Rezension: Darth Bane: Dynastie des Bösen von Drew Karpyshyn

Dynastie des Bösen ist der dritte und letzte Band der Darth Bane-Reihe aus der Feder von Drew Karpyshyn. Die deutsche Version wurde am 17. Januar 2011 bei Blanvalet veröffentlicht und wurde von Andreas Kasprzak übesetzt. Das englische Original erschien unter dem Titel Dynasty of Evil am 7. Dezember 2009 bei Del Rey.

Darth Bane: Dynastie des Bösen
Darth Bane: Dynastie des Bösen

Die Handlung des dritten Bandes spielt zehn Jahre nach Die Regel der Zwei und damit im Jahr 980 VSY. Die Charaktere haben sich natürlich dementsprechend entwickelt. Nicht nur, dass sie älter geworden sind, was tatsächlich bereits auf den ersten Seiten an Banes Beispiel thematisiert wird, auch charakterliche Änderungen werden bereits früh deutlich. So ist Banes Machtfanatismus aus Band Zwei, der ihm beinahe das Leben gekostet hätte, wieder zu einem gesunden Größenwahn abgeschwollen. Gleichzeitig wächst in ihm aber auch die Enttäuschung über seine Schülerin, die ihn in 20 Jahren Lehre nun immer noch nicht heraus- und ihren Platz als Meisterin eingefordert hat. So kommt es, dass Bane sich nach Jahren der Isolation selbst wieder auf eine Reise begibt.

Im Gegensatz zum ersten und zweiten Band fallen die auch in Dynastie des Bösen für die Handlung zentralen Reisen in der Anzahl deutlich geringer aus. Was hingegen zugenommen hat, ist die Beschreibung der Orte. So wird vor allem eine Szene im Garten des Jedi-Tempels auf Coruscant besonders hervorgehoben und man kann sich ein deutliches Bild des Schauplatzes machen.

In diesem dritten Band der Reihe kann man, wie ich finde, wunderbar die Gefahren sehen, die mit Banes Regel der Zwei und generell mit dem Dasein als Sith verbunden sind: Zum Ersten, wie Bane befürchtet, dass Zannah einfach auf seinen Verfall wartet, bevor sie sich selbst zur Meisterin erhebt, und zum anderen der gleichzeitige, eigene Größenwahn, der – leichter Spoiler – auch Banes Untergang ist. Denn dieser Wahn, der zeitweise auch in Wahnsinn umschlägt, lässt Bane seine eigenen Grundsätze über Bord werfen. Allen voran die Geduld.

Doch nicht nur Bane erlebt charakterliche Veränderungen, sondern auch Zannah, die meines Erachtens nach deutlich reifer agiert als sie es in Die Regel der Zwei noch getan hat. Auch sie hat – ebenso wie Bane – Taktiken, die der jeweils andere nicht kennt, doch der „Abnabelungsprozess“ von ihrem Meister wird in ihren Szenen deutlich. So wirken weder Bane noch Zannah zu mächtig, wo sie doch die ersten einer jahrhundertelangen neuen Tradition sind. Übrigens sieht das bereits ca. 900 Jahre später ganz anders aus. Wer Darth Plagueis gelesen hat, wird wissen, was ich meine.

Was mir an Dynastie des Bösen besonders gefallen hat, war das Katz- und Maus-Spiel, welches sich zwischen Zannah und Bane einstellt. So wird das unausweichliche Gemetzel, auf das seit dem ersten Band hingearbeitet wird, immer wieder hinausgezögert und die Anspannung des Lesers steigt noch einmal an. Selbst während des finalen Showdowns wird die Spannung gehalten. Die letzten fünf Kapitel lesen sich an einem Stück runter, ohne dass man aufhören möchte.

Trotzdem schließt auch der beste Roman einmal seine Handlung ab. Oft schreiben Autoren ihren Charakteren offene Enden zu, dieses Mal ist das Ende deutlich. Nicht zuletzt, da Karpyshyn auch auf seiner Homepage noch einmal klar stellte, dass das Ende so zu verstehen sei, wie es im Buch steht (vielen Dank an die Kollegen der jedipedia.net bei denen ich den Link „geklaut“ habe).

Neulingen im Erweiterten Universum bzw. in der Legends-Reihe ist dieser Band nicht zu empfehlen. Das liegt selbstverständlich daran, dass mehrere Referenzen auf Band eins und zwei der Reihe gesetzt sind, die man ganz einfach nicht versteht, wenn man die Reihe von hinten anfängt. Immer schön der Reihe nach lesen.

So kommt Darth Bane: Dynastie des Bösen von Drew Karpyshyn auf fünf von fünf Holocrons.

Der Rezensent vergibt 5 von 5 Holocrons!
Der Rezensent vergibt 5 von 5 Holocrons!

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