TV-Rezension: Star Wars Rebels 1×08 „Der Weg der Jedi“

„Der Weg der Jedi“ – im Englischen „Path of the Jedi“ – ist die achte Folge der ersten Staffel von Star Wars Rebels. Nachfolgend die offizielle deutsche Inhaltsangabe von Sky:

Ezra nimmt das Jedi-Training nicht so ernst, wie Kanan es sich wünscht. Um zu beweisen, dass er ein echter Jedi werden kann, muss er sich nun einer Herausforderung stellen. Er soll sich mit Hilfe der Macht zu einem Tempel führen lassen, in dem er beweisen soll, dass in ihm ein Jedi steckt. Er besteht die Prüfung so gut, dass er zum Schluss einen Kyber-Kristall erhält mit dem er sich sein eigenes Lichtschwert bauen kann.

Interessanterweise abwesend von dieser Inhaltsangabe: Die Tatsache, dass Meister Yodas Stimme in dieser Folge auftaucht und mit Ezra und Kanan im Jedi-Tempel von Lothal spricht. Doch dazu gleich mehr.

Die Folge beginnt mit Ezra, der zu spät zum Jedi-Training bei Kanan kommt, weil er etwas mit Sabine unternommen hat… was genau, das wird im Staffelfinale enthüllt. Wer die Serie bisher aber aufmerksam geschaut hat, der hat bestimmt eine Theorie…

Kanan ist nach den Ereignissen in der Folge davor unsicher in Bezug auf Ezra, da dieser eine Verbindung zur dunklen Seite hergestellt hatte. Er macht sich Sorgen wegen Ezras mangelnder Disziplin und unterzieht ihn daher einem Test im lokalen Außenposten des Jedi-Tempels.

Die Folge schlägt dabei einen ausgesprochen mystischen Ton an, ähnlich wie Episode V mit dem Training auf Dagobah oder die The Clone Wars-Mythologiefolgen mit Mortis, Ilum und zuletzt Yodas Reisen.

Kanan und der Inquisitor in "Der Weg der Jedi"
Kanan und der Inquisitor in „Der Weg der Jedi“

Es ist zwar etwas befremdlich, wie schnell Ezra plötzlich den Jedi-Tempel auf Lothal gefunden hat und dass manche Meister sich zu Tode meditierten, während ihre Padawane im Tempel ihrer Prüfung unterzogen wurden, aber ich schätze, man kann das mit manchen Auswüchsen der stoischen Philosophie der Selbstlosigkeit der Jedi erklären. Doch trotz dieser Mängel sind die Ereignisse im Tempel mitunter meine Lieblingsszenen aus der ersten Rebels-Staffel, auch wenn die Animation noch nicht auf dem Niveau der letzten Folgen der Staffel ist.

Der Tempel ist Ezras „Höhle“ und er muss sich darin seinen Ängsten stellen, die uns als Machtillusionen verdeutlicht werden. Der Inquisitor verkörpert hier Ezras Angst vor der Dunklen Seite und tötet Kanan und die ganze Ghost-Crew. Außerdem hat Ezra Angst, dass ihn die restliche Crew nicht ernst nimmt und nur ausnutzt. Ich finde diese Sequenz eindrucksvoll animiert – besonders der illusorische Kampf zwischen dem Inquisitor und Kanan – und ich finde es auch schön, dass Ezras Prüfung länger dauert und ausführlicher gezeigt wird als die von Luke auf Dagobah. Bei Ezras Selbstgesprächen haben die Autoren stellenweise etwas dick aufgetragen, alles in allem erfährt man aber viel darüber, wie Ezra tickt, und man kann eine Entwicklung nachvollziehen, wie er seine Angst überwindet.

Yoda erscheint Ezra in "Der Weg der Jedi" als Lichtkugeln
Yoda erscheint Ezra in „Der Weg der Jedi“ als Lichtkugeln

Und dann kommt Yodas Stimme ins Spiel. Yoda war immer derjenige, der die Ängste, die Fehler und das wahre Wesen der anderen Charaktere erkennt und entlarvt. Die Dialoge zwischen Ezra und Yoda sowie Kanan und Yoda sind ein wahrer Höhepunkt der Serie und auch in der Animation gibt es Rückgriffe auf die letzten Folgen von The Clone Wars. Es ist wirklich Yoda, der als körperlose Stimme erscheint, wie an den Leuchtkugeln erkennbar – diese Fähigkeit hat er wohl aufgrund seines „Unsterblichkeitstrainings“ erlangt, das in The Clone Wars begann und nach Episode III mit Qui-Gon fortgeführt wurde. Yoda entlarvt Kanans Unsicherheiten als Meister und seine Motive, Ezra zu trainieren, während er Ezra eine wichtige Lektion im Vertrauen auf die Macht erteilt und ihn in den Werten der Jedi unterweist.

Alles in allem ist „Der Weg der Jedi“ eine Folge, die sich viel Zeit für die Entwicklung und Erforschung der Beziehung Kanan/Ezra nimmt, ohne allzu gehetzt zu wirken (was häufig ein Problem von Rebels ist). Ich bin nicht einverstanden, Ezra so früh schon ein Lichtschwert zu geben, aber die Art und Weise, wie es dazu kommt, finde ich akzeptabel und gut umgesetzt. Irgendwo hat er es sich ja verdient.

Die Folge überzeugt durch ihre mythologischen Anspielungen, starke Charaktere, tolle musikalische Untermalung und gute Leistungen der (englischen) Sprecher, besonders Frank Oz als Yoda und Taylor Gray als Ezra. Ein paar Schönheitsfehler bleiben aber wie gesagt bestehen. Ich würde daher 4 von 5 Loth-Katzen – pardon, Holocrons vergeben.

Der Rezensent vergibt 4 von 5 Holocrons!
Der Rezensent vergibt 4 von 5 Holocrons!

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Mehr Bilder und Infos zur Folge findet ihr auf Star Wars.com.

2 Kommentare

  1. „Es ist zwar etwas befremdlich, wie schnell Ezra plötzlich den Jedi-Tempel auf Lothal gefunden hat und dass manche Meister sich zu Tode meditierten, während ihre Padawane im Tempel ihrer Prüfung unterzogen wurden, aber ich schätze, man kann das mit manchen Auswüchsen der stoischen Philosophie der Selbstlosigkeit der Jedi erklären. “

    Ich hatte das so verstanden: Der Tempel lässt Meister und Schüler eintreten. Dementsprechend können sie auch nur gemeinsam wieder raus. Somit müssen die Meister, deren Schüler die Prüfung nicht bestehen, leider sterben … Deswegen auch Ezras Frage: „Willst du dein Leben in meine Hände legen?“

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