit Star Wars Jedi: Fallen Order von Respawn Entertainment nicht nur ein Spiel ohne DLC-Politik oder Game-As-A-Service-Mechaniken, sondern auch ein Spiel mit einer Story, die an der Speerspitze des neuen Kanons steht.

Die Story

Aber beginnen wir am Anfang der Geschichte! Cal Kestis, ehemaliger Padawan des Jedi-Ordens, lebt fünf Jahre nach der Order 66 auf Bracca und schlägt sich als Mitglied der Schrottsammler-Gilde durch, die – gemäß ihrer Namensbezeichnung – alte Schiffe der Republik auseinander nimmt und für das Imperium verschrottet. Bereits in der ersten Stunde schafft es Respawn Entertainment einen fesselnden Hauptprotagonisten einzuführen, dessen Handeln über das komplette Spiel hinweg nicht in Albernheiten abdriften muss um die Geschichte „zugänglicher“ zu machen. Cal ist kein Ezra Bridger und aus diesem Grund ist dieses Spiel auch keine Wiederholung bereits erzählter Stories. Cal erlebt seine eigene Geschichte, die sich hervorragend in das Universum einfügt, dabei aber auch darauf bedacht ist, spätere Ereignisse nicht zu konterkarieren. Obwohl man weiß, dass Cal mit dem Wiederaufbau des Jedi-Ordens wohl zunächst keinen Erfolg haben wird, ist die Erzählung bis zum Ende fesselnd und wird auch zufriedenstellend aufgelöst. Mehr möchte ich zu der eigentlichen Handlung nicht verraten, da ich diese Rezension so spoilerfrei wie möglich halten will. Lediglich der Hinweis, dass das Spiel sehr stark mit dem Comic Dark Temple verbunden ist, sei hier noch einmal angeführt. So treffen wir beispielsweise Cere Junda, die im Comic als Schülerin von Eno Cordova auftritt.

Neben dieser Hauptstory schafft es Star Wars Jedi: Fallen Order außerdem andere Ereignisse der Galaxis vor und nach Cals Geschichte gut in die Handlung einzuflechten. So treffen wir mit Saw Gerrera beispielsweise auf die Anfänge der Rebellion oder erfahren die Auswirkungen des in den Klonkriegen stattgefundenen Massakers auf Dathomir. Auch die Kultur, die sowohl hinter dem Tempel in der Vorgeschichte steht, als auch in diesem Spiel Erwähnung findet, wird schlüssig erklärt und bringt zusätzlich zur Auseinandersetzung mit dem Imperium eine mystischere Seite des Spiels zum Vorschein.

Cal wird jeden Tag auf Bracca mit der Vergangenheit konfrontiert.

Die Charaktere

Cal Kestis ist als Hauptprotagonist – wie oben bereits angeklungen ist – zu jeder Zeit glaubhaft in seinen Handlungen. Seine Erlebnisse rund um die Zeit nach der Order 66 bringen ihn dazu, keinem mehr zu trauen und sich besser verdeckt zu halten. Auch im weiteren Spielverlauf kommt diese Seite häufig an ihm durch. Er vertraut Personen erst spät und wenn, dann sind selbst im letzten Drittel des Spiels noch misstrauische Blicke zu vernehmen, die nicht mehr artikuliert werden müssen. An dieser Stelle muss also auch das Motion-Capturing einmal gelobt werden! Cal ist ein sympathischer Charakter, der zu Beginn des Spiels nicht viel mehr kann als sein Lichtschwert zu schwingen und Gegner zu verlangsamen. Gemäß dem Mantra von Stig Asmussen (Game Director) geht es darum, wie Cal ein Jedi wird, nicht wie er einer ist und das ist dem kompletten Spiel auch anzumerken. Mit seinen Fähigkeiten steigt auch das Selbstbewusstsein des Hauptcharakters und damit wiederum seine Verwurzelung mit der Aufgabe den Jedi-Orden wieder aufzubauen. Man begleitet ihn durch Höhen und Tiefen und erlebt tatsächlich den komplexen Werdegang eines überlebenden Jedi nach der Order 66 authentisch mit!

Doch ohne BD-1 wäre Cal nur ein halb so guter Hauptcharakter. Der kleine Droide ist im Spielverlauf so stark mit Cal verbunden, dass man beide eigentlich gar nicht trennen kann. Neben den spielmechanischen Fähigkeiten von BD-1, wie etwa heilen, hacken oder seilrutschen, erfüllt er eine noch viel wichtigere Aufgabe, die maßgeblich die Story beeinflusst: er ist Cals Freund in einer Welt, in der er niemandem traut! Die Beziehung der beiden wird durch Gespräche auf dem Weg von Missionsziel zu Missionsziel so umwerfend schön entwickelt, dass ich mich dabei erwischt habe mich nervös umzusehen, wenn BD mal kurz nicht auf meiner Schulter saß, sondern schon zielstrebig die nächste Konsole oder das nächste Artefakt ansteuerte. Diese Angst, dass man mir und vor allem Cal BD-1 wegnehmen könnte, zeigt wie lieb man diesen Droiden einfach gewinnt. Das alles schafft das Spiel – obwohl BD-1 weder Basic spricht noch in Basic übersetzt wird – vor allem durch die hervorragenden Soundeffekte eines Ben Burtt, als auch durch die Reaktionen von Cal, sowie die Gestiken, als auch Mimiken vom Droiden selbst.

Cal und BD-1 werden Freunde.

Mit Cere Junda wird ebenfalls eine interessante Figur weiter entwickelt, die im Comic eher nicht über das einzige Charaktermerkmal: Impulsivität, hinauskam. So erfahren wir mehr über ihre Beziehung zu Cardova, als auch über ihre Erfahrungen als Meisterin. Sie selbst hat mit einem inneren Konflikt zu kämpfen, der sich über das komplette Spiel zieht und Cere somit abwechselnd sympathisch, als auch teilweise unsympathisch macht. Am Ende muss ich sagen, dass man mit der Figur noch sehr viel mehr hätte machen können, ihr präsentierter Werdegang als eine Art Mentorin von Cal aber trotzdem gut zur Geschichte gepasst hat.

Greez ist der Pilot unseres Schiffes, der Stinger Mantis. Er tritt schon zu Beginn des Spiels als Comic-Relief der Erzählung auf, was aber in diesem Kontext keinesfalls negativ gemeint ist. Er hat – wie das stereotypische Bild des Piloten es vorschreibt – Probleme mit Glücksspiel, ist aber auch eine Art Bindeglied der Gruppe, was unter anderem in Zwischensequenzen auch visuell sehr gut verdeutlicht wird. Da er selbst wenig Ahnung von den Jedi und der Macht hat, sind seine teilweise naiven Fragen zum einen amüsant, zum anderen aber auch nachvollziehbar. Auch er macht über das Spiel hinweg eine Entwicklung durch, die klar herausstellt, was für ihn am wichtigsten ist.

Cere und Greez weihen Cal in ihre Pläne ein.

Das Kampfsystem

Star Wars Jedi: Fallen Order spielt sich wie eine Mischung aus der Wuchtigkeit eines God of War und der Shinobi-Kampfkunst eines Sekiro! Das Lichtschwert ist zu jeder Zeit die wichtigste Waffe für Cal und wird auch über den Spielverlauf hinweg in verschiedenster Weise aufgewertet. Die Benutzung des Lichtschwerts unterscheidet sich dabei fundamental von der Art und Weise, die in The Force Unleashed Anwendung fand. Die Waffe der Jedi fühlt sich hier tatsächlich mächtig an und jeder Hieb, so denn er denn sitzt, hat einen sehr starken Impact. Unterstützt wird dieses Gefühl noch dadurch, dass normale Sturmtruppen in jedem Schwierigkeitsgrad (von welchen es vier gibt) durch einen einfachen Hieb sterben. Man muss also nicht viermal so lange auf sie einprügeln, wenn man als Jedi-Großmeister spielt (höchste Stufe) als wenn man im Story-Modus unterwegs ist. Was sich jedoch verändert, sind Reaktionszeiten der Gegner und die Dauer des Zeitfensters um angemessen zu parieren. Das sorgt dafür, dass das Kampfsystem auf jedem Level logisch bleibt, aber trotzdem an Anspruch zunimmt.

Auch die Macht ist ein stärker werdender Verbündeter von Cal. So erlernt er nicht über den Fähigkeiten-Baum neue Anwendungsbereiche der Macht, sondern über Erlebnisse im Verlauf der Story. Damit beugen die Entwickler geschickt der „Technisierung der Macht“ vor, indem diese nicht für Punkte gekauft werden kann, sondern in gewisser Weise erspielt werden muss. Zum Repertoire des angehenden Jedi gehören neben der Verlangsamung auch die üblichen Fähigkeiten wie Heranziehen und Schubsen von Gegnern. All diese Fähigkeiten können dann – wenn einmal erlernt – weiter verfeinert oder verstärkt werden, was dann wiederum durch den Fähigkeiten-Baum erfolgt. Auch das macht Sinn, da Cal für jeden besiegten Gegner Erfahrung erhält, die er dort ausgeben kann und es logisch erscheint, dass mit vermehrter Anwendung einer Machtfähigkeit auch deren Stärke zunimmt. So schafft es Respawn also, dass der Fortschritt zu jeder Zeit als logisch angesehen werden kann.

Der Fähigkeiten-Baum hilft Cal seine erlernten Fähigkeiten weiter zu verbessern.

Die Gegner sind ein weites Feld in Star Wars Jedi: Fallen Order. Von einfachen Sturmtruppen, die durch einen Hieb mit dem Lichtschwert oder eine zurückgeworfene Blastersalve bereits sterben, kommen auch Scouttruppen, die mit Elektrostäben den hauptsächlichen Nahkampfgegner des Spiels darstellen. Vor allem die Scouttruppen können auch im späteren Spielverlauf noch knifflige Gegner sein, zumal sie dann auch in der Elite-Version auftreten. Dazu kommt noch eine ganze Bandbreite an Variationen von Sturmtruppen und deren Fernkampfwaffen als auch Droiden der KX-Serie, deren berühmtester Vertreter wohl K2-SO aus Rogue One: A Star Wars Story ist. Auch wenn man meist nur auf diese drei Grundtypen trifft, macht es die Komposition der Gegnergruppen immer wieder zu einer neuen Erfahrung wie man am besten gegen sie vorgehen soll. Sind mehrere Sturmtruppen dabei, muss man versuchen diese schnell zu eliminieren, da sie aus der Distanz sonst einiges an Schaden austeilen würden, während man gegen die Scouttruppen vorgeht. Besteht die Gruppe demgegenüber nur aus Scouttruppen und Droiden, muss man aufpassen nicht umzingelt zu werden und den langen Armen der KX-Droiden ausweichen, um sie als letzte zu eliminieren. Mich hat das Kampfsystem auch nach 20 Stunden niemals gelangweilt!

Die absolute Elite, die Auslöschungstruppler, sind eine gelungene Abwechslung und verlangen dem Kampf einiges ab. Sie gibt es in vier verschiedenen Ausprägungen, die sich alle sehr stark voneinander unterscheiden. Vom normalen Elektrostab bis hin zu einer Vibroaxt ist alles vertreten. Allein sind diese Art von Gegnern relativ leicht zu bearbeiten, während die Mischung mit normalen Truppen im späteren Spiel einiges an Können abverlangt.

Auch die Bosskämpfe sind allesamt gut umgesetzt und jeder Gegner hat eigene Mechaniken, die eine Anpassung an sein Verhalten durch die Spieler notwendig machen. Dass wir jedoch mit einem bestimmten Spielstil (beispielsweise wir verlangsamen immer nur Gegner und schubsen sie nie) gegen manche Boss nicht bestehen, kommt eher selten vor. Das Spiel ermöglicht es dem Spieler in einem gewissen Rahmen in seiner Komfortzone zu bleiben, auch wenn das auf höheren Schwierigkeitsgraden durchaus anspruchsvoller werden kann und ein Umdenken sinnvoller ist.

taktische Tipps helfen uns dabei jeden Gegner effektiv zu bekämpfen.

Das Welten- und Gamedesign

Insgesamt bereisen wir fünf größere, als auch zwei kleinere Planeten in Star Wars Jedi: Fallen Order. Zu den zwei kleineren können wir nach Abschluss jener nicht mehr zurückkehren und auch keine Sammelgegenstände finden. Die anderen fünf Planeten sind relativ offen zu erkunden und teilen sich auf in drei große Planeten mit vielen Entdeckungsmöglichkeiten, darunter unter anderem Kashyyyk, als auch in zwei kleinere Planeten, die schnell abhandelbar sind, beispielsweise der erste frei erkundbare Planet Bogano.

Die meiste Zeit bewegen wir uns über unwirtliches Gelände fort, wobei auch der Platformer-Aspekt des Spiels zum Vorschein kommt. Die Entwickler haben in den meisten Fällen kurze Kombinationen aus beispielsweise Wandlauf und Kletterpassagen eingebaut. Letzteres wird auch im weiteren Spielverlauf durch neue Hilfsmittel für Cal noch vereinfacht, sodass auch größere Kletterpassagen nicht zur Last werden. Ab und zu gibt es jedoch längere solcher Jump’n’Run-Passagen, die allesamt schön umgesetzt wurden. So muss Cal beim herunterrutschen gefrorener Wege entweder Blasterschüsse abwehren, Gegenstände mit der Macht im richtigen Moment anhalten oder auch zum passenden Zeitpunkt abspringen. Diese Ideen lockern zum einen das Spiel etwas auf und sind zum anderen wie geschaffen für einen Jedi.

Der Erkundungsaspekt wird vor allem durch die Tempel der verschollenen Zivilisation repräsentiert in denen wir mit Hilfe der Macht mal knifflige und mal weniger knifflige Rätsel lösen müssen. Schaffen wir eines dieser Rätsel nicht, so kann uns BD-1 als Erkundungsdroide jederzeit einen passenden Rat geben. Notwendig ist dies meistens nicht, auch wenn ich mich bei ein oder zwei Rätseln dabei erwischt habe den eigentlich offensichtlichen Weg nicht zu sehen und dankbar für den kurzen Denkanstoß war. All diese Rätsel waren aber stimmig in die Welt eingebunden und haben wohl am ehesten an Tomb Raider-Spiele erinnert, wobei hier die Macht einen interessanten Aspekt hinzugefügt hat.

Die Welten sind allesamt mit Liebe zum Detail gestaltet, so erspäht man auf Bogano verlassene Lager bei denen man sogenannte Macht-Echos finden kann. Diese sind eine sehr schöne Idee aus Sicht des Gamedesigns, da sie während der Reise von Cal und BD-1 – die bis auf gelegentliche Gespräche in der Stinger Mantis eher einsam ausfällt – die Geschichte der jeweiligen Orte nacherzählt. Diese Fähigkeit erinnert beispielsweise an Quinlan Vos oder auch an Karr aus dem jüngst erschienen Werk Force Collector. All diese kleinen Details machen die Spielwelt so glaubhaft und erzeugen das Gefühl, wirklich Orte mit Geschichte zu besuchen.

Cal erlebt sein erstes Machtecho im Spiel.

Die Level-Struktur ist inspiriert – wie von den Entwicklern auch kommuniziert – von Metroidvania. Ich selbst habe beispielsweise Metroid Prime bisher nie gespielt, kann der Idee des Designs aber einiges abgewinnen. So schalten sich Wege erst mit Erreichen besonderer Macht-Fähigkeiten frei, die dann wiederum Zugang zu neuen Fähigkeiten bieten. Auch die Macht-Echos sind so konzipiert, dass sie die Geschichte angepasst auf die aktuelle Situation von Cal erzählen. Nachdem er beispielsweise an die Order 66 zurückdenkt, erhalten wir Zugang zu einem abgestürzten Venator-Sternzerstörer, der uns dann die Geschichte zweier Jedi erzählt, die von den Klonen hintergangen wurden. All das nur per Macht-Echo und passend zur aktuellen Situation von Cal. Das ist für mich der Ausdruck guten Spieldesigns. Neben diesen kleineren Echos, gibt es auch große Macht-Echos, die mich etwas an das Herzensystem aus The Legend of Zelda erinnert haben. Wenn man jeweils drei davon findet erhöht sich entweder das Leben von Cal oder seine Machtleiste.

Wenn man dann alle Fähigkeiten beisammen hat, ist die Rückkehr auf Planeten wie beispielsweise Bogano eine sehr zufriedenstellende Angelegenheit. Während meines Livestreams habe ich, um etwas Abstand von einem schweren Boss zu erhalten, einen Abstecher zurück nach Bogano gemacht und all die neu verfügbaren Wege ausprobiert. Dabei hat sich die Spielwelt so sehr geöffnet, dass es sich nicht so angefühlt hat als wäre es lästig schon wieder hier zu sein, sondern als würde man die Welt – die man ja eigentlich schon kennt – gerade neu entdecken. Als Motivation dafür gibt es neben diversen Kisten, die Skins für BD-1, die Mantis oder Cal enthalten, auch Kisten mit diversen Lichtschwertteilen, die zu zahlreich sind um sie hier einzufangen. Es sei nur gesagt, dass man nicht nur Farbe und Griff ändern kann, sondern auch Dinge wie Emitter, Schalter, Hülse und das allgemeine Material! Für jede dieser Kategorien gibt es jeweils zehn oder mehr Möglichkeiten, wodurch man sein Lichtschwert wirklich komplett individualisieren kann.

Cal und BD-1 finden eine Kiste.

Atmosphäre

Star Wars-Spiele leben von dem Gefühl tatsächlich in diesem Universum zu sein und die Abenteuer zu erleben. Wie bei kaum einem anderen Franchise ist das so von der Musik abhängig wie bei Star Wars. Der Soundtrack ist hervorragend gelungen und vermischt alle Scores aus den bekannten Filmen zu einer interessanten Konstellation. In epischen Momenten trug der Soundtrack bei mir mehrmals zur Gänsehaut und einmal sogar zu ein paar Tränen bei.

Hier kommt auch die Inszenierung der Zwischensequenzen als wichtiger Faktor hinzu. Alle Charaktere agieren so lebensecht, dass man glaubt es ob der Qualität der Sequenzen, mit einer Animationsserie zu tun zu haben. Die Mimik und Gestik der Figuren ist wunderbar eingefangen und auch die Bewegungen sind flüssig und nah an der Realität. Hier muss ich auch eine Lanze für die deutsche Synchronisation brechen, die durch die Bank hervorragend gelungen ist. Emotionale Momente wirkten emotional und längere Zwischensequenzen wirkten wie aus einem Guss eingesprochen. Die Sprecher hatten – so fühlt es sich an – zu jeder Zeit volle Kenntnis vom Zustand ihrer Figur, was nicht immer bei Videospielen der Fall ist. Auch die englische Synchro ist gut gelungen, diese habe ich mir bisher aber nur im ersten Kapitel angehört.

Zuletzt kreieren die Raumschiffe, Rüstungen, als auch die Flora und Fauna der entsprechenden Planeten ein absolutes Star Wars-Gefühl. Wenn man über Kashyyyk läuft und am Horizont den Lebensbaum erspäht oder auf Bracca beobachtet wie ein altes Droidenkontrollschiff zur Verschrottung eintrifft, weiß man sofort, in der richtigen Galaxis zu sein und das hebt das Spielgefühl ungemein. Daneben sind Neuschöpfungen wie die Stinger Mantis keine Ablenkungen, sondern fügen sich mit in dieses stimmungsvolle Bild ein und erweitern das Universum sogar um ein tolles neues Raumschiffmodell.

Die Stinger Mantis auf Bogano

Technik

Zuletzt möchte ich noch kurz auf die Technik eingehen. Ich habe das Spiel auf dem PC mit den höchsten Einstellungen (hier genannt: Episch) gespielt. Als Grundlage stand hier eine 1080TI von Nvidia zur Verfügung, die über der empfohlenen Grenze des Entwicklers liegt. Ich hatte durchgehend stabile 60fps, die nur dann einbrachen, wenn man ein neues Gebiet betreten hat oder in einem Fahrstuhl fuhr. Letzteres war extremer als die Ruckler beim Betreten neuer Gebiete, liegt aber wohl daran, dass die Gebiete, die der Fahrstuhl passiert, die man aber nicht betritt, geladen werden und das Spiel damit nicht schnell genug hinterherkommt. Dies kann ein Patch sicherlich noch ausbessern.

Ansonsten muss ich dem Spiel zu Gute halten, dass ich in 20 Stunden keinen Spielabsturz hatte. Darüber hinaus bin ich nicht einmal irgendwo hängen geblieben oder aufgrund eines Glitches oder Bugs nicht weitergekommen oder gar gestorben. Jedi: Fallen Order ist eines der wenigen Spiele, die ich dieses Jahr gespielt habe, dass keinen Day-One-Patch bekommen musste, sondern schon zum Zeitpunkt des Preloads fertig war und dabei trotzdem so fehlerfrei lief! Entgegen der EA-Praxis läuft das Spiel nicht auf der Frostbite, sondern der Unreal-Engine, was für mich dazu geführt hat, dass das Spiel beim Starten wesentlich effizienter geladen hat, als es bei Battlefront II der Fall ist.

Die reine Grafikqualität des Spiels ist auf einem sehr hohen Niveau. Die Weitsicht auf manchen Planeten war atemberaubend und auch die Texturen von Charakteren oder Objekten waren größtenteils gestochen scharf und sehr detailliert. Die Lichtstimmung wurde ebenfalls immer gut eingefangen. Einzig bei der Qualität des Wassers könnte sich das Spiel noch etwas bei Assassin’s Creed Odyssey oder Sea of Thieves abschauen.

Die wunderschöne Landschaft von Bogano.

Fazit

Nun sitze ich hier am Ende meiner Rezension und versuche die vergangenen Tage zusammenzufassen. Ich hatte in zwei Tagen und insgesamt 20h Spielzeit meine beste Spielerfahrung mit einem Star Wars-Spiel bisher. Nun bin ich kein Nostalgiker und schaue auf KOTOR oder ähnliches zurück, aber ich denke es ist nicht übertrieben, wenn man sagt, dass Star Wars Jedi: Fallen Order die Stärken einer guten Story erstmals mit einem sehr guten Kampfsystem für das Lichtschwert verbindet. Das Gesamtpaket macht dieses Spiel so gut und unterhaltsam. Die vielen Anleihen an Werken wie Star Wars: The Clone Wars oder auch Star Wars Rebels, den Vader-Comics oder der Diener des Imperiums-Reihe machen es auch für Kanon-Enthusiasten zu einer stimmigen Erfahrung. Star Wars Jedi: Fallen Order hat es geschafft zu zeigen, dass ein Singleplayer-Spiel auch im Jahre 2019 noch alles richtig machen kann und man keine DLCs oder Service-Komponenten braucht, die Content nur künstlich zurückhalten oder über das Fehlen ebenjenes hinwegtäuschen sollen. Ich werde Star Wars Jedi: Fallen Order sicherlich sehr bald noch einmal durchspielen und ich rate jedem (Star Wars-Fan) dieses Spiel einmal selbst auszuprobieren!

Bewertung: 5 von 5 Holocrons
Bewertung: 5 von 5 Holocrons

Gewinnspiel [BEENDET]

Mit freundlicher Unterstützung von EA verlosen wir 1x Code PC und 1x Code XBox One für Star Wars Jedi: Fallen Order! Um am Gewinnspiel teilnehmen zu können, müsst ihr nur nachfolgende Frage beantworten und das Formular ausfüllen:

Auf welchem Planeten wird Cal täglich mit der Vergangenheit konfrontiert?

Das Gewinnspiel ist beendet!

  • Die Preise werden unter allen Einsendungen verlost.
  • Nur eine Einsendung pro Person/Familie/Haushalt!
  • Einsendeschluss ist Samstag, der 23. November, um 23:59
  • Sämtliche gesammelten Daten werden nach dem Ende des Gewinnspiels und dem Versand der Codes wieder gelöscht.
  • Alle Angaben ohne Gewähr! Eine Barauszahlung der Gewinne ist ausgeschlossen.

In diesem Sinne: Möge die Macht mit euch sein!

Update 25.11.2019 10:25: Die Gewinner

Auf Bracca wird Cal täglich mit der Vergangenheit konfrontiert! Aus den zahlreichen Einsendungen wurden folgende Gewinner gezogen:

  • Jonas S. aus Paschel
  • Benjamin S. asu Bergkirchen

Herzlichen Glückwunsch und viel Spaß beim Spielen!
Und vielen Dank an EA für die Bereitstellung der Preise!

7 Kommentare

  1. Kann dir da voll zustimmen. Habe aktuell 33h Spielzeit auf dem schwachen Schwierigkeitsgrad um einfach uneingeschränkt auf die Story achten zu können. Das Erfolgssystem mit den Scans, Echos und Kisten finde ich gut, habe alle Planeten gut über den 90% und es wurde mir auch nach mehrmaligem Spielen der Planeten und Suchen nach versteckten Gegenständen nie, wirklich nicht ein mal, langweilig.

    BTW: Ist es das erste mal das man den Planeten welcher zur Stakrillerbasis wird, so eindeutig sieht? Bisher wurde er nie benannt soweit ich weiß. Ist aber nach dem durchspielen klar.

  2. *sabber* *lechz* *hechel* sehr schöne Review. Ganz im ernst, ich hab so bock auf das Spiel! Ich habs schon zuhause liegen, mit den Vorbesteller Codes, konnte es aber noch nicht installieren. Am Samstag wird es aber so weit sein und dann tauche ich in die Welt ab. ENDLICH ENDLICH ENDLICH ein tolles SW Game von EA…hat ja nur 5 Jahre gedauert.

    Ich hoffe, dass das Spiel massiven Erfolg hat und EA beweist, dass SP Games nicht tot sind…(im Gegenteil gibt es ja mehr als genug Gegenbeispiele) und uns weiter mit solchen Games verwöhnt. Dann stimmt für EA auch der Umsatz und Gewinn und alle sind zufrieden – win win Situation.

  3. Sehr schöne Rezension.

    Ich persöhnlich habe das Spiel noch nicht ganz fertig doch es gefällt mir bis jetzt sehr sehr sehr sehr gut! Raspawn Entertainment hat wiedermal grandiose Arbeit geleistet genauso wie bei Titanfall2! Die Charaktere sind geil, die Story, die Herausforderungen und alles andere ist ziemlich geil! Es ist das beste Star Wars Spiel überhaupt und das kannst du nicht Toppen! Respawn Entertainment hat für mich eine perfekte Geschichte geliefert und das Spiel gehört zusammen mit Star Wars Rebels zu meinen LIeblings Star Wars Geschichten und ich werde dieses Spiel noch viele Male durchspielen!

    1. Sie enthält neben ein paar Anpassungsmöglichkeiten für das Lichtschwert (u.a. die Farbe Orange) vor allem ein umfangreiches Making-Of zum Spiel. Also Dokumentation zum Entwicklungsprozess, der Musik, dem Motion-Capturing und einen Entwicklerkommentar, bei dem zu jedem Planeten kurz die Hauptdesigner ihre Arbeit erklären. All diese Inhalte sind dann im Spielmenü abrufbar. Mir haben diese zusätzlichen Einblicke sehr gefallen. Wenn man nur das Spiel betrachtet ist die Deluxe Edition eher weniger sinnvoll, da man auch so genug Anpassungsmöglichkeiten fürs Lichtschwert hat.

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