Rezension: Star Wars Comic-Kollektion, Band 23: General Grievous

In unserer Rezensionsreihe zur Star Wars Comic-Kollektion von Panini geht es heute mit Band 23: General Grievous weiter. Der Band ist seit dem 07.07.2016 im Zeitschriften- und dem 24.07.2017 im Buchhandel für 13,99 € erhältlich.

Der Comic

Der Comic-Kollektionsband General Grievous enthält sechs Einzelheftveröffentlichungen, die da wären die titelgebenden vier US-Hefte General Grievous #1-4, welche vom 16.03.2005 bis zum 17.08.2005 erschienen. Deren Geschichte stammt von Chuck Dixon (Autor) und wurde von Mark Pennington (Tusche), Lucas Marangon (Farben) und Rick Leonardi (Zeichnungen) illustriert. Die vier Einzelveröffentlichungen wurden bereits am 28.12.2005 im General Grievous-Sammelband zusammen veröffentlicht. Zusätzlich sind noch die beiden Comics Republic #61: Dead Ends von John Ostrander (Autor), Brandon Badeaux (Zeichner), Armando Durruthy (Tusche) und Brad Anderson (Kolorist) welches am 18.02.2004 veröffentlicht wurde, und Republic #64: Bloodlines, ebenfalls von John Ostrander (Autor), Brandon Badeaux (Zeichner) und Brad Anderson (Kolorist), das am 28.04.2004 erschienen ist, enthalten. Die beiden Republic-Geschichten sind am 24.11.2004 bereits im US-Sammelband Clone Wars Volume 5: The Best Blades erneut veröffentlicht worden. Zudem sind alle sechs Comics auch im Sammelband Star Wars Omnibus: Clone Wars Volume 2: The Enemy on All Sides enthalten, welcher am 03.10.2012 erschienen ist.

Hierzulande sind die beiden Republic-Hefte im Sonderband #23: Klonkriege V: Auf Messers Schneide als Blutige Fronten und Kampf ums Überleben am 13.10.2004 erschienen und erfuhren am 17.06.2009 mit Clone Wars #5: Auf Messers Schneide bereits eine Neuauflage. Zudem ist Klonkriege V am 15.11.2006 in Klonkriege Premium II zusammen mit zwei weiteren Sonderbänden gesammelt worden. General Grievous #1 und #2 wurden in Deutschland im Episode III Special #1 gleichnamig am 01.05.2005 veröffentlicht. Am 01.08.2005 folgten General Grievous #3 und #4 im Episode III Special #2. Übersetzt ins Deutsche wurden alle sechs Einzelveröffentlichungen von Michael Nagula.

Als Cover für den Kollektionsband hat sich Panini einer Zeichnung von Brian Ching bedient, welche dieser für Obsession #4 angefertigt hat. Allerdings ist jener Comic in diesem Band der Kollektion nicht enthalten. Hierzulande wurde das Motiv bereits als Cover für Star Wars #50: Besessen, Teil 3 und dem Sammelband Clone Wars #9: Besessen verwendet, welche auch Obsession #4 enthalten.

Die im Band enthaltenen Comics spielen allesamt zu Zeiten der Klonkriege zwischen Der Angriff der Klonkrieger und Die Rache der Sith. In General Grievous von Chuck Dixon begleiten wir den Padawan Flynn Kybo. Flynn Kybo musste mit ansehen, wie sein Meister T’chooka D’oon von Grievous getötet wurde, woraufhin er zusammen mit weiteren Jedi entgegen den Anweisungen des Jedi-Rates Jagd auf den Droidengeneral macht. Die Handlung von General Grievous hat mich eigentlich ganz gut unterhalten. Sie könnte so meiner Meinung nach auch in der Animationsserie The Clone Wars als Mehrteiler vorgekommen sein. Der Droidengeneral Grievous bekommt nicht sehr viel mehr Tiefe als ihm in Episode III: Die Rache der Sith gegeben wird, außer dass er nicht nur ein Jedi-Killer, sondern wirklich abgrundtief böse ist und kein Gewissen hat. Die Hauptfiguren der Geschichte sind auch durch und durch ersetzbar. Die Motivation hinter ihrer Aktion ist zwar zum Teil nachvollziehbar, aber dann doch so überstürzt und erzwungen, dass bei mir während dem Lesen so gut wie nie Spannung aufkam.

Die recht einfach gestrickte Story wird durch die Illustration der Geschichte vom künstlerischen Team Leonardi/Marangon/Pennington leider auch nicht wirklich attraktiver gestaltet. Während Grievous Rick Leonardi noch gut gelingt, hat er bei organischen Figuren umso mehr Probleme. Diese haben bei ihm nämlich irgendwie immer etwas Mangahaftes, mit ihren großen und traurigen Augen – welches die einzige Emotion ist, die sie zu haben scheinen.

In Blutige Fronten und Kampf ums Überleben von John Ostrander kommt General Grievous weder vor noch wird er erwähnt. Dafür steht Kanzler Palpatine in beiden Geschichten im Mittelpunkt. Blutige Fronten erzählt dabei die Geschichte von Jedi-Meister Ronhar Kim. Auch bei dieser Geschichte könnte ich mir vorstellen, dass sie gut in The Clone Wars gepasst hätte. Zumindest der Teil mit dem Aufruf zur freiwillige Abgabe von Blutproben im Senat, um so dem Sith-Lord auf die Schliche zu kommen. Der höchste Wert an Midi-Chlorianern in einer Probe hätte den Sith sicher entlarvt. Das wirft die berechtigte Frage auf, weshalb dieser Versuch nie unternommen wurde. Zu der Blutspende kam es allerdings nie, da Rohnar Kim auf dem Schlachtfeld starb, ehe er seine Falle für den Sith-Lord dem Jedi-Rat vortragen konnte. Dieser Teil nimmt allerdings nur die ersten paar Seiten in Anspruch. Die weiteren erzählen davon, wie Kanzler Palpatine und Ronhar Kim Freunde geworden sind. Im Comic Kampf ums Überleben erfahren wir, weshalb der alderaanische Senator Bail Organa solch ein Oppositioneller Palpatine gegenüber ist. Diese Geschichte empfand ich als relativ trockene Kost. Aber er gibt auch Aufklärung über einen Charakter, den wir zuletzt in Episode I: Die dunkle Bedrohung zu Gesicht bekamen.

Beide Geschichten wurden von Brandon Badeaux (Zeichner) und Brad Anderson (Kolorist) illustriert – wovon ich sehr angetan bin. Die Zeichnungen sind sehr plastisch und vermitteln Tiefe, dazu gibt es noch einen sehr hohen Grad an Details. Würde man die Zeichnungen aus Blutige Fronten und Kampf ums Überleben mit den Zeichnungen in General Grievous vergleichen, wäre es ein Vergleich wie Tag und Nacht. Die Illustration von Brandon Badeaux hat in einem einzelnen Panel soviele Details wie Rick Leonardi vielleicht gerade Mal auf einer Seite. Die Kolorierung von Brad Anderson liefert zudem einen 3D-Effekt, der den Leser quasi in die Handlung zieht. Dies gelingt Lucas Marangon leider nicht, da er zu wenig mit Schattierungen spielt und den Figuren und den wenigen Details so keine wirkliche Tiefe verleihen kann.

Das Bonusmaterial

Doch auch Band 23 der Comic-Kollektion enthält nicht einfach nur die sechs erwähnten Comics, sondern auch etwas Bonusmaterial. So gibt Marco Ricompensa in Die Geschichte dem Leser vor den Comics einen kleinen Abriss über die Entstehung und Geschichte der Figur des General Grievous. In Der Moment der Wahrheit von Roberto Pretti am Ende des Bandes geht es dieses Mal um den Kinostart von Episode I: Die dunkle Bedrohung im Jahr 1999. In der Cover-Galerie sind die Cover der vier US-Einzelhefte General Grievous #1-4 von Rick Leonardi abgebildet.

Der Band

Ein Holocron wird auf jeden Fall abgezogen, da Panini, wie eingangs erwähnt, für das Cover ein Motiv aus einem Comic gewählt hat, der in Band 23 der Comic-Kollektion selbst gar nicht enthalten ist. Ein weiteres ziehe ich ab, da in einem Band mit dem Titel General Grievous nur 2/3 Grievous drin stecken. Da hätten sich sicherlich auch noch weitere Comics gefunden, in denen Grievous vorkommt, und wenn auch nur am Rande. Ansonsten sind in meinen Augen die enthaltenen Geschichten keine Perlen der Star Wars-Comics, welche man unbedingt gelesen haben sollte. Ich gehe auch davon aus, dass ich den Inhalt relativ schnell wieder aus dem Gedächtnis löschen werde. Aber wer großer Fan von General Grievous ist und auf Klonkriegs-Senatspolitik steht, der wird hier fündig und glücklich werden.

Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!

Der Rezensent vergibt 3 von 5 Holocrons!

Was sind eure Eindrücke von diesem Band?

Wir danken Panini für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares!

Star Wars Comic-Kollektion, Band 23: General Grievous (Montag, 24. Juli 2017)

Star Wars Comic-Kollektion, Band 23: General Grievous (24.07.2017)
Gattung/Sprache: ()
Ausgabe/Format:Hardcover, Sammelband
Erscheinungsdatum:24.07.2017
Autor(en):
Übersetzer:
Zeichner:,
Cover:
Verlag: (Verlagsseite)
Reihe:, ,
Seiten:148
ISBN:978-3-7416-0430-0
Preis:13,99 €
Kanonstatus:
Ära:,
Chronologie:-20 VSY
Nachschlagen auf:Amazon.de (Amazon.com)

Über den Autor

Julian

Julian

Julian ist der Mitbegründer der Jedi-Bibliothek. Star Wars-Fan ist er seit 2004 und liest hauptsächlich Romane, aber auch ein paar Comics. Neben Star Wars hat er auch ein Leben und in diesem studiert er Biologie und gibt Nachhilfe in Mathe.

3 Kommentare

  1. Tarkin

    Ich hoffe ja immer noch auf einen Grievous Comic im neuen Kanon, der dieser Figur und seinem Ruf als Jedi-Mörder gerecht wird. Für mich ist Grievous einer der Figuren aus der PT wo das meiste Potential einfach liegengeblieben ist. Was hätte man alles aus so einem „Jedi-Jäger-Cyborg“ machen können? Überraschenderweise ist eine der besseren Darstellungen von Grievous die aus dem 2003er Clonewars auch wenn ich die Serie so absolut schrecklich fand, war Grievous hier ein echts Monster. Ich hoffe wirklich das sich Marvel dieser Figur noch mal annimmt und ihn zu würdigen weiß. Selbiges gilt übrigens auch für Count Doku. Ach, immer diese Wünsche …

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    1. FlorianFlorian

      Grievous hat in „Kanan II: Das erste Blut“ einen Auftritt im Kanon. Er tötet dort auch viel, aber soweit ich mich erinnere keine Jedi…

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      1. Tarkin

        Jop, den Comic habe ich, aber ich meinte einen Solo-Comic über ihn. Wer weiß … wenn Knights of the Republic gut läuft, hat man evtl. ne Chance drauf. In Darth Maul – Sohn Datomirs ist er ja auch Canonmässig schon dabei.

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