Rezension: Star Wars #27: Captain Phasma, Teil 1 & Star Wars Annual #1

Bereits vor zwei Wochen, nämlich am 25.10.2017, ist bei Panini mit Star Wars #27 der nächste Comic der monatlichen Heftreihe erschienen. Enthalten sind die amerikanischen Einzelhefte Captain Phasma #1 und Star Wars Annual #1.

Während Captain Phasma #1 von Autorin Kelly Thompson, Zeichner Marco Checchetto und Kolorist Andres Mossa erst am 06.09.2017 im Zuge der Journey to Star Wars: Die letzten Jedi-Veröffentlichungen erschienen ist, hat er nun schon eineinhalb Monate später bereits hierzulande von Panini seine Veröffentlichung erfahren. Auf das Star Wars Annual #1 von Autor Kieron Gillen, Zeichner Angel Unzueta und Kolorist Paul Mounts mussten sich deutsche Fans nun allerdings doch etwas länger gedulden. Dies ist nämlich bereits vor knapp zwei Jahren, nämlich am 09.12.2015 in den Vereinigten Staaten veröffentlicht worden und erschien dieses Jahr im Juni bereits im Sammelband Das Gefängnis der Rebellen auf Deutsch. Die Comics wurden jeweils von Michael Nagula und Hartmut Klotzbücher übersetzt.

Wie üblich erscheint der Comic als reguläre Kiosk-Ausgabe – mit dem Cover von Paul Renaud – und als Comicshop-Ausgabe, die diesmal ein Cover von John Cassaday und Paul Mounts zeigt.

Hier eine kurze Inhaltsangabe von Panini:

Wie konnte Captain Phasma der Müllpresse und der verlorenen Starkiller-Basis doch noch entrinnen? Dieser Comic liefert die Antwort und schlägt eine direkte Brücke von Das Erwachen der Macht zu Die letzten Jedi! Plus: Star Wars Annual #1 – Rebellenspion Eneb Ray begibt sich unter imperialer Maske nach Coruscant, mitten in die Reihen des Feindes.

Mit freundlicher Genehmigung von Panini haben wir auch die ersten paar Seiten aus Captain Phasma zur Vorschau:

Hinweis: Die nachfolgende Rezension enthält leichte Spoiler.

Die Handlung von Captain Phasma, Teil 1 schließt direkt an die Ereignisse aus Star Wars: Das Erwachen der Macht an. Die Starkiller-Basis ist noch intakt, sieht sich aber bereits dem Angriff der Piloten des Widerstands ausgesetzt. Dieser ist es auch, dem es Captain Phasma zu verdanken hat, dass sie aus der Müllpresse entkommen kann, in die sie von Finn, Chewbacca und Han Solo gesteckt wurde. Wäre das also auch endlich geklärt! Damit ist sie allerdings noch immer nicht von der Oberfläche der Supperwaffe geflohen, deren Vernichtung kurz bevorsteht. Ihre erste Tat sieht nämlich vor, dass sie ihre Spuren verwischt. Immerhin war es ihr Zugangscode, der es dem Widerstand ermöglicht hat, die Schutzschilde der Starkiller-Basis zu deaktivieren. Dabei enteckt sie, dass noch ein weiterer Zugangscode benutzt wurde, um zu überprüfen, wer die Schilde deaktiviert hat. Nämlich der von Lieutnant Sol Rivas. Damit hat Captain Phasma eine neue Mission: der für sie gefährliche Rivas muss ausgeschalten werden… und von der kollabierenden Basis muss sie ebenfalls entkommen!

Captain Phasma #1 (September 2017)

Captain Phasma #1 (06.09.2017)

Das ist also der erste von vier Teilen, welche die Brücke zwischen Das Erwachen der Macht und Die letzten Jedi für die Figur Captain Phasma schlagen soll. Auf mich wirkt der erste Teil ziemlich konstruiert. Kelly Thompson schließt den ersten Teil des Comics mit dem Ende von Das Erwachen der Macht ab. Man merkt deutlich, dass er hauptsächlich dafür herhalten muss, um das Entkommen von Phasma von der Starkiller-Basis zu zeigen, und gleichzeitig streut man mit Rivas bereits die Grundlage für die Handlung der drei noch ausstehenden Teile, in denen dann neues Gebiet betreten werden kann. Was ich absolut nicht nachvollziehen kann ist die Tatsache, dass Phasma als erstes nach ihrem Entkommen aus der Müllpresse ihre Spuren verwischen soll. Bei einem einfachen Sturmtruppler würde ich es absolut verstehen, dass er vertuschen will, für das Choas verantwortlich zu sein. Aber jemand vom Format von Captain Phasma sollte meiner Meinung über solch einer Vertuschungsaktion stehen. Vor allem in der Ersten Ordnung. Schließlich haben wir es hier nicht mehr mit dem Imperium zu tun. Andererseits wissen wir leider auch noch zu wenig über den Charakter Phasma und ihre genaue Funktion und Rolle. Meine Hoffnung liegt hier auf den noch folgenden Teilen der Geschichte – eventuell bringen sie noch Licht ins Dunkel und lassen mich ihr Verhalten nachvollziehen.

Davon abgesehen gefällt mir die Illustration durch Zeichner Marco Checchetto und Kolorist Andres Mossa sehr gut. Allem voran die verchromte Rüstung von Phasma. Die Spiegelungen der Lichter und Explosionen in ihr sind super geworden. Auch der Detailreichtum bewegt sich durchgehend auf sehr hohem Niveau. Die Bilder machen richtig Spaß beim Lesen!

Star Wars Annual #1 (09.12.2015)

Star Wars Annual #1 (09.12.2015)

Star Wars Annual #1 liefert leider mit Verspätung endlich die lang ersehnte Aufklärung, was es mit dem mysteriösen Kerl aus Star Wars #18 (genauer Das Gefängnis der Rebellen, Teil 4) auf sich hat – denn hier erhalten wir endlich die Vorgeschichte des Rebellenspions Eneb Ray. Sein Auftritt in dem Comic Das Gefängnis der Rebellen macht nun im Nachhinein viel mehr Sinn. Seine Vorgeschichte selbst finde ich persönlich gar nicht so schlecht, auch wenn ich zum zweiten Mal in einem Comic eine einzelne Aktion des Protagonisten nicht verstehen kann: Ein Undercoveragent der Rebellen auf der imperialen Hauptwelt lässt plötzlich sämtliche Vorsichtsmaßnahmen fallen und tappt blind in eine Falle? Wenn er wirklich so naiv wäre, bezweifle ich, dass er es überhaupt je zur seiner aktuellen Position geschafft hätte. Dennoch schafft es Kieron Gillen, hier einen Charakter einzuführen, von dem ich gerne mehr lesen und sehen möchte.

Im Vergleich zu den Zeichnungen aus Captain Phasma fällt die Illustration des Annuals von Zeichner Angel Unzueta und Kolorist Paul Mounts ziemlich ab. Die Details in den einzelnen Panels nehmen merklich ab. Dafür müssen hier aber auch Gesichter gezeichnet werden, welche auch noch mit ihrer Mimik bestimmte Emotionen transportieren sollen, und dies gelingt Angel Unzueta auf jeden Fall.

Was die Handlung angeht haben mich weder Captain Phasma, Teil 1 noch das erste Star Wars Annual wirklich überzeugen können. Beide wirken ziemlich hektisch erzählt. Bei Phasma darf man allerdings gespannt sein, wie es im weiteren Verlauf der Geschichte mit ihr und ihrem Ziel weitergeht. Aber vor allem die Zeichnungen von Phasma retten Star Wars #27 noch auf drei von fünf Holocrons!

Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!

Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!

In der Heftreihe geht es schon am 22.11.2017 in Star Wars #28 mit Captain Phasma, Teil 2 und dem Star Wars Annual #2 weiter.

Was ist eure Meinung zu den beiden Geschichten?

Wir danken Panini für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars!

Star Wars #27: Captain Phasma, Teil 1 / Star Wars Annual 1 (Mittwoch, 25. Oktober 2017)

Star Wars #27 (25.10.2017)
Gattung/Sprache: ()
Ausgabe/Format:Heft
Erscheinungsdatum:25.10.2017
Autor(en):,
Übersetzer:,
Zeichner:, , ,
Cover:
Verlag: (Verlagsseite)
Reihe:, , ,
Seiten:60
Preis:4,99 €
Kanonstatus:
Ära:,
Chronologie:0 NSY / 34 NSY

Über den Autor

Julian

Julian

Julian ist der Mitbegründer der Jedi-Bibliothek. Star Wars-Fan ist er seit 2004 und liest hauptsächlich Romane, aber auch ein paar Comics. Neben Star Wars hat er auch ein Leben und in diesem studiert er Biologie und gibt Nachhilfe in Mathe.

4 Kommentare

  1. Prinzenroller

    „sieht sich aber bereits dem Angriff der Piloten des Widerstands ausgesetzt. Dieser ist es auch, dem es Captain Phasma zu verdanken hat, dass sie aus der Müllpresse entkommen kann“
    Steht irgendwo, dass der Angriff das Loch in der Presse verursacht hat oder interpretierst Du das?
    Beim ersten Lesen wurde das Versprechen „Wie konnte Captain Phasma der Müllpresse…entrinnen?“ für mich nicht eingelöst.

    Antworten
    1. JulianJulian (Autor des Beitrags)

      Da geb ich dir vollkommen recht. Tatsächlich wird die Art und Weise, auf die Captain Phasma aus der Müllpresse entkommt, nicht geklärt.

      Das mit dem Angriff des Widerstandes ist eine Interpretation meinerseits. Ich hatte dabei die Szene aus Fluch der Karibik im Hinterkopf, in der Captain Jack Sparrow im Gefängnis sitzt und bei einem Angriff der Black Pearl die Gefängnismauer der Nachbarzelle zerstört wird und die Insassen so entkommen können – mit dem Unterschied, dass im Fall Captain Phasma eine Explosion die Wand der Müllpresse zerstört.

      Es wäre natürlich auch denkbar, dass Captain Phasma, ganz im Stile von MacGyver, aus den vorhandenen Komponenten in der Müllpresse etwas baut, das ihr bei der Flucht hilft. Oder sie hat ein entsprechendes Gadget an ihrer Uniform. Oder sie wurde von Sturmtrupplern und/oder Offizieren von außen befreit…

      Besser wäre es gewesen, man hätte den Comic einfach zehn Minuten eher beginnen lassen und dem Leser genau gezeigt, was genau passiert, bevor Captain Phasma in der Öffnung der Müllpresse steht. Aber anscheinend wollte man sich da nicht festlegen.

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  2. BendixBendix

    In wiefern sollte Phasma denn über so einer Vertuschungsaktion stehen? Also was hätte sie denn anders machen sollen? Für mich passt das, gerade nach dem Lesen des Phasma-Romans, perfekt zu ihrem Charakter.

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    1. JulianJulian (Autor des Beitrags)

      Das würde voraussetzen, dass der deutsche Leser die Handlung des Romans Phasma bereits kennt, ehe er den Comic liest. Nun ist es aber so, dass der Roman hierzulande erst in einigen Monaten rauskommt. Daher komme ich nicht umhin die Comics und Romane immer nach dem aktuellen Kenntnisstand zu bewerten.

      Aber ich gebe dir recht. Je öfter und länger ich drüber nachdenke, passt es auch so zu der Phasma, welche wir aus dem Film kennen. Ich ging eigentlich davon aus, dass sie für die Erste Ordnung lebt. Folglich müsste sie dann aber auch für die Erste Ordnung sterben können. Diese Möglichkeit hatte sie in Das Erwachen der Macht auch, allerdings entscheidet sie sich dann hier gegen die Erste Ordnung, was zur Folge hat, dass sie in der Müllpresse landet und die Schilde der Station mit ihrem Zugangscode deaktiviert werden können. Von daher muss ich meine Meinung hierzu in der Rezension tatsächlich revidieren.

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