Rezension: Blade Squadron von David J. Williams & Mark S. Williams

Gina Moonsong (Blade Squadron)

Gina Moonsong

Das Autorenduo David J. Williams und Mark S. Williams schrieb für die Star Wars Insider-Ausgaben #149 und #150 die zweiteilige Kurzgeschichte Blade Squadron über den Angriff einer B-Wing-Staffel auf den Sternenzerstörer Devastator während der Schlacht von Endor. Nach Maze Run aus Insider ist dies der zweite Beitrag des Duos zur Star Wars-Saga und zugleich die erste Kurzgeschichte überhaupt, die dem Story-Group-Kanon angehört. Die Kurzgeschichte wurde von einem Artwork aus dem Schaffungsprozess von Episode VI inspiriert, das einen im fertigen Film nicht vorhandenen Raumjägerkampf illustriert.

Die Geschichte beginnt im ersten Teil damit, im Schnelldurchlauf Gina Moonsong und eine Reihe anderer Rebellenfiguren aus der Blade Squadron sowie den Captain der Devastator, Jhared Montferrat, und einen seiner TIE-Piloten namens Gradd einzuführen. Diese Charaktervorstellung nimmt den Großteil des 1. Teils ein, der mit dem Beginn der Schlacht von Endor zu Ende geht, die dann den kompletten 2. Teil beansprucht.

Ich muss zugeben, bei dem genialen Artwork von Chris Trevas, das wochenlang von Del Rey auf Facebook mit Teasern bedacht wurde, hatte ich große Hoffnungen für diese Geschichte. Allerdings wirkt sie doch sehr gezwungen. Die Charaktere sind weitgehend Stereotypen mit nur Andeutungen einer Persönlichkeit, was zwar dem Medium Kurzgeschichte geschuldet sein mag, aber allerdings hätte man bei einem Zweiteiler angesichts der doppelten Länge doch mehr daraus machen können. Gina Moonsong hat nicht nur einen lustigen Namen, sondern sie ist auch das getreue charakterliche Ebenbild von Kara „Starbuck“ Thrace aus dem „Reimagining“ von Battlestar Galactica. Generell hat man das Gefühl, alle Figuren schon mal bei Star Wars oder in anderen Geschichten gesehen zu haben. Der hyperstrenge imperiale Kommandant, die aufmüpfige Pilotin, das vielgepriesene feindliche Fliegerass… alles schon mal da gewesen.

Vorschaubild auf Blade Squadron

Ein gut gezeichneter Stereotyp im Cockpit

Die Action wiederum ist gut. Da die Figuren zu kurz kommen, hat man immerhin Zeit für ein paar nette Flugmanöver und Raumkampfaction. Zwar ist auch hier wieder das Artwork spektakulärer als die Handlung, aber man hat doch ein paar recht kurzweilige und unterhaltsame Passagen. Der Ausgang des Kampfes gegen die Devastator und ihre TIE-Schwadronen ist allerdings in meinen Augen etwas glimpflich für die Rebellenseite und auch etwas unglaubwürdig. Man bekommt eingangs eine (für eine Kurzgeschichte relativ lange) Liste von Rebellencharakteren, aber so gut wie jeder mit Rang und Namen kommt davon. Man hat leider das Gefühl, in der Handlung dieser Geschichte herrscht ein größeres Vakuum als im Weltraum unserer Lieblingsgalaxis.

Blade Squadron

Ein weiteres Artwork-Highlight

Wer allerdings neben der Raumkampf-Action auch gerne Figuren mit Tiefgang möchte, bei deren Schicksal man mitfiebern kann, der verpasst mit dieser Kurzgeschichte wahrlich nichts. Lest stattdessen lieber die X-Wing-Romane und -Comics von Michael A. Stackpole und Aaron Allston oder die Legacy-Comics von John Ostrander und Jan Duursema, um ein paar Beispiele auf dem SWEU zu nennen. Hoffentlich wird die zweite Kanon-Kurzgeschichte, One Thousand Levels Down von The Old Republic-Autor Alexander Freed, etwas interessanter. Diese erscheint im Insider #152 und wird von uns auch mit einer Rezension bedacht werden.

Von Blade Squadron verabschiede ich mich indes mit zwei von fünf Holocrons (oder – falls es möglich wäre – meinetwegen auch zweieinhalb als Artwork-Bonus).

Der Rezensent vergibt 2 von 5 Holocrons!

Der Rezensent vergibt 2 von 5 Holocrons!

Über den Autor

Florian

Florian
Florian ist Gründer und Admin der Jedi-Bibliothek und im "echten Leben" Englisch- und Spanischlehrer. Er arbeitet außerdem für das Offizielle Star Wars Magazin als Übersetzer und betreut für die Panini-Heftreihe die "Skytalker"-Leserbriefe. Er sammelt vor allem Romane und Comics, doch weiß auch ein schönes Sachbuch zu schätzen. Er ist leidenschaftlicher Prequels-Fan und schaut für sein Leben gern Serien.

3 Kommentare

  1. Loener

    Ich stimme dem Review voll und ganz zu, das war wahrlich nicht der erhoffte Einstieg ins „neue“ EU.
    Für einen Zweiteiler auch viel zu kurz, die Geschichten in früheren Insidern zu Prequel Zeiten waren gerne mal doppelt so lang.
    Ebenfalls befremdlich wirkte auf mich: Die Pilotin, die auf Coruscant Frachter geflogen hat, hat noch nie einen Imperialen Sternzerstörer aus der Nähe gesehen? Flog sie bisher blind? Wo wenn nicht bei Coruscant wäre eine imperiale Flotte dauerhaft stationiert.
    Und hat ein B-Wing jetzt offiziell Quad-Laser (statt Triple wie bisher) oder haben wir hier schon den ersten Fehler in der allerersten Geschichte in der ach so einheitlichen Kontinuität?

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